Angkor Wat und andere Tempel -
Kambodscha und Nordthailand im März 2005
Gerade als Jürgen aus dem Zimmer zur Lobby gehen will, klingelt das Telefon. Unser Taxi ist da. Leider kann die Stimme am anderen Ende der Strippe nur diesen Satz und Freyas "wir sind schon unterwegs" wird nicht verstanden.
In der Lobby will Jürgen dann noch die Kaution von 1000 Bath auslösen und Freya soll das Taxi ausfindig machen. Leichter gesagt als getan. Der Fahrer an der Tür ist nicht für uns zuständig. Die Süße hinter dem Counter, den Englischkenntnissen nach genau die, mit der Freya gerade telefoniert hat, hat leider auch kein Personengedächtnis. So stehen wir dann am Haupteingang bis Jürgen noch mal zum Hinterausgang geht und dort dann auch unseren Fahrer ausfindig macht.
Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden, dann sind wir in Pattaya im Amari-Ressort. Wir haben ein sehr schönes Zimmer mit Blick zum weitläufigen Garten und Freya kann sich leider wegen eines heftigen Regengusses (dem ersten im ganzen Urlaub) nicht sofort an den Pool legen.
Abends laufen wir gemeinsam mit Hunderten Touristen und Einheimischen an der Strandpromenade entlang. Hier findet nämlich heute ein Musikfestival statt. Überall stehen Buden und kleinere Garküchen auf der für den Verkehr abgesperrten Straße.
Am nächsten Morgen gibt es zum Frühstück gibt es Freya's geliebte Sushi und Miso-Suppe, eine große Obstauswahl und was so ein gutes Hotelbuffet noch alles bieten kann.
Wir verbringen einen ganzen faulen Tag damit am Pool dem Schatten hinterher zu wandern. Irgendwann am Tag kommt jemand mit nassen, duftenden kühlen Tüchern und kurz darauf mit Obst an unseren Liegestuhl. Abends kaufen wir dann Karten für die Travestie-Show in die wir morgen wollen, essen riesige Mengen Prawns und später im Supermarkt gibt Freya dann noch ihrem Faible für Farbstoffgetränke nach. Da gibt es Fruchtgetränke in lila, rosa und rose mit so etwas wie Gummibärchen-Glibber drin. Mmmmhhh
.
Am folgenden Tag sind wir wegen des Ausfluges nach Nong Nooch, dem nahe gelegenen Tropical Garden, früh aufgestanden. Wir werden gegen 8:35 Uhr mit einem Minibus abgeholt und nach Pattaya Zentrum gebracht. Dort bekommen wir und alle die sich sonst noch eingefunden haben einen Bepper angepappt und steigen in einen Reisebus um. Der fährt uns dann zum Tropical Garden.
Wir sagen nur schnell Bescheid, dass wir an der offiziellen Führung nicht teilnehmen und schon haben wir uns abgesetzt. Der Garten ist wunderschön angelegt und um uns möglichst weit von den ankommenden Gruppen abzusetzen, gehen wir über einen Hochweg zum Schmetterlingshaus. 
Leider sieht man nur zwei verschiedene Arten. Danach zieht es uns zum Vogelhaus, wo Jürgen sich über einen zutraulichen und neugierigen Hornbill amüsiert und Freya mal wieder mit Raben schäkert. Jetzt erst zieht es uns zurück zu unserem Ausgangspunkt. Hier hat sich die Meute inzwischen verlaufen und wir sehen uns in aller Ruhe die Orchideen und Bromelien an, um dann festzustellen, dass unser gebuchter Vormittag schon fast um ist. Wenn wir das gewusst hätten, wären wir hier den ganzen Tag geblieben. Viele Dinge haben wir uns noch gar nicht angeschaut. Zugegeben, wenn es weniger heiß gewesen wäre, hätten wir uns vielleicht ein wenig schneller bewegt. So fehlt uns das Bonsai- und das Kaktushaus, der französische Garten und und. Den Elefantenritt hier und die Show hatten wir absichtlich ausgelassen.
Abends wollen wir dann tatsächlich mal bis zum wahren Pattaya gehen. Es wird langsam dunkel, die Schiffe auf dem Meer haben Festbeleuchtung und wir laufen an tausendundeiner Kneipe vorbei. Die Auslagen der Händler sind nach unseren stundenlangen Nachtmarktbesuchen in Chiang Mai keine wirkliche Versuchung.
Wir wollen heute Abend eine Fischplatte verspeisen und landen dazu in der Fußgängerzone beim King Seafood Restaurant. Im Eingangsbereich kann man sich die lebenden Fische aussuchen - das lassen wir aber sein. Wir suchen uns auch keine der wundervollen Weinflaschen aus, sondern entscheiden uns für Chang Bier und ein "Mixed Seafood Basket" über Holzkohle gegrillt.
Das kommt dann auch bald an unseren Tisch und hier haben wir einen in Bananenblättern eingewickelten Fisch, Schrimps, Prawns, 1/2 Lobster, Clams, Miesmuscheln, Tintenfisch, Krebse und ein bisschen Alibi Reis. Wir gehen langsam und methodisch vor, beginnen mit den Miesmuscheln, wollen mit den Clams fortfahren und kriegen die Scheißdinger einfach nicht auf.
