Reisebericht Hawaii
1997
Mein erster Eindruck von Maui ist rot, während bei Big-Island die Farben schwarz und grün vorherrschen. Wir fahren vom Flughafen aus nach Lahaina, einer alten Walfängerstadt und wohnen dort im Maui Islander Hotel. Die Hotelanlage besteht aus mehreren zweistöckigen Holzgebäuden, die hinter den Palmen, Farnen etc. fast verschwinden.
Leider können wir noch nicht einchecken; wir sind zu früh. So ein Mist! Ich komme nicht an meine Tampons und Jürgen nicht an seine Badehose. Einfach gelungen. Wir hatten uns schon so daran gewöhnt immer früher einchecken zu können als in den Hotelunterlagen angegeben, daß wir gar nicht mehr mit einer anderen Möglichkeit gerechnet hatten.
Wir fahren also die Küste hoch, entdecken einige Strandparks, die wir in den nächsten Tagen heimsuchen wollen und drehen dann wieder um in Richtung Lahaina. In Kaanapali machen wir Halt und sehen uns Whalers Village an, eine gelungene Kombination aus Einkaufszentrum und Museum.
Ganz geschickt, man kann von den Amis sagen was man will, Einkaufszentren können sie bauen. Dieses hier ist eine Versuchung aus Lava und Marmor. Old fashioned und galaktisch neu mit Galionsfiguren aus alten Walfängerschiffen und mit Springbrunnen die über mehrere Ebenen gehen. Es ist geradezu unanständig an den Kaufreiz appellierend. Aber nicht nur die Springbrunnen sind auf mehreren Ebenen, auch die Geschäfte. Oben sind die teueren Läden Gucci, Versace und Joop um nur einige Namen zu nennen. Auf der unteren Ebene kann man T-Shirts und Sportklamotten kaufen und Schmuck aus den verschiedensten Materialien.
Es gibt auf der ersten Etage gleich zwei Walmuseen. Das eine zeigt geschichtliche Hintergründe des Walfangs und Kunstartikel, die die Matrosen aus Walfischzähnen gefertigt haben, Lohnlisten und Gruppenfotos. Beim anderen Museum dreht sich alles rund um den Wal und seine verschiedenen Arten. Allerdings finden sich hier teilweise so kleine Geschmacklosigkeiten wie 'in Spiritus eingelegtes Walauge'. Und ich dachte ich wäre hartgesotten. Puh.
Beim Rausfahren aus dem Parkhaus profitieren wir mal wieder von den Coupons die sich in jeder Zeitschrift und auch in den Blättern der Autovermietung befinden. Diesmal haben wir 2 Stunde kostenlose Parkzeit ergattert.
Nach 15 Uhr checken wir im Hotel ein und essen erst einmal unsere frisch gekauften Stückchen. Wir haben eine Deli(katessen)-Bäckerei entdeckt. Dann aber ab an den Pool. Als der ganze Poolbereich im Schatten liegt, gehen wir auf unser Zimmer, ziehen uns um und schlendern ab ins Städtchen.
Hier kann man aber schwelgen, ein Geschäft neben dem anderen, Galerien der besseren Art. Cafés und Restaurants dicht an dicht. Wir gucken und haben unseren Spaß. Bei den ganz grellbunten Objekten hat Jürgen so manchmal seine Probleme, aber in großer Linie treffen wir uns meist. Jetzt meldet sich aber doch der Hunger. Ich will mal wieder den Tagesfang da der ja eh unterschiedlich zubereitet ist, und so frisch wie hier bekomme ich den so schnell nicht mehr. Also los. Unser Restaurant funktioniert mit Voranmeldung und die dreiviertel Stunde warten wir in der Lounge. Wir trinken Cocktails, die Luft ist lau, ein Mann spielt Gitarre und singt dazu, Fackeln beleuchten die Szenerie, das Meer rollt... Jürgens Cocktail ist besser als meiner - Nichts ist ohne Stachel.
