Mingala ba -
Im Land der goldenen Pagoden
Mittlerweile ist es Freya schon ganz schön unangenehm jeden Morgen beim Frühstück ein neues Wehwehchen zu präsentieren. Normalerweise bekommt sie im Urlaub ihre Magenverstimmung und das wars. Leider ist das ja auch wieder so ein Morgen, wo sie nicht sagen kann, sie hätte nichts. In der Nacht ist nämlich ihr linker Fuß angeschwollen und das nicht zu knapp. Auf dem Rist hatte sie sich ein Hitzepickelchen aufgekratzt und dies hat sich nun entzündet. Der Fuß ist rot und tut weh. Also kann sie mal wieder humpeln. Kennen wir ja schon ...
Sigrun hat schon vor ein paar Tagen gesagt, es sähe so aus, als ob Freya alle Krankheiten für die Gruppe auf sich nehmen würde. Edel, edel, so kennt man sie ja gar nicht.
Gudrun am anderen Ende vom Tisch erzählt auch was über Krankheiten und plötzlich müssen wir einfach nur noch lachen. Das ist ja wie Frühstück im Altersheim: " ... und was macht dein ... ?"
Jetzt sind die Anderen auf einem Markt und Freya hält im Bus einfach ihr Füßchen hoch. Sie hat Jürgen einen Schuh mitgegeben damit er für sie Thai-Latschen kaufen kann. In was anderes paßt sie nämlich gerade nicht rein. Das klappt auch wirklich gut und fortan hat Freya neue Schuhe. Der Markt selbst ist nur mäßig interessant. Zwar erkennt man an den unterschiedlichen Gesichtszügen, daß andere Volksstämme hier leben. Aber der Markt ist eher klein und auch nicht so vielfältig wie andere. Ach so, Giraffenfrauen gab es natürlich auch keine. Wir sind unterwegs zum Inle-See, nicht ohne vorher noch an den Pindaya-Höhlen einen Stop zu machen.
Peter guckt ab und an auf Freya's Fuß und meint dann, wenn es nicht besser wird, soll sie spätestens morgen zu einem Arzt. Das sieht sie auch so und deshalb widerspricht sie nicht.
Die Pindaya-Höhlen läßt sie dann auch aus. Erstens zieht es sie nicht so in Höhlen und zweitens schmerzt ihr linker Fuß doch ganz beachtlich. Also bleibt sie, als alle Welt zu den Höhlen hastet, im Bus sitzen und hält den Fuß hoch. Schließlich geht sie doch raus. Von den Kambodschanern hat sie erfahren, daß die Straße rauf ein Klohäuschen ist. Das kostet zwar 20 Kyat, ist aber auch entsprechend sauber.
Zurück am Bus wird sie von einem Mann aus dem Stand mit der "traditionellen Medizin" herangewunken. Sie soll kommen und einen Tee mit ihm trinken. Er begutachtet den Fuß und seine Frau schmiert ihr Tigerbalm drauf. Das kann ja mal nix schaden.
Im Stand daneben, bei der Frau die Spitzendecken häkelt, sitzt ein Reiseleiter der Englisch spricht. So können wir uns alle unterhalten. Die Myanmaren haben Angst vor der Öffnung ihres Landes und daß ihr Volk so werden könnte wie die Thais, Bettler und Huren, so wie sie sagen. Sicher, Ansätze dazu sind da. Es wird auch sicher nicht wenige geben, die diesen Weg wählen werden, weil er so einfach zu gehen ist. Insgesamt aber erscheinen die meisten Menschen hier so gut ausgebildet, daß diese Gefahr nicht allzu real erscheint. Freya trinkt mehrere Tassen Tee, kauft Tigerbalm, Wasser und einen großen Beutel grünen Tee und denkt, da hatten wir dann alle was von.
Mit den Pindaya-Höhlen hat Freya nun leider auch einen der Höhepunkte der Reise verpaßt. Nun ja, zumindest wenn man Höhlen mag. Nach einigen Stufen kommt man zum Kassenhäuschen an dem wir unseren obligatorischen Eintritt und die "Foto-Fee" zahlen.
