Laos, das ursprüngliche Asien
Wir werden um 9:00 Uhr von unserem neuen Guide und Fahrer ab-
geholt. Zuerst fahren wir die Strecke von vorgestern wieder zurück und halten wie schon auf dem Hinweg in einem kleinen Dorf an der Straße 7.
Der Ort ist zwar noch nicht an ein überregi-
onales Stromnetz angeschlossen, liegt aber an einem Fluss. Also wurden halt lauter kleine Staudämme gebaut und die Stöcke mit Propeller die sonst die Boote antreiben hineingehalten. Das ganze funktioniert nun umgekehrt: Das Wasser treibt den Propeller an und der erzeugt mittels eines Generators Strom.
Unser Fahrer heute ist der erste der hupt. Alle Anderen sind ohne Krach um Hunde, Katzen, Kühe und was sonst noch auf einer Straße im Weg sein kann herumgefahren.
Kurz vor Vang Vieng, unserem heutigen Tagesziel, halten wir bei der Elefantenhöhle. Das ist eine kleine Höhle mit Buddhas und anderen Figuren. Auch der Namensgeber der Höhle, ein elefantenähnlicher Stein ist ohne viel Fantasie zu erkennen.
Nach der Besichtigung der Höhle machen wir noch einen kleinen Spaziergang. Wir gehen durch das Dorf, zu dem die Höhle gehört, an einem kleinen Kanal entlang neben dem sich Reisfelder erstrecken. Immer noch ist es, wie schon den ganzen Tag ziemlich diesig und so ist die grandiose Landschaft um uns herum mehr zu ahnen als wirklich zu sehen.
"Ob wir Lust hätten in eine Höhle zu gehen, die nicht auf dem Pro-
gramm steht weil sie noch nicht so lange entdeckt ist?" Unser Guide hat davon bisher auch nur gehört und die Höhle soll schön sein. Klar wollen wir da hin und schön ist gar kein Ausdruck für das, was wir jetzt zu sehen bekommen.
Über Felsen und mehrere kurze Leitern erreichen wir das Innere der Höhle. Sie leuchtet stellenweise hellblau und viele Stalaktiten hängen von der Decke.
Man geht ein gutes Stück durch die Halle und steigt dann über eine Leiter in einen zweiten Raum eine Etage tiefer. Am Ende dieses Raumes ist wieder eine Leiter die dann allerdings wieder nach oben führt. Überall die schönsten Kalkgebilde. Richtig schön. Vor allem aber glänzt und glitzert es an Wänden und Decken als ob jemand Gold-
puder verstreut hätte. Leider haben ein paar Idioten schon „I love you“ an die Decke geschmiert.



Mittlerweile sind wir von der Luftfeuchtigkeit der Höhle nass ge-
schwitzt, kühlen aber rasch wieder ab als wir wieder draußen sind. Unser Guide unterhält sich noch mit dem Mann, auf dessen Grund die Höhle gefunden wurde und ist noch ganz begeistert. Er hätte ja schon von der Höhle gehört aber seine letzten Touristen wären alle zu alt gewesen für eine derartige Kletterei. Na bitte, alle zufrieden.
Wir gehen weiter am Kanal entlang und sehen beim nächsten Dorf einem kleinen Jungen zu, der am Fluss stehend die geangelten Fisch-
chen ausnimmt. Drei kleine Kinder winken uns zu und da die von Freya gekauften Bonbons im Dreierpack sind gibt sie ihnen eine Tüte. So ganz geheuer ist ihnen das nicht, denn sie trollen sich schnell davon.
Schließlich fahren wir weiter nach Vang Vieng, wo wir sehr schön direkt am Fluss untergebracht sind. Die berühmte „Happy Pizza“ wollen wir auslassen, aber nach normaler Pizza ist uns schon nach der erzwungenen Essenspause.
Wir laufen durch den Ort. Klar ist das hier touristisch – aber mit Orten wie Kuta oder Pattaya nicht zu vergleichen. Viele Restaurants, laute Musik, Fernseher – alles, was ein Backpacker so zu brauchen scheit. Endlich entscheiden wir uns für ein Lokal und gehen an den Laut-
sprechern vorbei nach hinten. Hier kann man es aushalten. Auf der Karte kann man erkennen, dass die Pizza gerade erst heftig aufge-
schlagen wurde. Das ist unschwer an den überklebten Etiketten zu erkennen: - von 35.000 auf 48.000. Ähnliche Preiserhöhungen gab es auch bei den Eintrittsgeldern und anderem.
