Freya & Jürgen Blösl

Angkor Wat und andere Tempel -
Kambodscha und Nordthailand im März 2005

Rundtour Nordthailand

Wir werden um 7:10 Uhr am Hotel abgeholt und fahren über ungewöhnliche Wege (u.a. durch eine Hotelgarage) zum nächsten Hotel. Hier holen wir die weiteren Mitglieder der Tour, ein junges, amerikanisches Paar, ab.

Unser Weg führt uns durch den Norden Bangkoks nach Bang Pa-In, der Sommerresidenz des Königs. Hier im Park gibt es Bauten in den verschiedensten Stilen. Wir besichtigen ein Schloss im chinesischen Stil mit viel Rot und Gold und wunderbaren Keramikfliesen. Außerdem besteigen wir einen kleinen Turm, von dem aus wir eine wunderbare Aussicht auf die in Elefanten-Form zurechtgeschnittenen Hecken haben. Zuletzt schauen wir uns noch einen Palast an, der dem französischen Stil der Jahrhundertwende nachempfunden ist. Alles sehr touristisch und vor allem auch bei den Thai ein beliebtes Ausflugsziel.

Wat Yai Chai Mongkhon - AyuthayaHistorical Park - AyuthayaWir fahren weiter in Richtung Ayyuttaya, der alten Hauptstadt. Hier liegt am Stadtrand unser erstes Ziel. Es ist ein alter, aus Backsteinen errichteter Tempel (Wat Yai Chai Mongkhon). Der Bau ist ziemlich hoch und in den Außenanlagen von unzähligen sitzenden Buddhas gesäumt, die alle eine schöne, gelbe Stoffschärpe tragen. Wir bleiben hier für kurze Zeit und werden dann zum Historical Park von Ayyuttaya gefahren. Immer wieder betont unser Guide, dass diese Anlage einst von den Burmesen zerstört wurde. "Das können doch keine Buddhisten sein, wenn sie buddhistische Anlagen zerstören..." Ansonsten beeilt sich unser Reiseleiter hier sehr. Wir würden das alles in Sukhotai schöner und besser sehen... Na ja, schau mer mal.

Wir sitzen wieder in unserem kleinen Bus und fahren nach Lopburi. Über diesen Ort wissen wir schon, dass hier im Stadtgebiet eine Horde Affen lebt. Am Ortseingang geht es dann schon los. Ein goldener Affe begrüßt uns. Dann folgen am Straßenrand Affen aus Plastikmasse oder Beton in den unterschiedlichsten Größen und Stellungen.

Wir werden in eine "Touristenhölle" zum Mittagessen gekarrt und obwohl das Essen bei dieser Fahrt inklusive ist, wollen wir das soooo in den nächsten Tagen nicht mitmachen.

Affen in LopburiNach dem Essen werden wir zum Hindu-Tempel im Stadtzentrum gefahren und da sehen wir es schon. Hier leben mitten im Stadtzentrum zwei Affenhorden. Eine im Hindutempel, die andere in den Straßen der Stadt. Die Häuser sind verrammelt, vergittert, kleine Privatgefängnisse. Die Affen laufen über die Dächer, hangeln an den elektrischen Leitungen. Es gibt auch welche, die mit langen Armen in der Kanalisation graben, um auch dort noch was Leckeres zu finden.

Freya hat wohl doch ein wenig zuviel Sonne abbekommen. Als sie Jürgen auf einen bestimmten Affen aufmerksam machen möchte, sagt sie: "Guck doch mal da, der Elefant auf der Leitung" :-).

Wir müssen jetzt eine große Strecke zurücklegen, denn wir wollen in den Norden Thailands. So fahren wir nach unserem Tempelbesuch 3 Stunden ohne Pause auf einer gut ausgebauten Autobahn, um dann an einer Raststätte zu halten. Alle Reisebusse stoppen hier und man kann Möbel, Krimskrams und Eis (Magnum !) kaufen. Die besondere Attraktion sind süße, junge, kleine Hunde. Die kann man sicher auch hier kaufen, aber Freya darf wieder mal nicht. Eine Stunde nach diesem Stop kommen wir in Phisanulok an und steigen dort im Amari Lagoon Hotel ab. Hier im Ort soll es einen wunderschönen Buddha geben, den schauen wir uns morgen an. Außerdem gibt es zwei Nachtmärkte - da gehen wir jetzt hin.

