Kreuz und Quer durch Bali -
Singapur und Bali 2007
Erst haben wir nicht so toll geschlafen. Ein Gecko hat seine Anwesenheit verkündet, die Katzen sind über die Dächer galoppiert, und obwohl wir dann früh wach waren, haben wir noch lange im Bett rumgelungert.
Schließlich hat Jürgen den Anfang gemacht und ist Duschen gegangen. So kurz vor 10:00 Uhr gab es Frühstück mit Früchten und Omelett und dann sind wir raus aus der Anlage und auf der Strandpromenade 2 Meter rechts und 2 Meter links gegangen.
Beim Rückweg ist uns der hiesige Agent der Reiseagentur über den Weg gelaufen und so haben wir den eigentlich für heute Nachmittag vorgesehenen Termin gleich veranstaltet. In unserem Transorient-Paket ist ein kostenloser Ausflug nach Pura Uluwatu beinhaltet. Den wollen wir am Sonntag machen das anschließende Fisch-Abendessen in Jimbaran haben wir noch dazu gebucht.
Danach haben wir uns zwei Liegestühle geschnappt und diese in den Schatten einer Palme gerutscht. Später hatte Freya dann ihren kommunikativen Tag und hat mit der Dame hinter der Gartenbar geschwatzt (Wayan), mit "Mama Massage" und mit dem Gärtner (Augung). Witzig und wieder mal bezeichnend war, dass sie dem Gärtner auf die Frage nach unserem Ausflugsziel nicht den Namen des Tempels nennen konnte, der ja immerhin das Hauptziel bildete. Nein, ihre Antwort lautete: "The trip with the fishmeal at the end ...". Womit dann alles wieder auf das Wichtigste reduziert war.
Wayan ist seit gestern siebenunddreißig. Sie hat zwei Söhne, die sieben und vierzehn Jahre alt sind. Beide gehen auf die Schule und darauf ist sie stolz.
Freya erfährt auch, dass in Bali die Kinder gemäß der Reihenfolge benannt werden. Also Wayan ist die erste und das zweite Kind heißt Made (wobei das nix mit dem Tier zu tun hat sondern hinten auf dem "e" betont wird). Das dritte Kind heißt dann Nyoman und das vierte Kind Ketut. Die Unterscheidung ob Mann oder Frau erfolgt dann über die Vorsilbe. "i" bei einem Mann und "ni" bei einer Frau.
Dann lässt sich Freya noch von Mama Massage massieren und ist von da ab nur noch entspannt. Gegen 16:30 raffen wir uns aber auf und laufen nach Kuta. Hier machen wir auch unsere vier Ausflüge aus. Erst mal einen, und wenn es uns dann gefällt mehr.
"Are you german?" werden wir gefragt und "Do you know Ballack?" Freyas "yes, yes" und ein "not personally" bringt den Verkäufer wohl aus dem Konzept und er muß lachen. Sie lacht zurück und weiter geht es.
Dann birgt dieser Tag noch ungeahnte Möglichkeiten. Es gibt Bademoden auch in ihrer Größe und in einer Boutique gefällt ihr ein "passendes" T-Shirt. Sie sieht tolle Kleider und das Kaufhaus mit der viel versprechenden Auslage (Animale, gegenüber von Mata Hari) hebt sie sich noch für einen anderen Tag auf.
Jetzt ist es aber schon dunkel und so laufen wir den ganzen langen Weg zurück. Kurz vor dem Hotel entscheiden wir uns für ein Restaurant im ersten Stock (Le Monde in der Jl Padma Utara 2 - es gibt noch ein zweites mit der Hausnummer 34, da waren wir aber nie). Das ist eine gute Entscheidung. Gegenüber wird Life Musik gespielt und das Essen ist lecker. Freya bestellt zunächst eine riesige Pina Colada. Serviert in einer Kokosnuss mit Gladiolen und sonstigen Blüten als Verzierung. Die Dame vom Nachbartisch bietet netterweise an, ihr später beim Treppenabstieg zu helfen... Beim Essen entscheidet sie sich für eine Krabbe nach Singapur Art und kann das Essen jedem empfehlen, der gerne unter vollem Körpereinsatz den Teller leerputzt. Also hier war schon ein bisschen Technik gefordert
. Etwa eine Stunde, nachdem Jürgen sein Mahl beendet hat, ist sie auch fertig.
Unten im Supermarkt wird dann noch Bintang, das hiesige Bier, eingeholt und damit setzen wir uns noch eine Weile auf die Terasse vor unserem Zimmer.
Irgendwann in der Nacht mussten wir mal aufstehen und auf einmal hat es miaut. Ganz nah. Ja, unter unserem Bett war eine schwarze Katze und die war mindestens so erstaunt über uns, wie wir über sie. Nach ihrer Vertreibung konnten wir dann auch wirklich gut schlafen.
Auch den nächsten Tag haben wir haben unsere Liegen dem Schatten nachgerutscht. Wir schwatzen mit Wayan und essen dann mittags Palatschinken mit Früchten (nein, man merkt kaum, dass das Hotel unter österreichischer Leitung steht). Aber unserer Meinung nach passt das ganz gut hier in die Tropen. Jedenfalls besser als Würstchen mit Kraut.
Ein klein wenig laufen wir dann doch noch durch die abendlichen Straßen. Die Anmache der Händler hält sich in Grenzen und am Abend essen wir im Lokal "Wali Warung", einem kleinen Lokal ganz in der Nähe des Hotels Jayakarta (ganz okay).