Weiter geht es über ein paar Dutzend Stufen und dann über den großen Vorraum, von dem man einen schönen Blick über das Tal hat, in die Höhle. Diese ist relativ groß und geht wohl 150 Meter tief in den Berg. In ihr finden sich Hunderte von Buddha-Figuren. Die Kleinsten wenige Zentimeter groß, die Großen mehr als Mannshoch. Es sind so viele, daß die Wege zwischen ihnen einem Labyrinth gleichen. Ausgeleuchtet ist die Höhle mit gelblichen Scheinwerfern, die das Ganze in ein mystisches Licht tauchen. Jürgen hat sein Stativ dabei und macht Langzeitaufnahmen. Eigentlich könnte er hier noch ein paar Stunden verbringen ohne sich zu langweilen.
Als es weitergeht sieht Pieter nach Freya's Fuß und teilt ihr dann mit, daß sie heute noch zum Arzt gehen soll. Die Boys würden sie hinbringen. Am Inle-See wäre ein guter Arzt. Auch recht.
Kurz vor Pindaya ist dann erst mal Zwangspause. Die Straße wird gerade geteert. Alles in Handarbeit. Mit Teer erhitzen über offenem Feuer, Auftragen mit Gießkanne und Abstreuen mit selbst geklopftem Kies.





Im Ort machen wir noch mal Halt um zu Mittag zu essen. Endlich mal wieder eine gute und scharfe Thai-Suppe. Gegenüber vom Restaurant sind viele interessante Läden - und Freya kann kaum laufen. So leidet sie ein bißchen vor sich hin und führt "Krankengeschichtengespräche". Aber so ist das halt, wenn man für alle sichtbar seine Krankheit mit herumträgt.
Mittlerweile hat sie mit Jürgen den Sitz getauscht und versucht so gut es geht, den Fuß hochzuhalten. Nach zwei Stunden halten wir und entdecken am Straßenrand wieder eine Ohrlochprozession. Freya sieht einheimischen Whisky im Laden und will Jürgen mitteilen, daß er welchen kaufen soll, als der nur die Papiertüte hochhebt. Der einheimische Whisky ist spottbillig und gut. Leicht süß, aber nicht so wie Burbon.
Dann aber geht es ohne Unterbrechung weiter. Wir sind wieder in einem "Golden Express-Hotel" untergebracht und für Freya wird gleich eine Rikscha bestellt, die sie zu einem Arzt bringen soll. Ein Boy aus dem Hotel begleitet sie als Übersetzer auf dem eigenen Fahrrad. Geradeaus und rechts, gleich wieder links in die Straße eingebogen und nach fünfzig Metern auf der rechten Seite hält die Rikscha vor dem Bau mit dem roten Kreuz.
Vor der Tür muß Freya die Schuhe ausziehen, wie das bei Privatwohnungen üblich ist und dann geht es rein. Ein Aquarium voll mit Medikamenten, Holzfußboden, Reklame für die verschiedensten Arzneimittel an allen Wänden, an den Seitenwänden je eine Bank auf der einige Leute sitzen.
Die Behandlung der einzelnen Patienten geht fix und alle werfen sie fachkundige Blicke auf Freya's roten, dicken Fuß. Irgendwann ist sie dran. Der Hotelboy spricht mit dem Doktor. Ja, sie hat Hitzepickelchen aufgekratzt und es ist Dreck reingekommen. Ja, sie ist gegen Tetanus geimpft.
Der Doktor reinigt die Wunde, bringt direkt darauf eine weiße Creme "Dr. Smiths Healing Cream" auf und drumherum auf den Fuß kommt so etwas schwarzes wie Pech. Dann erhält Freya noch drei Sorten Tabletten, die sie heute zum Abendessen, der Schlafenszeit und zum Frühstück nehmen soll. Sie wird verbunden und für den nächsten morgen in aller Frühe bestellt. Der Doktor will ihr dann mitteilen ob sie mit auf den See darf oder ob sie den Fuß ruhig halten soll. Natürlich hält sich ihre Begeisterung in Grenzen. Aber sie sieht ein, daß sie erst den blöden Fuß wieder hinkriegen muß.
