USA 2009 -
Regnet’s oder regnet’s nicht?
Vom Hotelfenster aus kann man die Fontänen des Bellagio sehen. Leider lässt dieses sich nicht öffnen, sodass man nur die "Explo-
sionen" hört, wenn wieder mal eine hohe Fontäne erzeugt wird. Nachdem die zweite Nacht relativ ruhig war, war die letzte nun wieder ziemlich geräuschvoll.
Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker und gegen 7 Uhr habe ich etwas gegessen und die ganzen Utensilien im Auto verstaut. Heute will ich einige kleinere Ziele ansteuern, die bisher immer durch das Raster gefallen sind. Als erstes geht es zu den Außerirdischen in Rachel. Also auf die I-15 in Richtung Norden und dann auf die US 93.
Kurz nach Alamo geht es auf den Extra-
terrestrial Highway bis nach Rachel. Naja, etwas mehr hatte ich mir schon vorgestellt. Eigentlich gibt es neben ein paar Häuschen abseits der Straße nur ein Cafe. Dieses hat sich einen Spaß daraus gemacht so auszu-
sehen als ob es im Besitz Außerirdischer wäre. Den Umweg war es jedenfalls nicht wert. Auf dem Extraterrestrial Highway hat das Schild "open range" übrigens mal einen Sinn: Es weiden Kühe direkt rechts und links der Straße und man ist sich nie sicher, ob nicht eine mal meint die Seite wechseln zu wollen.
Über Caliente (hat auch schon mal bessere Zeiten gesehen) geht es weiter bis zum Cathedral Gorge State Park. Warum ist die Straße eigentlich als sehenswert markiert? Nur um Caliente herum, als die Berge an die Straße heranrücken, ist es mal ganz nett.
Vom State Park bin ich erst mal enttäuscht. Trotz Bewölkung machen die Figuren im Mittagslicht nicht viel her. Irgendwie hatte ich sie mir beeindrucken-
der vorgestellt. Dann kommt das "Caves"-Gebiet und als ich mir eine der Spalten in der Wand etwas näher ansehe, entpuppen sich die Höhlen eher als Slot-Canyons der etwas anderen Art. Klasse! In der Picknick-Area esse ich meinen mitgebrachten Salat und schaue mir dann noch einige weitere der "Höhlen" an. Auch den Nordteil mit dem Miller Point Overlook nehme ich noch mit. Sieht ein wenig wie Bryce aus, ist ganz nett, kommt aber nicht an das Caves-Gebiet heran.
Das heutige Tagesziel ist St. George. Also weiter Richtung Osten und dann über die UT-18 nach Süden.
Für einen ausführlichen Besuch des Snow Canyon State Park bin ich zu spät dran. Auch das Wetter verschlechtert sich zusehends. Also gehe ich nur einen kurzen Trail vor dem eigentlichen Park. Dumm nur, dass ich zu faul war, die Wanderschuhe anzuziehen. Der Sand in den Turnschuhen hat mir Blasen zwischen den Zehen beschert, die mich den Rest des Urlaubs begleiten. Das was ich auf dem Trail und von der Straße aus gesehen habe, ist Grund genug sich hier irgendwann noch mal intensiver umzusehen. 3-4 Stunden, vorzugsweise am Nachmittag, sollte man dafür wohl einplanen.
Zum Abschluss des Tages gönne ich mir noch ein Steak im Outback Steakhouse und überlege mir wie es nun weitergehen soll. Das Wetter soll jedenfalls erst mal schlecht werden. Ab 11 Uhr morgens soll es dann endgültig regnen.
Eigentlich wollte ich ja den Kanarra Creek machen. Da aber Slot Canyon und angekündigter Regen nicht zusammenpassen, fahre ich in die Kolob Sektion des Zion National Parks. Der dortige Taylor Creek soll relativ breit sein, sodass keine Flash-Flood zu erwarten ist.
Gegen 7:30 Uhr bin ich im Park. Die Straßen werden gerade neu asphaltiert. Nicht in schwarz, sondern in einem rötlichen Braun, dass sich sehr schön in die Landschaft einfügt. Trotz Samstag im Juni ist kein anderer Mensch unterwegs. Sogar ein Stinktier habe ich unterwegs aufgeschreckt. Erst am Rückweg gegen 10 Uhr werde ich die ersten anderen Wanderer treffen. Anfangs ist das Wetter noch ganz gut und ich nutze die Gelegenheit in Ruhe zu fotografieren. Der Weg ist anspruchslos, läuft häufig im Schatten kleinerer Wäldchen und kreuzt immer wieder den Creek.
Als ich dann am Double Arch Alcove bin, fängt es an zu winden und kurz darauf auch zu regnen. Mal mindestens 2 Stunden zu früh! So laufe ich also eine gute Stunde durch den strö-
menden Regen zurück zum Auto. Dort wühle ich erst mal ein frisches T-Shirt aus dem Koffer und schalte die Klimaanlage von Kühlung auf Heizung, da die Temperatur mittlerweile auf 13°C gefallen ist.
Da ich schon mal da bin fahre ich die Stichstraße durch die Kolob Sektion bis zum oberen Aussichtspunkt. Bei schönem Wetter, insbesondere wenn nachmittags die Felsen leuchten, ist auch dies sicherlich einen Ausflug wert.
Dann geht es zurück auf die Interstate bis Cedar City und von dort in Richtung Bryce. Das Wetter bleibt schlecht: Regelmäßig Regen und die Temperatur fällt in der Nähe des Cedar Break NM bis auf 4 Grad Celsius. Als verschärfte Strafe sind die Amerikaner mit ihren riesigen Wohnmobilen, teilweise noch mit einem Kleinwagen als Anhänger unterwegs. Die kriechen mit Tempo 20 den Berg hoch – dagegen sind unsere Holländer mit ihren Wohnwagen ja noch richtig harmlos!
Um 2 Uhr bin ich dann in Tropic. Check in ist aber erst ab 4 Uhr möglich. Angeblich ist noch kein einziges Zimmer fertig. Da es zumindest weitgehend trocken ist fahre ich halt noch mal in Richtung Bryce.
Die Mossy Cave und ein kleiner Wasserfall liegen von Tropic aus gesehen noch vor dem eigentlichen Park. Das Ganze ist nur ein netter kleiner Spaziergang, zumal der Bach hinter dem Wasserfall heute nicht überquert werden kann und damit der Weg zu einem Arch versperrt ist. Anschließend gibt es als verspäteten Lunch einen Hamburger im Restaurant beim Hotel und dann kann ich auch in mein Zimmer.
Gegen 7:30 Uhr bin ich noch mal raus, da das Wetter mittlerweile wieder einigermaßen schön ist. Obwohl ich etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang an den Aussichtspunkten im Bryce Nationalpark bin, ist es schon zu spät. Die Säulen die noch Sonne abbekommen leuchten zwar schön, die meisten liegen aber schon im Schatten.
© Jürgen & Freya Blösl, 2009-2010
letzte Überarbeitung: 15.01.2010
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