Laos, das ursprüngliche Asien
Wieder begrüßen uns ein neuer Guide und ein neuer Fahrer und diese sollten uns nun bis zur Ausreise begleiten.
Das Tagesziel ist Savannakhet und uns steht eine lange Fahrt bevor. Freya fragt, ob wir am Busbahnhof vorbeikommen an dem wir gestern dieses Plakat gesehen haben. Leider reden wir aneinander vorbei. Freya spricht von dem Busbahnhof in der Nähe des Triumphbogens, der Guide denkt, sie meint den großen Busbahnhof außerhalb der Stadt.
Kurz nachdem wir Vientiane verlassen haben stoppen wir in Ban Na. Der Tempel hier ist alt und schön und Freya freundet sich mit einer kleinen Katze an. In der Nähe ist auch ein Elefantenbeobachtungsturm. Doch dafür bräuchten wir wohl einige Stunden Zeit oder hätten sogar dort übernachten müssen.
Zum Mittagessen, Stunden später, bestellen wir diesmal gebratene Nudeln. Schmeckt gut und ist tatsächlich eine Alternative zu Nudel-
suppe.
Am späten Nachmittag stoppen wir noch in der Nähe von Thaket an einer natürlichen Mauer, die uns allerdings nicht wirklich beeindruckt, und an einem wichtigen Tempel, der uns nicht gefällt.
Hier ersteht Freya (wenn auch letztendlich mit Hilfe des Guides) eine Kokosnuss. Das ist gar nicht so einfach. 5.000 soll sie kosten und Freya hat 4.000 und 10.000 Kip in Scheinen. Problem, Problem! 6 Leute zücken ihre Brieftasche und tatsächlich könnten sie Freya jetzt rausgeben. Aber bald weiß keiner mehr welches Geld von wem ist und so fangen sie an zu diskutieren und sammeln ihr Geld wieder ein.
Dann kommt der Guide, öffnet die Nuss, organisiert einen Strohhalm und schafft es dass man Freya auf ihre 10.000 Kip 7.000 zurückgibt. Na ja. Sie gibt die 2.000 dann wieder drauf, schließlich hatte sie ihre Geschäftsvereinbarung auf einer anderen Basis getroffen.
Mit dem Sonnenuntergang laufen wir in Savannakhet ein. Unser Hotel liegt etwas außerhalb am alten Flughafen und Essen gibt es offen-
sichtlich nur, wenn man es vier Stunden vorher anmeldet. Also laufen wir in Richtung Stadt und nach etlichem Hin- und Hergelaufe ent-
schließen wir uns nur halb begeistert für ein Lokal.
Wir sitzen draußen. Drin wäre die Lautstärke der Musik gar nicht zu ertragen gewesen. Draußen ist es dafür kalt. Der Service ist sehr freundlich, nett und akkurat. Zweimal kommt er zurück an unseren Tisch und vergewissert sich, ob es auch wirklich das ist, was wir wollen. Wir bibbern schon als das Essen kommt und stillen wirklich nur schnell unseren Hunger.
Der Guide kam heute Morgen mit einem Zettelchen auf dem der Name des Baumes stand, von dem Freya die schönen getrockneten Samen-
stände gefunden hat (Lagorstroemia maerocarpa). Das fand Freya nun wirklich sehr nett.

Wir fahren als ers-
tes zum Zentral-
markt von Savan-
nakhet. Wo wir auftauchen sind wir die Attraktion: „Falang, Falang“ ruft es vor, hinter und neben uns. Langnasen, kicher, kicher. Daran ist zu sehen, dass hier wirklich noch touristisches Niemandsland ist. Der Markt ist riesig, wirklich schön und interessant.
Bald nach dem Verlassen des Ortes halten wir bei einem Hmong Markt im Wald. Die Verkäufer sehen uns und juhuuu, auf sie mit Gebrüll. Es gibt Honig und Palmzucker zu kaufen. Freya ersteht Palmzucker. Den kennt sie und der schmeckt ihr. Sie hat sogar erfolgreich gehandelt.
