Freya & Jürgen Blösl

Colorful West -
USA 2008

So+Mo, 28/29.09.2008
Petrified Forrest und Route 66

Nähe Tuba CityWir stehen nicht ganz so früh auf wie gestern, frühstücken Kuchen, Früchte und Kaffee im Zimmer und fahren dann los in Richtung Tuba City. Jürgen hat, zu Freyas Freude, in den einschlägigen Foren wieder Wege fernab befestigter Straßen gefunden. So biegen wir auch gleich hinter den beiden "Elefantenfüßen" in der Nähe von Tuba City von der 160 ab und dann gleich auf eine Dirt Road. Der folgen wir und gelangen zum Blue Canyon den wir dann durchfahren. Natürlich werden hier ein paar Fotos gemacht!

Coal Mine CanyonKaum sind wir raus aus dem Canyon, fahren wir immer geradeaus weiter auf der Dirtroad und kommen auf der Straße 264 wieder raus. Hier nach rechts abgebogen und mehr oder weniger gleich um die Ecke auch noch den Coal Mine Canyon angesehen. Auch hier ist weit und breit keine Menschenseele. So schießen wir ein paar Bilder und machen uns dann auf in Richtung Süden nach Holbrook.

Wir finden diese Strecke super langweilig: Immer geradeaus, kaum Verkehr, Ödnis rechts und links und Geschwindigkeitsbeschränkung. Da kämpft man auch gegen Mittag mit dem Schlaf.

Wir suchen einen Platz zum Picknicken und halten am Painted Dessert State Park. Um diesen kümmert:-( sich laut Schild die Indianerge- meinde. Er ist aber so verdreckt und vergammelt, dass wir keinen Hunger mehr haben. Also fahren wir doch weiter bis Holbrook, einem kleinen Städtchen an der Route 66 in der Nähe des Petrified Forrest NP. Hier wollen wir in einem Wigwam schlafen und uns die ver- steinerten Bäume ansehen.

Am Ortseingang rasten wir an einem netten Rastplatz und essen unseren Salat bzw. Gemüse und sehen danach von der Übernachtung in den Zelten ab. Holbrook liegt direkt an der Güterzugstrecke der Grand National Railway und jeder Zug der hier durchkommt tutet auch noch, weil weiter hinten ein Bahnübergang ist. Ein bisschen wehmütig fahren wir an dem Motel mit den Zelten vorbei. Das ist schon klasse gemacht und vor einigen der Zelten stehen als Dekoration Caddilac's oder andere Oldtimer.

Wir suchen uns also ein Motel, das nicht direkt an der Bahn liegt und hören diese in der Nacht aber trotzdem ein paar Mal. Bei der Durch- fahrt durch den Ort stellen wir fest, dass man sich hier wohl mehr Rummel mit der Route 66 versprochen hatte. In der Innenstadt stehen alle nett aufgemachten Läden leer und Restaurants sind auch nicht allzu viele übrig geblieben. Schade.

Wir haben eine Karte des Petrified Forrest NP und fahren alle mög- lichen Punkte an. So die kurzen Rundwege in der Nähe des Visitor Centers und danach unter anderem den Chrystal Forrest, wo es uns am besten gefällt. Leider sind wir insgesamt ein bisschen "steinge- sättigt" als wir hier ankommen und so bestaunen wir das Ergebnis unserer Fotografien später im Hotel fast enthusiastischer als die eigentlichen Versteinerungen vor Ort.

Petrified Forest NPPetrified Forest NPPetrified Forest NP

Am Newspaper Rock kann man durch Fernrohre unzählige Petro- glyphen betrachten. Den mit Beton abgesicherten Baumstamm bei Agate Bridge finden wir leider nur hässlich. Da tröstet auch wenig, dass die Nationalpark Verwaltung es heute nicht mehr so machen würde. Über den Nordausgang und ohne die überall angedrohte Durchsuchung unseres Autos geht es dann auf die Interstate und zurück nach Holbrook.

Route 66 - Wigwam Motel HolbrookAm nächsten Morgen stehen wir mal wieder zeitig auf, essen das im Preis inkludierte Frühstück und fahren dann erst einmal die Tipis fotografieren. Dann geht es auf der Interstate in Richtung Flagstaff.

Nach einiger Zeit sehen wir ein Schild: "National Landmark Meteor Crater" und da die Fahrt gerade sonst nichts hergibt fahren wir von der Interstate ab und die 8 Meilen, die der Krater entfernt liegt. Der Weg ist frisch geteert und die Masse an Parkplätzen vor dem Visitor Center zeigt uns, dass man hier mit einem enormen Andrang rechnet. Leider ist das hier kein staatlicher Park und so gilt unser Ausweis nicht.

