Rom im Herbst
Wie immer sind wir früh aufgestanden, haben gut gefrühstückt, was im Zweifelsfall bedeutet, dass sich Freya schon zwei Baba o Rum (einen Kuchen !) genehmigt hat, sowie Obst und frischen Mozzarella und ...
Mit Blick auf das Wetter haben wir uns dann aber wieder abgelegt. Ist ja auch was Feines. Um 11.00 Uhr haben wir aber doch noch gemeint, dass wir es jetzt ansetzen könnten und sind mit Metro und Zug nach Ostia Antiqua gefahren.
Jetzt möchten wir aber doch noch ein paar Worte über die Menschen verlieren, die in Zügen Musik machen. Wir haben oft Ziehharmonika-Musik gehört, meist war sie einfach nur zu schnell - was man ertragen kann. Dieser Opa mit Enkel auf der Fahrt nach Ostia Antica aber war eine Strafe für alle schweren und nicht so schweren Sünden. Leid haben sie Freya schon getan, aber unterstützen wollte sie diese Art von sadistischer Quälerei von auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesenen Mitmenschen auch nicht.
Vor der Fahrt haben wir uns im Supermarkt noch mit Käse, Brot und Weintrauben eingedeckt, damit wir bei den antiken Trümmern nicht verhungern. Das Wetter ist zwar immer noch durchwachsen, aber trocken.

Wir laufen durch die diver-
sen Ruinen, bewundern die Mosaike, die Arena und lassen uns von der zeit-
losen Atmosphäre gefangen nehmen. Jürgen entdeckt sogar einen tollen Käfer, den Freya aber als alter Spielverderber als einfache Feuerwanze identifiziert. Bei unserem Picknick füttert sie dann eine der Ruinenkatzen mit Käseresten, nachdem diese (offensichtlich mit Erfolg) versucht hat sie zu hypnotisieren. Bei einem weiteren Stop trinken wir mit Genuss den als Mitbringsel gedachten Likör aus der Klosterapotheke.
Tip am Rande: Wenn man Freya heißt, oder einfach nur so ein Mückenleckerbissen ist, sollte man sich vor dem Besuch von Ostia Antica mit Mückenschutz eincremen. Das erspart nicht nur Stiche, sondern auch blöde Kommentare von besserwisserischen Partnern.
Um Viertel vor Fünf verlassen wir Ostia Antica und fahren bis San Paolo vor den Mauern, einer weiteren der vier Magistral-
kirchen. Auch diese Kirche ist wunderschön und beeindruckend und der Kreuzgang erinnert an den vom Lateran, doch sind hier mehr Säulen vollständig erhalten und Eintritt kostet es auch keinen. Da wir wie immer nicht den Hals vollkriegen können, stoppen wir auf unserem Heimweg auch noch an der Pyramide.
An der Haltestelle Cornelia hat Freya sich dann im Supermarkt endlich das Grillhähnchen geholt, auf das sie irgendwie seit Tagen spitzt. Außerdem gibt es Brot und Käse und einen Spumante. Wir wollen in RTL (das wir im Hotel empfangen können), den IQ-Test mitmachen. Letztes Jahr hatte Freya ja durch den Altersbonus ein Patt mit ihrem Cleverle Jürgen erreicht
. An der Kasse zum Supermarkt hat der ausnehmend hübsche Kassierer ein Problem nachdem er unseren Speck angefasst hat. Erst als Freya sich genug an seinen abgespreizten Fingern ergötzt hat, erlöst sie ihn mit einem Taschentuch.
© Jürgen & Freya Blösl, 2002-2010
letzte Überarbeitung: 15.01.2010
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