Was keiner glauben wollte, heute ist der erste Tag in diesem Urlaub wo nicht um 6 Uhr morgens der Wecker klingelt. Wir fahren zu einem der Beach-Parks die wir uns ausgeguckt haben und verbringen den Tag im Schatten der Palmwedel zu liegen und Fische beim Schwimmen zu beobachten.
Jetzt soll nur ja keiner glauben damit wäre das Gammeln angesagt. Nö, nö. Weil gestern kein Wecker geklingelt hat, haben wir uns heute eine kleine Steigerung einfallen lassen:Halb vier. Duschen und anziehen und raus. Die Brote hatte ich gestern noch geschmiert und so kommt es heute zu keiner Verzögerung.
Draußen ist es noch dunkel. Wir müssen so früh los, weil wir zum Haleakala-Krater wollen, um uns dort den Sonnenaufgang anzusehen. Der Haleakala ist gut dreitausend Meter hoch und als wir endlich kurz nach halb sechs Uhr, und fast schon ein bißchen spät, da oben ankommen sind schon viele (zu viele) Autos da und die Leute stauen sich auf dem Platz vom dem man so toll den Sonnenaufgang beobachten können soll.
Wir suchen uns also ein nettes Plätzchen, werden aber mit einigen anderen von dort wieder weggeschickt weil da Silberschwerter wachsen könnten. Ja, und dann stehe ich plötzlich allein. Nicht ganz, denn um mich quäkt und grummelt es in den verschiedensten Sprachen. Kann man Naturschönheit nicht auch schweigend genießen? Deutsch scheint mir außerdem im internationalen Vergleich eine ziemlich laute Sprache zu sein.
Dann entdecke ich den Jürgen. Er steht noch höher und weiter hinten, aber in einer nicht ganz so gesprächigen Gruppe und hat sein Stativ aufgebaut. Also nix wie hin. Es ist kalt, es windet, immer noch ist es halb dunkel und ich bin schon wegen dem Atmosphärischen im Moment nicht mehr so überzeugt ob sich das frühe Aufstehen wirklich gelohnt hat. Dann wird es rot am Himmel und ganz langsam kommt die Sonne über die vielen zarten Wölkchen. Rosa, lila und hellblau leuchtet es in unserem Rücken. Vor uns sind die Farben in einer Skala von rot, orange und gelb über dem leisen weißgrau der Wolken. Das Spektakel begann um 5.40 Uhr und gegen 6.15 Uhr ist es auch schon vorbei.
Die Sonne ist oben. Gleich löst sich der ganze Pulk auf und es wird - obwohl noch immer kalt - schön am Gipfel. Jetzt haben wir Gelegenheit, den Krater anzugucken. Rote Öde, in allen Schattierungen von orange bis violett. Krümeliger Aschenkrater vor und unter uns.
Die ersten Gruppen, die mit einem der vielen Veranstalter hier hoch gekommen sind und nun mit dem Fahrrad 65 Kilometer bergab fahren wollen machen sich fertig. In einer Reihe stellen sie sich auf und fahren die ganzen dreitausend Meter bis zur Küste 'runter. An erster Stelle fährt ein Bremser, der nicht überholt werden darf. Den Abschluß bildet der Bus, der die Fahrräder und die Gruppe hoch transportiert hat. Den ganzen Tag werden übrigens solche Fahrradtouristen hochgefahren und sind dann in gelbe, blaue rote oder grüne Overalls gekleidet, behelmt und steter Quell der Freude für die bergab fahrenden Autofahrer, die natürlich durch den Abschlußbus am Überholen der ganzen Gruppe gehindert werden. Dann und wann fahren diese Gruppen dann auf die Seite und lösen so den Stau hinter sich auf.
