Freya & Jürgen Blösl

Rusty Roads -
USA 2011

Mi, 21.09.2011 - Tucumcari und Cadillac Ranch

Heute steht uns ein langer Fahrtag bevor und deshalb darf Freya die erste Strecke übernehmen.

Das Frühstück im Lamplighter Inn ist für ein 08/15-Motel erwähnens-
wert gut und Freya stellt noch fest, dass der Indoor-Pool auch sehr schön ist. Okay, Santa Fe sollte vielleicht doch nochmal angefahren werden.

Zunächst lassen wir uns vom Navi aus der Stadt steuern. Aber statt die Ausfallstraße einfach geradeaus, lotst uns das blöde Ding nach links und dann verfährt sich Freya auch noch. Egal, irgendwann haben wir es geschafft und auf geht’s. Zunächst einmal wollen wir wieder der Route 66 einen Besuch abstatten. Tucumcari war wohl einer der Orte, die für den Film Cars Pate gestanden haben.

Die Strecke dahin steigert sich von langweilig zu sehr langweilig. Eben und geradeaus, unterbrochen durch kurze Anstiege. Aber irgendwann sind wir da!

Vor Ort muss sich Freya etwas über behinderndes Autofahren an-
hören. Aber bei drei Autos auf der Straße und zwei Spuren kann doch "Frau am Steuer" auch gaaaaanz langsam fahren, wenn sie was sehen will.
TucumcariTucumcariAls wir dann den Teil Tucumcaris gefunden haben an dem es die alten Motels und die Wandmalereien gibt, parken wir in einer Seitenstraße und lauf die Route 66 entlang um uns die tollen Garagen anzusehen. Bei McDonalds holen wir uns einen Eiskaffee und suchen noch das angeblich längste Route 66 Wandgemälde der Welt.

Tucumcari

Bevor es weiter geht, werden die geschmierten Brote gegessen und da der Tag im Zeichen des Autos steht, geht es jetzt nochmal zwei Stunden weiter - nach Texas zur Cadillac Ranch.

Mindestens eine halbe Stunde dieser Fahrt verschläft Freya und wird gerade wach, als sie auf den riesigen Reklameschildern die Ankün-
digung für den Supermarkt der Dinge des religiösen Gebrauches sieht. Leider guckt sie wie immer zu langsam und kann gar nicht sehen, wo sich der Supermarkt befindet. Das wäre schon einen Abstecher wert gewesen :-).

Endlich erreichen wir die Cadillac Ranch. Zehn mit dem Kopf in der Erde versenkte Cadillacs; Bunt, immer wieder besprüht – eine Kunst-
installation auf dem freien Feld. Durch ein Drehkreuz im Zaun sind es noch etwa 200m bis wir ganz nah dran sind.

Cadillac Ranch AmarilloAuf Bildern macht das Ganze mehr her als hier in der doch recht öden Pampa mit Blick auf Strommaste und Interstate.
Aber es ist einiges los. Eine Gruppe jüngerer Menschen, einer von ihnen ganz in schwarz "auf Künstler gemacht" sprühen und po-
sieren an den Autos. Ein dicker Amerikaner mit Hut (ach ja, wir sind ja jetzt in Texas), ein weiteres Pärchen und eine Frau mit Stöckelschuhen. Alle foto-
grafieren und steigen um die Autos herum. Freya hört wie der junge Künstler seinem Model Anweisungen gibt: "Just look stupid and happy". Okaaaay – zumindest der erste Teil der Anweisungen bereiten dem Model offenkundig keine Schwierigkeiten.

Auch wir fotografieren natürlich. Freya konzentriert sich auf die Details. Das unerwartete Aufeinandertreffen von Farben, Formen und Rostbeulen findet sie interessant. Als wir nach geraumer Zeit wieder zu unserem Fahrzeug zurückgehen, kommen uns bereits wieder andere Leute entgegen.

Wir wollen nicht weiter nach Osten, sondern orientieren uns wieder in Richtung Süden. Heute Abend wollen wir bei den Aliens übernachten. Roswell liegt geschickt in der Richtung zu den Carlsbad Caverns und das ist unser Ziel für Morgen.

Schon auf dem Hinweg haben wir immer wieder alte Siloanlagen und ähnliches gesehen. Noch nicht richtig verfallen, aber offensichtlich nicht mehr genutzt. Bevor wir in Richtung Süden abdrehen, sehen wir bei Wildorado wunderbare, alte landwirtschaftliche Industriegebäude, Silos und Wellblechbauten. Wie einem Gemälde von Edward Hopper entsprungen.
WildoradoAlso hier müssen wir einfach nochmal stoppen. Überhaupt gibt es in den folgenden Stunden viel landwirtschaftliche Industrie zu betrachten. Viel Mehl und Korn wird hier verarbeitet, aber wir durchfahren auch das "Capital of Slaughter" und sehen Pferche mit tausenden von Kühen. Gefolgt von leerer, weiter Landschaft in graugrün. Auch hier gibt es wieder Beregnungsanlagen, die kreisrunde, giftgrüne Flächen in die Landschaft zaubern. Es ist durchaus nicht langweilig hier zu fahren. Freya kann sogar mal einen Kojoten entdecken, der durch das Feld schleicht.
Kurz vor New Mexico gibt es auch wieder große Werbetafeln. Eine Christliche mahnt "You can decide between heaven or hell" Zwei Tafeln dahinter ist einem die Entscheidung schon fast abgenommen. "Decide for Harley Davidson".

Um 17:30 Uhr erreichen wir Roswell. Die Stadt ist größer als gedacht und wir laden erst einmal unser Gepäck im Motel ab, um dann in die Innenstadt zu fahren. Außer ein paar Geschäften, die mit Alien-Artikeln ihre Schaufenster dekoriert haben und einem Lokal das mit "Aliens welcome" zur Alien-Integration einlädt sehen wir nichts was uns interessiert. Okay, einige kleine Wandmalereien können wir noch entdecken.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2011-2012
    letzte Überarbeitung: 15.06.2012

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