Die Musik ist mal wieder eine Zeitreise in der Cat Stevens seine dick-
köpfige Frau sucht, Dolly Parton die Charlene bittet ihr den Kerl zu lassen und P.J. Harvey von keinem geliebt wird.
Wir haben Riesenhunger und malen uns gegenseitig schon das Essen aus. Endlich kommt erst eine, dann viel später die nächst Pizza. Riesig – zumindest für unsere an Sparflamme gewöhnten Mägen. Letztend-
lich schaffen wir zu zweit gerade mal eine.
Am Morgen frühstücken wir im offenen Frühstückraum der Anlage. Eine kleine Katze kommt zu uns, gefolgt von einem kleinen Holländer-
jungen, der ernsthaft und unbeirrt auf Freya einredet. Sie hat mal behauptet, dass man Holländisch als Deutscher mit einem bisschen guten Willen verstehen kann. Sie hat den guten Willen und gibt sich wirklich Mühe und erfährt also, dass die Familie des Jungen zwei Katzen und einen Hund hat... Aber das war’s dann auch schon. Bei einem langsameren Sprecher hätte man sicherlich mehr Informat-
tionen herausfiltern können
.
Auch den heutigen Tagesablauf haben wir geändert. Statt Bootsfahrt auf einem Stausee können wir auch hier auf dem Fluss fahren. 
Das passt uns viel bes-
ser und so geht es mit dem Boot fluss-
aufwärts. Vorbei an atemberaubender Felslandschaft, und ebenso atemberau-
benden Holzkon-
struktionen, von denen aus man irgendwie spektakulär in den Fluss schwingen kann. Der Standard-Touri macht die Tour natürlich nicht mit einem Boot, sondern in einem LKW-Reifen und mit reichlich Pausen in den diversen Biergärten.
Wir genießen die Fahrt und strahlen beide, als wir nach etwa einer Stunde wieder am Hotel ankommen.
Während wir unsere Bootsfahrt gemacht haben, ist unser Fahrer mit dem Auto an den Fluss gefahren und hat es geputzt. Das ist aber gleich wieder hinfällig, denn wir fahren über das Rollfeld, das die Amerikaner während des Krieges genutzt haben. Der Süden Laos und auch die Hmong haben während des Krieges die Amerikaner gegen den kommunistischen Norden unterstützt.
Zwischenstopp machen wir in einem Dorf, das wegen eines Stausees umgesiedelt werden musste. Hier gibt es Fisch und Fisch und Fisch - frisch, getrocknet oder sauer eingelegt. Wir laufen durch das Marktge-
tümmel, schauen uns um und fahren dann weiter.
Unser nächster Halt liegt ein wenig abseits der Hauptstraße. Es ist der große Stausee, dessen erzeugter Strom fast vollständig an Thailand verkauft wird. Fährt man hier entlang, so fällt einem auf, dass die Gleichheit in Laos auch ein Ende hat. Hier stehen einige Villen, die prunkvoller nicht sein können und einen krassen Gegensatz zu den Behausungen bilden, die 95% der Bevölkerung haben.
Jetzt steht Mittagessen auf dem Programm. Freya ist nicht wirklich hungrig aber wir sollten was essen.
Ein strahlendes Lächeln läuft über das Gesicht der Garküchenbe-
sitzerin als sie uns sieht. Wir essen mal wieder Nudelsuppe mit Hühnchen. Leider mal wieder mit Knochen und Haut. Freya versucht einen Hund anzulocken, erschreckt diesen aber fast zu Tode. Jürgen nennt sie daraufhin Hundeschreck und lästert außerdem über ihren unorthodoxen italienisch, chinesischen Nudelrollstil.
Schließlich fahren wir weiter und erreichen bald darauf Vientiane. Der Fahrer dreht eine Ehrenrunde damit wir uns orientieren können – aber das Zentrum ist ja übersichtlich. Wir rasten kurz im Hotel und laufen dann in Richtung Mekong. Aber was ist denn das? An der Mekong-
promenade steht man nicht am Wasser, sondern an einer Sandbank. Der Fluss fließt bestimmt 100 m entfernt und zum Großteil durch eine Insel verdeckt.
Viele Stände, Buden und Fischbratküchen befinden sich hier. Auf Abendessen hat Freya keine Lust also trinkt sie nur einen Bananen-
shake während Jürgen zu Abend isst. Im Hotel verzehrt sie dann aber doch den eingekauften Eclair. Hier merkt man zum ersten Mal so richtig, dass Laos eine französische Kolonie war.
© Jürgen & Freya Blösl, 2008-2011
letzte Überarbeitung: 10.06.2011
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