Wir wollen aber erst noch auf den tatsächlichen Gipfel des Haleakala und dann ein Stückchen des Sliding Sands Trail laufen. Die kompletten sieben Meilen wollen wir nicht abgehen. Zum einen ist dieser Trail kein Rundweg und kann auch nicht so kombiniert werden, was bedeutet entweder gleicher Weg zurück oder aber die Straße entlang. Zum anderen führen große Teile des Weges über ausgedehnte Lavafelder und das brauchen wir dann auch nicht mehr. Doch ein kleines Stück nach unten, hinein in die rote Schlacke wollen wir schon. Der Weg ist schmal und mäandert sich nach unten. Die Farben werden noch intensiver: graubraun und weiß stehen orange und magentarot gegenüber. Ganz vereinzelt ein Strauch. Da war in der frischen, erkalteten Lava auf Big Island mehr Leben. Hier aber sind wir zudem auch noch reichlich hoch und so könnten wir uns rein farblich auch auf dem Mars befinden. Nach jeder Kurve eröffnet sich uns eine neue Sicht und ich hoffe nur, daß die Bilder hiervon was geworden sind.
Nach einer halben Stunde in der wir nur bergab gegangen sind, drehen wir wieder um. Beide hätten wir nicht gedacht, daß so ein bißchen bergauf so anstrengend sein kann. Aber wir schnaufen ganz schön. Mein Herz schlägt ganz schnell und so mache ich, bis sich mein Körper an die Anstrengung in der dünnen Luft gewöhnt hat, ganz, ganz langsam. Jetzt hat er eingesehen, daß die Situation nicht zu ändern ist, und schon geht es. Mittlerweile ist es halb zehn. Die Touristenbusse kommen und wir fahren den Berg auch schon wieder runter.
Bei einer Protea-Farm machen wir Halt, trinken Kaffee und sehen uns die verschiedenen Varietäten dieser Zuchtpflanze an. Wir sind beide hundemüde, schließlich hat um halb vier Uhr der Wecker geklingelt. Aber wenn wir schon mal da sind, wollen wir uns am Strand von Hookipa erst mal die Surfer-Elite beim Training ansehen. Es macht wirklich Spaß ihnen zuzusehen.
Wenn nur die Sonne nicht so brennen würde. Irgendwie scheint es heute nirgends ein schattiges Plätzchen zu geben. Also weiter. Wir wollen einfach nur unser Mittagssandwich nicht in der dicken Sonne einnehmen. Das kann doch kein Problem sein? Wir verfahren uns auf einigen engen, gewundenen Gäßchen im Hinterland und landen wieder in dem Städtchen, durch das wir am Vormittag gefahren waren. Hier ist alles mit dünnem roten Staub bedeckt. Es wird nämlich gerade Zuckerrohr geerntet.
So langsam sind wir auch wieder wach. Noch haben wir kein schattiges Plätzchen gefunden. Na, dann fahren wir halt jetzt auch noch nach Iao-Valley. Das ist ein langgezogenes Tal mit einer imposanten Basaltnadel am Ende. Im Reiseführer stand, daß diese Nadel fast immer in Wolken gehüllt ist. Wir erleben sie bei dunkelblauem Himmel. Leider gibt es in diesem Tal keine vernünftigen Trails und das liegt nur daran, daß die angrenzenden Gebiete in Privatbesitz sind und die Besitzer sich wegen des amerikanischen Haftungsrechtes "keine Laus in den Pelz setzen" wollen. Dann ist aber wirklich Schluß. Es ist fünfzehn Uhr und es ist Zeit zum Schlafen.
Dem ist an dieser Stelle nur noch hinzuzufügen, daß ich gegen halb acht wieder einigermaßen fit und hungrig war, mein Jürgen aber nur so gähnte und meinte, ein Tag ohne Abendessen hätte noch niemandem geschadet. Toller Urlaub, das habe ich doch wohl nicht verdient.
Unser Weg führt uns heute nach Hana. "Die Straße ins Paradies" oder so ähnlich schreiben die Reiseführer. Der Tag fängt schon klasse an. Nachdem ich gestern kein Abendessen bekommen habe, hängt mir der Magen in den Kniekehlen und ich will nix Süßes, keinen Käse, ich will Fleisch! Jürgen hat Erbarmen und so geht es zu Burger King. Er bestellt ein Frühstück und ich will einen Doppel-Whopper! Er bekommt sein Frühstück und für mich gibt es nichts. Whopper gibt es nämlich erst ab neun!