Es ist noch hell, wir haben uns den ganzen Tag nicht bewegt und so laufen wir ins Stadtzentrum. Auch hier werden entlang der Straße wieder mal Lose verkauft. Das haben wir jetzt schon oft gesehen und Losverkäufer machen in Thailand sicher kein schlechtes Geschäft.

Als es so langsam dunkel wird, sammelt sich auf den elektrischen Leitungen der Straßen die heimische Vogelwelt und zwitschert, was das Zeug hält. Wir finden uns mit dem kleinen Stadtplan aus dem Hotel gut zurecht. Hier die Moschee, da der Bahnhof und schon sind wir am Fluss, wo der eine Nachtmarkt stattfinden soll. Nur ein Internet Cafe können wir nicht entdecken.

Die Attraktion auf diesem Nachtmarkt heißt "Flying Vegetables". Das ist ein Restaurant und da essen wir dann auch. Okay, vom Essen her kann man das auch auslassen. Aber die Atmosphäre ist nett und wir haben Spaß den Koch zu beobachten, der immer wieder hohe Stichflammen hochzischen lässt.
Dann meint Jürgen plötzlich: "Wir hätten auch im Hotel bleiben können". Die Gruppe mit den Amerikanern aus einem der Reisebusse ist angekommen. Frei nach dem Motto: "Und ist der Zirkus noch so klein, einer muss der August sein..." ziehen sich die Teilnehmer nacheinander orange Schürzen und Baströckchen an, krönen das ganze mit einem Federbusch auf dem Kopf und fangen auf einer erhöhten Plattform unter lautem Trommelwirbel das vom Koch geworfene Gemüse mit einer großen Schüssel auf. Toll! Natürlich betrachten wir eine Zeitlang das Spektakel und haben daran ebenso viel Spaß wie die Einheimischen :-).

Aber wir wollen uns ja auch noch die 2. Attraktion in Phisanulok ansehen, den Insektenmarkt. Wir wissen seit unserem letzten Besuch, dass die Thais lieber Käfer als Käse essen, doch da scheint noch anderes Krabbelgetier auf der Karte zu stehen.
Erst denken wir, wir haben es verpasst. Dann müssen wir aber grinsen. Um einen Stand drängeln sich die Mitglieder des französischen Reisebusses und kosten was der heimische Insektenmarkt so hergibt.

Am nächsten Morgen treffen wir im Frühstücksraum auf die Insassen aller möglicher Touristenbusse. Das Buffet ist vielfältig und gut. Ein bisschen früher als 8:00 Uhr sind wir dann unterwegs.

Zuerst kommt jetzt ein "Heimatmuseum" in dem man sehen kann, wie es früher in Thailand und ganz speziell an diesem Ort war. Freya mag das Spielzeug und auch die Geräte, die man benutzt um Kokosnüsse auszuhöhlen. Jürgen findet Heimatmuseen generell doof und entsprechend ist sein Gesichtsausdruck.

Wat Phra Si Ratana Mahathat - PhitsanulokDanach geht es zum Wat Phra Si Rattana Mahathat und hier ist es wirklich wunderschön. Das Buddhabildnis hier gehört zu den bedeutendsten in Thailand und wird in seiner Bedeutung höchstens vom Emerald Buddha in Bangkok übertroffen.
Dadurch ist natürlich auch das anliegende Kloster sehr bekannt und wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass hier der Kronprinz seine Zeit im Kloster verbracht hat. Viel zu schnell müssen wir hier wieder weg.

Unsere Fahrtrichtung ist jetzt Sukhothai. Gleich am Anfang des Ortes halten wir an einer Reisfabrik, die noch auf die alte Art betrieben wird. Wir sehen Berge von ungeschältem Reis der geöffnet, geschüttelt und gerüttelt und dann in diversen Qualitätsstufen abgefüllt wird. In der dämmrigen und sehr staubigen Halle befinden sich riesige Holzräder, die von riesigen Zahnrädern angetrieben werden. Die alten Dampfmaschinen schnaufen und alles ist dick mit Reismehl versetzt. Beim Rausgehen können wir noch einen Blick auf die Pinups der Arbeiter werfen. Die hier dargestellten Damen sind witzigerweise eher mollig und sehen daher nicht so aus, wie das was hier so normal und eher sehr dünn daherkommt.

