On the Road again -
USA 2004
Heute geht es zum Dinosaur Quarry und da die Fahrstrecke, die wir bis dahin zurücklegen wollen nicht so lang ist, schlafen wir mal wieder aus und sind dann angenehm vom Frühstücksbuffet überrascht.
Um die Mittagszeit erreichen wir das Visitor Center vom Dinosaur NP in Jensen, versorgen uns mit der üblichen Nationalparkskarte und fahren dann nach Vernal, wo wir übernachten wollen. Wir quartieren uns dort in der Econolodge ein und freuen uns über die gute Qualität des Raumes, in dem wir übernachten werden. Jetzt essen wir erst mal unsere Sandwichs. Die Brote sind mit saurer Sahne bestrichen und dann mit Salat und Wurst aufgepeppt. Wir haben uns Elk-Salami in Yellowstone gekauft und bereuen jetzt, nicht mehr davon genommen zu haben.
Hier in Vernal ist es ganz schön heiß, vor allem wenn man bedenkt, dass wir erst gestern im Schnee waren. Wir müssen aber schon wieder los und suchen erst mal das BLM (Bureau of Land Management) und finden es auch, sind allerdings nur mäßig erstaunt, dass wir hier an einem Sonntag niemanden antreffen. Na ja, den Fantasy Canyon, weswegen wir dahin wollten, finden wir später auch so.
Nun aber los zu den alten Knochen, die sich etwa auf halber Strecke zwischen Vernal und Jensen befinden. Vom Parkplatz aus geht es mit einem Shuttle zum Quarry. Das haben die Amis ja wirklich schön gemacht. Die Originalfelswand, in der so viele Dinosaurierknochen gefunden wurden, haben sie mit einem Gebäude umbaut und dann noch eine ganze Menge Knochen freigelegt, aber nicht aus der Wand genommen.
Ein Ranger legt mit Kindern auf dem Boden aus Puzzlestücken einen Dinosaurier. Auf angebrachten Tafeln findet man ein bisschen Geschichte und witzig sind die gesammelten "reißerischen" Zeitungsartikel zum Thema Dinosaurier. Zum Beispiel, dass Dinosaurier immer noch unter uns leben, oder ganz im Gegenteil es die Marsmenschen waren, die die Dinosaurier ausgerottet haben.
Zurück mit dem Shuttle zum Auto und jetzt kommt unser Schmalspur 4WD zum Einsatz. Die erste Schotterstraße! Wir wollen uns Petroglyphen angucken. Sinnigerweise ist der Weg auf der großen Karte im Visitor-Center gut auszumachen. Bei der kleinen Karte, die man dort erhält, sind Teile des Weges außerhalb... .
Also suchen wir die Brush Creek Road, von der es irgendwann in Richtung Island Park abgehen soll. Wir verfahren uns ein paar Mal - aber wir sind ja hartnäckig. Irgendwann sieht Freya ein paar Petroglyphen, die nächsten sieht dann Jürgen, so haben wir jeder unser Erfolgserlebnis gehabt, und die Felsbilder sind wirklich schön. Irgendwie haben sie sogar eine gewisse Ähnlichkeit mit denen aus Hawaii. Unser Eindruck, dass die Bilder, die wir in Australien gesehen haben eher Grafitti ähneln, bestätigt sich hier noch einmal.
Als wir den engen Weg vom Island Park zurückfahren, kommen uns plötzlich eine ganze Menge Autos entgegen. Offensichtlich Wassersportler, denn auf den Hängern befinden sich Kanus.
Wir haben jetzt späten Nachmittag und wir wollen noch zu den fragilen Steinskulpturen im Fantasy Canyon.
Die Anfahrtbeschreibung gab es im Internet und wir besitzen außerdem eine Karte, in der der Canyon eingezeichnet ist. Außerdem haben wir ja das neue GPS-System, was kann da schon schief gehen!
Wir verlassen Vernal auf der 45 und biegen in die Glen Bench Road ab, wo der Fantasy Canyon auch das erste Mal ausgeschildert ist. Tatsächlich ist der Canyon einfach zu finden, und da wir wissen, dass eher der Rückweg Probleme machen kann, lassen wir das GPS mitlaufen. Außerdem hat Freya, immer misstrauisch gegen die Technik, mitgeschrieben ob wir rechts oder links abbiegen
.