Dann fahren wir wieder ewig lange ohne Unterbrechung. Neben der Straße dürre Reisfelder, eintönige Fahrt. Gegen Mittag stoppen wir an einem Ort wo wir sehen können, wie die „feuchten Nudeln“ aus einem Reisteig hergestellt werden.
Als nächstes kommen wir zu einer Reisschnapsbrennerei. Jürgen und Freya sind sich einig, dass der Schnaps hier besser schmeckt als in dem Bergdorf wo wir die Mitbringsel gekauft haben. Blöderweise wird er aber hier nur in Colaflaschen (1l) abgefüllt und die bekommen wir nun mal nicht in einen Flieger.
Im gleichen Ort essen wir auch zu Mittag. Wir essen gebratene Reisnudeln und die schmecken uns auch wieder deutlich besser als die hiesigen Nudelsuppen.
Nicht mehr lange und wir sind in Pakxe. Hier be-
suchen wir den Wat Luang und den Nachmittags-
markt und werden dann ins Hotel gebracht. Da wir erst vier Uhr haben machen wir uns frisch und gehen gleich wieder los. Unser Ziel ist der Mekong. Auch hier hören wir ab und an das Wort Falang.
Am Mekong stehen viele Tische und überall wird hier Fisch gebraten. Das riecht lecker und sieht auch gut aus. Doch wir denken an den verdorbenen Magen vor ein paar Tagen und lassen das aus.
Das Einkaufszentrum in der Mitte der Stadt steht fast leer und die Geschäfte drinnen sind eher langweilig. Bei dem schönen Goldregen-
baum draußen kann Freya dann nicht anders. Sie geiert sich ein paar Samenschoten. Außerdem nimmt sie sich ein Stück von dem abge-
brochenen Blauglockenbaum. Vielleicht klappt ja die Stecklingsver-
mehrung.
Jetzt wollen wir auf der Straße 13 in das Lokal „Delta Coffee“. Blöder-
weise haben die aber zu und so gehen wir ziemlich direkt daneben in ein Gartenlokal. Wir bestellen gegrillten Fisch und Fried Potatoes und bekommen erstmal einen Teller mit Kartoffelchips. Der Fisch ist okay. Das koreanische Essen, das sich aber alle unsere Nachbarn bestellen ist viel interessanter und so sagen wir dann auch brav good bye als wir gehen. Wir haben schließlich häufig Blickkontakt gehabt, so oft wie wir ihnen auf den Teller geguckt haben.
Bevor wir am nächsten Morgen Pakxe verlassen, halten wir am Mor-
genmarkt. Auch dieser hier ist, wie schon der in Savannakhet riesig und bunt. Freya geniest das. Sie läuft zwischen den einzelnen Stän-
den umher, sieht gewöhnliches wie Chili in rauen Mengen oder Toma-
ten und anderes Gemüse, aber auch exotisches wie Ameiseneier und Käfer, die wie wir erfahren in der Rinderscheisse wohnen.
Dann hat sie etwas entdeckt, das sie ein bis-
chen mehr interessiert. Große Säcke voll mit verschiedenen Sorten Tabak. Viele, die hier Halt machen greifen einfach in den Sack, drehen sich eine Zigarette und rauchen. Nett. Freya schnuppert überall und kauft schließlich für 5000 Kip einen Plastikbeutel voll für den rauchenden Bruder zuhause.
Kommentar des Bruders zum Tabak, über den er sich sehr gefreut hat: „Vielleicht schaffe ich es damit, das Rauchen aufzugeben. Schwarzer Krauser ist ein Kindergeburtstag dagegen. Wenn ich davon eine geraucht habe, brauche ich vier Stunden keinen Tabak…“ Auch der mitgebrachte Schnaps ist offensichtlich nichts für zarte Gemüter
.
Dann geht es mal wieder mit dem Auto über Land und zu einer Fähre, die uns über einen Mekongarm zum Wat Phou bringen wird, den beeindruckenden und 200 Jahre älteren Vorläufer von Angkor Wat.
