Freya & Jürgen Blösl

USA 2009 -
Regnet’s oder regnet’s nicht?

So., 14.06 bis Mo., 15.06. – Bryce NP und Weiterfahrt nach Green River

Natural Bridge - Bryce NPDer Wecker macht um 5 Uhr auf sich aufmerksam, aber ein Blick aus dem Fenster zeigt schnell, dass ich mir das auch hätte sparen können: Aus einem netten Sonnenaufgang wird nichts.

Da ich aber nun schon mal auf bin, mache ich mich langsam fertig und bin gegen 6:30 Uhr im Park. Ich fahre erst mal bis zur Natural Bridge, die eigentlich gar keine Brücke ist, aber nun mal so heißt, beschließe dann aber trotz des Wetters in den Canyon herunter zu laufen.

Bryce NPBryce NPDazu muss ich zurück zum Sunrise Point. Von dort laufe ich den Rim entlang zum Sunset Point und über den Navajo Trail nach unten. Ohne Sonne sehen die Türmchen natürlich reichlich blass aus. Da hilft es auch wenig den Himmel aus dem Bild herauszuhalten. Über den Queens Garden Trail geht es dann wieder nach oben und gegen 9:30 Uhr kommt dann doch immer häufiger die Sonne durch und irgendwann gibt es sogar blauen Himmel zu sehen. Da das Wetter ein Einsehen zu haben scheint, schließe ich die nächste Wanderung direkt an.Fairyland Loop - Bryce NPTower Bridge - Bryce NP Ich laufe den Fairyland Loop bis zur Tower Bridge runter. Der ganze Rundweg mit seinen 8 Meilen ist mir zu viel des Guten. So geht es eine Stunde lang stetig bergab zu der recht netten Formation. Anschließend geht es nun dummerweise auch wieder eine Stunde lang bergauf :-(. Dieser Weg ist sehr viel weniger begangen als die klassischen Routen. Er ist allerdings auch nicht so spektakulär. Trotzdem ist die Variante die ich gegangen bin eine gute Alternative zum Peek-a-Boo Trail.

Um 12 Uhr wollte ich eigentlich nur eine kurze Pause an der Bryce Lodge einlegen. Da es aber schon wieder anfängt zuzuziehen, mache ich mich irgendwann auf und ziehe mich ins Motel zurück.

Bryce NPAuch heute klart es im Laufe des Nachmittags wieder auf und so mache ich mich gegen 17 Uhr wieder fertig und bin eine halbe Stunde später am Sunrise Point. Endlich gutes Fotowetter - Sonne mit einigen Wolken und da ich ja heute früher dran bin bekommen die Hoodoos diesmal auch noch welche ab. Das gute Wetter nutze ich dann auch aus und fahre noch die Aussichtspunkte bis hoch zum Rainbow Point ab.

Am nächsten Morgen geht es um 7 Uhr los und wie gehabt ist es stark bewölkt. Damit macht der optionale Stop im Kodachrome Basin State Park natürlich keinen Sinn. Einige Tage später verkündet Kodak übrigens, dass der Kodachrome-Film eingestellt wird. Ob sich in 10 Jahren wohl noch jemand einen Reim auf den Namen machen kann?

So geht die Fahrt zügig weiter auf der schönen UT-12 über Escalante bis nach Boulder. Dort kann sich dann langsam die Sonne durchsetzen und so beschließe ich mir den Long Canyon auf dem Burr Trail anzusehen. Um diese Uhrzeit ist noch so gut wie kein Verkehr. Angenehme 17 Grad mit Sonnenschein – ein Specht hämmert und die Hasen tummeln sich noch auf der Straße. Heute wird ohnehin ein Husch-Husch-Tag. Neben Hasen versuchen auch noch Hörnchen und Echsen (erfolgreich) vor dem Auto die Straße zu wechseln.

Burr TrailBurr TrailDas Timing für den Long Canyon ist gerade richtig. Am Anfang bekommen die hohen Felsen rechts und links der Straße noch keine direkte Sonne ab, erst am Ende werden sie dann direkt angestrahlt und verlieren an Farbkraft. Außer mir ist gerade mal ein einzelner PKW unterwegs, sodass ich problemlos halten und Bilder schießen kann.