Ich könnte heulen. Also weiter zur letzten Rast vor der berühmten Straße. Wir suchen das Restaurant Picnics in Lower Paia. Darüber gab es gestern im Fernsehen eine Reportage. Zu spät bekommen wir mit, daß wir uns richtige Picnickörbe mit allem Drum und Dran und Hähnchenbeinen und Salat und Früchten hätten kaufen können. Aber die von uns gewählten Sandwiches waren lecker und ihren Preis in jeder Hinsicht wert.
Kurve für Kurve führt uns nach Hana. Kurve für Kurve durch den Regenwald. Hier ein Stop für einen Wasserfall, da einer für einen Gulch (Taleinschnitt). Hier eine schöne Brücke, dort ein kleiner See.
Kurz vor Hana fahren wir nach unten ans Meer an einen Beach Park, wo schöne Picnic-Möglichkeiten und Grotten sein sollen. Das wissen auch die sechs Katzen, von getigert bis schwarz, die um ein dort essendes Paar herumsitzen und es fixieren. Wir entscheiden uns dafür, die Vögel, die auf einem der Tische zanken von dort wegzuscheuchen. Wir essen unsere Sandwiches und lernen die Kätzchen auch noch kennen. Dann zu den Höhlen, durch einen überwachsenen Gang wo statt "slippery when wet" besser "keep your head" gestanden hätte. Die blöden Stechmücken sind aber auch schon wieder nur auf mich scharf, also gucke ich ein bißchen schneller und sehe zu, daß ich aus der Gefahrenzone komme. Leider ist es im Moment auch ein bißchen zu bewölkt und scheint gleich wieder zu regnen anfangen zu wollen. So gehen wir nicht, wie ursprünglich vorgehabt, am schwarzen Strand zum Schwimmen. Hana selbst ist nur ein Name, eine Ansammlung von Häusern, nix Besonderes. Bei Vulcano Village auf Big Island stand an der Straße "Food-Gas-Lodging". Damit wäre Hana dann auch charakterisiert. Hier in der Nähe soll auch Ex-Beatle George Harrison wohnen.
Immer wieder muß man aufpassen, daß man die dusseligen Vögel nicht überfährt. Sie gehen aufreizend langsam über die Straße und fliegen wirklich nur im aller allerletzen Notfall (oder hüpfen so wie die gemeinen Dinos, die Raptoren aus Jurassic Park). Der wurde ja auch auf Hawaii gedreht.
Dann sind wir am Tagesziel, dem Oheo Gulch oder den Pots of Oheo. Erst mal hoch zu den Wasserfällen. Wir sind jetzt in einer anderen Ecke des Haleakala-Nationalparks und hier gibt es auch wieder Wege zum Laufen und überhaupt. Heute macht mich die Luftfeuchtigkeit kirre. Also hinter dem Jürgen her über Steine, Wurzeln und andere Unebenheiten und schon wieder bergauf.
Um uns herum fallen Früchte zu Boden, platzen auf - riechen süßlich und sind doch schon am vergären. Millionen von Kleinstlebewesen tun sich gütlich. Es geht über Brücken und durch einen kleinen Bambuswald und dann kommt ein Wasserfall und wieder Brücken ... und beim großen Bambuswald streike ich dann. Es knackst und ist unheimlich und ich drehe um und will an der Brücke auf den Jürgen warten.
Das tue ich, komme mir dann aber doch blöd vor ... also hinterher. Jetzt alleine durch diesen unheimlichen und dichten Bambuswald. Es geht bergauf, über Steine, dann über Holzbohlen und dann teilt sich der Weg. Also muß ich doch warten. Was bin ich doch für ein kleiner Leckerbissen! Das Insektenspray wirkt auch nicht mehr viel. Soll ich wieder zurück an die Brücke? Da kommt der Jürgen auch schon wieder angejoggt. Klatschnaß, weil er endlich mal sportlich anspruchsvoll marschieren konnte. Unten bei den Pots gehen wir dann auch noch schwimmen. Das Wasser ist wunderbar weich. Ein kleiner Junge springt von einem hohen Felsen, ein Regenbogen. Dünner, warmer Sprühregen. Wir müssen zurück... und mit uns alle, die heute auf der Straße nach Hana waren. In langer Schlange nähern wir uns unserem heimatlichen Domizil.
