Freya & Jürgen Blösl

USA 2009 -
Regnet’s oder regnet’s nicht?

Do., 18.06 bis Fr., 19.06 – von Moab nach Page

Der für heute geplante Weg ist nicht allzu weit. Für den Anfang gibt es die gleiche Strecke wie gestern. Doch anstatt in den Nationalpark abzubiegen fahre ich weiter nach Blanding. Von dort aus möchte ich heute noch in den Mule Canyon und dann in das Natural Bridges National Monument. Kurz vor 8 Uhr fahre ich los und es scheint sogar mal die Sonne :-).

Die Abfahrt zum Mule Canyon ist etwas tricky, da nicht etwa diese ausgeschildert ist, sondern einige nachgebaute Gebäude, die an der gleichen Straße etwas weiter in Richtung National Monument liegen. Wenn man es aber weiß ist auch das kein Problem und die Fee-Tube, an der man einen Umschlag mit 2 USD pro Person einwirft, zeigt einem auch gleich, dass man richtig ist. Zwischenzeitlich ist es gegen 10 Uhr und das sollte von der Uhrzeit eigentlich ganz gut passen, denn damit der erwünschte Effekt beim House on Fire eintritt muss das Sonnenlicht vom gegenüberliegenden Felsen reflektiert werden. Fragt sich nur ob die sich bildenden Wolken das auch zulassen.

Die 0,3 Meilen von der Fee-Tube bis zum Trailhead sind für ein Auto mit high-clearance kein Problem, mit einem PKW würde ich die paar Meter lieber laufen. Der Trailhead selbst liegt dann an einer kleinen Brücke, bei der man auch gut parken kann.

Mule CanyonDer Weg führt durch das schattige Flussbett und nach 1,45 km finde ich die ersten Ruinen. Leider war ich der Meinung, dass das House on Fire die erste Ruine und nur eine halbe Meile von Trailhead entfernt sein soll (keine Ahnung wieso). Deshalb dachte ich, ich wäre am Ziel vorbeigelaufen, kehre um und probiere so ziemlich jeden Trampelpfad ins Gebüsch aus. Tatsächlich liegt das House wohl 1 Meile vom Trailhead entfernt – ich dürfte also nur 100 Meter oder so zu früh umgekehrt sein. Böse war ich dennoch nicht, da die Sonne sich mittlerweile wieder hinter den Wolken versteckt hat und das Bild sowieso nicht funktioniert hätte. Next time …

Nicht weit entfernt liegt das Natural Bridges National Monument. Hier wollte ich eigentlich den Trail runter zur Sipapu Bridge, den Fluss entlang zur Kachina Bridge und dann oben wieder zurück gehen. Das Ganze sind etwa 9 km und 150 Meter Höhenunterschied. Mittlerweile hat es aber wieder den beliebten Mix aus blauem Himmel (wenig), weißen Wolken (mehr) und dunklen Wolken (reichlich). Da ich keine Lust habe mitten im Canyon vom Regen überrascht zu werden und dann wieder ein, zwei Stunden pitschnass zurückzulaufen, lasse ich es und esse erst mal an dem Picknick-Platz meinen gestern in Moab gekauften Salat– unter strenger Beobachtung und heftigen Kommen-
taren von 2 großen schwarzen Krähen, die sich einen Meter hinter mir aufgebaut haben. Erst als klar ist, dass es hier nun wirklich nichts zu erobern gibt, sind sie abgezogen.

Anschließend fahre ich dann einfach von Viewpoint zu Viewpoint, obwohl das Fototechnisch wenig bringt. Einzig die Horsecollar Ruinen kann man mit einem starken Tele einigermaßen gescheit foto-
grafieren. Dafür weht mir hier eine Böe mein Käppi in den Canyon.

Owachomo Bridge - Bridges NMDen Abstieg zur letzten Brücke, der Owachomo, mache ich dann doch noch. Die 20-30 Minuten, die man dafür inklusive Fotos braucht sind abschätzbar. Mit etwas Glück und Geduld gibt es unten sogar blauen Himmel für die Fotos.

