Rom im Herbst
Heute haben wir lange ausgeschlafen. Das war ja gestern doch anstrengend! Tatsächlich schwächeln wir beide und so fahren wir nach Cinecitta um dort durch das Einkaufszentrum zu schlendern.
Prompt gehen wir am Ausgang der U-Bahn erst mal in die falsche Richtung und werden von einer Frau, der Freya hilfesuchend das Prospekt zeigt, mit Händen und Füßen und fließendem Italienisch wieder zurück geschickt.
Wir gucken uns alles Mögliche an, kaufen nichts, essen im Erdgeschoss eine wirklich gute Pizza deren Preis nach Gewicht ermittelt wird und fahren dann wieder in die Stadt, weil wir von 15.00 bis 17.00 Uhr Karten für die Villa Borghese reserviert haben und diese um spätestens 14.30 Uhr abholen müssen. Wieder erreichen wir unser Ziel mit den ersten Regentropfen, doch heute zieht das Gewitter offensichtlich an Rom vorbei.
In unserem Reiseführer konnten wir lesen, dass die 30 Minuten, die man sich in der Gemäldegalerie aufhalten darf, kaum für die Gemälde reichen - und können das bestätigen. Es sind ja auch nicht nur die Gemälde, die unsere Aufmerksamkeit gefangen nehmen. Schon der Gesamteindruck jedes einzelnen Raumes mit seinen durch die Farbwahl wechselnden Grundstimmungen ist einfach klasse.
Nach unserer halben Stunde geht es ein Stockwerk tiefer und hier gibt es dann Bernini satt. Besonders mögen wir die Schwester von Napoleon als Venus (ausnahmsweise nicht von Bernini) aber hier ist es dieser vollkommene Eindruck von Plastikmatratze der uns wirklich beeindruckt. Keine Angst: Das Ganze ist schon aus Stein. Es sieht aber durch die Lichtspiegelungen wie Plastik aus.
Freya mault und spöttelt über den liegenden Hermaphroditen, den sie sich nun wirklich nicht auf dem Bauch liegend vorgestellt hat
. Zu den Satyr-Deckenfresken im Saal mit den Bildern von Caraveggio hätten wir beide gerne mehr erfahren, da fehlte uns blöderweise sogar der gesamte mythologische Hintergrund.
Total kaputt landen wir gegen 18.30 im Hotel und hier gibt sich Freya bei einer Tasse Tee auf dem Balkon unfreiwillig als Mückenfutter hin.
© Jürgen & Freya Blösl, 2002-2010
letzte Überarbeitung: 15.01.2010
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