Freya & Jürgen Blösl

On the Road again -
USA 2004

Geysire und Tiere

Sonntag, 06.06.2004 - Ankunft in Yellowstone

Wir frühstücken noch im Ramada Inn und fahren dann, nachdem wir unsere Siebensachen im Auto verstreut haben, los. Wir kommen gut voran und stoppen weder am Bärenzoo noch an den Weiden mit den schönen weißen Blumen. Sehr zum Ärger von Freya, die doch nur mal in Ruhe Blümchen gucken will. Aber Jürgen will jetzt nach West Yellowstone. Punkt aus.

Wir checken in einem der drei im Ort ansässigen Best Western, dem Weston Inn, ein und bekommen wegen der AAA-Mitgliedschaft einen günstigeren Preis. Irgendwie hatten wir hier mit mehr als 69,90 $ gerechnet. Das Zimmer ist noch nicht fertig und so fahren wir gleich weiter in den Park.

BisonsSchon bald sehen wir eine große Herde direkt am Straßenrand. Bison - mit Jungtieren! Jürgen hält, steigt aus und fotografiert im Schutz des Autos. Freya bleibt sicherheitshalber mal im Auto drin.

Wir fahren bis zum Old Faithful, gehen da zuerst einmal zur Tourist Info und als wir dort sehen, dass der getreue Alte gleich blubbern soll, reihen wir uns bei den Geysir-Watchern ein.

Old FaithfulLange sieht es so aus, als würde das diesmal nichts werden. Immer wieder schwappt es aus der Kalksäule, aber das sieht eher so aus, als wäre es dem Guten etwas übel. Dann aber sprudelt die Fontäne doch noch hoch und imponierend.

BisonAls wir dann die Gegend erkunden wollen, müssen wir zweimal beängstigend dicht an einzelnen Bisons vorbei. Nichts von wegen 50 Meter Abstand halten oder so. Das erste Mal, ganz in der Nähe des Old Faithful Inn, ist wenigstens noch eine Rangerin in der Nähe, die darauf achtet, dass alle langsam weitergehen und sich niemand allzu nahe an das Tier heranwagt. Zum Glück lagen beide Bisons reichlich faul und müde herum. Wenn die dort gegrast hätten, womöglich noch zusammen mit Jungen, wären wir wohl nicht weitergegangen. So laufen wir vom Old Faithful bis zum Morning Glory Pool und sehen auf diesem Weg diverse Pools, Geysire und Basins. Es dampft, sprudelt, blubbert und spritzt überall, aber riechen tut es nicht schlimmer als in Wiesbaden an den heißen Quellen.

Spouter GeyserMorning Glory Pool

im Porcelain BasinEmerald Pool

Manche Pools sind leuchtend hellblau und tief. An den Rändern sind sie dann Orange und braun durch Mikro-Organismen. Hellblau steht auch für über 100° Celsius, während es da, wo die Rosttöne vorherrschen "nur" ca. 55° heiß ist. Also nicht unbedingt Badetemperaturen. Später lesen wir, dass jedes Jahr so ein bis zwei Hunde, deren Besitzer so unvorsichtig sind sie frei laufen zu lassen, gesotten werden!

Cliff GeyserDen ganzen Nachmittag treiben wir uns in der Gegend um den Old Faithful und der umliegenden Basins wie zum Beispiel dem Black Sand herum und als wir gegen Abend den Park verlassen, sehen wir vom Auto aus noch mal Deers und Bisons.

Im Hotel grinsen wir über das "Überlebensfrühstück" das sich kostenlos auf unserem Zimmer befindet. Es enthält: eine kleine Packung Kelloggs, eine Hand-
creme-Probe, eine Energieschnitte, Hautcreme, Immodium und eine Wasserreinigungstablette.
Nette Mischung :-).

Wir essen fein zu Abend bei Rustler - gefühlsarm wie wir beide in dieser Beziehung sind, die eine Bison- und der andere Elksteak.

Montag, 07.06.2004 - Yellowstone

Freya hat es gestern kaum geschafft, ihre Eintragungen zu machen, so müde war sie. Mit dem neuen Buch über das "Wildlife im Yellowstone Park" über der Nase ist sie einfach eingeschlafen. Also sind wir heute ein bisschen später aufgestanden und waren dann fast zeitgleich mit den meisten Hotelgästen im doch arg klein bemessenen Frühstücksraum.

Mittlerweile ist im Übernachtungspreis häufig ein Frühstück enthalten. Allzu viel sollte man sich aber davon nicht versprechen. Dünner Kaffee, Teebeutel, manchmal O-Saft. Dazu Cerealien und Beagles, wenn man Glück hat Toast und Marmelade.

