Freya & Jürgen Blösl

Kreuz und Quer durch Bali -
Singapur und Bali 2007

18.06. – 19.06.2007: Bali - Tempeltour Teil 1

Heute nach dem Frühstück werden wir um 8:30 Uhr von unserem selbst gesuchten Fahrer Ketut und seiner Frau, die auch Wayan wie unsere Bedienung heißt, abgeholt. Beide sind Ende dreißig, nett, freundlich und Besitzer eines schönen, bequemen Autos. Wir verstehen uns auf Anhieb und denken, dass wir eine gute Wahl getroffen haben. Vor allem aber können wir so zu genau den Tempeln fahren, die wir sehen wollen und ersparen uns die ganzen Verkaufsveranstaltungen.

Tanah Lot - BaliPura Batu Bolong - BaliWir steuern zunächst einen am Meer gelegenen Tempel (Tanah Lot) an. Tatsächlich sind wir so früh da, dass viele der Stände gleich hinter dem Parkplatz noch nicht geöffnet haben. Da Flut herrscht, können wir nicht bis an den Eingang des Tempels kommen, der nur bei Ebbe von Land aus zu erreichen ist. Wir wandern noch durch die angrenzende Parkanlage, von wo aus man auch noch wunderbare Sicht auf den Tanah Lot und eine weitere Tempelanlage – Pura Batu Bolong – hat. Beim Verlassen der Anlage kommen uns Scharen von Touristen entgegen. Gut, dass wir gehen!

Weitaus weniger touristisch geht es an unserem nächsten Ziel zu. Batukaru ist ein im Urwald gelegener Tempel am Fuß des Vulkans Gunung Batukaru. Hier ist es ruhig, fast mystisch. Pura Luhur Batukaru - BaliDie Vögel zwitschern und die schönen alten Steinfiguren sind mit Moos und Gräsern malerisch überwachsen. Unsere Guides haben zwei Sarongs mit passender Schärpe für uns mitgebracht. Die brauchen wir, um den Tempel zu betreten. Als Frau gibt es viel zu beachten, wenn man in den Tempel geht. So darf der Tempel nicht während der Periode betreten werden. Auch Frauen, die gerade ein Kind geboren haben sind nicht erwünscht. Kinder, die zahnen dürfen den Tempel auch nicht betreten usw. usw. Alles, was irgendwie mit Blut zusammenhängt ist innerhalb des Tempels unerwünscht.

Opfergabe - Pura Luhur Batukaru, BaliJürgen fotografiert wie ein Wilder und hier bei den wunderbaren, moosbedeckten Dämonen macht es gar nichts aus, das der Himmel heute bedeckt ist.
Währenddessen unterhalten sich Freya und Wayan. Irgendwie landen sie immer bei Kochrezepten. Was man nicht alles mit Zwiebel, Knoblauch, Kokosöl und Chili lecker zubereiten kann.

Reisfeld - BaliÜber schlechte Wegstrecken geht es an Reisterassen vorbei. Hier wird weißer, roter und schwarzer Reis angebaut, der mehrmals im Jahr geerntet werden kann. Das Gespräch von Freya und Wayan ist jetzt bei den vielfältigen Zeremonien angelangt, die man als gläubige Hindufrau ausführen muß. Es gibt alle fünf Tage eine Zeremonie und dann Zeremonien zum Voll- und Neumond und weitere, von denen Freya vergessen hat, wann und warum diese stattfinden. Damit sie all ihre religiösen Pflichten erfüllen kann, muß unsere Begleitung ab und an Urlaub nehmen, um dann entweder im Dorf ihrer Eltern oder dem Dorf ihres Mannes ihre Pflicht zu erfüllen.
Ungeachtet der Zeremonien stellt man jeden Tag kleine Opfergaben für die Götter auf. Dazu werden kleine Schalen aus Kokosfasern gebastelt. Wir erfahren, dass der Aufbau der Schalen von Dorf zu Dorf differiert und unser nun geschultes Auge kann das auch bald feststellen.
Die Männer werden übrigens zu Tempelbau und Reparaturen am Tempel verpflichtet, sind aber daher nicht täglich eingebunden.

Reisfeld - BaliAber zurück zum Reis. Der Reis wird am Halm geerntet und der fertig gepflückte Reis wird gebündelt und dann auf eine Plane zum Abtransport gelegt.
Zum Mittagessen wird an einer Touristenfalle mit schöner Aussicht gehalten. Unsere Guides essen nicht mit uns und wir sind nicht begeistert. Bei den nächsten Ausflügen haben wir dann an einheimischen Warungs gestoppt.

