Kreuz und Quer durch Bali -
Singapur und Bali 2007
Wir treffen uns schon um 8:00 Uhr mit unseren Guides weil wir uns sowohl die Tempel im Osten als auch Ubud ansehen wollen. Auf der Fahrt dorthin sehen wir wieder mal viele Motorräder und mögen besonders den kleinen Hund, der vor seinem Herrchen auf dem Roller steht, die Pfoten auf dem Lenker, die Ohren im Wind.

Unser erstes Ziel heute sind die Königsgräber bei Tampaksiring. Vom Parkplatz aus gehen wir eine steile Treppe hinunter, die uns in ein tiefer gelegenes Tal bringt. Rechts und links von uns ist Stein, so dass es so aussieht als wäre die Treppe aus Stein gehauen worden. Natürlich befinden sich an allen strategisch günstigen Stellen Plätze für kleine Händler. Für die sind wir aber offensichtlich noch zu früh. Rechts, auf der Höhe finden sich Reisfelder. Unten im Tal fließt ein kleiner Fluss, die Vegetation ist üppig. Auch ein Tempel befindet sich hier.
Anschließend fahren wir im gleichen Ort zu einem Wassertempel, dessen wunderbare Atmosphäre uns sofort in ihren Bann zieht. 
Viele Gläubige führen hier Zeremonien durch und gehen dazu auch in voller Kleidung in die Wasserbecken. Sie schütten sich heiliges Wasser über den Kopf oder stellen sich unter die Hähne, aus denen das heilige Wasser in die Becken läuft. Viele von ihnen haben ihre Kinder dabei, von denen einige eher zum Plantschen neigen, andere aber kreischen, als würden sie jetzt ertränkt werden. In einem abgetrennten Bereich schwimmt sogar eine große Wasserschildkröte umher.
Bei zwei besonders hübschen Mädchen, die da beten (und von jedem Touristen – auch von uns – fotografiert werden), mutmaßen Wayan und Freya, dass sie um den richtigen Ehemann oder Glück oder Kindersegen beten. Das ist dann der Ausgangspunkt für das nächste Gespräch. Da drüben, diese ältere Frau betet um einen treuen Mann, mehr Geld und Gesundheit, mutmaßen wir. Die jungen Männer dort beten für ein schnelles Motorrad oder auch ein schönes Auto. Und hier, die ganz Alten wünschen sich gesunde Enkel, Gesundheit und einen schönen Tod
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Beim Verlassen des Tempels werden wir noch durch die Händlerstraße geschickt. Das ist der Moment, als Wayan meint, morgen der Ausflug sollen 75 Euro kosten, das Benzin wäre so teuer. Also das wollen wir nicht bezahlen! Ein über das Reisebüro gebuchter Mietwagen mit Fahrer kostet für 8 Stunden 49 Euro und da verdienen der Fahrer, die balinesische Agentur und die deutsche Agentur und der Staat. Also sind 75 Euro einfach zu teuer. Okay, wir erfahren viel Wissenswertes aber ein richtiger Guide ist Wayan nicht. Erst nach längerem Hin- und Her einigen wir uns dann auf 60 Euro.
Bevor wir nach Ubud weiterfahren, stoppen wir noch bei der so genannten Elefantenhöhle. Das ist eine etwa 12qm große Höhle mit interessantem Eingang.
Mit seiner Vielzahl von Läden mit Dingen, die man nicht brauchen kann macht uns Ubud nicht wirklich an und so fällt unser Aufenthalt hier sehr kurz aus. Das ist wahrscheinlich ungerecht und es gibt sicher Ecken, die auch uns gefallen hätten. Aber die Gegend rund um den Markt hat uns einfach nur genervt.
Gegen 16:00 Uhr sind wir im Hotel und gammeln nach einem kleinen Imbiss im Schatten. Abends haben wir dann eine Pizza in der "Corner Bar" um die Ecke gegessen. War so lala.
Obwohl wir am nächsten Morgen wie immer aufgestanden sind, wird es für unseren 8:30 Uhr Termin ganz schön eng. Ja und dann steht der heutige Tag wohl unter dem Motto "wir verfahren uns und kommen trotzdem ans Ziel". Zunächst geht es auf der uns wohlbekannten Strecke in Richtung Ubud. Dann biegen wir ab auf eine große Straße, die irgendwie abgesperrt erscheint. Trotzdem fahren alle rein - auch wir. Genau wie alle anderen fahren wir bis zur endgültigen Absperrung und kehren dann um.
Okay, Änderung im Plan: Das erste Ziel heißt jetzt Muttertempel. Hierzu haben wir viel Schauriges gehört und uns abgesprochen, dass wir das Ganze sofort abbrechen, wenn die Belästigung durch Guides im Tempelbereich schlimm wird. Wayan kann uns heute nicht in den Tempel begleiten und so stellen wir uns schon mal seelisch und moralisch auf einen fürchterlichen Ansturm von Guides und Händlern ein.
Tja und dann brauchen wir nur "No, thank you" zu sagen und die beiden einzigen Guides, die uns ihre Hilfe anbieten sind auch schon zufrieden. Die junge Kartenverkäuferin (die erst ihre Karten loswerden will, dann entweder einen Euro oder einen Dollar auch so haben wollte und schließlich meint, sie nähme auch das das Tuch, das Freya um ihre Hüften geschlungen hat) findet Freya eher witzig als wirklich lästig. Also dann mal wieder einen Berg hoch. Zuerst auf dem Prozessionsweg, den man sich auch mit einem Motorroller hätte hochfahren lassen können, dann Stufen und Stufen und Stufen und Weg. Nachdem wir ja jetzt schon einiges an Tempeln hier gesehen haben, bietet der Muttertempel nicht wirklich etwas Neues. Auch findet heute wohl wegen des nahenden Galungan-Festes keine Zeremonie statt.
