USA 2009 -
Regnet’s oder regnet’s nicht?
Dienstagvormittag am Münchner Flughafen – eigentlich eine Garantie für endlose Warteschlangen. Ob es daran liegt, dass die Bayern noch Pfingstferien haben oder ob die Wirtschaftskrise jetzt doch auch hier sichtbar wird, jedenfalls gibt es eine leere (!) Security-Schlange und auch die Beamten an der Passkontrolle haben kaum etwas zu tun.
Der Flug geht mit United nach Washington und dann weiter nach Las Vegas. Dass die inneramerikanischen Flüge bescheiden sind, ist ja nun nichts Neues mehr. Mittlerweile sind die amerikanischen Fluglinien aber auch interkontinental auf dem Niveau von Charterlinien angekommen. O.K. der Sitzabstand ist ganz passabel, aber das Essen reichlich grenzwertig (kleine Portionen, Gummi-Brötchen und Chips als Abend-/Mittagessen, alkoholische Getränke nur gegen Aufpreis, …). Demnächst wird wohl auch die Gepäckregelung auf die international üblichen 20 kg umgestellt. Trotzdem ist der Flieger im Gegensatz zum Flughafen voll.
Die Immigration in Washington ist mit 30 Minuten halbwegs zügig. Nun heißt es eigentlich nur noch 2 weitere Stunden totschlagen und dann ab nach Las Vegas. Dass das Gate irgendwann mehr oder weniger an das andere Ende des Flughafens verlegt wird, stört da auch nicht. Dumm ist allerdings, dass es anfängt zu blitzen und zu donnern. Aus Sicherheitsgründen wird der Flughafen gesperrt und nichts geht mehr. Nach einer guten Stunde beginnt endlich das Boarding und wir rollen in Richtung Startbahn. Allerdings nur, um dort die Motoren wieder auszuschalten, da sich das Gewitter in der Nähe festgesetzt hat und wir keine Startfreigabe bekommen. Mit insgesamt 5 Stunden Verspätung geht es dann los.
Kurz vor 1 Uhr nachts Ortszeit sind wir in Las Vegas und meine Lust jetzt noch einen Mietwagen zu nehmen und den Weg ins Parkhaus des Hotels zu suchen geht gegen Null. Also kurzerhand zu den Taxis und ab ins Hotel. Bill’s Gambling Hall & Casino liegt zentral auf dem Strip - old-fashioned mit Lederstühlen und dunklem Holz. Alles in allem ganz ok, aber laut, vor allem da auf der Flamingo Road eine Baustelle ist auf der auch nachts gearbeitet wird.
Nach einer kurzen Nacht fahre ich mit dem Taxi zur zentralen Mietwagen-Station südlich des Flughafens. Aufgrund der frühen Uhrzeit ist bei Alamo noch nichts los und innerhalb von 15 Minuten ist der Papierkram erledigt. In der choice-line für die kleinen SUVs gibt es einiges an Auswahl, aber keinen den ich nun unbedingt bevorzugen würde. So fällt die Wahl auf einen RAV4, der zwar einige Kratzer hat aber ansonsten in Ordnung ist. An der Ausfahrt will ich die Kratzer nur kurz auf dem Mietvertrag bestätigt haben, aber statt der Notiz bekomme ich kurzerhand ein neues Auto aufs Auge gedrückt – sogar gebracht wird es. Es ist ein Saturn VUE wie wir ihn auch 2004 hatten. Der hat high clearance und automatisch zuschaltenden 4WD und da ohnehin keine schwierigen Touren geplant sind, ist das dann auch ok.
Da ich denn schon mal südlich des Flughafens bin, fahre ich weiter zum Frühstück ins South Point Casino. Die Begeisterung hierüber kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Für 7,50 USD inkl. Tax ist es günstig und das Gebotene angemessen – mehr aber auch nicht.
