Laos, das ursprüngliche Asien
Wir schlafen eher mäßig, was zum einen an der knatternden Klima-
anlage liegt und dann, als diese aus ist, an der Schwüle im Zimmer. „Glücklicherweise“ leben hier auch noch lauter Frühaufsteher und so bekommen wir dann ab spätestens 5:30 Uhr einen Vorgeschmack auf den kommenden Tag.
Um 9:00 Uhr wollen wir los zu den Mekong-Wasserfällen. Ab wann ist dieser Fluss eigentlich klar geworden? Lange hat er uns als milchkaffeebraune Brühe begleitet. Na ja, dafür sieht man jetzt was für eine Kloake hier herumschwimmt.
Mit dem Boot geht es knapp zwei Stunden lang flussabwärts bis wir an einer Insel halt machen. Hier hatten die Franzosen einen Umladebahnhof für Teak-Hölzer. Davon ist aber lediglich eine Lok übrig geblieben. Eigentlich wollten sie ja einen bis zur Mündung schiffbaren Mekong und haben deshalb sogar versucht, einen Kanal zu sprengen. Doch letztendlich haben sie sich den Wasserfällen geschlagen gegeben.
Freya entdeckt hier sogar einfach gewebten, nicht gemusterten Stoff aus Baumwolle. Die Stoffe, die sonst angeboten werden, haben immer irgendwelchen Schnickschnack drauf, der zwar wundervoll in die Gegend passt, aber nicht nach Deutschland. Sie käme sich schon komisch vor, wenn ihre Kleidung überall mit kleinen Elefanten bestickt oder bewebt wäre.
Wir laufen auf einem Sandweg durch den Ort und kommen wieder an den Mekong, der kurz-
zeitig durch Gebüsch vor uns verborgen war. Eine Herde Wasserbüffel badet hier und nicht nur Jürgen macht Fotos. Dann wollen sie raus aus dem Wasser. Nur: Freya und der Guide stehen im Weg. Ja und die großen Tiere sind wahre Seelchen. Sie bleiben stehen, gucken dumm in der Gegend herum und gehen erst, nachdem wir den Weg freigemacht haben.
Schließlich sind wir bei den Wasserfällen angelangt. Nicht nur an diesem Seitenarm, sondern an vielen Stellen stürzt sich hier der Mekong, der insgesamt eine Breite von 10 km einnimmt, sprudelnd die Basaltfelsen hinunter. Es ist hier nicht wirklich ein rie-
siger Höhenunterschied aber wegen der Menge des sich bewegenden Wassers ins-
gesamt doch ziemlich beeindruckend.
Bei den Wasserfällen gibt es einige Essensbuden und wir werden gerufen das Essen hier auszuprobieren. Aber unser Guide hat uns offensichtlich schon einem anderen Restaurant versprochen
.
Freya kauft auf dem Weg zurück noch frittiertes Brot aus Klebreismehl (süß) und macht das mit ihren Bonbons mal wieder richtig. Sie gibt dem auf einer Matte ruhenden Papa von drei Kindern ein Beutelchen mit drei Bonbons. Ergebnis: Vier strahlen – oder waren es doch fünf?
Im Restaurant isst Jürgen Frühlingsrollen und Freya traut sich zum 2. Mal an den Papayasalat. Jetzt glaubt sie dass er es wirklich ist. Sie mag diesen Salat nicht, aber hier schmeckt er wenigstens ein bis-
chen besser als an den Wasserfällen bei Luang Prabang.
Dann geht es auch schon wieder mit dem Boot zurück zum Hotel. Die Rückfahrt empfanden wir dann beide als etwas langweilig. Wir hätten lieber nach den Mekong-Delphinen Ausschau gehalten, wurden aber von unserem Guide abgeblockt. Diese sind noch ein Stück weiter in Richtung Süden. Das hätte wohl bedeutet, dass man nur in eine Richtung Boot fährt und dann mit dem, heute nicht vorhandenen, Auto zurück.
Im Ort angekommen laufen wir noch ein bisschen herum und nach kurzem Rumgestöber im Internet sitzen wir jetzt vor unserer Auberge in bequemen Stühlen. Jeder hat ein Bier vor sich und schafft. Links neben uns haben sich offensichtlich sämtliche Zwitschermänner der Region verabredet und erzählen sich die Tagesnews. Jürgen schweigt dagegen und guckt sich die gemachten Fotos auf dem PC an. Jetzt wird schon mal aussortiert.
Am nächsten Morgen werden wir um 8:30 Uhr abgeholt. Unsere Ruck-
säcke werden wieder die steile Treppe zum Boot getragen und wir ver-
lassen diese Insel, auf der nur ganz wenige Autos fahren.
An den Khone Pha Pheng Wasserfällen kom-
men wir mit einem österreichischen Ehepaar ins Gespräch, und Freya entdeckt an den Ständen auch noch mal einen schönen Stoff. Jürgen findet ein Hemd und trotzdem haben wir immer noch Kip zuviel. Umtauschen ist nur zu einem sehr schlechten Kurs möglich.
Zwischendurch kurze Aufregung. Wir sollen um 12:00 Uhr an der Grenze sein und es ist schon 10:00 Uhr! Klärt sich aber alles. Unser Flug geht um 18:15 Uhr und nicht um 14:15 Uhr. Also keine Panik.
Auf der Rückfahrt stoppen wir dann noch kurz in Pakxe. Hier wird Freya auch die Englischbücher los, die sie quer durch Laos geschleppt hat. Wir halten nämlich noch mal am dortigen Kloster. Vor zwei Tagen, als wir schon mal hier waren, waren die Bücher noch tief im Rucksack vergraben. Heute darf Freya sich dann auch noch in das donation book eintragen.
An der Grenze machen wir noch mal einen kurzen Stopp um Mittag zu essen. Supergünstig, aber nicht wirklich lecker. Es ist mal wieder Nudelsuppe!
Tja und dann wechseln wir hier tatsächlich noch mal die Begleitung.
Ein junger Thai wird uns von der Grenze aus zum nahe gelegenen thailändischen Flughafen fahren.
© Jürgen & Freya Blösl, 2008-2011
letzte Überarbeitung: 10.06.2011
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