Badetag und abends Hawaii-Platte im Old Lahaina Cafe. Da ist kaluapig, Mahi-Mahi und Terryaki-Staek drauf. Am besten wie immer der Fisch.
Der letzte 'ganze Tag' auf Maui. Wir haben beide keine Lust den Tag nur am Strand rumzuhängen. Wir haben auf der Straßenkarte den Poli-Poli-Nationalpark entdeckt, wollen dorthin, wissen aber noch nicht genau wie. Laut der Karte führt ein halbwegs passabler Weg in die Nähe, den Rest wollen wir laufen.
Ich habe unsere Sandwiches satt. Der letzte Käse den ich ausgesucht habe schmeckt nicht. Mäkel Mäkel. Und auch der leckere Kuchen ist alle. Aber gut, Brote geschmiert und Ananas geschnitten, Wasser und alle anderen nötigen Dinge in den Rucksack - Wanderschuhe in die Hand und dann in den Kofferraum. Es geht wieder mal in Richtung Haleakala, nicht links ab zum Gipfel, sondern geradeaus. Wir wollen den erlaubten Teil der Straße bis zum Ende durch fahren. Das ist fein. Überall üppiges Grün aber kein Regenwald - eher so was wie England oder Irland von der Landschaft her. Alles ist mit Schlingpflanzen überwuchert, üppig grün. Wir kommen zum letzten Lavafluß auf Maui (1790) und obwohl wir hier noch fahren dürften, drehen wir freiwillig ab (Straßenzustand) und halten bei einer Wynery, die auf dem Hinweg schon unser Interesse gefunden hatte.
Es gibt insgesamt sechs Proben. Wir starten mit trockenem Ananaswein (na ja) dann gibt es einen ganz süßen Ananaswein (kein Kommentar) und dann einen Annassekt, trocken ausgebaut, Methode champanoise ... der ist lecker.
Anschließend kommt ein neutral schmeckender Rosé aus Trauben, interessant hier schon der Geruch nach Blüten und Obst. Es folgt ein Sekt und dann ein trocken ausgebauter Rotwein. Dieser Rotwein hat einen interessanten Geruch und meiner Meinung nach könnte das in vier, fünf Jahren ein ganz passabler und interessanter Wein sein. Wir besichtigen das Gelände und erfahren, daß der ehemalige Besitzer Bäume gesammelt hat. Das kann man sehen. Nach dem Wein müssen wir erst mal was essen und dann wollen wir ja noch weiter.
Wir finden die Straße, die unserer Meinung nach zum Poli-Poli-Nationalpark führt. Ob wir hier noch Versicherungsschutz haben?? Wir wollen es gar nicht wissen. Einspurig, steil und kurvig, aber immer gut geteert geht es bergauf und rein in die dicke Wolke und weiter bergauf und weiter und gehts hier eigentlich auch raus aus der Wolke? Außer uns sind hier noch Jäger und Leute mit Cross-Rädern auf ihren Hängern unterwegs. Wollen wir wirklich weiter im Nebel? Es ist ganz schön kühl und man könnte auch kalt sagen und wir haben uns eigentlich auf Sommer eingestellt. Also raus aus der Wolke und wieder zurück ins gute Wetter.
Unser Mittagessen nehmen wir am Strand ein. Wir sitzen unter einem Baum und beobachten die Surfer. Das sieht wirklich gut aus. Als wir dann am Nachmittag doch noch mal schwimmen gehen wollen hat uns leider die dicke Wolke eingeholt. Das einzige mal, daß es hier an der Westküste geregnet hat.