Der Canyon ist nett, nicht überragend. So ist jedenfalls Freyas Eindruck dort. Die entwickelten Bilder haben sie eines Besseren belehrt, obwohl der Mond nicht so schön über dem Teapot steht wie bei Fatali und dieser blöde Pott zu dieser Jahreszeit noch nicht mal von der untergehenden Sonne rot gefärbt wird!




Wir halten uns bis ca. 20:45 Uhr hier auf. Dann wollen wir zurück. "Scheiße", das GPS funktioniert nicht so wie wir wollen, ganz so selbsterklärend ist das "Zurückblättern" dann doch nicht. Nachlesen ist auch nicht, dazu ist Freya mittlerweile zu nervös. Schließlich ist die Sonne schon untergegangen und bald ist es sicherlich stockdunkel. Was ein Glück haben wir die Aufzeichnungen und als wir dann wieder auf der Teerstraße sind, hat Jürgen auch herausgefunden, was vorher nicht funktioniert hat.
Wir stehen um sieben Uhr auf, essen noch ein bisschen von der matschigen Wassermelone (Fehlkauf) und dann will Jürgen noch einen von den schönen Beton-Dinosauriern fotografieren.
Am Ortseingang steht ein rosa Dino, vor dem Museum sind auch noch einige, also haben wir die große Auswahl. Danach fahren wir nach Jensen, um dort noch mal beim Visitor Center vorbei entlang der Auto Route durch den Park zu fahren. Da gibt es noch Aussichtspunkte und auch noch eine Gravel Road hinunter ins Tal und warum haben wir denn einen 4WD?
Wie auch immer. Als wir auf der Straße fahren, fällt uns so komischer Dreck auf und iiiiiiiiiihhhh der bewegt sich ja! Wir fahren über Millionen von Käfern, die da liegen oder die Straße überqueren und Freya schwört, dass sie hier nicht aussteigt. Dann ist es vorbei - zumindest bis zum nächsten Straßenabschnitt. Am Overlook sind zwar keine Käfer, aber irgendwie hat sie jetzt auf nichts mehr so richtig Lust.
Wir fahren wir aber doch noch zum Echo Park. Das ist nun wirklich eine gute Idee. Über Lehm, Sand und teilweise Schotter geht es in Serpentinen immer bergab. Die Ausblicke sind atemberaubend. Aber so allein, wie wir denken, sind wir hier gar nicht: Ein LKW, der Schotter fährt, ein Ranger und einige andere 4WD's die uns beim Entgegenkommen lässig grüßen.

Ganz unten im Tal kommen wir an einer Ranch vorbei, die von 1910 bis 1979 bewirtschaftet wurde. Wir stellen uns in die Whispering Cave und gehen an den Green River. Hier unten ist sogar ein Camping Platz!
Um 1:00 Uhr sind wir wieder am Visitor Center, Jürgen holt sich noch das Dinosaurier Shirt und die Rangerin fragt uns beiläufig: "Are there still so many bugs?"
Dann tauschen wir die Fahrersitze und Freya fährt in Richtung Green River. Den Ort haben wir uns ganz anders vorgestellt. Er besteht fast nur aus Motels.
Auf dem Weg nach Escalante halten wir im Goblin Valley, einem State Park, in dem ganz viele, witzige Felsformationen zu finden sind. Wir laufen den Carmel Trail und rasten etwa nach der Hälfte des Trails unter überhängenden Felsen. Es ist ganz schön heiß hier. Wir werden von einem Pärchen bezüglich des weiteren Trailverlaufes angesprochen und teilen Ihnen mit, wie wir uns das vorstellen. Aber sie antworten, so ähnlich wären Sie auch gelaufen und dann wäre ein Schild gekommen "End of Trail". Na ja, wir wollen es trotzdem versuchen und laufen nach unserer Rast weiter.
"Das ist doch einfach, halt so wie auf dem Plan", denken wir überheblich und müssen dann feststellen, wir laufen nicht mehr auf unserem Trail. Wir sind jetzt in einem Wash und hier wächst sowas wie ein kleinblättriger Oleander. Ganz hübsch, aber wieder zurück, wir wollen ja unseren Weg finden.
Da sind schon mehr Leute falsch gelaufen, wie man an den Fußspuren unschwer erkennen kann. Wir wollen aber doch durch den Slot Canyon zurückkommen. Verdammt! Nach 2 ½ Stunden in der Wüste haben wir keine Lust mehr und klettern einfach irgendwo den Berg hoch. Na bitte, geht auch.