Historical Park - SukhothaiIn Sukothai werden wir dann erst einmal durch das Nationalmuseum geschleust. Hier können wir Buddha-Darstellungen aus verschiedenen Epochen sehen und außerdem das wohl erste Zeugnis einer Thai-Schriftkultur (der Originalstein steht mittlerweile in Bangkok). Bei den Ruinen, die in einer Parklandschaft eingebettet sind, hätten wir uns sicherlich mehr Zeit gelassen. Aber dafür hätte man hier übernachten und am besten den Park mit einem Fahrrad erkunden müssen. Gut, dass wir unseren Hunger nach altem Gestein in der letzten Woche gestillt haben.

Wir sehen aber noch weitere alte Gemäuer und zwar in Si Satchanalai, der früheren Satellitenstadt von Sukhothai. An diesem Ort machen wir auch unsere Mittagsrast im Restaurant vom Ressort Won Lat. Das ist hier zwar auch wieder ein Massenabfertigungsbetrieb, aber das Restaurant ist wirklich nett und gefällt uns sehr gut. Zumal die Massen erst kommen als wir schon fast fertig sind. Nach dem Essen sehen wir uns einen Tempel aus der Khmer-Periode an und gehen auch noch in den neueren Buddhistischen Tempel der daran angrenzt. Wir zünden in diesem Tempel auch ein Kerze an und pappen Goldblättchen auf die Buddhaköpfe. Dann bekommen Meredith und Freya noch gezeigt, wie das beliebte Stöckchenziehen funktioniert. Freya zieht eine 16 und das Glückskärtchen dazu bescheinigt ihr, dass sie ein glücklicher Mensch ist. Das war jetzt wirklich keine Überraschung :-).
Direkt gegenüber dem buddhistischen Tempel führt eine Holzhängebrücke mit Stahlseilgeländer zu einem Dorf. Es wackelt ordentlich und die Motorbikes, die auch über die etwa einen Meter breite Brücke fahren, erhöhen den Kitzel. Da dies jetzt das lokale Event war, werden wir ins Auto gepackt und es geht weiter. Ziemlich bald halten wir an einem Ort, an dem ein großer Foodmarkt uns diverse Ah's und Oh's entlockt. Interessant, was es da so alles gibt. Zum Beispiel Ameiseneier auf Bananenblättern angerichtet (sehen übrigens lecker aus und wenn man uns das ohne was zu sagen in den Salat mischen würde, gingen die anstandslos runter).

Danach geht es für ca. zweieinhalb Stunden bergauf nach Lampang. Hier sind wir in der River Lodge untergebracht, die etwa 6 km vom eigentlichen Ort entfernt ist. Die River Lodge ist eine schöne Anlage, mit Bungalows und viel parkartigem, wild wucherndem Grün drum herum. Es gefällt uns gut hier. Zum Abendessen gibt es Buffet mit Musik. Unser Guide hat eine Überraschung für uns. Er hat auf dem Markt Fische gekauft und so steht vor jedem Paar ein dicker Fisch, der extra für uns gebraten wurde.

Das frühe Aufstehen am nächsten Morgen ist keine Überraschung mehr, der Rucksack schnell und routiniert gepackt. Wir wollen heute früh einen der vielen in Thailand ansässigen Bergstämme besuchen (sogenannte Weiße Karen) und werden über Serpentinen bergauf gefahren. Am Pass stehen viele Geisterhäuschen und auch Figuren, denen unser Fahrer immer dreimal zuhupt. In Myanmar hätte man wohl Nats dazu gesagt.

White Karen Dorf - Nähe LampoonDie weißen Karen kommen ursprünglich aus China, haben dann wohl lange Zeit in Myanmar gelebt und sind seit 3 Generationen in Thailand. Sie haben von der Regierung Land bekommen und man versucht sie irgendwie zu integrieren. Die Kinder gehen zur Schule und die Frauen stellen Webwaren her, die man günstig erstehen kann. Wir laufen durch das Dorf, sehen Schweine und Ferkel und auch eine Menge Hähne und Hühner herumlaufen. Hier und da ein Hund, der faul in der Ecke liegt.
Um die Wirtschaft anzukurbeln isst Freya dann am Ende des Besuches mit Hackfleisch gefüllten grünen Pfeffer. Das schmeckt lecker, ist gar nicht so scharf und hinterher ärgert sie sich, dass sie nicht mehr davon gekauft hat.

