On the Road again -
USA 2004
Um 8:15 morgens Ortszeit Utah sind wir an der Rangerstation um an der Auslosung der 10 Permits für "The Wave" teilzunehmen. So spannend wird es dann aber nicht. Außer uns ist nur noch ein weiteres Pärchen da. Ab Punkt 9 lauschen wir der Wegbeschreibung der Rangerin, sehen uns die Fotos an und hören Schauergeschichten von Leuten, die in glühender Hitze mit zuwenig Wasser den ganzen Tag versucht haben, die Wave zu finden. Immer wieder fällt das Wort "Divorce". Wir werden sehen, um Reno sind wir ja auch herum-
gefahren
.
Freya tut immer noch der Rücken weh und bevor sie jetzt irgendetwas macht, will sie frühstücken. Das tun wir dann auch bei Denny's in Page. Uns wundert sowieso schon lange nicht mehr, warum die Amis so fett sind. Wir bestellen jeder ein Frühstück und da gibt es dann Rührei und Rösti, Schinken und Würstchen und für alle, die jetzt immer noch nicht pappsatt sind, kommen hintendrauf noch drei Pfannkuchen mit flüssigem Honig. Wir schaffen es nicht. Trotzdem nehmen wir uns vor, morgen früh noch mal gut zu frühstücken bevor wir zu unserer Wanderung aufbrechen.
Danach fahren wir zur Horseshoe Bend, einer Schleife des Colorado Rivers, die man von oben bewundern kann. Freya kann noch nicht mal zugucken, wie die Leute dicht am Abgrund rumturnen.
Da Freya nicht wandern mag, fahren wir noch zum "Lone Rock", einem Badestrand und Jürgen fährt mit wachsender Begeisterung auf den Gravel Roads.
Die heiße Mittagszeit verbringen wir auf dem Zimmer. Erst gegen 16:00 Uhr gehen wir wieder raus. Erst mal zum Wal Mart wegen Eis und Getränken, dann aber, weil es langsam kühler wird, ziehen wir doch noch mal los.

Wir wollen uns die Kulisse vom Paria Movie Set ansehen. Das ist sehr schön. Vor einem in der Abendsonne rot leuchtenden Berg steht die nach Sturmfluten wieder aufge-
baute Filmkulisse. Hier wurden noch in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts Filme gedreht. Leider finden nicht nur wir es hier toll. Die Mückenplage kommt zwar an das australische Outback nicht heran, aber es reicht uns trotzdem.
Auf dem Weg zurück nach Page halten wir noch auf einem Parkplatz in der Nähe der Ranger Station, wo wir heute Morgen das Permit geholt haben.
Wenn man hier den Wash entlang geht, soll man nach einer Weile wieder zu Hoodoos kommen, diesen Stein-
männchen, die Jürgen so gerne fotografiert. Wir tappen durch den Wash, Freya wie immer hinterher. Wie sagte die eine Frau auf unserer Reise nach Myanmar? "Der ist doch sicher mal gestolpert, anders hättest Du den doch gar nicht gekriegt...!" Wie auch immer: Am Ende sind wir beide bei den Hoodoos und suchen dann weitere. Freya verflucht ihre abgezippten Hosenbeine. Hier gibt es riesige Käfer und die haben die Angewohnheit ganz "huch" plötzlich aufzutauchen. Also ist sie ganz froh als wir wieder am Auto sind.
Um 9:30 Ortszeit Utah ist es dunkel und wir fahren wieder zum Motel zurück.
Wir stehen früh auf und packen den Rucksack voll mit Wasser, Power Bars und zwei Äpfel für jeden. Heute geht es zur Wave.
Erst mal frühstücken. Aber wir gehen nicht wieder zu Denny's. Das war uns gestern schon unappetitlich viel und nur bei dem Gedanken an das üppige Frühstück wird es uns ein bisschen schlecht.
Wir gehen zu McD. Genauso teuer, aber doch entschieden weniger auf dem Teller (Grins).
Jetzt aber zum Trailhead. Um 9:00 Uhr bei 21° geht es los. Wir treffen auch das andere Pärchen von gestern wieder und lernen Karin und Elmar aus Hassfurt kennen. Ziemlich schnell und ohne Probleme erreichen wir die Wave, wobei es auch schon unterwegs viele schöne Felsformationen zu sehen gibt. Insgesamt sind wir 4 Pärchen in der Wave, davon drei aus Deutschland. Wir sitzen an einem schattigen Platz, essen unsere Äpfel, schwatzen mit den anderen und schießen Fotos. Es ist wirklich toll hier.