Ein Stück nach dem Long Canyon endet dann der Asphalt. Zumindest bis zu den switch-backs will ich nun aber auf jeden Fall noch weiterfahren. Das zieht sich dann allerdings doch noch ein ganzes Stück. Die Straße ist aber gut befahrbar und trotz des unbeständigen Wetters knochentrocken.Burr Trail Die Schleifen hatte ich mir nach einigen Kommentaren im Internet doch schlimmer vorgestellt. Sie ähneln denen des Moki Dugway nördlich von Mexican Hat und so lasse ich das eine Fahrzeug, dass gerade bergauf fährt durch und fahre selbst runter. Dort kommen mir dann auch prompt 3 weitere SUVs entgegen.

Notom RoadWeiter geht es nun über die Notom Road nach Norden. Diese hat zwar einige Waschbrett-Passagen, ist aber ebenfalls sehr gut befahrbar. Hier sieht man übrigens mal sehr deutlich warum das Gebiet "Waterpocket Fold" heißt: Kaum ein Felsen ist gerade, alle weisen schräg in den Himmel.

Wieder auf der asphaltierten Straße ist die weitere Strecke dann bekanntermaßen öde. Da ich noch gut in der Zeit liege, versuche ich den Little Wild Horse Canyon zu finden. Die Anfahrt ist, obwohl ungeteert, selbst mit kleineren Wohnmobilen machbar, zumindest steht am Parkplatz eines.

Obwohl ich durch die Beschreibung "leicht zu verfehlender Trail rechts ab" vorgewarnt bin, ist dieser nicht zu finden. Der Canyon geradeaus ist relativ schnell durch Steine versperrt. Man kann zwar im Prinzip darum herum klettern, aber nicht unbedingt mit der engen Jeans die ich anhabe. Der Wash den ich dann noch ausprobiere ist wohl auch nicht der richtige Abzweig. Also lasse ich das Ganze und schaue zu Hause noch mal, ob man auf Karten oder ähnlichem nicht die richtige Abzweigung sehen kann.

Relativ zügig geht es nun weiter auf die Interstate und nach Green River. Dort checke ich ein und fahre dann noch mal los zum Crystal Geyser. Dank der Beschreibung von Westernlady kann man sich gar nicht verfahren. Der asphaltierte Teil der Strecke ist übrigens schlechter zu fahren als der unasphaltierte. Die Schlaglöcher machen daraus den reinsten Slalomparkour.

Der Crystal Geyser ist einer der wenigen Kaltwasser Geysire und bricht unregelmäßig so 1-2-mal am Tag aus. Entstanden ist er wohl bei einer Mineralwasser-Bohrung und ein hässliches Metallrohr ragt seitdem auch noch aus der Erde.

Für jemanden der abstrakte Strukturen mag ist das relativ kleine Gebiet ein Traum. Es heißt zwar die Tageszeit wäre egal, aber am Abend liegen die Sinterterassen schön im Licht und die Struktur wird deutlich. Man muss nur aufpassen wo der eigene Schatten ist :-).

Crystal Geyser - Green RiverCrystal Geyser - Green RiverCrystal Geyser - Green River

Als ich ankomme blubberte es aus einem kleinen Nebenloch etwa 20 Meter von der Bohrstelle entfernt. Nachdem ich bestimmt 30 Minuten lang die Strukturen fotografiert habe, blubbert es auch neben der Bohrung. Will der Geysir etwa ausbrechen? Also gut er bekommt 10 Minuten Karenzzeit. Mal sehen was passiert. Erst mal wird das Blubbern etwas intensiver, hört dann aber fast ganz auf. Ich warte doch noch mal 10 Minuten und jetzt fängt es wirklich an. Erst kommt das Wasser aus den Löchern im Rohr und dann folgt der richtige Ausbruch. Mehrere richtig hohe Fontänen spuckt er in den ersten Minuten aus. Dann folgen noch eine ganze Zeit lang weitere kleinere Ausbrüche. Glück gehabt!

Crystal Geyser - Green RiverCrystal Geyser - Green RiverCrystal Geyser - Green River

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2009-2012
    letzte Überarbeitung: 15.06.2012

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