Dann geht es nach Chiang Mai, der sogenannten "Rose des Nordens".
Nachmittags gibt es die obligatorische Verkaufstour, die nachdem Chiang Mai in jedem Reiseführer als günstige Einkaufsstadt gepriesen wird natürlich nicht fehlen darf. Etwas außerhalb der Stadt gibt es eine breite Straße auf der wir nun etwa alle 100 Meter halten. Zuerst besuchen wir eine Seidenfabrik. Man kann hier die einzelnen Stadien sehen, die eine Seidenraupe durchläuft bevor sie ihren Kokon spinnt. Unser Guide merkt dazu an, dass die Raupen am besten schmecken, bevor sie sich einpuppen - deshalb wäre das hier alles auch hinter Glas :-). Das Gelände von Sumawatra, der Seidenfabrikation, ist weitläufig. Wir könnten hier alle möglichen Dinge einkaufen und Freya fragt nach den Preisen, um für den Nachtmarkt Vergleichswerte zu haben (so schöne Sachen wie hier hat sie dann aber auf dem Nachtmarkt nicht mehr gesehen).
Nach der Seide geht es zu den Juwelen und hier schlägt Freya zu. Sie ersteht einen faustgroßen Jaderohling für 400 Baht (ca. 8 Euro) und bekommt wegen der Höhe des Preises entschuldigend gesagt, dass man da ja 6 kleine Elefanten draus schnitzen könnte. Was immer sie daraus machen wird - mit Sicherheit keine 6 kleinen Elefanten. Vor Jahren sind wir schon einmal in so einem Schmuckverkaufsraum gelandet und alles was wir dort gesehen hatten war nicht nach unserem Geschmack. Hier ist das leider anders. Sooo schöne Ringe und Ketten und Ohrringe. Es fällt ihr nicht leicht immer wieder "nein Danke" zu sagen.

Silberfabrik in Chiang MaiAls nächstes geht es in eine Lackfabrik und dann werden wir ja tatsächlich noch durch eine Silberfabrik geschleust. Wir wollen nichts. Dem amerikanischen Pärchen geht es wohl ähnlich und dann merkt es auch der Guide und wir fahren zum Hotel.

Wir sind im Chiang Mai Plaza Hotel untergebracht. Das Entree hier ist beeindruckend und auch die Zimmer entsprechen der da angedeuteten Kategorie. Wir stellen nur unsere Sachen ab und gehen dann los, um unsere Mails und die nächste Hotelbuchung für Bangkok zu checken. Auch das Hotel unserer 2. Wahl ist nicht verfügbar. Also neuer Anlauf.

Wieder zurück überlegen wir, ob wir erst essen und dann auf den Nachtmarkt gehen oder gleich los laufen. Wir beschließen mal zu schauen was es im Hotel gibt und ob das Buffet schon von anderen Gruppen umlagert wird.
Letzteres ist nicht der Fall, wir entdecken ein Sushi-Tablett und kommen damit und den vielen leckeren Früchten voll auf unsere Kosten.

Danach geht es für mehrere Stunden auf den Nachtmarkt. Neben vielen, vielen Ständen laufen hier auch einige Frauen in den Trachten der Bergvölker herum und versuchen ihre Waren an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Freya kauft sich einen kleinen Ganesha und einen von der Kobra beschützten Buddha.

Morgens treffen wir uns um 8:30 Uhr in der Halle und fahren mit unserem Kleinbus auf den Berg Doi Suthep zum Wat Phra That Doi Suthep. Hier oben gefällt es uns. Freya teilt dem Guide sogar mit, dass ihr mit einem Rundgang nicht genug ist und sie das alles noch mal machen möchte.

Wat Phrathat Doi Suthep - Chiang MaiWat Phrathat Doi Suthep - Chiang MaiWat Phrathat Doi Suthep - Chiang Mai

Hier oben gibt es einen leuchtend grünen, durchscheinenden Buddha, Schirme wie in Myanmar, Buddhafiguren für die einzelnen Geburtswochentage und vieles mehr.

