Amerika bei 100° Fahrenheit
(eine Fahrt durch den Südwesten im Frühjahr 2000)
Es geht durch Bishop und durch Lone Pine und schließlich biegen wir ab Richtung Death Valley. Wir wollen nicht im Death Valley sondern in Beatty, einem Städtchen auf der anderen Seite des Tales übernachten.
Wir suchen uns ein Motel (Exchange Club - mit angeschlossenem Spielsalon, wir sind schließlich in Nevada) und übernachten dort ziemlich günstig. "Ob wir Deutschen uns verabredet hätten? Gegenüber werden Schweine gegrillt und wir sind das vierte deutsche Paar heute !" Wir lassen das Fest aus weil wir zuerst einmal ins tote Tal wollen, um im Abendlicht bei halbwegs erträglichen Temperaturen zu fotografieren.
Wir fahren den Artist Drive entlang und sehen wie die bunten Felsen im Licht der untergehenden Sonne in allen möglichen Farben aufleuchten. Rot und Ocker und Braun und ein zartes Mintgrün. Da sieht man auch Violett und Rost. Wunderschön.

Es ist aber immer noch mehr als gut warm. Für morgen stellen wir uns den Wecker auf 5.00 Uhr. Wir essen im Casino, gutes Fleisch - aber bei dem Gesumme und Geklingel der vielen Geldmaschinen ziemlich nervtötend.
So langsam hat Freya es auch mit Nord und Süd gerafft. Jürgen hat schon gelacht als sie meinte, wenn sie zuhause aus dem Wohn-
zimmerfenster guckt, geht links die Sonne auf und rechts liegt Frankreich.
Um fünf Uhr aufgestanden, um sechs die Schlüssel abgegeben und dann zu den Sanddünen im Death Valley um darin herumzulaufen.
Hier gibt es den einzigen Sand in dieser Wüste. Ansonsten nur dürre Steppe, kahle Steine und Salzverkrustungen. Wir haben die dicken Wanderschuhe an und so können wir mit Interesse die unzähligen Schlangenspuren beobachten die sich auf den Dünen entlang kringeln.
Um sieben Uhr ist es in der Wüste recht angenehm, um acht Uhr schon ziemlich heiß. Wir hatten eigentlich vor bis mittags in Death Valley zu bleiben, waren da aber noch von keiner Ahnung belastet, wie sich das so anfühlen könnte. So entscheiden wir uns nach einem kurzen Break in Furnace Creek dazu lediglich noch Badwater und Devils Golf Course anzufahren. Noch ein kurzer Stop am Zabriski Point und dann aber nix wie raus aus dem Backofen.
Freya findet die Landschaft schön und beeindruckend, Jürgen das ganze eher langweilig und öde. Freya kann sich vorstellen diese Wüste noch mal zu einer anderen Jahreszeit zu besuchen, wer da im Juni hinfährt hat einen absoluten Schuß.
Wir fahren durch Nevada und Freya muß einsehen, daß sie diese Landschaft, diese Öde deprimiert. Wir fahren nach Mesquite, einer Spielerstadt hinter Las Vegas und beschließen dort zu übernachten. Wieder übernachten wir in einem Casino. Noch billiger als gestern. Virgin River , $21,95. Das hatten wir die ganze Zeit auf Riesentafeln am Highway angekündigt gesehen.
© Jürgen & Freya Blösl, 2000-2010
letzte Überarbeitung: 15.01.2010
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