Laos, das ursprüngliche Asien
Auch heute bitten wir unseren Guide das geplante Tagesprogramm zu ändern. Wir wollen morgen Vientane selbst erkunden und stattdessen mit dem Guide in den Buddha Garten, einen Park außerhalb von Vientiane, fahren. Dort gibt es riesengroße Betonfiguren, die Szenen aus Buddhas Leben und Figuren aus anderen Religionen darstellen.

Der Weg dahin ist teilweise sehr schlecht und wir sind froh, dass wir das nicht auf eigene Faust organisiert haben. Der Garten ist schön und beeindruckend. In das Gebäude, das die Hölle darstellen soll gehen wir zwar beide hinein, aber nur Jürgen geht die steilen, engen Stufen bis oben. Aber auch er kapituliert zugunsten der Klei-
dung und krabbelt nicht durch das Maul, das im obersten Stockwerk nach draußen führt.
Auf dem Rückweg halten wir noch bei That Luang. Schöner als der goldene Stupa sind die frisch renovierten Wats rechts und links davon. Unsere Guides lassen uns in der Innenstadt von Vientiane beim Brunnen raus. Wir verabschieden uns lieb weil morgen die nächsten Guides kommen, geben unser Trinkgeld und fallen dann in die Scandinavian Bakery ein.
Dies, das und das – unser Tisch steht bald voller Süßigkeiten. Leider haben wir uns damit dann doch ein bisschen übernommen und die Verkäuferin lacht, als Freya eine Tüte nachordert.
Das Wetter ist immer noch bescheiden und so entscheiden wir uns für eine Mittagspause im Hotel. Vorher wird noch Geld aus einem der hier mittlerweile reichhaltig vorhandenen ATM geholt, weil hier in Vientane die letzte Gelegenheit dazu sein soll.
Nach einer guten Stunde sind wir wieder auf der Piste. Eine Straße längs und eine quer schlagen wir uns durch die City. So ist das Stadt-
zentrum bald erkundet. Wir gehen in ein schönes Seidengeschäft und erstehen dort – man gönnt sich ja sonst nichts – seidene Bettwäsche
. Ein Buchgeschäft hier macht uns nicht so sehr an. Zum einen sind die Bücher recht teuer und zum anderen kann man noch nicht mal darin blättern.
Am nächsten Morgen hat sich das Wetter immer noch nicht geändert und so laufen wir mit Jacke los. 1. Ziel ist der älteste Tempel von Vientiane. Er ist als einziger in den Wirren des letzten Jahrhunderts unzerstört geblieben. Hier stehen viele Buddha Statuen und das Gebäude selbst hat einen abblät-
ternden Charme in Toskana-Farben - Ocker und Braunrot.
Entlang der Hauptstraße gehen wir dann weiter, weil sich dort Wat Simuang, der beliebteste Tempel von Vientiane, befinden soll. Bei den Blumengeschäften vor diesem Tempel beobachten wir Mädchen bei der Herstellung von Opfergaben. Ein Topf aus flüssigem Wachs, ein Holzmodel in das Wach getaucht und dann in einem Eimer mit kalten Wasser abgeschreckt. Die so erstellten Wachsformen werden an-
schließend von einer weiteren Frau in großer Zahl an eine Grund-
konstruktion angebracht und wirken von weitem wie große Blüten.
Wat Simuang ist wirklich ein Glücksgriff für Leute wie uns. Überall auf dem Gelände stehen Figuren, teilweise lebensgroß oder noch größer. Garuda, Mutter Erde, Wächter-
figuren und natürlich Buddha.
Ein lebender Storch sitzt auf einem Fel-
sen, Affen spielen in einer großen Volliere. Mönche gehen über das Gelände and an dem steinernen Löwen dreht sich ein Kätzchen in der Sonne. Hier ist richtig was los. Wir machen Rast, essen das übrig gebliebene Muffin von gestern und trinken dazu unser Wasser.
Wir wollen noch zum Morgenmarkt, verfransen uns aber und sind stattdessen am Khua Din Market, einem Markt in der Nähe des städ-
tischen Busbahnhofs. Ein bisschen doof von uns war, dass wir das wunderbare riesengroße Plakat nicht fotografiert haben auf dem auf Laotisch und auf Englisch zu lesen war: "Good people do not litter!" (Wenn irgendjemand der diesen Bericht liest ein Foto davon machen und an uns schicken kann – wir würden uns freuen.) Wer den Dreck vor allem außerhalb der Städte sieht, wird verstehen warum diese Botschaft sich hoffentlich bald im ganzen Land herumspricht.

Unser nächstes Ziel ist die vertikale Rollbahn. Ein Tri-
umphbogen, natürlich ein bisschen größer als der in Paris, den die Laoten aus dem Zement gebaut haben den die Amis in den sech-
ziger Jahren für eine Roll-
bahn gestiftet haben. Hier findet Freya zwei Zweige mit getrockneten Blütenständen. Die schleift sie von da an immer mit und es sei verraten, dass sie sie auch heil mit nach Hause bekommen hat.
Von da aus gelangen wir dann doch noch zum Morgenmarkt. Neben einem typischen zweistöckigen Markt mit vielen kleinen Ständen in dem es alles und gar nichts gibt (bis hin zu Kühlschränken), findet sich mittlerweile auch ein klimatisiertes Kaufhaus und sogar ein Parkhaus.
Im Obergeschoss des Kaufhauses gibt es dann auch ein frühes Abendessen. Ziemlich müde laufen wir danach im Hotel ein, von wo aus wir nach kurzer Pause in das Lokal "Sticky Fingers" in der Francois Ngu Straße gehen, wo wir den Tag mit leckeren Cocktails ausklingen lassen.
© Jürgen & Freya Blösl, 2008-2010
letzte Überarbeitung: 15.01.2010
Bilder und Text unterliegen dem copyright von Jürgen und Freya Blösl. Sie sind durch deutsches und internationales Recht geschützt. Sie dienen nur der persönlichen Information. Jede weitere Nutzung bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung durch Jürgen Blösl
All pictures and text displayed are copyrighted by Jürgen and Freya Blösl. They are protected by German and international laws. They may only be used for your personal information. No reproduction or commercial use is allowed, except after prior written consent by Jürgen Blösl