Gleich unterhalb der Treppen zum Tempel (es gibt auch einen Schrägaufzug) geht es schon wieder in einen Verkaufsraum. Jadeschmuck wird hier angeboten und Freya passt bei der Verarbeitung des Steines ganz genau auf. Immer wieder im Verlauf der Bearbeitung wird das Arbeitsstück mit Wasser kühl und feucht gehalten. Die fertigen Jadeprodukte stellen nicht wirklich eine Versuchung dar.

Oben auf dem Wat haben wir uns entschieden, dass wir nicht nur den Nachmittag zur freien Verfügung haben möchten, sondern auch schon den Rest des Vormittags. Also lassen wir uns auf der Rückfahrt schon beim Zoo raussetzen.

Dieser Zoo hier gefällt uns besser als der in Bangkok. Zuerst sehen wir uns die große, einen ganzen Berghang einnehmende, Voliere ausgiebigst an. Unter anderem sehen wir wie ein Mann Vogelstimmen von sich gibt und dann von einer Taube begrüßt wird. Später erklärt er uns in schlechtem Englisch, dass der Vogel einen Flügel gebrochen hatte und er ihn gepflegt hat. Das hat der Vogel auch nicht vergessen, denn er setzt sich zu ihm auf die Schulter und schmust.

Bär im Zoo von Chiang MaiBär im Zoo von Chiang Mai

Als nächstes betrachten wir die weißen Tiger aus Bengalen und lassen uns dann mit der Menge zur Attraktion des Zoos, den Pandabären, treiben. Unterwegs werden wir von einer Englischlehrerin mit vier Schülerinnen angesprochen. "Good afternoon" sagt die Lehrerin und meint, ihre Schülerinnen würden so gerne englisch mit uns sprechen. Stimmt aber nicht wirklich. Die armen Kinder würden jetzt am liebsten im Erdboden versinken. Freya lächelt ihnen aufmunternd zu - nutzt aber nix. Die Lippen der Schülerinnen sind ganz fest versiegelt. Also redet sie ein wenig mit der Lehrerin, die aber nur einen Tick weniger schüchtern ist als ihre Schülerinnen.

Bei den Pandabären ist es spaßig. Vor der Tür sammelt sich eine Schulklasse und wird auf die Regeln des Pandahauses eingeschworen. Hier im Pandahaus (extra Bau, extra Klima, extra Eintritt) darf nicht laut gesprochen und auch nicht geblitzt werden. Wir müssen noch die Schuhe desinfizieren und dann sind wir drin.

Na, die sind ja wirklich knuddelig, wenngleich größer als erwartet. Es sind zwei Bären hier im Haus und einer der beiden liegt ziemlich erhöht auf einem Vorsprung. Mit dem Gesicht zum Publikum, alle viere von sich gestreckt, sieht er aus wie ein Bettvorleger.
Panda im Zoo von Chiang MaiPanda im Zoo von Chiang MaiDer andere sitzt vorne am Graben bei den Zuschauern in einem Berg von Bambusstöcken mit Blättern, zwickt immer mal wieder einen Ast ab und frisst die Blätter ohne sich von irgendetwas stören zu lassen. Sein Appetit ist ausgesprochen gut. Wir sehen ihm bestimmt 10 Minuten bei seiner Mahlzeit zu. Knacks wieder ein Zweig abgebrochen, mmhhh, das muss ja wirklich lecker sein. Wir wollen gerade gehen, da bewegt sich der Bär und steht auf.
Was dann folgt ist ein Abgang, wie er schöner nicht sein könnte. Der Bär steht jetzt auf allen vieren, dreht uns sein Hinterteil zu, führt uns vor, was eine gesunde Verdauung ist, krabbelt dann, ohne sich umzudrehen auf ein erhöhtes Podest und Flatsch jetzt kommt ein Mittagsschläfchen. Alles grinst.

Dann wollen wir aber raus aus dem Zoo und zwar da, wo wir auch reingekommen sind. Gleich am Tor werden wir angesprochen, ob wir ein Pickup haben wollen. 100 Baht soll der Weg in die Stadt kosten. Jürgen sagt 50, der Mann dreht sich um und geht. Freya denkt schon, da hat er es mal wieder überreizt. Nein, Pustekuchen, er besorgt uns nur das Pickup. Also waren 50 Baht für die Strecke Zoo/Innenstadt noch zuviel. Wir lassen uns dann neben dem Wassergraben raussetzen, der die Altstadt einschließt. Es hat hier sogar Reste einer alten Stadtmauer.