Unser letzter Tag. Wir schnappen unsere Badesachen und sind schon um 8.00 Uhr am Strand. Obwohl ich keinen Schnorchel habe, sehe ich ganz viele Fische und es ist überhaupt nicht wahr, daß sie mir auf dem Teller lieber sind als unter mir. Wir bleiben bis 10.00 Uhr, packen dann im Hotel unsere Sachen und checken aus. Unseren Flug von 18.00 Uhr auf mittags um 13.00 umzubuchen ist kein Problem. Überhaupt Fliegen ist hier eher mit Busfahren zu vergleichen. Keine festen Plätze, kurz rauf, Cola und wieder landen. So sind wir also um halb zwei in Honolulu. Hätten wir es da gepeilt, dann hätten wir vom Flughafen aus einen kostenlosen Transfer zum Hotel gehabt. Da muß man aber vom Gepäckband aus anrufen. Haben wir aber nicht. Also. Wer blöd ist muß zahlen. War aber nicht so teuer.
Das Pazific Marina Inn liegt in einem Industriegebiet, ist dafür aber nur fünf Minuten mit dem Auto vom Flughafen entfernt. Da wir morgen früh um halb vier Uhr schon wieder los müssen, sind das im Zweifelsfall wertvolle Minuten, die wir länger schlafen können.
Unser kleiner Rundgang ums Hotel verschafft uns die Bekanntschaft von zwei 'Herren', die uns um 65 Cent anschnorren wollen. Na ja, das ist zwar ziemlich bescheiden, aber wir sind dann doch wieder zurück zum Hotel, haben uns an den Pool gelegt und gelesen. Nach dem Film von gestern weiß ich auch, daß ich ein alles verschlingendes schwarzes Loch bin. Ich habe schon wieder Hunger. Glücklicherweise der Jürgen auch.
Das war witzig. Wir sind zum Chinesen am Hotel und haben bestellt. Immer wieder kam "something else?" Also weiter. Dann war die von mir georderte Suppe ein komplettes Hauptgericht und wir haben es uns geteilt. Mein Zitronenhuhn war dafür nicht so lecker, ziemlich fett. Jürgen hatte wieder mal Glück, das Fleisch war besser.
Abflug 5.30 Uhr nach L.A.. Also 3.30 Uhr roundabout zum Flughafen. Alles geht fix und dann nur noch warten. Zum Frühstück im Flieger gibt es Omelett. Leider ist der Platz für die Beine (am Notausgang) mit Kälte bezahlt. Ich mummele mich ein und schlafe. Wir sind um 11.00 Uhr in L.A. und stellen die Uhren um auf 14.00 Uhr.
Im Flieger gibt es wieder Frühstück. Unser Hinflug war ein Abendessenflug. Dieser hier hat eindeutig seinen Schwerpunkt beim Frühstück. Nachts um 1.00 Uhr L.A.-Zeit sind wir in Frankfurt. Die wissen das bloß nicht und behaupten es wäre 9.00 Uhr morgens.
Zweieinhalb bis drei Wochen auf Hawaii selbst müssen es schon sein. Oahu, so wird einem erzählt, ist zwar die uninteressanteste Insel. Letztendlich gibt es dann aber doch einiges zu sehen und zu unternehmen. Gerade wenn man jet-lag geplagt ankommt, dürfen es ruhig ein bis zwei Tage mehr sein. Big Island ist ein Muß; insbesondere einen Hubschrauberflug sollte man sich leisten. Wer nicht gerne läuft (aber was will der dann auf Hawaii?) kann es dabei bewenden lassen, verpaßt aber einiges. Die Westküste kann man bei Zeitmangel u.U. auslassen und so die ein bis zwei Tage für Oahu wieder einsparen. Übernachten würde ich dann nur im Vulcano-Park.
Maui war ok wie es war, vor allem Lahaina kann man nur empfehlen. Und zwar den Ort selbst, auch wenn man dann zu den Stränden fahren muß. Und die anderen Inseln? Nun bei knapp drei Wochen muß man sich entscheiden, sonst wird es Streß. Kauai wäre sicher interessant gewesen. Soll toll sein. Aber so wie beschrieben, würde ich es jederzeit empfehlen.
© Jürgen & Freya Blösl, 1997-2010
letzte Überarbeitung: 15.01.2010
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