Vom obersten Tempel aus hat man eine herrliche Aussicht über die gesamte Landschaft, doch Freya flirtet lieber mit einem japanischen Kleinkind, dass ihr dann auch ganz brav die ersten beiden Zähnchen im Unterkiefer herzeigt.
Langsam laufen wir wieder zurück zum Parkplatz und haben noch Spaß, einen kleinen Hund zu beobachten, der all seinen Mut zusammen nimmt um an drei Gänsen vorbeizukommen.
Unser nächstes Ziel ist der Wasserpalast in Tirtagangga. Im Becken mit den fetten Goldfischen sind Trittsteine und man kann an einer Galerie von tierischen Wasserspendern vorbeigehen, wobei das eine Vieh eher sabbert als speit. Hier findet man Drachen und Dämonen, Pferde und Schweine. Alles aus Stein und kunstvoll angeordnet zum Spaß und zur Erbauung. Schön; und kein Tourist außer uns.
Dann steuern wir das letzte Ziel dieses Tages an. Es geht durch eine großartige Landschaft mit Reisterassen. Wir halten an einem kleinen Warung wo man so etwas wie "Alles mit Reis" bekommen kann. Alles steht hier für Sate, Huhn und Schwein, wobei das Schwein richtig fett und gekocht in Würfeln auf dem Teller liegt. Das Essen im Norden hatte uns besser geschmeckt. Alle, die Freya noch nie wie ein Vögelchen im Essen haben picken sehen, hätten heute ihre Freude gehabt.
Es geht mal wieder über eine "Schlangenstraße" zur Tempelanlage Pura Luhur Lempuyang. Kurvenreich und steil – und wir meinen steil – führt diese den Berg hinauf. Dann gibt es in einem kleinen Ort (oder sind das nur Händlerstände?) einen Parkplatz und von da aus geht es zu Fuß weiter nach oben.
Hier gibt es nicht nur einen, sondern insgesamt 5 Tempel am Berg, die wir uns aber nicht alle ansehen wollen. Der erste Tempel den wir erreichen ist wunderbar geschmückt. Es wehen viele, bunte Fahnen, die Penjores am Eingang sind vielfältig und frisch.
Im Tempelbereich im linken Haus sitzen Frauen auf dem Boden und führen die vielfältigen Bastelarbeiten durch, die hier zu den Zeremonien gehören. Im rechten Haus sitzt die Arbeitsgruppe der Männer und bastelt auch.
Es werden Opfergaben gefertigt. Weiße und grüne Blattfasern werden verflochten, gestickt, kunstvoll zusammengefügt. Bei den Jungs schreien sie "Foto. Foto" als Freya ankommt und das Kichern ist groß sowohl in der einen, wie auch in der anderen Gruppe.
Das es schon ziemlich spät am Nachmittag ist, und leider auch ziemlich bedeckt, wollen wir nur noch zum 2. Tempel laufen, die restlichen dann aber auslassen. Dass es wolkig ist, erleichtert das Raufgehen, ist aber blöde wegen der Aussicht. Es geht steil weiter und immer wenn wir denken, jetzt, nach der Kurve sollte der 2. Tempel doch kommen ist es wieder nichts. Also immer weiter, hoch und höher.
Der 2. Tempel lohnt die Anstrengung eigentlich nicht. Von hier aus geht es in Stufen hoch zu den weiteren Tempeln. Da es in den nächsten Tagen Feierlichkeiten gibt, sehen wir, wie Opfertische die Treppen hinaufgetragen werden.
Bei der Fahrt zurück in Richtung Hotel machen wir uns alle über die O’ohs von Wayan lustig. O’oh Hund am Straßenrand, O’oh steil, O’oh eng, O’oh Motorrad – die Liste ließe sich beliebig fortführen
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In Denpasar nehmen wir teil an den Wundern der balinesischen Verkehrsführung. Wir, und viele andere mit uns, biegen in eine Straße ein, in der die aufgemalten Pfeile ein Fahren in unserer Richtung eigentlich verbieten. Nachdem wir drei solcher Pfeile überfahren haben, hat der 4. Pfeil dann auch die Richtung in der wir unterwegs sind.
Zum Abendessen laufen wir diesmal weiter als sonst, nur um festzustellen, dass die Lokale, die beim Vorbeifahren gelockt haben uns nach einem Blick auf die Speisekarte nicht mehr anmachen. Schließlich landen wir in einer Sportsbar (Warung Rama). Essen ist okay, aber deshalb muß man nicht hin.
Am nächsten Tag ist dann wieder Faulenzen angesagt. Freya und Jürgen lassen sich massieren. Freya schwatzt mit Hotel-Wayan und muß grinsen, weil Mama Massage jetzt auch Opfergaben herstellt. Aber vielleicht ist das ja gar nicht auf ihre Anregung hin geschehen. Sie hatte nur gemeint, ehe sie den ganzen Tag rumsitzen würde und nix zu tun hätte ...
© Jürgen & Freya Blösl, 2007-2012
letzte Überarbeitung: 15.06.2012
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