Nach einer Wanderung quer durch ruhige Nebenstraßen gehen wir in den Wat Phra Singh. Hat sich auch auf jeden Fall gelohnt. Burmese Style. We like it :-). Auf dem Gelände stehen mehrere Bauten und unter anderem ein ziemlich altes, weißes hohes Gebäude. An der Mauer dahinter ein weißer Elefant, dessen von Gläubigen umlegte Blumenketten in der Sonne leuchten. Dann gibt es da noch ein von außen rotbraun und goldenes Gebäude. An den Treppenläufen sind mal wieder Drachen. Der Buddha im Inneren hat ein betontes Kinn, wie es dem Burmese Style entspricht.

Wat Bupparam - Chiang MaiDanach geht es mal wieder in ein Internet Cafe. "I'd like to have an Internet Access and 2 Fruit Shakes" - "Want Computer?" - Na ja, dann eben so. Jetzt wollen wir aber wirklich zum Hotel und da lässt Freya doch tatsächlich den Satz fallen "schon wieder ein Wat". Nichts desto trotz besuchen wir noch einen letzten für heute. Auch dieser hier ist wieder wunderschön und wohl auch schon ziemlich alt.

Abends müssen wir dann checken, ob das jetzt mit dem Hotel in Bangkok geklappt hat. Hat es und der Betrag ist auch abgebucht.

Unser heutiges Shoppingprogramm umfasst das Gebäude des Nachtmarktes, nachdem wir gestern nur die Stände an den Straßen und den Foot-Court auf der anderen Straßenseite geschafft haben. Freya entdeckt einen Seidenschal, handelt ihn auch gut runter und stellt dann fest, dass sich in der Mitte des Schals die Farbe ändert. Na ja, dann eben nicht. Wo ist denn eigentlich schon wieder Jürgen. Konnte der mal wieder nicht warten? Also geht Freya ziemlich schnell durch diese Reihe der Halle. Da ist er nicht. Aber dann kommt er und meint nur was von blinder Nuss. Er war am Nachbarstand, Gürtel kaufen. Dahin gehen wir jetzt auch wieder zurück. Letztendlich kommt Freya doch noch zu einem Schal und Jürgen kauft den Gürtel.

An unserem letzten Tag geht es mal wieder früh los. Wir wollen zu einem Elefantencamp und werden da auch die Möglichkeit wahrnehmen mal wieder auf einem Elefanten zu reiten.

Nach etwa einer Stunde Fahrt sind wir bei den Elefanten und Freya kauft gleich Bananen zum Füttern. Erst füttert sie ganz, ganz vorsichtig. Dann aber hat sie den Bogen raus und es macht auch Spaß von Elefant zu Elefant zu laufen und den großen Viechern ein Banänchen hinzuhalten.
Mae Ping Elephant CenterDann beginnt die Show, die zu einer richtigen Touristenattraktion ja nun leider dazu zu gehören scheint. Aber auch die Mahut sind sichtlich stolz auf das was ihre Tiere alles gelernt haben. Da balancieren sie auf einem Balken, dort zeigt eine Arbeitsgruppe, wie Elefanten im Dschungel eingesetzt werden können. Da hickeln Elefanten auf drei Beinen, dahinten spielt einer einen Ball in den Basketballkorb und die Elefanten die Fußballspielen, zeigen auch, dass es ganz schöne Unterschiede im jeweiligen "Wums" gibt. Einige kommen dann noch einmal zum "schmusen" auf die Tribüne.

Nun geht es zum Ausritt. Wir stehen auf einer Plattform und alle Paare vor uns müssen noch nach oben krabbeln. Wir steigen nach unten. Unser Elefant scheint zwar nicht jung zu sein, ist aber ziemlich klein. Zuerst geht es durch den am Camp angrenzenden Fluss, dann am anderen Ufer bergauf. Reichlich wackelig und von oben betrachtet scheint der Weg manchmal doch recht schmal oder steil. Diesbezüglich war die Show dann doch für etwas gut: Dass Elefanten trittsicher sind glauben wir.

