Freya & Jürgen Blösl

Kreuz und Quer durch Bali -
Singapur und Bali 2007

25.06. – 26.06.2007: Verbrennungszeremonie und Abreise

Um 10:00 Uhr werden wir von einer lokalen Agentur abgeholt. Wir haben eine "Verbrennungszeremonie" gebucht. Im Glauben der Hindus ist diese Verbrennung eine "fröhliche" Angelegenheit. Erst wenn der Körper verbrannt ist, kann die Seele reinkarnieren. Während wir später warten, erzählt uns unser Guide, eine junge Frau, dass ihr erster Sohn die Reinkarnation vom Großvater ihres Mannes sei. Na ja, bei uns sagt man ja auch manchmal: "Ganz der Opa".

Da so eine Verbrennung aber ein ziemlich aufwendiges Fest ist, werden ärmere Leute zuerst einmal beerdigt und dann wenn das Geld da ist (oder weitere Leichen dazukommen, so dass man sich die Kosten teilen kann) findet die Verbrennung statt. Hier aber ist ein wohl bedeutender Mann von der Polizei im Krankenhaus gestorben und soll gleich verbrannt werden.

Wir sind eine Vierergruppe, eine ältere Frau aus Australien, eine junge Deutsche (Sabine) und wir beide. Gegen 11:15 Uhr kommen wir in Denpasar an und gehen in die kleine Straße, wo schon eine Menge los ist. Viele Polizisten, und es kommen ständig mehr, sammeln sich im Hof der Familie und nehmen dort Aufstellung. Sie lassen sich aber gerne von Sabine fotografieren und finden es auch ganz normal, dass Sie sich auch mit ihnen als Hintergrund ablichten lässt. Freya meint zu Jürgen, dass es aussieht, wie kurz vor einem Staatsstreich, so viele waffenstarrende Männer.
Feuerbestattung - Denpasar, BaliAm Straßenrand sind die balinesischen Äquivalente für Kränze aufgestellt. Schilde aus Krepp-Papier. Bunt und kunstvoll gestaltet mit Namensangabe. Sogar aus Kalimantan kommt einer.

Feuerbestattung - Denpasar, BaliEs kommen die Gamelan-Musiker und immer wieder Gruppen von Menschen, die sich durch gleiche Kleidung als Angehöriger einer speziellen Gruppe outen. So tragen beispielsweise die pensionierten Polizisten alle braune Batikhemden.

Vor dem Haus steht der so genannte Turm. Auf diesen wird nachher die Leiche liegen um in einer fröhlichen Prozession durch die Straßen zum Verbrennungsplatz getragen zu werden.

Feuerbestattung - Denpasar, Bali Um 12:45 Uhr geht es los: Gruppe für Gruppe formiert sich und geht geschlossen auf die Straße. Der Sarg wird gebracht, auf den Turm gestellt, befestigt und von vielen Männern geschultert. Neben dem Turm gehen Männer mit langen Zweizacken. Damit werden die elektrischen Leitungen über der Straße angehoben damit der Turm überhaupt durch passt.

Wir laufen am Zug entlang, machen Fotos und sind dabei nicht die einzigen. Es scheint sogar lokales Fernsehen dabei zu sein. Nach etwa 30 Minuten erreichen wir den Friedhof wo es Militärparaden, Salutschüsse und Reden gibt.Feuerbestattung - Denpasar, Bali Dann werden alle die eng am Sarg stehen auf Sicherheitsabstand gebracht und der Sarg, der schon einige Zeit in einem Aufbau aus Kokosholz steht, wird mit Propangas angezündet. Nachdem es anfangs nur geschwelt hat, brennt es schließlich lichterloh und wir verlassen nach einiger Zeit den Platz. Die Zeremonie ist aber noch lange nicht zu Ende. Erst wird die Leiche wohl noch etwa zwei Stunden brennen. Dann werden der Turm und auch die Kränze abgefackelt. Schließlich, wenn die Feuer erloschen sind, wird man mit der Asche zum Meer gehen. Damit ist dann die Seele befreit.

05178_Opfergabe - Legian, BaliWayan vom Hotel hat für unseren morgigen Flug eine wunderschöne und gut riechende Opfergabe gemacht. Ein Kästchen aus Kokosfasern, gefüllt mit den verschiedensten Blüten. Wunderschön! Natürlich wird das auch vor Ort noch fotografiert, denn nach dem Flug ist es wahrscheinlich nicht mehr so schön.

Das letzte Abendessen nehmen wir noch mal im El Mondo zu uns, in dem wir ja mittlerweile schon Stammgast-Status haben. Das Essen ist wie immer lecker, die Musik von gegenüber trifft auch unseren Geschmack und Freya gönnt sich zum Abschluss den Cocktail mit Namen "Multiple Screaming Orgasm", hält sich aber mit dummem Gekicher und den kleinen, spitzen Schreien sehr zurück.

Tja und dann ist schon der letzte Tag eines schönen Urlaubs gekommen.
Um 6:30 Uhr ist unser Abholservice da. Wir werden mit dem 2. Flug von heute zuerst nach Singapur und dann nach Frankfurt weiterfliegen. Beim Einsteigen in den Flieger, schon in der Fluggastbrücke, stehen drei Personen in Uniform mit Klampfe und singen fröhliche Lieder. Jeder der an ihnen vorbeigeht muß grinsen. Freya meint nur: "die sind ja klasse drauf...", da dreht sich ein anderer Passagier um und meint: "das sind jetzt der Kapitän, sein erster Offizier und die Chefstewardess..." Lachend steigen wir ein.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2007-2012
    letzte Überarbeitung: 15.06.2012

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