Nach Absolvierung des Rundkurses geht es zurück nach Blanding. Kaum bin ich aus dem Park heraus, fängt es dann auch an zu tröpfeln – viel ist es allerdings nicht. Die Regen-
fahnen hängen etwas weiter nördlich vom Himmel.

Blanding hat für seine Größe eine ganze Reihe von Motels. Ich frage im Super 8 und da der Preis ok ist bleibe ich auch gleich dort. Das Hotel sieht zwar recht neu aus, wird aber ziemlich schlampig geführt. Die Rezeption wird nur nach einem Anruf besetzt, der "SPA" (ein Whirlpool den ich eh nicht genutzt hätte) ist außer Betrieb und in den Zimmern gesaugt wird wohl auch nur da wo man ganz einfach hinkommt. Noch nicht einmal das sonst übliche Spar-Frühstück gibt es. Man wird einfach auf das benachbarte Family-Restaurant verwiesen, die hätten ja ab 7 Uhr geöffnet. Dieses ist allerdings wirklich nett und die Bedienung, zumindest abends, super schnell.

Oldtimer BlandingOldtimer BlandingRund um das Rest-
aurant rosten sehr dekorativ alte Traktoren, Loren, diverse Farmge-
rätschaften und etwas entfernt auch noch 2 Oldtimer vor sich hin. Nachdem am nächsten Morgen die Sonne scheint und es schönes weiches Licht gibt, gehe ich noch einmal hin, auch wenn ich mir das Frühstück dort schenke und lieber mein Müsli auf dem Zimmer esse.

Ursprünglich hatte ich den Tag als reine Überführungsetappe nach Page geplant, aber letzten Endes habe ich ihn dann doch noch ganz schön voll gepackt.

Twin Rock - BluffBluff FortEinen ersten Zwischen-
stopp mache ich in Bluff. Eigentlich wollte ich nur mal kurz am Twin Rock Cafe & Trading Post halten, aber im Ort selbst lande ich dann noch im alten Fort, das von den Nach-
fahren der ersten Siedler liebevoll wieder restauriert bzw. nachgebaut wird. Neben alten Gerätschaften und originalen Gebäuden gibt es z.B. einen der Wagen zu sehen mit denen man damals durch das Hole in the Rock gefahren ist.

Alles in allem ein richtig hübsches Örtchen. Das nächste mal werde ich wohl lieber hier als in Blanding übernachten.

Weg nach Monument ValleyÜber Mexican Hat fahre ich weiter in Richtung Monument Valley. Bei der Gelegenheit wird natürlich auch das Bild von der schnurgeraden Straße in Richtung Monument Valley nachgeholt, das letzten September wegen schlechtem Licht ausgefallen ist. Da ich immer noch gut in der Zeit bin, beschließe ich doch noch mal durch das Monument Valley zu fahren. Mittlerweile ist das Hotel am Aussichtspunkt fertig gestellt. Die Übernachtungen sind zwar reichlich teuer, aber toll gelegen ist es schon und meiner Meinung nach optisch auch ganz gut in die Landschaft eingepasst. Der Parkplatz ist mittlerweile auch neu asphaltiert und nun wird wohl das Visitor Center neu gebaut. Nur der Rundweg durch das Tal selbst wird nur sehr sporadisch ausgebessert – klar man will ja die geführten Touren verkaufen.

Nach dem Rundweg gehe ich im Restaurant des Hotels Mittagessen. Erstaunlicherweise ist dieses recht günstig (Chili con carne mit Cola 10 USD) und auch qualitativ durchaus ok.

Jetzt geht es gemütlich weiter in Richtung Page. Den ganzen Tag kommen mir schon Fahrradfahrer entgegen. Immer einzeln mit je einem Begleitfahrzeug. Die dürften froh sein, dass es nicht so heiß wie sonst üblich ist. Mittlerweile machen sich auch schon die ersten Wolken breit. Es sind allerdings nur weiße Schönwetterwolken, die schwarzen fehlen (noch). In Page selbst hat es dann zum ersten Mal in diesem Urlaub 30°C.