Wir gehen einen Rundkurs und passieren ein Dorf, das sich völlig auf den Elefantentourismus eingestellt hat. Überall Hütten, in denen Frauen sitzen und Bananen oder Getränke oder was auch immer verkaufen. Und auch Freya denkt sich: Na ja, wenn er uns trägt, gibt es auch noch mal Bananen!

Irgendwann ist unser Ritt beendet und wir werden wieder in unseren Kleinbus geladen. Jetzt geht es in die Berge. Erst zum Mittagessen und dann zu den Hill-Tribes.
Im Ort Thaton werden wir nach dem Essen abgeholt und auf unseren Wunsch und gegen Extra-Bezahlung zu den so genannten Long Necks gebracht. Das ist der Stamm, bei denen sich die Frauen mit einer Goldspirale den Hals verlängern. Die Gruppe zu der wir jetzt fahren ist wohl vor einigen Jahren aus Myanmar gekommen und unser Guide erzählt, dass die Regierung in Thailand viele Versuche unternimmt die Hill Tribes einzugliedern. Das scheint aber nur schwer zu gelingen. Wir werden mit dem Pickup zu einem Dorf gefahren, in dem eine Gruppe von Akha, ein anderer Bergstamm, ihre Waren verkaufen möchte. Bei den Akha tragen die Frauen schwere Kopfbedeckungen aus Silber und rauchen entweder dicke Zigaretten oder Pfeifen. Wir laufen an ihnen vorbei, bergab, auf gut begehbaren Wegen. Padaung Hill-Tribe VillageDann kommen wir in das Dorf der Langhälse. Auffällig ist, dass nur junge Mädchen und Kinder zu sehen sind. Kein Mann, keine einzige alte Frau.

Die Mädchen wirken nicht glücklich. Sie posen für die Fotos, aber Freya hatte gedacht, dass es ehrlicher ist, für Fotografien Geld zu bezahlen und sich nicht verpflichtet zu fühlen, irgendeinen Tineff zu kaufen. Aber es ist nicht so. Sie fühlt sich hier genau so unwohl, wie in dem anderen Dorf vor ein paar Tagen. Jürgen hatte sowieso schon die ganze Zeit über diesen Ausflug gemeckert, ist dann aber doch mitgekommen.

Mae Nam Kok RiverMae Nam Kok RiverAuf dem Mae Nam Kok River werden wir die nächsten Stunden bis nach Chiang Rai fahren. Wir steigen mit Guide und dem amerikanischen Pärchen zusammen in ein Langboot, was dann mit guter Geschwindigkeit und anfangs auch über einige Stromschnellen fährt. Unterwegs sehen wir viele im Wasser schwimmende Kinder. Dazu noch junge und alte Männer, die bis zum Bauch im Wasser stehen und angeln. Wir brausen an allen vorbei. Viele winken uns zu. Wir legen auch noch mal am Ufer an und besuchen einen weiteren Bergstamm. Dieser hier ist christianisiert und Meredith verteilt viele, viele Buntstifte. Kurz vor Chiang Rai sehen wir dann auch noch frei grasende Elefanten. Alles in allem ein Highlight der Tour.

Kurz vor 18:00 Uhr erreichen wir das Dusit Ressort und checken dort ein. Da wir in den letzten beiden Nächten auf Nachtmärkten unterwegs waren, verzichten wir heute darauf, einen weiteren zu besuchen. Stattdessen hängen wir in der gepflegten Atmosphäre des Hotels ab. Nur die, wahrscheinlich wirklich originale Musik, ist etwas nervtötend. Das obligatorische Buffet ist gut und wir verputzen Vorspeise, Hauptgang und italienischen Nachtisch.

Bevor wir heute mittag zurück nach Bangkok fliegen, wollen wir noch weitere Hill Tribe besuchen und zum nördlichsten Punkt von Thailand. Zuletzt gefolgt vom Besuch des so genannten "Golden Triangle", dem Platz wo Myanmar, Thailand und Laos sich berühren.