Wieder zurück auf der Hauptstraße, tanken wir in Hanksville und stoppen dann, weil der Himmel immer dunkler wird und Freya was von "besser jetzt gleich was machen als hinterher in die Röhre gucken" grummelt, beim Capitol Reef Nationalpark. Vom Visitor Center aus geht ein Scenic Drive ab und den fahren wir durch bis zum Ende. Wirklich schön, wenn bloß der Himmel nicht so dunkel wäre.
Trotzdem fahren wir die "Unpaved Road" noch bis Capitol Gorge hinunter. Auch locker für PKW's machbar. Wir laufen sogar noch ein Stückchen den Trail, der durch den Gorge führt, kehren dann aber wegen des Donners und des einsetzenden Regens um.
Auf dem Rückweg zum Visitor Center regnet es teilweise recht heftig und auf dem Weg nach Escalante erleben wir einen rasanten Temperatursturz von 32° auf 12° und weitere, nette Regenfälle.
In Escalante angekommen checken wir im Prospector Inn ein und essen etwa zwei Häuser weiter die Straße runter in Richtung Torquay auf der gleichen Seite in einem "T-Shirt und alles Mögliche Shop" Salat und Pizza. (Lecker!). Netterweise gibt es hier auch mal wieder Bier vom Fass. Morgen wollen wir uns erst mal das Wetter ansehen und dann entscheiden, ob wir hier wie vorgesehen zwei Nächte bleiben, oder nicht.
Wir stehen früh auf und fahren dann die "Hole in the Rock" Gravel Road bis nach Devils Garden. Obwohl kurz nach Sonnenaufgang ist schon jemand da! Die finden es aber wohl auch blöd und sind relativ schnell verschwunden.

Wir laufen durch die Felsformationen und fotografieren und haben sogar eine Schlange gesehen. Sah aber nicht spektakulär aus und hat uns auch nicht wirklich Angst eingejagt.
Wieder auf der Hauptstraße haben wir in Anbetracht der doch nicht so stabilen Wetterlage die Richtung Boulder gewählt, um von dort aus noch einmal die spektakulären Views abzufahren. Gestern Nachmittag konnten wir das Ganze nämlich gar nicht richtig würdigen. Teilweise führt die Straße auf einem schmalen Grat entlang. Rechts und links geht es tief hinunter in zwei Canyons.
Aber wir wollen ja nicht nur Auto fahren. Wir wollen noch zum Half Creek Falls Campingplatz und von dort aus zu den Lower Falls laufen.
An der Info-Tafel hier kann man lesen, dass die Raben dieser Gegend sich einen besonderen Spaß daraus machen die Wischerblätter rauszupicken. Komische Vögel! Das erklärt auch die mit Handtüchern oder Einkaufstüten eingepackten Scheibenwischer hier überall
.
Es ist drückend schwül und Jürgen rennt schon wieder los. So isser, zur Mittagszeit und bei lähmender Hitze läuft er endlich auf Betriebstemperatur. Bei Freya dagegen ist das anders. Es strengt sie sehr an. Durch den hier allgegenwärtigen Sand zu laufen schon gar. Dann sind wir endlich am Wasserfall. Der ist sehr schön und wir sitzen und picknicken und genießen die Zeit. Da donnert es. Das Gewitter hatte Freya doch für 15:00 Uhr vorausgesagt. Jetzt ist es doch erst 13:00 Uhr!
Also zurück. Es ist kühler geworden und jetzt ist der Weg auch für Freya ein Klacks. Aber unsere Entscheidung ist gefallen. Wir bleiben hier keine weitere Nacht und fahren auch nicht auf der Dirt Road nach Page. Das heißt aber, wir haben heute noch eine ziemlich lange Fahrt vor uns. So ziemlich die ganze Strecke nach Page gießt es in Strömen. Na gut, notfalls gehen wir morgen in Page eben ins Kino! Aber soweit kommt es nicht. In Page scheint die Sonne und wir nehmen ein Zimmer in dem kleinen Motel KC's. Das ist eine Empfehlung aus dem Internet. Einfach, preiswert, sauber und nett. (Stimmt!)
Abendessen gabs im Taco Bell in Page. Das war, wenn wir uns recht erinnern, schon vor vier Jahren nicht gut und ist definitiv nicht zu empfehlen.
© Jürgen & Freya Blösl, 2004-2010
letzte Überarbeitung: 15.01.2010
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