Colorful West -
USA 2008
Wir sind früh wach, kommen aber nicht wirklich in die Gänge. Wir vertrödeln die Zeit und erst gegen neun Uhr schaffen wir es das Hotel zu verlassen.
Unser heutiges Ziel ist der Mono Lake, den wir über den Sonora Pass erreichen wollen. Wir verlassen die Stadt über die I101 zunächst in Richtung Sakramento. Dann stoppen wir in Milpitas, das ist gar nicht so weit weg und hier gibt es ein großes Einkaufszentrum, dass in einem ehemaligen Ford Werk entstanden ist. Wir frühstücken hier und sehen uns um, denn am Ende der Reise wollen wir hier die Zeit bis zum Abflug vertrödeln.
Danach geht es in die mit sommerbraunem Gras bewachsenen Berge. Hier sind eine Menge Windparks entstanden. Irritierend wenn sich die Räder unterschiedlich schnell oder sogar gegenläufig drehen.
Wie bei den vorherigen USA-Urlauben stoppen wir bei Walmart um uns eine Styropor-Kühlkiste zu organisieren und um – man wird ja schließlich auch älter – in der Abteilung Health Care zu stöbern und fündig zu werden. Aspirin für die ganze Familie, Vitamin C, Gluco- samin und Chondroition für Freyas arme Knie und ein bisschen was für Jürgens Husten. Dazu kommt eine Grundausstattung an Getränken und Lebensmitteln.
Dann fahren wir durch endlose Mandelbaumplantagen hinein in eine wildere Landschaft in der als vorherrschender Farbton ein mildes Ocker von zart graugrünen Büschen belebt wird. Wir gelangen höher und höher und kommen in einen Nadelwald mit unterschiedlichen Nadelgehölzen. Große Felsbrocken liegen hier malerisch rum - wunderbare Straße. Wir kommen bis auf 9000 Fuß und dann geht es langsam wieder in tiefer gelegene Täler.
Alles in Allem ist die Nordumfahrung des Yosemite Parks eine gute, wenig befahrene Alternative zum Tioga Pass.
Wir stoppen nur kurz in der Nähe der Passhöhe, Jürgen will unbedingt weiter bis nach Lee Vining am Mono Lake. Blöd nur, dass dort dann alles auf "No Vacancy" steht. Also suchen wir doch nicht gleich nach einem Zimmer sondern nutzen das Abendlicht und fahren mit dem Auto auf nicht befestigter Straße zur Ostseite des Mono Lakes.
Am Black Point gibt es einen Parkplatz und einen Zugang zum Ufer. Jürgen will bis ganz da hin, Freya auch, aber das ist mit ihren offenen Sandalen eher ungeschickt, weil der Strand hier aus kleinen, spitzen Steinen besteht und der Weg auch noch matschig ist. Also zieht sie sich wieder zurück und wartet auf dem fußfreundlichen Parkplatz. Sie wird das Ufer schließlich morgen auch noch sehen können.
Dann müssen wir langsam mal einen Platz für die Nacht finden. Also fahren wir zurück nach Bridgeport. Unterwegs schreit Freya "Achtung" und dann noch ... "Ja siehst Du das denn nicht..." Dann hat Jürgen auch endlich das Reh auf der linken Straßeseite entdeckt und es erst mal die Straße überqueren lassen. In Bridgeport finden wir ein überteuertes Zimmer im Redwood Motel. Das ist nicht wirklich zu empfehlen, weil "Wackeldackel-Bett".
Wir gehen zu Rhino's, dem Restaurant im Ort wo was los ist. Nach zwei Bier und zwei großen Hamburgern sind wir satt, müde, fertig und bettschwer. Leider weckt uns in der Nacht das gegenseitige Gewackel und die Schnupfennase immer wieder auf.