Der Tag vergeht wir im Flug und wir kommen an diversen Hochzeitsfeiern (wir erfahren, dass heute ein guter Zeitpunkt ist) vorbei. Die Hochzeitsfeiern erkennt man daran, dass das zur Straße gelegene Tor mit aufwendigen Penjores geschmückt ist. Das sind Stangen aus Bambus, die kunstvoll eingeschnitzt und verziert sind. Am oberen Ende hängen Kleinigkeiten, die im Wind schaukeln.

Wayan fragt, ob wir am Gewürzmarkt halten sollen. Klar, Freya möchte das gerne. Wir sind hier in Kandikuning bei Bedugul und der große Markt bietet viele, frisch getrocknete Gewürze. Hier ist es witzig: Freya greift nach Vanillestangen, die Verkäuferin nennt einen Preis, Freya legt die Stangen zurück und die Händlerin guckt sie verschwörerisch an und sagt: "Du musst jetzt mit mir Handeln!"
Okay. Von Jürgen kommt ein "Setze unter der Hälfte an" und na ja, so wirklich gut scheint Freya nicht gehandelt zu haben, denn nach Zahlung des Endpreises legt ihr die Händlerin noch eine Tüte drauf. Trotzdem: Es hat Spaß gemacht. Vielleicht ein kleiner Tipp: Wer Gewürze kaufen will, sollte sich die Preise für 100g Packungen oder noch größer mal in Deutschland ansehen. Dann hat man zumindest eine Vergleichsbasis. Auf Bali sollte es dann schon entschieden günstiger sein :-).

Jetzt haben wir auch endlich ein Windspiel mit tiefem Ton aus Bambus gefunden und erhandelt. Die gibt es hier zwar überall, doch oft mit niedlichen geschnitzten Vögelchen oder seltsamen Mustern... Pura Ulun Danu Bratan - Bedugul, BaliDieses ist ganz einfach und so wollten wir es auch haben. Jetzt aber nichts wie weg und an den Bratan See, wo wir uns den Tempel Puru Ulun Danu Bratan ansehen wollen. Hier ist jetzt touristisch wieder richtig was los und so gehen Wayan und Freya schon bald im angrenzenden Park, in dem Freya wieder reife Fruchtstände zur Pflanzenzucht erbeutet, spazieren.

Pura Taman Ayun - Mengwi, BaliÜber enge, kurvenreiche Schlangenstraßen geht es wieder bergauf und bergab und dann ist unser letztes Ziel für heute, der Tempel Pura Taman Ayun in Mengwi erreicht. Das ist eine sehr schöne, von Wassergräben umgebene Anlage. Zudem wird hier später eine Festivität stattfinden und man sieht liebevoll gedeckte Tische. Pura Taman Ayun - Mengwi, BaliLecker riechen tut es auch schon. Hinterher können wir noch miterleben, wie die Bedienungen, hübsche, junge Mädchen, im Kommandoton gedrillt werden. Sie sollen in einer einzigen, fließenden Bewegung an die Tische gehen. Pro Tisch fünf Mädchen. Dann sollen sie die Mahlzeiten abstellen, einen Knicks machen und "Enjoy your meal" sagen. Anschließend sollen sie geschlossen wieder abmarschieren. Dabei darf weder gekichert noch geredet werden. Ihr Lehrer ist streng und auch beim dritten Durchgang noch nicht zufrieden. Ein tolles Schauspiel!

In der Nacht schlafen wir beide schlecht und sind um 1 Uhr und um 4 Uhr wach. Freya fühlt sich gerädert und hat Kopf- und Magenschmerzen. Kaum im Auto fängt sie an zu gähnen und verschläft die ersten beiden Stunden der Fahrt in den Norden.

Langsam wird sie wieder wach und sieht die schön geschmückten Hochzeitstore. Auch die vielen Holzschnitzereien an der Straße wecken ihr Interesse. Bald wechseln sich Reisfelder und Bananenstauden mit waldartiger Umgebung ab.

Nach etwa 3 1/2 Stunden Fahrt werden wir an einer Straßenkreuzung von 3 Männern angehalten. 10.000 Rupien sollen wir zahlen. Aha, der Blick auf den Vulkan! Ja, wenn man den denn erblicken könnte - Nebel und dunkle Wolken verhindern das. Dumm. Dann kommen kleine Kinder mit Ansichtskarten und ein junger Künstler mit einer seitenlangen, deutschen "Belobigung" seines Werkes. Alle können sie bei einer bauchwehkranken Freya nicht landen und so fällt unser Besuch hier sehr kurz aus. Also wieder rein ins Auto und ab nach Norden. Dahin, wo unsere Guides selbst noch nicht waren :-). Aber Jürgen hat aus dem Reiseführer Bilder interessanter Steinfresken und die müssen auch noch von uns fotografiert werden.

