Rusty Roads -
USA 2011
Für die nächsten Tage schalten wir mal einen Gang zurück. Heute wollen wir nur bis Las Vegas und auch das eher gemütlich. Also packen wir die Koffer und die angesammelten Tüten einmal aus und ordentlich wieder ein. Dummerweise bleibt dabei der Adapter in der Steckdose
. Noch bekommen wir die Koffer zu, aber es geht kein Weg dran vorbei, wir brauchen noch eine Tasche für den Rückflug. Im Moment sind ja noch fast alle Schuhe im Auto.
Wir fahren über die 89a nach Flagstaff. Das ist eine wunderschöne Strecke. Von dort geht es über die I-40 bis Seligman, denn den kleinen Route 66 Umweg über Hackberry wollen wir noch mitnehmen.

In Seligman ist heute wirklich was los. Zwei Busse plus diverse PKW haben im Ort gehalten und wir hören Stimmen-
gewirr von Russen und Franzosen, Japanern und Deutschen. Wir mischen uns unter die Menge und fotografieren. Jeder so seins. Jürgen eher das Schöne und Freya eher das Verrostete
. Als die Reisebusse abfahren haben wir den Ort kurze Zeit für uns und verlassen ihn dann auch mit dem Eintreffen einer neuen Meute.
Wir bleiben auf der Route 66 und Freya sieht als erste eines der vielen Erdmännchen, die ein paar Meilen nach Seligman am Straßenrand stehen. Diese Tiere erfüllen alle Voraussetzungen, um von Freya gut gesehen zu werden: Sie bewegen sich (das hebt sie vom Untergrund ab) und sie bleiben anschließend an Ort und Stelle stehen. Sehr freundlich. Aber heute ist sowieso ihr Tierguckertag. Sogar den wenig später die Straße überquerenden Roadrunner sieht sie richtig und nicht nur als Schemen aus den Augenwinkeln.

Im Hackberry hat sich nicht viel getan. Vor allem ist die Klientel immer noch die Gleiche. Für Bustou-
risten ist der Umweg dann wohl doch zu groß – Gott sei Dank. Ein paar neue Autos hat es und neue Ideen was man noch wie fotografieren könnte haben wir auch.
Bei Kingman geht es dann wieder auf die Interstate und von da über Henderson nach Las Vegas. Das hat schon immer so was von einer Fata Morgana, wenn nach der leeren Landschaft, die man durchfährt Las Vegas vor einem auftaucht.
Dieses Mal sind wir im The Hotel at Mandalay Bay. Wunderbares, unterkühltes Design und viel schöne, moderne Kunst an den Wänden, ja das ist was für die moderne Dame von Welt.
Eigentlich hatten wir über Hotwire eine Suite bekommen. Irgendwann kam dann aber eine Mail, dass diese nicht verfügbar wäre und wir entweder einen Rabatt bekämen oder zurücktreten können. Da wir nicht unbedingt zwei Räume brauchen, haben wir natürlich den Gutschein genommen. Merkwürdig war nur, dass unser Zimmer sehr wohl mit einem zweiten Raum verbunden war. Die Verbindungstür war zwar verschlossen, der Raum aber offensichtlich leer. Merkwürdige Geschäftspolitik ...
Wir machen auch gar nicht so lange rum, sondern gehen gleich an den Pool. Hier ist es ziemlich voll und dadurch nicht so entspannend wie erhofft.
Danach wollen wir gleich essen gehen und Jürgen möchte noch zu Fry’s (dem Elektrofuzzi und nicht zu den Lebensmitteln). Prompt nehmen wir die falsche Abfahrt und stehen im Stau auf der I-15.
Zum Abendessen gehen wir ins Outback, wo wir die gebackene Onion und wunderbare Steaks essen. Dann folgt das obligatorische Flanieren entlang des Strips. 
Das neue City Center ist ja end-
lich fertig geworden und das wollen wir uns dann doch mal ansehen. Auch wenn es keine Themenhotels sind sie doch ganz nett geworden. Ja und dann hat Freya plötzlich ihr komplettes Rückenprogramm. Auch die Pina Colada vom Fat Tuesday hilft da nicht wirklich. Erst als sie im Hotel ihre Rückenübungen macht, knackt es auf einmal hörbar und der Spuk ist vorbei.
© Jürgen & Freya Blösl, 2011-2012
letzte Überarbeitung: 15.06.2012
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