Gegen neun Uhr sind wir dann endlich soweit und fahren erst noch einmal in die Richtung der schönen weißen Blumen von gestern. Aus der Nähe gesehen sind sie gar nicht so schön, aber das kann man wirklich nur aus der Nähe feststellen und darum ging es auch nicht!

Bald EagleDann aber rein in den Park. Wir wollen nach Canyon Junction bzw. die nähere Umgebung davon. Gleich in der Nähe des West Einganges ist ein riesen Auflauf. Zwei Adler sitzen auf der anderen Seite des Flusses auf einem Baum und betrachten uns. Das fängt ja gut an. Diese Bald Eagles, ihres Zeichens Wappentier der USA stehen unter Naturschutz, haben im Park ein Rückzugsgebiet gefunden und vermehren sich auch nun auch wieder. Zwischen West Yellowstone und Madison Junction gibt es daher auch eine ganze Strecke mit Halteverbot. Dort haben einige Adler ihren Horst gebaut. Diese beiden waren aber so nett und haben sich an einem Platz niedergelassen an dem man halten und schauen kann.

Von Madison Junction geht es dann Richtung Norden. Auf dem Weg nach Norris stoppen wir bei einigen blubbernden Schlammlöchern und laufen ein wenig auf den gut ausgebauten Trails. Zwischendurch sehen wir immer wieder Bisonherden.

Lower Falls Yellowstone NPBei Canyon Junction angekommen, fahren wir den Abzweig zum Grand Canyon of Yellowstone und sehen uns diesen von den verschiedenen Stopps aus an.

Lower Falls Yellowstone NPBeim letzten Stopp laufen wir ein gutes Stück nach unten zu einer Aussichtsplattform und haben von hier aus eine wirklich gute Fotoausgangsposition für den Lower Fall.

Sehr komisch findet Freya, dass hier unten drei Kerle mit Kamera und Stativ vor dem Objekt anstehen wie die Mädels vor der Toilette. Leider ist ihr Foto davon nichts geworden.

Wieder oben an der Straße haben wir uns dann einen hübschen Platz gesucht und unsere selbst geschmierten Brote verzehrt. Auch die leckeren Kirschen vom Wal Mart werden heute alle.

Wir wollen jetzt noch zum West Thumb Geyser Basin. Dazu müssen wir am Yellowstone Lake vorbei und halten daher noch in der Nähe der Fishing Bridge, weil da ein kleiner Trail ist und wir nicht nur Auto fahren wollen. Hinweisschilder machen uns darauf aufmerksam, dass wir uns in "Bärengebiet" befinden, aber auch wenn wir uns nicht unterhalten, so sehen wir doch rein gar nichts. Der Trail ist jedoch nett und anspruchslos.

Beim West Thumb angekommen, müssen wir dann leider feststellen dass das gesamte Gebiet zur Zeit großräumig geschlossen ist. Na ja, dumm gelaufen.

Da es noch nicht allzu spät ist, beschließen wir nicht die kurze Strecke über Old Faithful zurückzufahren, sondern den Weg über Canyon Junction. So hoffen wir in der Dämmerung noch ein paar Tiere zu sehen.

Und tatsächlich halten wir auf dem Rückweg, kurz vor dem Abzweig zur Fishing Bridge, um drei auf der Wiese grasende Mule Deers zu beobachten. Zwei, drei Kilometer weiter dann ein großer Auflauf: Ranger, Autos, aufgeregte Passanten und was sehen wir? Nichts! Da haben wir wegen der drei Großohrrehe doch glatt eine Grizzley Mama mit zwei Kindern verpasst! Also sozusagen beinahe einen Bären in freier Wildbahn gesehen! Wir sind begeistert.

Etwas später haben wir in Punkto Tierbeobachtung doch noch Glück. Wir bekommen einen Einblick in "Sex in the Forrest".

ElkElk

ElkElk

Ein, wie wir bei unserem Dia-Check mitbekommen, ziemlich dickbauchiger Elk mit wunderschönem Geweih frisst in der Nähe der Straße und lässt sich auch durch die vielen Touristen, die alle ein Foto von ihm machen wollen, nicht aus der Ruhe bringen.
Dann hebt er plötzlich den Kopf - wittert - nichts.
Nach einer kurzen Weile dasselbe.
Da ist doch irgendwas!
Stimmt!
Eine kleine "Elkin" tänzelt etwas entfernt an ihm vorbei und ignoriert ihn völlig. Das kann doch wohl nicht sein! Also da gibt es doch tatsächlich etwas, das interessanter ist als das viele grüne Gras. Wer hätte das gedacht? Jedenfalls wird die junge Dame nach kurzem Zögern dann doch über die Straße in den angrenzenden Wald verfolgt...

