Freya & Jürgen Blösl

USA 2009 -
Regnet’s oder regnet’s nicht?

Di., 16.06 bis Do., 17.06. – Nationalparks rund um Moab

Um 8 Uhr habe ich die Anfahrt von Green River zum Arches National Park hinter mir. Es ist mal wieder bedeckt und so lasse ich die Windows Sektion aus und fahre gleich durch bis Devils Garden. Heute möchte ich bis zum Double-O-Arch, den wir 2000 fallen lassen mussten, weil der Weg einen Bergrücken entlangführt und wir befürchteten durch den starken Wind heruntergeweht zu werden.

Landscape Arch - Arches NPSchon am Landscape Arch beginnt die Sonne gegen die Wolken zu gewinnen. Kurz danach kommt man zu den Resten des Wall Arch, der im letzten Herbst eingestürzt ist. Die Trümmer liegen auf dem Trail und dieser ist gesperrt. Hier trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Parallel zum ehemaligen Arch kann man sich, wenn man den Rucksack absetzt, seitlich durch eine schmale Felsspalte quetschen und anschließend einen Felsen hochklettern. Nachdem ich heute nicht die Jeans von gestern anhabe, gelingt dies auch recht problemlos. Danach bin ich erst mal eine ganze Zeit alleine, nur die ersten Rückkehrer kommen mir entgegen.

Den Navajo und den Partition Arch lasse ich aus, die waren schon das letzte mal nicht so toll. Kurz danach kommt man an die Finne, an der wir 2000 umgekehrt sind. Auch heute ist es dort am windigsten, aber machbar. Irgendwann kommt ein Pärchen von hinten, die ich vorbei lasse und somit auch ganz gut abschätzen kann wie weit es noch ist bzw. wie steil es nach unten geht.

Double O Arch - Arches NPDer Double O Arch ist wirklich schön und dank der neuen Schwierigkeiten hier her zu kommen gibt es auch die Möglichkeiten ihn ohne Menschen, die darin herumhampeln zu fotografieren. Wie alle anderen bin ich noch durch das untere Loch gekraxelt um ihn von der interessanteren Rückseite aus zu foto-
grafieren. Leider liegt diese und die Land-
schaft im Hintergrund noch im Schatten. Um das zu verhindern muss man dort am Nachmittag sein, was dann aber bedeutet den Trail in der prallen Mittagssonne gehen zu müssen.

Arches NPFür den Rückweg habe ich den "primitive Trail" gewählt. Der stellt sich nicht nur als länger, sondern auch als schwieriger als der eigentliche Trail heraus. Zwar gibt es keine Finne, aber einige Passagen bei denen man auf sehr schrägen Felsen entlanglaufen bzw. mehr oder weniger auf allen Vieren die Felsen herunterkrabbeln muss. Zur "Be-
lohnung" geht es dann auch noch durch einen sandigen Wash.

Nach kurzer Mittagspause mit PowerBar und Apfel schaue ich noch im Visitor-Center vorbei und checke dann um 14 Uhr im Hotel ein. Un-
nötig zu betonen, dass auch heute der Himmel zur Mittagszeit zuge-
zogen ist.

Der Nachmittag gehört dann dem Supermarkt und einen späten Lunch bzw. frühem Abendessen. Da mittlerweile immer mal die Sonne durch die Wolken kommt, gehe ich doch nicht zum Mexikaner mit der an-
geblich besten Margaritha der Stadt, sondern "nur" Steak bei ZAX essen. Anschließend setze ich mich noch mal ins Auto um zu den Fisher Towers zu fahren.

Da es dann aber doch immer weiter in Richtung Regenwolken geht, breche auf halbem Weg ab und fahre zurück ins Hotel. Das Ramada ist eigentlich ganz gut, sogar mit Steckdosen in dem Lampenfuß auf dem Schreibtisch. Warum sie aber kein Internet außer den einen Rechner in der Lobby haben, verstehe wer will. Das WiFi in den Zimmern nicht klappen wird, hat man mir schon bei der Ankunft gesagt, aber auch direkt in der Lobby bekomme ich keinen Empfang.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne durch ein paar Wolkenlücken. Also fahre ich doch erst mal nach Arches, um den Turret Arch und den Double Arch zu fotografieren. Am Eingang zum Park ist noch schönes Licht, bis ich aber in der Windows Sektion ankomme verschwindet die Sonne schon wieder hinter den Wolken, die auch immer dicker werden.

Die weiteren Hotels sind bis auf das für den Abreisetag noch nicht gebucht und da ich übers Wochenende in Page sein möchte, will ich dort nicht auf gut Glück hinfahren. Nach den Internet-Problemen gestern Abend versuche ich mein Glück diesmal auf den Parkplätzen von Motel 6 und Super 8. Doch hier ist die Sendestärke zu gering, sodass ich keine Verbindung bekomme. Also doch noch mal ins Hotel. In der Warteschlange für den Lobby Computer bin ich die Nummer 3. Also probiere ich es erst noch mal mit dem Laptop und siehe da, heute Morgen klappt die Verbindung.