Vom Hotelboy erfährt sie, daß in Myanmar die Doktoren am meisten verdienen, daß aber dann gleich die Software-Engeneere kommen. Sie wird zurückgefahren und sieht Erich und Jürgen im Garten vor dem Hotel. Vor sich haben die Beiden je eine Flasche Myanmarbier. Klar, daß sie sich dazu setzt und erzählt. So langsam kommen alle anderen und jeder will natürlich wissen, was mit ihrem Fuß ist.
Nach und nach gehen alle Essen. Zurück bleiben nur noch Sigrun und Anne. Freya hat zu nix Lust. Jedenfalls nicht, mehr als 300 Meter zum nächsten Lokal zu laufen. Hier im Hotel gibt es aber nichts, die Küche ist jedenfalls kalt. Wieder ist es Pieter, der hier eingreift und dafür sorgt, daß auch uns ein Essen aus einem anderen Restaurant geholt wird. Schließlich bekommt er auch eins. Wir essen gebratenes Gemüse und Reis und noch Suppe und eine Avocado. Freya muß dann aber doch lachen, als eine Hotelbedienstete sie beim Gehen ganz lieb stützen will. Was ist sie doch für ein armes Hascherl.
Heute morgen ist Freya um 7.15 Uhr von der Rikscha abgeholt und wieder zum Arzt gebracht worden. Jürgen hat sie gesagt, daß ihr Fuß meint "Halte Ruhe" aber natürlich will sie mitkommen, wenn wir den Tag auf dem See sind. Sie wird aber machen was der Arzt meint.
Glücklicherweise sagt der, mit Schonung könnte sie auch Boot fahren. Jippieh! Sie hatte sich schon so ein bißchen auf Krimi-Lesetag eingerichtet, damit sie nicht enttäuscht werden konnte. Aber so ist es natürlich besser. Direkt vom Arzt geht es zum Pier. Sie ist als erste an den Booten und mehr als zufrieden.
Anne, Sigrun, Jürgen und sie haben sich für ein Boot verabredet und es ist ein bißchen peinlich, weil niemand zu den Kambodschanern ins Boot will. Immer vier, einmal auch fünf können in einem Boot hintereinander sitzen. Freya bekommt sogar ein Höckerchen für ihren Fuß. Lieb was?
Wir fahren durch den Kanal der von Nyaung Shwe in den See führt. Im Wasser liegen Wasserbüffel. Schließlich erreichen wir den See. Rechts von uns sitzen oder fliegen kleine gelbe Vögel.
Uns kommen immer wieder beladene Boote entgegen. Fast schwappt das Wasser über, so voll sind sie. Möwen fliegen herum. Über allem liegt ein ganz feiner, dünner Nebelschleier.
Wir sehen ein paar von den berühmten Fischern, die mit einem Bein rudern und mit dem anderen auf dem Boot stehen. Das ist fast wie eine Großwildjagd. Das erste Boot entdeckt den Fischer. Wir fahren mit unseren Booten näher, kreisen sie ein und dann wird fotografiert bzw. gefilmt.
Vorbei an schwimmende Wasserhyazinthen und Seerosen, von denen unser Bootführer je eine pflückt, geht es zu unserem nächsten Ziel, einem Kloster.
Junge Mönche spielen hier Volleyball. In dem großen Hauptraum wird neben dem Heiligtum die Wäsche getrocknet, dahinter Musik und sogar ein Fernseher. Der Boden aus dunklem Holz ist glatt poliert. Es ist kühl im Raum und über allem liegt eine heitere Ruhe. Alle sind wir hin und weg von den Klos, die, auf den See hinaus gebaut eine "direkte Wassereinleitung" haben. Sprich ein Häuschen mit Loch über dem See.
Wir fahren weiter über den See. Dieser ist relativ flach und das Wasser ganz klar. Jetzt kommen die Händler in ihren Booten und machen bei uns an. Ketten, Holzfiguren, Marionetten, Haarspangen und was weiß ich noch alles kann man hier kaufen. Alle steigen aus, nur Freya kann sitzen bleiben.
Jetzt ist sie ein dankbares Opfer für die Händler. Vor allem ist aber ihr sparsamer Mann weg und so kann sie in Ruhe einkaufen. Sie ersteht eine Statuette aus Holz, lang und schmal und bemalt in Gold und Schwarz und mit diesem wunderbaren bräunlichen Rot. Außerdem noch einen schwarzen Wasserbüffeln. Staubfänger halt. "Lucky Money !" tönt es um sie herum. Dann geht es ein kurzes Stück weiter und sie soll auch aussteigen. Es geht in einen Schmuckverkaufsraum, wo ihr allerdings nichts gefällt. Sie setzt sich hin, trinkt Tee und beobachtet andere Touristen beim Handeln. Das macht auch Spaß.