Es ist ziemlich kalt, so um die Null Grad, als wir unsere Nasen aus der Tür stecken und rosarote Bergspitzen sehen. Wir wollen nach Bodie, einer alten Goldgräberstadt, die im Zustand ihres Verfalls konserviert wird.
Erst ist die Straße, die nach Bodie führt asphaltiert, dann "rough" und schließlich sind wir um sieben Uhr vierzig vor dem Einlass, denn natürlich ist das hier ein State Park. Ein uriger Ranger teilt uns mit, dass er uns in zwanzig Minuten einlassen wird. Um fünf Minuten vor Acht zieht er dann die amerikanische Flagge hoch und Punkt 8:00 Uhr kassiert er uns ab und lässt uns rein
!
So früh sind wir die einzigen Besucher und so strolchen wir herum und erkunden das Gelände. Freya hat sich die Info über Bodie gekauft und so kann sie, wenn sie an einem Haus interessiert ist, auch mal nachlesen, was hier abgegangen ist. Verrufen war Bodie und im Winter gab es bis zu 6 Metern Schnee hier. Klar, dass die Leute hier einiges an Zerstreuung brauchten, Fernsehen war ja noch nicht.




Das Schöne hier ist, dass man zwar versucht den Verfall aufzuhalten, aber nicht gleich alles wieder zu einem Disney-Land mit gestellter Schießerei verunstaltet. Obwohl man sicher noch längere Zeit hier verbringen kann, brechen wir nach eineinhalb Stunden ab und fahren weiter an den Mono Lake. Diesmal nehmen wir nicht die Rough Road über die wir gekommen sind, sondern die, die direkt nach Süden führt.
Nördlich von Lee Vining kann man dann zum ersten Mal an den See. Hier beim County Park ist eher der Platz für die Birdwatcher, denn hier wimmelt es von Vögeln – was man auch mit Schnupfennase sehr gut riechen kann! Im Visitor Center holen wir uns den mittlerweile 80 $ teuren National Park Pass und dann trinken wir in Lee Vining erst mal einen Kaffee und essen Kuchen. In einem kleinen Motel kann man auch als Nichtgast aus verschiedenen Thermoskannen verschiedene Kaffeesorten in einen Plastikbecher füllen. Es gibt aber auch Capuccino. Danach kann man sich auf rustikalen Sitzgelegenheiten auf der Veranda dass Treiben auf der Straße ansehen. Der Platz ist ganz nett und hat fast Ambiente.





Danach fahren wir an die Stellen des Sees, an dem man die Tuffsteine, die sich hier so auffällig gebildet haben am besten begutachten kann. South Tufa Area ist ein weitläufiges Gebiet hinter Lee Vining das man über die 120 E erreicht. Hier sind die Tuff- Formationen höher, insgesamt größer und manchmal glaubt man in den Gesteinsformationen verwitterte indische Tempel zu erkennen (Mann vielleicht weniger aber Frau). Etwas entfernt entdecken wir auch Sand-Tufas, die an Burgen mit Säulen und Zinnen erinnern und extrem fragil aussehen.
Auch unser erste Squirrel-Begegnung für dieses Jahr findet hier statt. Wir geben nichts, also zieht es wieder ab. Als Freya dann aber ganz enttäuscht ruft: "A-Hörnchen, bleib doch noch ein bisschen" ist das putzige Tier sofort wieder da. Sogar deutsch kann es
.
Schließlich verlassen wir die Gegend um den Mono Lake um nach Lone Pine zu gelangen. Dort angekommen finden wir ziemlich schnell ein uns zusagendes Motel und dann geht es an der einzigen Ampel des Ortes in die nahe gelegenen Alabama Hills. Wirklich ausgesprochen schöne, knubbelige Felsformationen in denen wir herum- strolchen. Wir suchen nach verschiedenen Arches aber hier sind einfach alle Felsformationen schön.
© Jürgen & Freya Blösl, 2008-2012
letzte Überarbeitung: 15.06.2012
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