Das Visitor Center ist nett gemacht und informativ. Der dazugehörige "Gift-Shop" sogar richtig schön. Wir hätten sogar noch an einer geführten Tour am Kraterrand teilnehmen können, aber Freya hat nur Sandalen an und feste Schuhe sind hier Vorschrift. Also laufen wir bloß die Aussichtsplattformen ab. Eine nette Unterbrechung.

Einen Teil unserer heutigen Tour wollen wir auf der legendären Route 66 fahren. Schon seit Holbrok kommen immer wieder Hinweise, aber wir fahren weiter bis nach Seligman. Von hier an soll die Route 66 besonders schön sein. Bei der Ausfahrt Seligman halten wir uns erst mal links. Wir tanken und essen eine Kleinigkeit bei Subway. Hier könnte man schon anfangen Devotionalien zur Route 66 zu kaufen, aber das lassen wir mal lieber.

Route 66 - SeligmanDann geht es in den Ort Seligman. Das ist ja irre, das muß man wirklich mal gesehen haben! Auf der Straße und auf einigen Grundstücken stehen alte Schlitten aus den fünfziger Jahren oder auch aus den Jahr- zehnten davor. Dann gibt es alte Zapfsäulen und Schaufensterpuppen, Aufkleber an den Fenstern der Shops und Blechschilder in Massen. Garniert wird diese Pottpurri mit einer Menge deutscher und holländischer Touristen, auch Französisch ist zu hören.

Wir laufen im Ort hin und her und haben Spaß. Aber irgendwann reicht es dann doch und so fahren wir weiter auf der 66 in Richtung Westen. Über weite Strecke jetzt nur "Straße", wenig, was das Auge ablenkt.

Route 66 - Hackberry General StoreRoute 66 - Hackberry General Store

Route 66 - Hackberry General StoreRoute 66 - Hackberry General Store

Dann kommen wir an das eigentliche Highlight dieses Abschnittes der Route 66: Den General Store von Hackberry. Hier ist dann wirklich die Zeit stehen geblieben. Coca Cola Schilder, Reklame für Gargoyle Oil, wieder Zapfsäulen aus verschiedenen Jahrzehnten. Ein Schild, auf- gehängt an einer Kette bewegt sich leise quietschend im Wind. Das Geräusch kennt man aus Filmen als bekanntes Muster um Spannung zu erzeugen. Im Innenraum dann Cafe-Atmosphäre aus den Fünf- zigern: Elvis, Marilyn, eine alte Jukebox.

Wieder auf der Straße bleibt Freyas Blick ab und an bei den Wohn- wagensiedlungen hängen und sie denkt sich, dass so eine Aktion wie "Unser Dorf soll schöner werden" hier auch nicht unangebracht wäre.

Route 66 - Weg nach OatmanRoute 66 - OatmanEinen Höhepunkt haben wir uns für heute noch aufge- spart. Oatman, ein kleiner, ehemaliger Minen Ort in den Bergen, wo wilde Mulis sich füttern lassen. Auch hier Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit. Viele Souvenirläden und Bars. Aber beide Geschäfte, die frische Eiscreme anbieten gibt es nicht mehr. Also wird das mit dem Eis vertagt, die zahmen Esel und die alte Stadt fotografiert und anschließend noch ein Stück auf der Route 66 gefahren, die hier jeden Wash, jede land- schaftliche Senke mitzeichnet.

Kurz vor Needles kommen wir dann wieder auf die Interstate. Jürgen will jetzt unbedingt bis nach Barstow. Wir haben uns nämlich dazu entschieden umzuplanen und zwei Tage mit längeren Fahrstrecken einzubauen um die letzten Tage unseres Urlaubs in Yosemite zu verbringen.

Barstow leuchtet uns in der Nacht entgegen und das wäre sicherlich im Dämmerlicht ein schönes Foto geworden mit den vielen Leucht- reklamen vor langsam dunkler werdendem Himmel. Wir landen im Quality Inn, schon wegen dem angeschlossenen Mexikaner. Hier können wir nun beide eine Margarita trinken. Wer es sich aussuchen kann, sollte das aber bei dem Mexikaner in Page tun, da hat man nicht mit dem Messbecher eingeschenkt:-).

   

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    letzte Überarbeitung: 10.06.2011

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