Familientempel - Kubutambahan, BaliKurz vor dem anvisierten Ziel, aber schon im Ort Kubutambahan sehen wir auf der rechten Seite einen schönen Tempel mit imposanter Treppenanlage flankiert von Drachen und vielen Figuren. Wir halten an und erfahren durch unsere Guides, die sich bei den hier herumlaufenden Leuten erkundigen, dass dies ein Tempel ist, den sich reiche Leute haben bauen lassen und der nicht der Allgemeinheit zugänglich ist. Da wir sowieso meistens nicht in das Innere eines Tempels können, stört uns das wenig und so laufen wir hier einige Zeit herum. Nach der langen Fahrerei tut uns das auch gut.

Pura Meduwe Karang - Kubutambahan, BaliEs geht dann die Hauptstraße weiter bergab, auf der großen Straße nach rechts und so kommen wir ziemlich schnell an den Tempel wo im Relief ein Mann auf einem Fahrrad zu sehen ist. Wie üblich geben wir eine Donation für den Tempel und eine Schärpe (die mitgebrachten haben wir im Auto vergessen). Hier gibt es viele wunderschöne Steinfiguren, zerfressen von Steinfraß, der teilweise schon weit fortgeschritten ist. Daneben unversehrte Statuen aus Betonguss. Keine Touristen.

Pura Dalem - Jagaraga, BaliMit zweimal Fragen wird dann auch der Ort Jagaraga und der dortige "Todestempel" gefunden. Hier gibt es einen älteren Mann mit "wunderbarem Gebiss", der auf Englisch alles Wissenswerte erklärt und der über den einen Gott und seine verschiedenen Inkarnationen spricht. Er spricht auch über schwarze Magie und dass die früher ganz oft angewendet wurde. Heute ja nicht mehr... Als wir wieder ins Auto steigen erzählt uns Wayan, dass sie früher in ihrem Dorf oft sehr viel Angst wegen der Zauberei gehabt hat.

Jetzt ist es aber Zeit: Freya muß wirklich mal. Außerdem ist es zwei Uhr durch und da sollte auch ein bisschen was zu essen drin sein. Aber weit und breit kein Lokal in Sicht. Ein paar Mal denkt sie "da war was" aber unsere Guides halten nicht. Dann sehen Wayan und sie es gleichzeitig: Türkise Stühle. Es ist ein einfacher Warung für die Einheimischen. Sie haben sogar eine beachtliche Auswahl.

Aber erst mal auf die Toilette. Die ist ziemlich genau so, wie Freya sie sich vorgestellt hat. Anstelle der Klobrille gibt es Fußtritte. Aber da muß man erst mal hochkommen. Vor lauter Wasserleitungen sieht Freya zunächst die Eisengriffe nicht, die an der Wand befestigt sind. Den Gedanken, sich an der Wasserleitung hochzuziehen hat sie aber ziemlich schnell verworfen. Interessante Variante :-).

Das Essen ist gut und preiswert. Wir zahlen für 2 Essen und 2 Eistee zusammen 15.000 Rupien. Eigentlich hatten wir unsere Guides einladen wollen, doch die haben schon für sich selbst bezahlt.

Affe - Yehketipat, BaliAffe - Yehketipat, BaliJetzt geht es wieder zurück in Richtung Süden und in das schlechte Wetter. Bei Yehketipat fahren wir auf einer Straße, an der rechts und links Makakken darauf warten, dass die Autofahrer ihnen Nüsse oder Kekse zuwerfen. Natürlich halten wir und obwohl wirklich viele Affen hier sind, ist die Stimmung überhaupt nicht aggressiv. Wir möchten sie aber trotzdem nicht füttern und kaufen daher den vielen anwesenden Straßenverkäufern auch keine Nüsse ab.

Einen letzen Tempel (Pura Sadha) für heute besuchen wir kurz vor Kuta in Kapal. Wunderbar alt und mit einem großen Banyan Baum auf dem Gelände. Wir warten im Tempelbereich einen kurzen Regenguss ab und laufen danach auch noch kurz die Straße entlang, die zum Tempel führt, weil wir da noch ein schönes Fotomotiv entdeckt hatten.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2007-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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