Freya & Jürgen Blösl

Rom im Herbst

Dienstag, 03.09.02 Großer Rundgang und Lateran

Irgendwie ist unsere Nacht unruhig und der Wecker klingelt definitiv zu früh. Trotzdem sind wir erst um acht Uhr beim Frühstück. Alles ist grau in grau. Wir fahren gegen 9 Uhr mit dem Bus zur Metro-Station Cornelia und dann bis zur Station Piazza Berberini. Wir wollen uns dort auf der Via Veneto die Kapuzinergruft ansehen. Was sonst aus Gips und Farbe gebildet, wird hier mit Knöchelchen, Rückgrat und Rippen dekoriert. Auch Schädel fehlen nicht! Freya findet auch die Gruft aus den vielen Beckenscheiben klasse. Was einem so alles einfallen kann!

Trevi BrunnenDanach geht es nochmals am Tritonen Brunnen vorbei zum Fontana di Trevi und dann landen wir, obwohl wir eigentlich zum Wahrheitsmund und danach zum Kolosseum gehen wollen, am Pantheon. Das liegt eigentlich nur am McDonalds-Schild und daran, dass Freya natürlich mal wieder aufs Klo muss. Leider ist der Weg in den Keller mit einer Kette abgesperrt. Also doch erst Kultur! PantheonWir laufen durch das Pantheon und bewundern die vollendete Kuppel mit dem Loch in der Mitte. Genau darunter sind im Boden Löcher, um das Regenwasser wieder abfließen zu lassen. Viele Figurengruppen sind leider wegen Restaurierungsarbeiten hinter Holzver-
schalungen verborgen. Anschließend haben wir auch Glück bei McDonalds. Übrigens ist hier sogar der Espresso genießbar.

vor Santa Maria Sopra MinervaUnser Weg führt uns vorbei an der Kirche Santa Maria Sopra Minverva. Wir hören kurz dem begeisterten Vortrag eines engagierten deutschen Lehrers zu, begucken alles und jedes in der Kirche, freuen uns über Berninis aufsässigen Elefanten auf dem Platz und gehen weiter in Richtung Tiber. Vorbei an den Geschäften für den macht- und modebewussten Geistlichen. Hier gibt es von Messgewändern über Goldkelche und Schreine wirklich alles was das Herz begehrt. Schön, teuer und repräsentativ. Wir gehen weiter in Richtung Fluss, kommen dabei auch durch das jüdische Viertel, was wir uns heute jedoch nicht intensiv ansehen wollen, und sind schließlich am Tiber.

Wir halten uns links und sind relativ schnell an der Kirche Santa Maria in Cosmedin, in deren Vorraum sich der Mund der Wahrheit befindet. Natürlich halten wir beide nacheinander unsere Hand in den steinernen Mund. Freya muss aber immer wieder an das Mittelalter denken. Damals hat man dem Glauben daran, dass der Mund zubeißt wenn man nicht die Wahrheit sagt, nachgeholfen, indem man mit dem Schwert schon mal so eine ausgestreckte Hand abhackte.

Langsam nähert sich nun der Mittag und Freyas Magen weiß das ganz genau! Sie hat vor ewigen Jahren mal in der Nähe vom Kolosseum gut gegessen und da will sie jetzt hin!

Wir essen tatsächlich gut und preiswert und finden nachher heraus, dass unser Lokal sogar eine Empfehlung aus unserem Reiseführer ist.

Voll des herben Weißweines und der leckeren Antipasti sowie jeweils eines Nudelgerichtes versuchen wir dann eine Route aus unserem Reiseführer abzulaufen, haben aber leider mit dem ersten Teil der Strecke Pech, da in der Mittagszeit alle Kirchen geschlossen haben.

Also kehren wir um und laufen zur Lateranskirche, die wir netterweise auch erreichen bevor der schon seit geraumer Zeit vor sich hin grollende Himmel sein Versprechen wahr macht.
Wir können das Innere der Kirche wirklich ausführlich studieren und sehen uns auch noch den Kreuzgang an, wo man so ziemlich alle Formen von gedrehten bis mehrfach gedrehten Säulen - mit und ohne Steineinlage - ausprobiert hat.

Trotz des weiterhin anhaltenden Regens verlassen wir dann irgendwann die Kirche und fangen draußen erst einmal an zu lachen. Sämtliche fliegenden Händler verkaufen hier Schirme! Das nennen wir geschäftstüchtig!

Wir gehen zur Metro Station San Giovanni und strolchen kurz durch das Kaufhaus Coin, wo wir bei den Kosmetik-Artikeln fündig werden und irgendwie reicht unsere Energie auch noch für ein Stückchen rauf und runter auf der Einkaufsstraße Via Appia Nuova.

Nach dem Unwetter ist der Himmel ganz klar und das Licht wunderschön und Jürgen meint noch schöne Bilder machen zu können. Zurück beim Lateran flucht er plötzlich über irgendwas und sagt doch tatsächlich "Sacra". Wir gucken uns an und müssen beide lachen: Es ist doch wirklich sehr schön wie sich der Herr Blösl der jeweiligen Situation anpassen kann :-)!

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2002-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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