Zuerst einmal fahren wir auf einen Parkplatz, werden mal wieder in einen Pickup geladen und dann zu zwei weiteren Bergdörfern gefahren. Im ersten Dorf empfängt uns eine Horde Kiddies in Tracht und zwitschert uns Beträge zwischen 100 Baht und einem Dollar entgegen, die wir bezahlen sollen, wenn wir sie fotografieren oder wenn wir ihnen irgendwelche Bändchen abkaufen. Sie sehen ja wirklich niedlich aus, sind aber ziemlich aggressiv und lästig und so wollen wir doch ziemlich schnell wieder weg. Wie meinte unser Guide vorher: Die Männer hier im Dorf sind überwiegend opiumabhängig und die jungen Frauen gehen arbeiten, während die alten Frauen mit den Kindern im Dorf bleiben und versuchen irgendwelche Kleinigkeiten an Touristen zu verkaufen.

Im nächsten Dorf, nur wenige hundert Meter weiter lebt ein anderer Stamm. Hier ist der Aufenthalt wesentlich angenehmer und Freya kauft ein paar Kleinigkeiten.

Dann geht es weiter zum nördlichsten Punkt Thailands, nach Mae Sai. Hier geht man nur über eine Brücke und schon ist man in Myanmar. Wir bekommen eine Stunde Zeit uns umzusehen und laufen erst mal die Hauptstraße entlang. Ein Lädchen mit Ramschware neben dem nächsten. Morning Market - Mae ChanDa wir den Edelsteinmarkt nicht finden (oder war das einer dieser Läden?), gehen wir durch eine Nebengasse zum Vormittagsmarkt. Hier sind wir mit einem Schlag weit weg von allen Touristen. Hier versorgen sich die Einheimischen. Es gibt viel zu entdecken und so müssen wir uns schließlich doch losreißen, um rechtzeitig wieder am Auto zu sein.

Das Dreiländereck zu dem wir nun fahren rentiert sich eigentlich nur für Leute, die unbedingt das obligatorische Foto vor dem entsprechenden Schild machen müssen. Es wird gebaut und gepflanzt und in spätestens einem Jahr haben wir hier das asiatische Äquivalent zur Rüdesheimer Drosselgasse. Nach dem obligatorischen Mittagsbuffet in einem Aussichtsrestaurant vertreten wir uns noch eine halbe Stunde lang die Füße in der Nähe des großen Buddha. So langsam aber sicher läuft die Zeit ab. Kurzer Stop noch an einem alten Wat und dann geht's ab zum Flieger.

Wer so richtig betuttert werden will, der sollte mal was mit Tourismo Asia machen. Nicht nur, dass unser Guide das Einchecken samt Gepäcktransport übernimmt, auch in Bangkok werden wir am Flughafen abgeholt. Für uns kommt ein dicker, alter, deutschsprechender Thai, für das amerikanische Pärchen jemand anderes. Unser Abholer organisiert ein Taxi, setzt sich neben den Taxi-Driver und schläft sofort ein. Wir grinsen. Nach der Schnellstraße wird er dann aber wieder wach und lotst den Fahrer zunächst zu einer falschen Adresse. Dabei hatte Jürgen das Hotel doch schon im Vorbeifahren gesehen... Aber wir kommen doch noch an und unserem Taxifahrer ist ja alles sooo peinlich.

"The Park Hotel" ist dann das einfachste Hotel, das wir bisher gebucht haben. Raum und Bett okay, das Bad aber dürfte schon mal wieder kritisch begutachtet werden. Die fehlenden Handtücher fordern wir beim Roomservice an.

Jetzt folgt noch ein bisschen Rumchecken: Wir wollen morgen gegen Mittag mit dem Taxi nach Pattaya fahren. Wenn wir das direkt mit dem Fahrer aushandeln, kommt uns das teurer, als wenn wir über ein Reisebüro die Fahrt vereinbaren. Dafür ist es dann kein offizielles Taxi mit Taxameter. Wir laufen also zu der Shopping-Mail vom Ambassador-Hotel und vereinbaren dort, dass wir am nächsten Tag um 11.00 Uhr abgeholt werden. Wir sind schon wieder durchgeschwitzt. In Chiang Mai und Chiang Rai war es auch heiß, doch nicht so drückend schwül.

Aber jetzt kommt der gemütliche Teil des Abends und wir gehen noch mal in den Biergarten. Freya entscheidet sich heute für ein Fischcurry (schön scharf) und natürlich lassen wir uns auch wieder einen Eimer Bier hinstellen :-).

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2005-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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