Gegen 12:00 brechen die anderen auf. Wir klettern noch ein wenig herum, finden auch die Second Wave, deren volle Schönheit sich aber erst in den späten Nachmittagsstunden entfalten soll und laufen dann zurück zum Auto.
Zumindest die eigentliche Wave lässt sich mit den Beschreibungen der Ranger und dem kopierten Blatt Papier das man mittlerweile erhält, gut finden.
Freya hat schlecht geschlafen wegen Rückenschmerzen und merkt beim Fahren in Richtung Zion, dass ihr immer wieder die Augen zufallen. Also gibt sie nach nur 1½ Stunden Fahrt das Lenkrad ab und fällt fast augenblicklich in Tiefschlaf. Kurz vor Zion wird sie dann geweckt und bekommt so die großartige Einfahrt in den Park mit.
Wir wollen noch das Permit für die "Subway" im Visitor Center abholen und uns dann erst mal ein Motel suchen. Im Visitor Center liest Freya sich die Wegbeschreibung zu dieser Röhre noch mal durch und weiß dann: Das möchte sie nicht. Ihre Schuhe sind kaputt, der Rücken tut ihr noch ab und zu weh und das alles nur für einen Fotoshot? Außerdem haben wir eine Außentemperatur von 37°. Nöööö, nicht mir ihr!
Wir fahren aus dem Park und quartieren uns in der Travelodge in Hurricane ein. Freya ist immer noch total müde und so schlafen wir zwei Stunden.
Nach unserem Mittagsschlaf sind wir dann wieder in den Park gefahren und haben uns dort auf den Weg zu den Emerald Pools gemacht. Leider waren die Pools ziemlich leer und der Weg auch nicht soooo berauschend.
Um ½ 4 ist die Nacht zu Ende - zu heiß! Weil aber die Kühlung zuviel Krach macht, hatten wir sie zum Einschlafen ausgeschaltet. Jetzt sind wir beide wach und wälzen uns rum. Um 6 Uhr klingelt der Wecker und Freya denkt nur noch "Scheiß Natur!" Sie will endlich wieder Stadt und ausschlafen.
Jürgen versteht sie und da er auch nicht alleine zur Subway laufen will, stellt er den Wecker auf 7 Uhr. Tatsächlich schlafen wir auch noch mal ein. Dann frühstücken wir noch schnell in der Travelodge und fahren schließlich los. Seit Tagen haben wir uns keine Sandwichs mehr gemacht. Irgendwie haben wir beide keine Lust mehr darauf.
Wir finden tatsächlich noch einen richtig guten Parkplatz vor dem Visitor Center und laufen dann den Watchman Trail, der uns viel besser gefällt als der Weg zu den Emerald Pools. Aber nur dieser kleine Walk?
Mit dem alle paar Minuten kommenden Shuttle fahren wir erst mal zur Zion Lodge und essen da ein wenig zu Mittag. Ja, was machen wir denn heute noch?
Wir entschließen uns doch noch mal in die Narrows hinein zu laufen. Wir haben immerhin die Trekking Sandalen an und extra unsere Wanderstöcke mitgenommen. Also fahren wir bis zum Endpunkt und diesmal will auch Freya weiter rein. Nicht wie vor vier Jahren, als sie relativ rasch wieder umgekehrt ist.
Wir laufen und laufen bald zwei Stunden in die sich verengende Schlucht, dahin, wo sich der Canyon gabelt und man fühlen kann, dass das Wasser des einen Creeks viel wärmer ist, als das des anderen und dann noch weiter, rein, den kalten Creek entlang. Aber nur, weil bei dem warmen Creek gleich ein ziemlich tiefer Pool ist und wir unser gesamtes Hab und Gut (Flugticket, Geld, Pässe) dabei haben.



Wir laufen noch eine gute halbe Stunde weiter. Es ist kein Ende abzusehen und es sind nur noch wenige Leute, die wir hier treffen. Aber wir sind schon eine ganze Zeit unterwegs, der Weg will auch zurückgegangen werden und das Wassertreten ist schon ein bisschen anstrengend. Auf dem Rückweg fragt uns eine Frau, die ihren Fotoapparat ertränkt hat, ob es denn hilft, ihn mit einem Fön zu malträtieren. Na ja, schaden wird es dann wohl auch nicht mehr.
Abendessen gabs bei JB's in Hurricane. Fette Salatsauße, das erste Mal, dass sie uns nicht schmeckt. Jürgen bestellt Sirloin Steak und bekommt wegen eines Fehlers der Küche ein Porterhouse Steak (zum Sirloin Preis). Bisher hatten wir unser Fleisch, weil "medium" fast immer als "well done" kam, als "rare medium" bestellt. Hier war es dann das erste Mal wirklich ziemlich roh, aber noch gut zu essen.
© Jürgen & Freya Blösl, 2004-2011
letzte Überarbeitung: 10.06.2011
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