Zu Abend essen wir dann reichlich spät im Old Town Cafe. Das liegt mitten im Ort, sieht nach nichts aus, ist aber günstig und wirklich lecker.

Dienstag, 08.06.2004 - Yellowstone

Heute stehen wir um 6:00 Uhr auf, sind um kurz vor 7 im Frühstücksraum und ein bisschen enttäuscht. Das sieht ja gar nicht nach gutem Wetter aus! Wir wollten doch noch mal zum Old Faithful um die Pools ohne Wind und mit Sonne zu fotografieren. Na dann halt eine kleine Planänderung und rauf zu den Mammoth Falls.

Unterwegs sehen wir wieder Elks. Aber die Moose, wie die eigentlichen Elche hier heißen, sind nicht da wo sie sein sollten. In Willow Park, nördlich von Norris Junction, steht zwar "Watch out for Moo..." aber wir watchen und watchen und nix is.

Mammoth Hot SpringsDie Mammoth Falls sind beeindruckend, aber leider sehr trocken. Wir hören einen Guide erzählen, dass es im letzten Herbst hier viel schöner war. Na Klasse! Auf den Bildern sehen die Sinterterassen aber nachher doch richtig nett aus und nur einige Grasbüschel zeigen dem Eingeweihten, dass wenig Wasser vorhanden war.

Wir fahren auch noch den kleinen Rundkurs, den es hier gibt und dann geht es zurück in Richtung Süden. Natürlich immer noch ohne Moose, dafür aber mit zwei Sand Cranes.

Porcelain BasinBei Norris gibt es das Porcelain Basin, durch das wir gehen und die vielen jeweils anders gefärbten Wassergerinnsel betrachten. Hier rinnt das Wasser über eine leuchtend grüne Fläche und da meint man sogar Gold auf dem Grund zu sehen. Es ist wunderschön. Weitere Pools und Geysire sehen wir auf dem direkt angrenzenden Back Basin Trail. Beide finden wir Norris sehr schön und interessant.

Nachdem es jetzt doch anfängt zu regnen, fahren wir aus dem Park und in das Bären und Wolf-Center in West Yellowstone. Hier gibt es etwa 10 Bären, die immer im Wechsel in kleinen Gruppen im Freigehege zu beobachten sind. Als wir kommen sind Illy und Sam draußen und das ist langweilig. Beide liegen in jeweils einer anderen Ecke des Geheges und sind ganz offensichtlich froh, als es für sie wieder nach drinnen geht.

Die Wölfe gegenüber machen offensichtlich Mittagsschlaf. Schon Klasse, unser Timing.

Dann ist für ca. 10 Minuten Pause und es sind gar keine Bären im Gehege. Kurz darauf kommen zwei Ranger und verstecken Futter. Aufmerksam beobachtet von den vielen Raben, die aufgeflogen sind, als die Ranger das Freigehege betreten haben. Hier etwas unter den großen Stein, da ein bisschen bei dem dicken Ast. Die Bären sollen doch was tun für ihr Essen!

Grizzly Rescovery Center, West YellowstoneNachdem die Ranger das Gelände verlassen haben, treffen die Raben wieder ein, die den Bären gegenüber den klaren Vorteil haben, dass sie wissen, wo das Futter versteckt ist. Endlich kommen drei Bären, die das Spiel wohl schon kennen. "Was, da ist nix? Da war doch das letzte Mal was!"

Grizzly Rescovery Center, West YellowstoneZwei der Bären sind laut Aushängetafel Brüder und ständig am Rangeln. Der Dritte geht derweil mal eben auf Futtersuche. Das ist nun doch ganz etwas anderes als das was das langweilige Pärchen vorher geboten hat. Letztendlich bleiben wir länger im Wildgehege als eigentlich vorgehabt.

Dann aber wieder in den Park und zum Old Faithful. Wir sind superpünktlich und bleiben, nachdem es eh schon wieder mal blubbert, den überfüllten Bänken fern und betrachten das Schauspiel von etwas entfernter Position. Anschließend gehen wir auch noch ins Old Faithful Inn, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wird und auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Auf dem Weg Richtung Norden probieren wir das neue GPS aus, indem wir vom Black Sand Basin zum Daisy Geysir laufen. Weiter geht es dann noch einmal zum Morning Glory Pool. Auf dem Rückweg halten wir dann noch am Midway Basin und sehen auf einmal auf dem gegenüberliegenden Hügel eine kleine Windhose. Wow, schon sehr interessant - und wie immer ist Jürgens Film bei den wirklich spannenden Momenten gerade voll :-).