Der Rest der Gruppe hat sich derweil einen kleinen Markt am Ufer angesehen in dem es aber auch nur Touristenramsch gibt. Zu Fuß geht es anschließend durch ein kleines Dorf, vorbei an Trauben von Einheimischen, die rund um ein überdimensionales Glücksspiel stehen, bis hin zu dem Juwelier.
Durch enge Kanäle geht es weiter. Rechts und links stehen Stelzenhäuser aus denen Männer, Frauen und Kinder gucken, die uns alle zuwinken. Wir Frauen kommen uns schon vor, wie die Queen auf Ausritt. Wir bekommen Blumen zugeworfen und es ist wunderschön. Wir betrachten die Häuser. Vor vielen stehen Blumentöpfe. Teilweise sind die Häuser ganz einfach, mit Bastmatten als Wänden. Teilweise sind es aber auch mehrgeschossige Teakholzbauten. Manche Dächer sind aus Grasmatten, andere - welch eine Errungenschaft - schon aus Wellblech. Viele haben Strom der mittels abenteuerlich gespannter Kabel in die Häuser gelangt. Einige wenige haben auch Satelitenschüsseln.
Es geht weiter über den See, vorbei an den schwimmenden Gärten, in denen Tomaten, Kartoffeln, Zuchini, Bohnen und anderes wächst. Libellen fliegen um uns herum, Enten schwimmen umher, das Gras ist saftig grün und überall sind Menschen, die die fruchtbare Erde bearbeiten.
Unsere Mittagsrast findet in einem Restaurant statt, in dem es raffiniert zubereiteten Seefisch gibt. Alles Fleisch, samt Gräten ist herausgenommen, pürriert und gewürzt worden und wieder in den Fisch gebracht. Von außen ist nicht zu erkennen, daß das alles so passiert ist. Das Ganze wird mit Knoblauch und Tomaten serviert und der Fisch läßt sich anschneiden wie Brot.
Mmh. Überhaupt muß festgestellt werden, daß es in Myanmar viele leckere Sachen gibt. Hauptsächlich die Süßwaren haben es uns angetan. In Seidenpapier eingewickeltes "Erdnußetwas" das wie Blätterkrokant schmeckt, kleine Bällchen aus Milch und Zucker, und ganz besonders diese hauchdünnen Blättchen aus Tamarinde wieder in weißem Seidenpapier und nach Brausebonbon schmeckend.
Nach den Essen laufen bzw humpeln wir an den Geschäften in der Nachbarschaft vorbei, aber auch wenn Freya sich die Stoffe ansieht, sie findet nichts oder kann sich nicht entscheiden. Gegen Ende der Mittagspause laufen wir noch zu den unförmigen Buddhas. Die Figuren haben durch die vielen Goldplättchen, aufgetragen durch die Gläubigen, völlig die Form verloren. Hier spendet Freya denn auch ihren Tribut in Form von zwei Sträußen mit Lotosblumen. Schließlich hat sie in der vergangenen Nacht schon davon geträumt, daß man ihr den Fuß abnehmen muß.
Weiter geht es durch schmale Kanäle, vorbei an den grünen, schwimmenden Gärten. Es ist heiß, doch Freya spannt die meiste Zeit nicht den Schirm auf, der ihr wie allen anderen zur Verfügung steht. Ist er nämlich aufgespannt, nimmt sie Anne, der zweiten begeisterten Fotografin, die Sicht, und das will sie nicht.
Zu Freya's Freude ist unser nächster Halt an einer Weberei. Wir können zusehen wie die traditionellen Muster gewebt werden. Durch Abbinden und Eintauchen der Querfäden in Farbe. Ganz fein, ganz fest wird hier gewebt. In einem Raum stehen zwölf Webstühle und die Weberinnen sitzen daran. In einem anderen Raum ist gerade Pause und die Frauen stehen giggelnd am Fenster.