Nachdem der ganze Kram im Hotelzimmer ist, fahre ich weiter zu "Paria Outpost and Outfitters", ganz in der Nähe des BLM-Office in dem es die begehrten Wave-Permits gibt. 2004 hatten wir um diese Jahreszeit ja noch völlig problemlos walk-in Permits bekommen - mittlerweile ein fast aussichtsloses Unterfangen. Dieses Jahr möchte ich aber nicht in den Nordteil der Coyote Buttes, sondern in den Süden. Das Permit habe ich mir bereits über das Internet besorgt und wenn ich schon mal dort bin möchte ich White Pocket auch noch mitnehmen. Da die Anfahrt aber nicht ohne sein soll, versuche ich es gar nicht erst alleine und mit meinem "Wenn-ich-mal-gross-bin-werde-ich-ein-richtiger-SUV". Mit Steve, dem Inhaber und Guide verabrede ich mich für 8 Uhr Utah Zeit und erfahre, dass ich im Moment noch der einzige Interessent bin. Aber die walk-in Permits werden ja auch erst morgen vergeben.

Da ich schon mal in der Ecke bin, nutze ich die Gelegenheit und fahre zu den Toadstool Hoodoos. Dort waren wir schon mal vor 9 Jahren. Allerdings kurz vor Sonnenuntergang und da lag schon etliches im Schatten. Der Weg ist mittlerweile mit vielen Steinmännchen und teilweise sogar mit Hinweisschildern markiert. Zusammen mit mir ist ein amerikanisches Paar mit 2 jungen Schäferhunden unterwegs. Diese sind ganz offensichtlich froh, dass sie endlich aus dem Auto dürfen und rennen wie wild durch die Gegend. Ansonsten sind, zumindest nach Trail-Buch, massenweise Deutsche unterwegs. Erfreulicherweise kommt uns der ganze Trupp aber unterwegs entgegen, sodass wir bei den Hoodoos nur zu Dritt sind.

Toadstool HoodoosNeben dem zentralen Hoodoo gibt es noch eine ganze Reihe weiterer, die wir damals in der Dämmerung gar nicht richtig wahrge-
nommen hatten und irgendwo soll es auch noch Richtung Westen zu weißen Hoodoos weitergehen. Der Aufstieg zu dem Plateau den ich finde ist aber reichlich grenzwertig – rauf kommt man da wohl, aber wieder runter?

Bevor ich mich auf den Rückweg mache, schaue ich mir noch mal die Auswaschungen in den Klippen an. Und siehe da: Hier, am anderen Ende des Plateaus, sehe ich nun auch eine Reihe weiterer Cairns. Die führen um die Klippen herum in ein anderes Tal mit den weißen Hoodoos. Der Weg ist zwar nicht ganz so bequem wie der Weg zum ersten Plateau, aber eigentlich problemlos machbar. Die weißen Hoodoos liegen schön im Licht und sind auch noch nicht ganz so totfotografiert wie der, trotzdem schöne, Toadstool.

Toadstool HoodoosToadstool HoodoosToadstool Hoodoos

Nun reicht es aber selbst mir so langsam und ich mache mich auf den Rückweg nach Page. Zum Abendessen gehe ich in das Fiesta Mexicana. Diesmal liegt das Motel in Laufentfernung (letztes Jahr mussten wir fahren) und so genehmige ich mir einen Margarita. Um einiges größer als das Gegenstück in Moab und mit gut Alkohol – vor allem wenn er deutlich vor dem Essen kommt :-). Trotzdem hat mir der in Moab besser geschmeckt.

Ansonsten tanzt hier der Bär, wie Freya immer zu sagen pflegt. Wer keine Reservierung hat, muss erst mal mindestens eine viertel Stunde warten und die Bedienungen wuseln nur so durch das Lokal. Der andere Mexikaner weiter unten an der Hauptstraße war übrigens weitgehend leer.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2009-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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