Eine Bedienung kommt, ah, so geht das - und tatsächlich schaffen wir danach zwei zu öffnen. Irgendwie klappt das aber nicht - also bitte, noch mal mit Hilfe! Die kommt auch prompt und schwupp ist wieder eine Clam geöffnet. Dann aber. Auch für den muschelerprobten Service sind die restlichen Clams einfach nur zuuuuuuuu. Nach langem hin und her und unter Zuhilfenahme eines Messers (was nicht am Tisch lag) geben auch die Restlichen ihr verteidigtes Innenleben preis. Hat uns ja doch gefreut, dass wir nicht soooo doof waren. Das Ganze war wirklich lecker und gelungen. Gut gelaunt laufen wir zu unserem Ressort zurück.
Am nächsten Tag wollen wir mal nicht nur faulenzen und uns im Schatten der Palmen um den Pool bewegen - nein, wir wollen uns auch in Pattaya noch ein paar Wats ansehen. Wir laufen also um 9:00 Uhr los und schon jetzt ist es fürchterlich schwül. So sehen wir wieder mal das alte Bild: Jürgen, klatschnass und strahlend; Freya, schweißgebadet und vor sich hin maulend. Wir laufen an Schneidereien vorbei, sehen Kneipen mit Fassbier. Wir kommen an einer Apotheke vorbei, an der steht "Wir sprechen Ihre Sprache, we have Viagra and Cialis (letzteres kennen wir nicht und ergehen uns in Vermutungen - wahrscheinlich ist es einfach nur gegen den plötzlichen Herztod wenn man zuviel Viagra genommen hat [stimmt aber nicht: Es ist auch ein Potenzmittel]).
Nach etwa 35 Minuten haben wir den ersten Wat erreicht. Der ist ziemlich neu und mit vielen bunten, figürlichen Darstellungen an den Außenwänden. Wir wollen aber weiter zum Sanctuary of Truth. Dazu kommen wir über einen kleinen Foodmarkt, in dem Freya schnell noch mal ein 1/2 kg Lychees kauft. Das heißt, sie schmecken wie Lychees, nur die Schale ist nicht so stachelig wie bei den Lychees bei uns zuhause. Das kostet hier 13 Baht. Jetzt, wo sie sich ab und an eine Frucht in den Mund stecken kann, fühlt sie sich besser. Unterwegs findet sie auch immer wieder kleine Porzellan- und Fliesenstücke und das steigert ihre Laune natürlich auch.

Dann sind wir endlich da. The Sanctuary of Truth ist aus Holz und nur aus Holz gemacht. Thailändische Künstler sägen und sticheln Ornamente und Figuren aus hartem Edelholz. Die Arbeitsstücke werden mit Holzsplinten miteinander verbunden und so entsteht seit 1981 ein sakraler Holzbau am Meer. Wind und Wetter arbeiten mit und so ist der Bau bereits am Verwittern, aber gerade dadurch wunderschön.
Das Ganze ist ein kruder Mix aus Stilen und geklauten Motiven. Aber je länger man sich in Thailand aufhält, umso mehr freunden sich die Augen mit der opulenten Sichtweise an. Wir schauen uns alles an und verweilen eine längere Zeit bei den Künstlern.
Schon ist unser letzter Tag gekommen und wir packen unsere Rucksäcke, deponieren diese im Kofferraum des Hotels und marschieren mal wieder an den Pool. Freya hat ihre Second Hand Bücher schon fast ausgelesen und wir haben uns schöne, schattige Plätze organisiert. Kaum hat sich aber Freya soweit entspannt, dass sie denkt, so ein Nickerchen wäre doch jetzt was ganz Feines, das Buch zur Seite gelegt und die Augen geschlossen, da trifft sie ein dicker Tropfen und gleich noch einer und noch einer und dann eilen wir auch schon, um an eine überdachte Stelle zu kommen. Wir sitzen in einem dieser Bambusdachpavillions, die Handtücher um uns gewickelt und schauen dem Wetter zu. Einer von den frechen Gelbaugen hat sich auch hier eingefunden. Über uns, auf einem Balken sitzt er und macht nicht einmal Piep.
Der Regen hört schnell auf und die Sonne trocknet die nassen Flächen in einer halben Stunde wieder ab. Um 17:00 Uhr kommt der bestellte Kleinbus.
3 - 3 1/2 Stunden sollten wir rechnen bis zum Flughafen, unterwegs sind wir dann aber gute 4 Stunden. Wir bewundern noch mal die Auslegung der Verkehrsregeln in Thailand - zweispurige Straßen lassen sich locker auch dreispurig befahren - Seitenstreifen eignen sich zum Überholen einer Schlange - später Spurwechsel und natürlich rechts oder links Überholen gehört zum allgemeinen Repertoire.
Der Flughafen in Bangkok funktioniert professionell wie immer, der Flieger ist gut gefüllt und als wir schlafend in Deutschland ankommen, wurden wir von fast gutem Wetter überrascht.
© Jürgen & Freya Blösl, 2005-2010
letzte Überarbeitung: 15.01.2010
Bilder und Text unterliegen dem copyright von Jürgen und Freya Blösl. Sie sind durch deutsches und internationales Recht geschützt. Sie dienen nur der persönlichen Information. Jede weitere Nutzung bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung durch Jürgen Blösl
All pictures and text displayed are copyrighted by Jürgen and Freya Blösl. They are protected by German and international laws. They may only be used for your personal information. No reproduction or commercial use is allowed, except after prior written consent by Jürgen Blösl