Hier wird man bestimmt nicht reich, aber so ein Leben könnte sie sich auch vorstellen. Im Anschluß an das Begucken der Arbeit dürfen wir wie immer unser Geld ausgeben und so ersteht sie fünf Meter eines sehr schönen Baumwollstoffes in einem zarten Rot. Ein Seidentuch kauft sie nur deshalb nicht, weil keines in ihren Farben vorhanden ist. Dunkeblau oder Rot hätte sie gerne gehabt. Die vielen, wenn auch schönen, Pastelltöne reizen sie nicht.
Unser nächster Stop ist an einer Zigarrenfabrik. Hier sitzen etwa zwölf Mädchen auf dem Boden und stopfen die traditionellen Zigarren. 1000 pro Tag müssen es sein, für einen Tageslohn von 300 Kyat pro Tag. Das kostet uns am Mittag die Thai-Suppe. Das ist noch nicht einmal ein Dollar, den wir der Einfachheit halber mit 500 Kyat umrechnen.
Die gefüllten Zigarrenkästchen für 10 Dollar das Stück erscheinen uns allen vor diesem Hintergrund zu teuer. Dann kommt auch schon die nächste Gruppe an. Wir gehen auf einem Holzsteg am Haus entlang nach hinten zu einem Schuppen, wo Bootsbauer und Holzschnitzer sind. Marlene verteilt Bonbons an die Kinder, die wie immer mit dem Rascheln der Papierchen aus allen Ecken kommen. Die hier sind ganz lieb. Nehmen nur ein Bomschen und strahlen und winken als wir gehen.
Es ist immer lustig wenn wir wieder auf unseren Holzsesseln im Boot sitzen. Freya mit Hocker. Die Luft ist weich. Die Landschaft zerfließt wie mit einem Weichzeichner an den Rändern. Überall die vielen Stangen, die im Boden stecken und wohl dazu dienen sollen, das schwimmende Erdreich irgendwie auf dem niedrigen Grund zu verankern.
Unser nächster Halt ist an einer Schmiede in der Freya eine sauscharfe Schere ersteht. Überhaupt wird hier nicht schlecht gekauft. Von Glöckchen bis zum Messer ist hier wirklich alles zu haben. Nur schade, daß der Schmied auf einer Familienfeier ist und wir nicht sehen wie er hämmert.
Das Thema "ruhe den Fuß aus" hat Freya schon lange aufgegeben, schließlich könnte in einem der Läden ja etwas Interessantes sein, und das darf sie doch nicht verpassen.
Unser letzter Halt auf dem Inlesee ist an einem netten Restaurant mit angegliederten Werkstätten. Hier können wir auch sehen, wie aus Lotosblumenstengeln Fäden gewonnen werden, aus denen dann wieder Stoffe gewebt werden. Die sind aber schon affig teuer.
Fünf aus unserer Gruppe bleiben länger in dem Restaurant, der Rest fährt in den verbleibenden Booten zurück in Richtung Hafen. Die Sonne geht langsam unter und läßt alles in warmen Farben erglühen.
Im Hafen angekommen, nimmt Freya eine Rikscha zum Doktor, mit dem sie jetzt auch ohne Übersetzer klarkommt. Er sieht was sie auch sieht: Totale Ruhe hätte dem Fuß besser getan. Sie bekommt also wieder schwarze Schmiere und Bandagen und Tabletten. Der Doktor erklärt ihr, daß mit Ruhe der Fuß in drei Tagen ok wäre. So wie sie das aber handhabe, würde sie mindestens sechs Tage damit herumlaborieren.
Diesmal erhält sie sogar eine Rechnung von ihm. Sieben Dollar! + 200 Kyat die für die Rikscha angefallen sind. Sie sieht ja auch alles ein. Morgen also Ruhe. Im Hotel angekommen verabreden sich alle zum Essen. Freya hat mal wieder keinen Hunger oder soll sie sagen, sie schont lieber ihren Fuß? Jürgen verabredet sich. Freya bleibt zurück mit Cola und einer Flasche Myanmar-Bier und meint noch zu Jürgen, daß sie sich vorkommt wie früher bei Hausarrest.
© Jürgen & Freya Blösl, 2001-2011
letzte Überarbeitung: 10.06.2011
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