Zurück im Hotelzimmer macht Jürgen, anstatt unter das Bett zu gucken, nur "Miez, miez". Wir waren allein.
Am folgenden Morgen schafft es Jürgen einfach nicht mehr nur ruhig auf der Liege zu bleiben und so laufen wir am Vormittag am Strand entlang nach Kuta. Unser Ziel ist das große, weiße Shopping Center am Meer, das man schon von weitem sieht. Hier gibt es einfach alles: Indonesisches Handwerk, Mode teurer internationaler Ketten und günstigere Label asiatischer Herkunft. Wir laufen eine Weile herum ohne zu kaufen, dann zum Kaufhaus Mata Hari und schließlich schauen wir uns noch das Kaufhaus Animale (nur Frauenmode) an.
Jetzt aber zurück zum Hotel. Um 15:45 Uhr werden wir abgeholt und wir wollen schließlich vorher noch eine Kleinigkeit essen. Wir stoppen an einem Restaurant an der Strandpromenade direkt neben McDonalds. Netter Service, angenehmes Sitzen unter großen Sonnenschirmen – aber scheußliches Essen. Okay, auch eine Erfahrung.
Im Hotel dann schnell die Badesachen geschnappt, eine Runde durch den Pool geschwommen, fertiggemacht und schon ist unser Abholbus da. Timing, was?
Im Bus sind schon vier Leute, die sich zu kennen scheinen, dann kommen wir und schließlich noch eine Familie mit erwachsener Tochter dazu. Unser Ziel ist der Tempel Uluwatu und wir werden vom deutschsprachigen Führer darauf aufmerksam gemacht, dass die heiligen Affen dort oben einem die Brille klauen. Auch Hüte oder Kappen sind gefährdet – also Vorsicht.
In Uluwatu angekommen bekommt man am Eingang einen Sarong (bei zu kurzen Hosen) oder aber mindestens eine Schärpe. Das zuletzt gekommene Ehepaar versucht zu argumentieren, dass sie ja gar nicht in den Tempel hineingehen und daher weder Sarong noch Schärpe brauchen. Erst als sie erfahren, dass das nichts kostet, lassen sie sich eine Schärpe umbinden. Wir haben dieses Problem nicht. Freya hat schöne, gewebte Schals die als Schärpe dienen können und einen neuen hat sie sich heute auch gekauft.
Der Uluwatu Tempel, ein Meeresheiligtum, gilt als einer der sechs heiligsten Tempel von Bali und ist exponiert an einer steil abfallenden Felsklippe gelegen. Da hier am Abend auch der Kecak-Tanz aufgeführt wird, drängen sich die Menschenhorden nur so durch den Tempel. Die Affen sind am späten Nachmittag offensichtlich schon satt, so dass für uns keinerlei Gefahr bestanden hat.
Wir laufen durch die Anlage und werden dann von unserem Guide darauf hingewiesen uns für den kommenden Feuertanz Plätze auf der Arena zu sichern.
Durch Zufall kommt Freya bei der Suche nach einer Toilette auch an den Platz, wo sich die Tänzer und Tänzerinnen schminken. Klar darf sie ein Foto machen! Dann sind alle Plätze auf der Holztribüne belegt, aber immer noch strömen Leute nach. Stühle werden geholt und an den Rand gestellt, und weitere Stühle, und noch mehr Stühle. Wir fangen schon an zu lästern, dass jetzt nur noch die Hälfte der Tänzer auf der Bühne Platz hat und wieder werden Stühle geholt. Langsam geht die Sonne unter und dann fängt es an.
Etwa 50 Männer sitzen am Boden und machen immer wieder dasselbe Geräusch (Tschacka, Tschacka, Tschacka). Das allein ist schon faszinierend. Dann treten farbenfrohe Figuren auf, die das Drama von Sita und Rama nachspielen.



Kurzfassung: Rama wird von einem bösen Dämon getäuscht, der dann Sita, seine Frau, entführt. Mit Hilfe des Affengenerals Hanuman kann Sita nach einigem Hin und Her befreit werden. Alles endet in einem großartigen Kampf "Gut gegen Böse".) Bei diesem letzten Kampf treten dann die Tänzer noch mit nackten Füßen in die vorher angefachte und noch schwelende Glut so dass die Funken stieben. Beeindruckend.
Nach der Darbietung sind wir schnell am ausgemachten Treffpunkt von wo aus wir zum großen Fischessen fahren. Unser Guide stimmt uns ein: "Wir sind am Strand. Tische stehen auf dem Sand und der Fisch wird gegrillt. Dabei steigt viel Rauch auf und das ist romantisch" (soso)! Um sicherzugehen wird das Thema "das ist romantisch und basta" auch noch zweimal wiederholt.
Es steigt wirklich so viel Rauch auf, dass bei uns zuhause nicht nur ein Feuerwehrwagen kommen würde. Der Strand ist etwa auf der Größe zweier Fußballfelder oder noch mehr mit langen Tischen überzogen und daran sitzen tausende (?) von Touristen. Wir finden dass nicht soooo romantisch aber die gemischte Fischplatte mit vier verschiedenen Saucen und Kartoffel, Reis und Wasserspinat ist lecker.
© Jürgen & Freya Blösl, 2007-2011
letzte Überarbeitung: 10.06.2011
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