Amerika bei 100° Fahrenheit
(eine Fahrt durch den Südwesten im Frühjahr 2000)
Wir haben es heute ruhig angehen lassen und sind erst um 8.00 Uhr weggekommen. Schon kurz nach Mesquite ändert sich die Landschaft. Das lehmige, festgebackene Ocker wird abgelöst durch roten Sandstein. Wir kommen auf unserer Route kurz durch Arizona und schon gefällt uns die Landschaft besser.
Neben uns sind jetzt rote Tafelberge. Wir sehen den immer breiter werdenden Virgin River. Es gibt hier auch wieder Bäume und Sträucher - ein breites grünes Band in der Mitte von Rot und Braun.
Unterwegs halten wir an einem nett aufgemachten Indianer-Geschenkshop. Wir laufen rum und gucken und gucken und finden unter all dem Schmirks und Schmurks den es da gibt wirklich gar nichts. Dafür holt sich Freya dann ein feines Kaktus-Eis mit Kokosraspeln. Das war lecker.
Im Zion-Nationalpark stellen wir unser Auto am Visitor Center ab und fahren mit dem Shuttle-Bus bis zur letzten Haltestelle. Dort gehen wir auf einem asphaltierten Weg bis an das Ende, um dann unsere Schuhe zu wechseln und im Fluß weiter in die Narrows hineinzugehen.
Wir haben beide Bade-
schuhe an, doch Freyas sind nicht so stabil wie die Sandalen von Jürgen. Viele tragen auch alte Turnschuhe. Nachdem Freya ihre Schuhe zweimal fast auf den rutschigen Steinen verliert sagt sie zu Jürgen, daß sie umkehren will - auch, weil ihr an der niedrigen Stelle das Wasser jetzt bis weit über die Knie geht. Jürgen soll aber weiter, schon weil sie wissen will, wie es da aussieht. Mit Stativ und Kamera geht es teilweise bis zu den Oberschenkeln durchs Wasser. Nach einem Gewitter ist man besser nicht hier.
Währenddessen sitzt Freya am Einstieg ins Wasser und wartet auf ihren Mann. Wieviel Fluchtdistanz haben eigentlich diese Streifenhörnchen? Zip, einmal am Reißverschluß vom Rucksack gezogen und schon sind sie da und machen Männchen. Das dann auch bei fast allen Besuchern mit Erfolg. Freya empfindet sie mittlerweile schon als lästig, zumal ihr Bedürfnis von so einem netten Tierchen gebissen zu werden sehr gering ist. Wenn man dann noch weiß, was die alles für Krankheiten übertragen können. Pfui Spinne!
Nach der Wanderung verlassen wir den Park erst noch mal in Richtung Springdale. Auf der Hinfahrt hat Freya es dort so schön türkis leuchten gesehen und will es sich zumindest noch mal aus der Nähe angucken. Neben Halbedelsteinen und Drusen mit schönen Kristallen liegen dort dicke türkise Glasbrocken und nur die Tatsache, das sie das dann alles in ihrem Rucksack schleppen muß und daß so ein Brocken natürlich nur dann pfiffig aussieht wenn er groß genug ist, kann sie abhalten.
Wieder rein in den Zion-Park und zum zukünftigen Museum. Da hat man einen schönen Ausblick und Schatten und Toiletten. Das mit dem Schatten haben sich die zwei "Rehe" (muledeers) auch gedacht. Sie liegen da auf der Wiese und nur ihre sehr bewegten langen "Eselsohren" geben Auskunft über ihre dann doch nicht ganz so ruhige Gefühlslage.
Zurück im Park fahren wir auf der 9 in Richtung Bryce Nationalpark. Um aus dem Park zu gelangen, müssen wir durch einen ziemlich engen, niedrigen Tunnel und machen uns das Vergnügen, darauf zu warten bis ein Wohnwagen durchkommt. Dafür wird dann der Tunnel in der Gegenrichtung gesperrt und gegebenenfalls läuft noch ein Ranger vorneweg. Dann geht es durch wunderschöne Canyons in allen Rot- und Orangetönen weiter. Wir fahren durch das lange Tal und Freya muß immer wieder sagen, das es ihr in Utah bisher am besten gefällt.
© Jürgen & Freya Blösl, 2000-2012
letzte Überarbeitung: 15.06.2012
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