Früher bestand auch mal eine Straßen-
verbindung zwischen den beiden großen Tempelkomplexen an der es alle 2 km einen kleinen Tempel gab. Heute ist dieser Weg größtenteils überwuchert – er wäre aber aus der Luft gut zu sehen.
Bevor wir da ankommen, stoppen wir kurz und sehen einer Frau zu, die trockene Reisnudeln herstellt. Während die Nassnudeln eher das "Spätzleprinzip" mit Durchdrücken anwenden, werden bei den Trok-
kennudeln hauchdünne Platten hergestellt, die denen ähneln, die für Frühlingsrollen verwendet werden. Diese Platten werden auf Kokos-
matten in der Sonne getrocknet, dann mit einer sehr scharfen Ma-
schine geschnitten und schließlich in Strängen auf Bananenblätter gelegt.
Bei Wat Phou schließlich gibt es wie auch bei Angkor vor dem eigentlichen Heiligtum Teiche. Dahinter liegen die Besuchspaläste, getrennt für Männlein und Weiblein. Diese Paläste sind aber noch weitgehend unrestauriert.

Das eigentliche Heiligtum liegt auf dem Berg. Über eine steile und kurzstufige Treppe, die von einer Frangipani Allee beschattet wird, steigen wir hinauf. Über uns liegt der Gipfel, der von der Form an eine weibliche Brust erinnert. Im Tempel selbst fanden früher Menschenopfer statt und ein wenig entfernt vom Tempel werden wir später auch noch zu den Altarsteinen geführt, auf denen Rinnen sind damit das Blut ablaufen kann.
Zunächst aber betrachten wir die feinen Steinmetz-
arbeiten über den Türen, die Geschichten von den Hindugöttern und deren verzwickte
Verwandt-
schaftsverhältnisse darstel-
len. Wir bekommen erklärt, dass immer wieder unter-
schiedliche Volksgruppen an dem Tempel gearbeitet haben, Cham mit Ziegel-
steinen, Khmer mit dem behauenen Sandstein.
Wir erfahren so nebenbei etwas zu den losen Sitten der Cham, bei denen es früher wohl einmal im Jahr so etwas wie einen Darkroom gegeben haben soll. Innendrin ist der Tempel mittlerweile zu einem buddhistischen Tempel umfunktioniert. Schon bei den noch erhal-
tenen Wächterfiguren an den Aufgängen war das durch die orangenen Schärpen zu erkennen, die ihnen übergelegt waren.
Bei der heiligen Quelle die hinter dem Tempel aus dem Berg kommt, ist Freya erstaunt darüber, dass sie über eine Plastikrinne geleitet wird. Wenn man sich die schönen Steinrinnen der frühen Jahre an-
sieht, kommt man da schon ins Grübeln. Trotzdem erfrischt sie sich mit dem heiligen Wasser. Wer weiß wofür es gut ist.
Mittag gibt es dann in dem kleinen, deutlich aufstrebenden Ort neben der Tempelanlage. Wir beobachten eine Musikgruppe beim Abbau ihres Equipments und sehen mit Staunen die riesigen Lautsprecher, die ziemlich ungeordnet auf einen LKW gelagert werden.
Dann folgt wieder eine längere Autofahrt, bis wir an einem neueren Tempel Halt machen. Hier hat vor vielen Jahren ein berühmter Mönch gewirkt, der heute hochbetagt in Phnom Penh lebt. Wir sehen Dar-
stellungen des Lebenskreislaufes, schätzen den Aufenthalt aber mehr der Pause denn des Tempels wegen.
Weiter geht es zum Mekong. Hier steigen wir dann ins Boot um. Die letzten beiden Tage in Laos werden wir auf Khong-Island verbringen, einer der 4000 Inseln im Mekong.
© Jürgen & Freya Blösl, 2008-2011
letzte Überarbeitung: 10.06.2011
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