Hotwire findet in Page schon nichts mehr und Priceline war ich zu sparsam. Da der AAA-Tarif des Hotels günstiger ist als bei Buchung über Priceline buche ich halt direkt dort.

Zwischenzeitlich ist der Vormittag halb rum und das Wetter will und will nicht besser werden. Ich komme also wieder zurück zur ursprüng-
lichen Planung und fahre nach Süden zur Needles Sektion des Canyonlands NP. Eher zum Auskundschaften als zum Fotografieren, da für größere Wanderungen die Zeit eh nicht reicht und ich mir bei dem Wetter auch wenig Hoffnung mache. Unterwegs fängt es dann auch prompt zu Regnen an, hört aber auch wieder auf als ich auf die UT-211 abbiege, die in den Park führt.

Newspaper Rock - Canyonlands NPNewspaper Rock - Canyonlands NPRelativ zügig er-
reiche ich den Newspaper Rock mit seinen bis zu 2000 Jahre alten Felszeichnungen. Obwohl direkt an der Strasse gelegen und nicht aufwendig geschützt, sind diese erfreulicherweise sehr gut erhalten und man entdeckt immer wieder neue Figuren.

Um nicht ausschließlich hin und her zu fahren, fahre ich bis fast ans Ende der Parkstraße zum Slickrock Trail. Und siehe da: Auf diesem einfachen, etwa 4 km langen Trail kommt dann auch erstmals wieder die Sonne zum Vorschein. Dadurch legt sich auch ein wenig der kalte Wind und ich mache erst mal Mittagspause. Im City Market in Moab kann man sich den Salat aus einem Buffet selbst zusammenstellen und auch einigermaßen vernünftiges Brot haben sie. Lecker - das wiederhole ich doch für morgen gleich noch einmal.

Elephant Hill - Canyonlands NPDas nächste Ziel ist der Elephant Hill. Dorthin führt ein leicht zu fahrender unpaved Trail, den auch viele normale PWK und sogar ein Oldtimer fahren. Ab dem Picknick-
Platz geht es aber nur noch mit "richtigen 4WDs" weiter. Leider versucht sich zur Zeit keiner an dem Hügel. Von hier aus sollen auch nette Wanderungen starten, die aber für heute alle zu lange dauern würden.

Nachdem die Sonne nun immer wieder durch die Wolken kommt, fahre ich zurück nach Moab in der Hoffnung, vom Nordteil des Canyonlands NP aus schöne Landschaftsaufnahmen mit einem interessanten Himmel machen zu können.

Unterwegs zieht es wieder zu und in Moab fängt es heftig zu regnen an. Da aber rechts und links blauer Himmel ist fahre ich dennoch hoch in den Park und irgendwann hört der Regen auch wieder auf. Damit ist allerdings der Besuch der false kiva gestorben, da slickrock und lockeres Geröll im oder nach dem Regen nicht sein muss.

Der erste Aussichtspunkt nach dem Parkeingang ist der Shafer Trail Overlook. Der Trail liegt aber schon halb im Schatten. Den sollte man wohl am besten um die Mittagszeit fotografieren.

Der Mesa Arch ist ja eigentlich eine typische Sonnenaufgangslokation, man kann ihn aber auch ganz gut am Nachmittag fotografieren. Ein idotischer Franzose musste unbedingt auf den Arch klettern und meinte dann auch noch, dass es doch breit genug wäre. Nur weil sie kein Englisch können und deswegen in der Gruppe reisen, glauben sie sich an keine Regeln halten zu müssen. Eine Frau meinte nur typisch Franzose und dem konnte ich nur zustimmen.

Grand View Point Overlook - Canyonlands NPGreen River Overlook - Canyonlands NPNach einem kurzen Ab-
stecher zum im Gegenlicht liegenden Upheavel Dome fängt es im Süden wieder an dunkel zu werden und dicke Regenfahnen hängen über den Canyonlands. Also fahre ich schnell zum Grand Overlook. Dort ergibt sich das erhoffte, inter-
essante Spiel mit dunklen Wolken und einzelnen Gebieten, die gerade mal in der Sonne liegen. An-
schließen geht es noch zum Green River Overlook: Hier das gleiche Spiel – Sonne, dunkler Himmel und die tiefen Schluchten.

Als es dann auch hier leicht zu regnen anfängt fahre ich. Der Nieselregen in Kombination mit der tief stehenden Sonne erzeugt immer neue Regenbögen und so halte ich alle paar Meter an, um zu fotografieren. Dieses Spiel zieht sich den ganzen Rückweg durch den Park und entlang der Zufahrtsstrasse bis ich wieder auf der Hauptstraße nach Moab bin.

Regenbogen Nähe Mesa Arch Trailhead - Canyonlands NPRegenbogen an der UT313an der UT313

Für andere Sonnenuntergangs-Locations ist es nun eh zu spät und so bin ich mit knurrendem Magen kurz vor 21 Uhr im Motel. Heute gehe ich dann auch in Miguel’s Baja Grill auf der Hauptstraße in der Nähe von Tom Till’s Galerie. Der wirbt mit den "best Margaritas in town". Diese sind wirklich gut und auch das Essen schmeckt.

   

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    letzte Überarbeitung: 10.06.2011

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