Freya & Jürgen Blösl

Souvlaki, Saganaki & Co -
Griechenland September 2009

Tiefe Schluchten

Wir schlafen aus und gönnen uns den Vormittag Schatten (Jürgen) bzw Sonne (Freya). Zur Mittagszeit brechen wir dann auf. Zunächst wollen wir zum ca. 4 km entfernten Nekromanteion.

Wir parken im Ort Mesopotamos und laufen zu den Ruinen eines Totenorakels.Nekromanteion MesopotamosWarum liegt ein Unterweltseingang eigentlich auf einem Berg? Wir haben gelesen, dass hier die Priester der Antike richtig kreativ waren. Nekromanteion MesopotamosDie vermutlich mit Dro-
gen verwirrten Gläubigen wurden durch ein Labyrinth geführt, während im Zwie-
licht vor ihren Augen an einem Holzkran Personen hochgezogen wurden und so vermeintlich schwebten. Nette Show! Viel ist davon nicht mehr zu sehen. Gleich nachdem wir die Stein-
mauer hinter uns haben, geht es über eine steile Eisentreppe nach unten in einen nur spärlich erhellten Raum. Das war es auch schon. Wir erkunden auch die Kirche, die über den Ruinen erbaut wurde und verlassen dann das Gelände.

Jetzt wollen wir zu den Quellen des Acheron auch bekannt als Styx. Aber irgendwie haben wir auch Hunger. Nur um 13:00 Uhr sind wir hier einfach immer zu früh dran. Na ja, dann essen wir eben in Gliki. Es wird dann aber auch wirklich Zeit denn auf dem Weg dorthin fahren wir durch ein Dorf, dessen Ortsnamen Freya zunächst als Mousaka liest:-).

In Gliki nutzen wir dann gleich die erste Gelegenheit, direkt an der Brücke mit Tischen, die unter hohen, schattigen Bäumen teilweise in den Fluss gestellt sind. Das Restaurant ist groß und auch auf Busse eingestellt, aber der obligatorische Bauernsalat ist gut – was wollen wir mehr?

Acheron SpringsAcheron SpringsNach dem Essen fahren wir über die Brücke zurück und den flachen Fluss entlang bis zu einer Hängebrücke. Hier kann man Ponyreiten, in einem weiteren Lokal essen oder aber in das Wasser gehen. Letzteres tun wir auch, aber nur um erschrocken auf die andere Seite zu laufen. IST DAS KALT! Wir gehen also zunächst noch ein gutes Stück den Fluss entlang bis wir dann an die Stelle kommen, wo uns nichts anderes übrig bleibt als in den Fluss hineinzugehen. Anfangs ist es hier auch nicht ganz so tief und so laufen wir durch das Flussbett den Acheron hinauf. Eine Gruppe von jungen Leuten kommt uns entgegen und eine Frau quietscht in den höchsten Tönen weil da ein Fisch ist – ja wo soll er denn sonst sein? Wir laufen weiter und die Felsen kommen näher, das Wasser ist durchsichtig türkis und dann steht Freya oberschenkeltief in der Kälte. Wer hier weitergehen möchte, sollte das in Badekleidung tun.

Wir drehen um und pünktlich fängt es an dunkel zu werden und zu tröpfeln. Als wir dann an unserer Einstiegsstelle sind, fängt es auch noch an zu donnern. Hier ziehen Jürgens beruhigende Worte nicht mehr und Freya will nur noch raus aus dem Wasser.

Am nächsten Morgen sind wir direkt nach dem Frühstück losgefahren. Weil bei der Rückfahrt von Meteora das Wetter nicht so toll war, hatten wir ja die Zagora-Dörfer und die Vikos Schlucht ausgelassen und waren stattdessen nach Ioannina gefahren. Schnell sind wir in Igoumenitsa und von dort aus auf der neuen Autobahn mit den vielen, vielen Tunneln und erfreuen uns an den in griechischer Schrift geschriebenen Ortsnamen. Manche Wörter sehen einfach klasse aus. Wir nehmen die Ausfahrt Ioannina und fahren über die Ringstraße um den Ort herum und ziemlich bald sind wir auch schon in den Bergen. Unser Ziel ist der Ort Monodendri und von dort wollen wir in die Vikos-Schlucht.

Vikos Schlucht MonodendriVikos Schlucht MonodendriWas immer sich Freya dabei ge-
dacht hat, die Idee mit der Vikos Schlucht lassen wir recht schnell wieder fallen. Hier geht es 900 Meter nach unten und nicht gerade hinein, wie gestern in Gliki. Aber wir laufen zu dem verlassenen Kloster und freuen uns über die gelben Zyklamen am Wegesrand, die leider immer wieder ausge-
rissen werden. Vom Kloster aus besteht noch die Möglichkeit über ein paar Stufen zu einer Höhle im Felsen zu gelangen. Wir gehen den schmalen Weg entlang der Felswand aber nur bis zu der geländerlosen Holzbrücke, die einen tiefen Abgrund überwindet.

MonodendriZurück im Ort laufen wir über die charakteristischen, wie Schienen gelegten Steine, an blühendem Efeu vorbei, an zerfallenen und an wiederaufgebauten Steinhäusern und setzen uns schließlich an den großen Platz unter eine alte Platane. Hier verzehren wir den obligatorischen Salat, Schafskäse, Tsatziki und zwei gegrillte Würste. Die sind zwar lecker, aber beide popeln wir die dicken Fettstücke raus und geben diese an die beiden großen Hunde, die uns beobachten und zwischendurch immer wieder ganz lustig miteinander spielen.

Eigentlich wollen wir uns nun noch zwei weitere Zagora-Dörfer ansehen, fahren aber vorher in den oberen Teil des Dorfes. Ein Glück, dass wir hier nicht zuerst hingegangen sind. Hier gibt es Hotels und Souvenier Läden und es wirkt alles künstlich – wie Disneyland auf Griechisch. Weiter oben soll es noch einen Steinwald geben, aber jetzt fängt es an zu regnen und so lassen wir den Steinwald, Steinwald sein und auch die weiteren Dörfer entfallen.

Bis kurz vor Igoumenitsa gibt dann der Himmel alles, was er so hat und das ist beachtlich viel. Zurück in Amoudia ist es dann zwar bewölkt aber es regnet nicht. Egal, jetzt ist es 17:30 Uhr und das ist eine gute Zeit zum Entspannen, wenigstens für den einen Teil. Der andere Teil ist fleißig und lädt die gemachten Fotos auf den PC.

Wenig später stellen wir fest, dass wir ausnahmsweise beide keinen Hunger aber dafür Durst haben. Eine kleine, am Kiosk gekaufte Flasche Ouzo und Bier verleihen dem Abend dann noch das nötige griechische Ambiente.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2009-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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