Mittlerweile ist es 9 Uhr und die ersten Geschäfte öffnen. Also fahre ich zum "Bass Pro Shops Outdoor World", das etwas versteckt hinter dem Silverton Casino liegt. Nett schon der Spruch über der Eingangs-
tür: "Welcome fishermen, hunters, and other liars". Das Ganze ist ein richtig großer Laden mit allem was man zum Fischen, Jagen und Wassersport braucht. Von Angeln, über Waffen bis hin zu kompletten 6-8 Meter Booten. Es gibt einige 2 stockige Wasserfälle und Aquarien mit 50 cm großen Fischen (oder waren sie doch eher 150 cm
). Beeindruckend sind auch die Waffenschränke, die wie große alte Tresore aussehen – einschließlich der Handräder. Der einzige Tribut an die Moderne ist die digitale Zahleneingabe statt des Schlüssels.
Nach einem kurzen Stop im Elektronik-Kaufhaus Fry’s fahre ich auf der I 215 nach Henderson. Dort hat REI, ein Outdoor-Shop, eine Filiale. Diese ist zwar nicht so groß wie die in San Francisco, aber fündig werde ich trotzdem. Auf der Hinfahrt habe ich von der Interstate aus einen Walmart entdeckt und dort statte ich mich nun erst mal mit der Grundsausstattung für die nächsten Tage aus.

Nachdem es nun auch schon früher Nachmittag ist, erkläre ich das Shopping für beendet und ziehe mit dem Foto durch die Kasinos. Abendessen gibt es beim Italiener auf der "Plaza" vor dem Spring-
brunnen in der Mall des Planet Hollywood. Die Pizza (Rukkola und Schinken) ist erstaunlich gut. Mit einem Cocktail von Fat Tuesday mache ich mich auf den Rückweg zum Hotel, um den fehlenden Schlaf nachzuholen.
Die Planung des nächsten Tages ähnelt der des vorherigen. Zum Frühstück geht’s heute ins benachbarte Flamingo Hotel. Das Frühstücksbuffet ist für 10,76 $ incl. Tax nach Abzug des 5 $ Gutscheins deutlich besser als gestern. Im Innenhof gibt es einen netten Park mit Palmen und Wasser-
fällen. Neben den namensgebenden Flamingos leben dort Schwäne, Fische und einen vorwitzigen Kranich, der bevorzugt die Arbeiter, die in dem Gehege zu Gange sind, ärgert.
Eigentlich wollte ich dann in das Las Vegas Premium Outlet, das wir noch nicht kennen. Gelandet bin ich stattdessen in der Outlet Fashion Show am Strip – Kaufhäuser und Fachgeschäfte, tendenziell eher hochpreisig denn auf Outlet-Niveau obwohl die typischen Nobel-
marken fehlen. Die sind dann eher in den Hotel Malls wie den Forum Shops vom Caesars Palace zu finden. Anschließend bin ich dann doch wieder in die Las Vegas Outlets südlich des Flughafens gefahren, da ich dort wusste, wo ich was finde.

Zurück im Hotel geht es nach einem Hamburger weiter zu dem neu ge-
stalteten Vulkan vor dem Mirage. Auf deutlich ver-
größertem Gelände gibt es nun nicht mehr nur eine beleuchtete Wassershow auf dem Hügel, sondern auch noch Flammensäulen aus dem Pool. Nett gemacht und natürlich gut besucht. Durch die Forum Shops geht es wieder zurück in Richtung Hotel, nicht ohne noch eine Vorführung der Bellagio Fontänen mitgenommen zu haben. Gut, dass morgen ein Fahrtag ist – die Füße können eine Pause vertragen.
© Jürgen & Freya Blösl, 2009-2010
letzte Überarbeitung: 15.01.2010
Bilder und Text unterliegen dem copyright von Jürgen und Freya Blösl. Sie sind durch deutsches und internationales Recht geschützt. Sie dienen nur der persönlichen Information. Jede weitere Nutzung bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung durch Jürgen Blösl
All pictures and text displayed are copyrighted by Jürgen and Freya Blösl. They are protected by German and international laws. They may only be used for your personal information. No reproduction or commercial use is allowed, except after prior written consent by Jürgen Blösl