Mittwoch, 09.06.2004 - Yellowstone

Nachdem wir immer noch keine Moose gesehen haben, stellen wir den Wecker noch früher und hoffen auf unserem Weg quer durch den Park zu günstigen Zeiten an einem der Hot Spots zu sein.

Kurz nach den Gibbon Falls kommen wir dann in einen Büffelstau. Dummerweise queren die nicht die Straße, sondern laufen auf dieser entlang. Später treffen wir noch mal Büffel auf der Straße und die sind offensichtlich ärgerlich, dass wir mit unserem Auto schneller sind als sie. "Dich krieg ich doch, galopp galopp..."

Yellow Bellied MarmotDa wo die Moose sein sollen ist dichter Nebel. Also um es kurz zu machen: Das nach den offiziellen Unterlagen zweithäufigste Tier im Park sehen wir nicht. Dafür kurz vor den Mammoth Falls, dann ein Murmeltier, das Jürgen ziemlich nett für Portraitaufnahmen zur Verfügung steht. In Mammoth selbst ist es noch zu früh für einen Stopp. Die Läden öffnen erst um 8:00 Uhr, also nichts mit Kaffeepause.

Auf dem Weg nach Osten wollen wir dann doch endlich unseren 4WD ausprobieren und über eine Gravel Road fahren. Dort angekommen steht jedoch an der Schranke "Nachts geschlossen". Na ja kurz darauf kommt uns ein Rangerfahrzeug entgegen. Der wird dann wohl die Schranke öffnen.

Wir drehen nicht um, aber trotzdem haben wir Glück. Kurz darauf fährt ein Fahrzeug nach rechts in einen Parkplatz und während wir abbremsen, sehen wir es auch: Ein Bär, ein Bär, ein richtiger freilaufender Bär. Nix wie hin und fotografiert. Der Bär läuft links von uns durch den Wald, quert den Weg und verschwindet dann nach rechts wieder im Wald. Na also.

Die "Serengeti Amerikas" wie Lamar Valley in einem Wildlife Buch genannt wird, ist dagegen für uns eine Enttäuschung. Da, ganz ganz weit weg ist was und dort, schon nicht mehr mit dem bloßen Auge zu erkennen, auch. Vielleicht sieht man ja mehr, wenn man wandert.

Beim North East Entrance verlassen wir den Park und fahren anschließend über den Bearfoot Pass in Richtung Billings. Hier oben sieht man sogar noch Snow-Car Fahrer. Leider verschwindet alles immer wieder unter den Wolken und entsprechend trüb sieht es hier aus.

Eigentlich sieht unser Tourplan vor, in Billings zu übernachten. Aber dort angekommen haben wir gerade mal 1:00 Uhr am Mittag und so essen wir hier wieder mal bei Arby's und fahren dann weiter. Wir haben jetzt auch die Plätze getauscht und Freya fährt den Rest der Strecke. Sie möchte das National Monument "Battlefield Little Big Horn" ansehen. Irgendwie fehlt ihr da doch ein bisschen was an Amerikanischer Geschichte.

Also: "Little Big Horn" war die letzte große Schlacht zwischen weißen Amerikanern und Indianern. Diese Schlacht wurde von den Indianern zwar gewonnen, aber letztendlich haben sie dann den Krieg verloren. Beeindruckend die Geschichte von George Custer, der hier unter den Toten ist. 11-mal ist ihm ein Pferd zwischen den Beinen erschossen worden und jedes Mal war er nur leicht verletzt! Doch hier hat ihm sein sprichwörtliches "Custer Luck" nichts genützt.

Wir übernachten später in einem Motel in Gilette, einem Ort der auf unserem Weg liegt.

   

zurück       hoch       weiter

 

© Jürgen & Freya Blösl, 2004-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

Bilder und Text unterliegen dem copyright von Jürgen und Freya Blösl. Sie sind durch deutsches und internationales Recht geschützt. Sie dienen nur der persönlichen Information. Jede weitere Nutzung bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung durch Jürgen Blösl

All pictures and text displayed are copyrighted by Jürgen and Freya Blösl. They are protected by German and international laws. They may only be used for your personal information. No reproduction or commercial use is allowed, except after prior written consent by Jürgen Blösl

















Pervan Ranking