Freya & Jürgen Blösl

Souvlaki, Saganaki & Co -
Griechenland September 2009

Meteora und Ioannina

Hinter Parga gabelt sich die Hauptstraße und geht links nach Igoumenitsa und rechts nach Paramythia. Freya hat die Karte auf dem Schoß und sagt "rechts". Jürgen fährt links. Das kennen wir ja schon! Nur dass sie diesmal sogar recht hat. Nach kurzer Diskussion dreht er dann. Gleich im nächsten Ort meint Freya dann: "Ich glaube wir sind schon wieder falsch ... Dreh doch noch mal und guck auf das Schild da." Dann haben wir offensichtlich den Dreh raus. Eigentlich gibt es ja immer ein Schild in Griechisch und 50 Meter später nochmal eines in einer Schrift, die auch ein Ausländer lesen kann. Eigentlich - wenn man auf den Hauptstraßen bleibt.

Wir rätseln kurz, was das für Kästen an der mittlerweile ziemlich kurvenreichen und bergigen Straße sind. Jürgen tippt auf Bienen-
kästen, was Freya erst glaubt, als sie einen Imker sieht. Wir fahren durch kleine Dörfer, mit Storchennesten auf den Dächern und einen Mann mit Esel. Schließlich kommen wir auf die neue Autobahn zwischen Igoumenitsa und Thessaloniki. Jetzt ist die Fahrt zwar langweiliger, aber wir erreichen unser Ziel schneller. In etwa 3 1/2 Stunden sind wir in Kastraki.

Freya ist es schummrig und Jürgen meint ein Stückchen vom Bäcker an der Straße da vorne wäre gut. Freya weiß gar nicht, ob sie mit zum Bäcker soll. Jammer! Aber in der Bäckerei stellt sie fest, dass sie doch noch mitbekommt, was lecker aussieht oder nicht. Gegenüber ist eines dieser griechischen Cafes, in dem nur alte Männer sitzen. Hierhin verziehen wir uns mit den Backwaren und bestellen einen Cappuchino dazu. So wirklich freundlich ist die Bedienung nicht. Aber was solls.

Wir fahren weiter bis zur Kirche im Zentrum von Alt Kastraki und biegen dort nach links ab. Hier ist unter anderem die Taverne Lithos, wo wir uns ein Zimmer nehmen. Obwohl wir beide von der Fahrerei erst mal K.o. sind, schaffen wir nur die Klamotten aufs Zimmer und fahren dann mal die Straße nach Meteora hoch. Von der Straße sind alle 6 begehbaren Klöster gut zu sehen und wir halten einige Male an, um die Aussicht zu genießen. Dann fahren wir zurück um am Orts-
anfang Mittag zu essen.

Kloster Rousanou MeteoraKloster Agios Stefanos MeteoraKloster Varlaam Meteora

Eigentlich hätten uns die untypisch gut genährten Katzen im Restaurant stutzig machen sollen. Jedenfalls war unser Souvlaki hier teilweise so fett und zäh, dass wir mehr verfüttert als selbst gegessen haben. Dann müssen wir auch noch zurück zu unserem Hotel, weil Freya den extra mitgenommenen Wickelrock im Zimmer liegen-
gelassen hatte. Ohne Rock kommt man nicht in die Klöster – Hose zählt nicht. Allerdings gibt es auch immer welche zum Ausleihen.

Kloster Metamorphosis MeteoraKloster Metamorphosis MeteoraKloster Metamorphosis Meteora

Wir wollen uns gar nicht alle sechs Klöster ansehen. Also fangen wir mit dem größten aller Klöster (Metamórphosis) an und lassen uns die Zeit, alles in Ruhe anzusehen. Neben der eigentliche Klosterkirche (in der man leider nicht fotografieren darf) gibt es noch mehrere Museen, die alte Küche, das Gebeinhaus und, und, und. Im oberen Bereich fällt Freya dann ein kleines Kätzchen auf, das erst bei der einen, dann bei der nächsten und schließlich bei einer dritten Frau auf dem Schoß sitzt und sich kraulen lässt. Schon sind Kunst und Kultur vergessen. Als dann die Kleine mal "frei" ist, setzt sich Freya auf die Bank und schwupps ist das Katzenkind auf ihrem Schoß und lässt sich schmusen. Jürgen darf das Schnurrsäckchen dann auch mal haben und schließlich übergeben wir das Kätzchen an eine Französin, die auch ganz hingerissen ist.

Wir lassen jetzt mal wieder Katze Katze sein und kommen zu einem Wandbild, dass bis auf die leeren Gesichter fertig gestellt ist. Wir vermuten mal, dass hier getreu der mittelalterlichen Tradition das Gesicht eines großzügigen Spenders hinein gemalt wird.

Kloster Rousanou MeteoraKloster Rousanou MeteoraDas nächste Kloster, das wir uns ansehen möchten ist Rousánou. Zu erreichen über noch viel mehr Stu-
fen. Dieses Kloster ist im Vergleich viel kleiner und außerdem sind viele Zimmer von der Besichtigung ausgenommen. Die Kapelle aber ist wunderschön.

Beim Abendessen erfahren wir, dass das Wetter schlechter werden soll. Egal. Wir stellen den Wecker auf früh und denken an einen Sonnenaufgang in den Felsen. Der Wecker klingelt, es ist dunkel. Jürgen steht auf und geht ans Fenster. Trotz der Dunkelheit stellt er fest, dass das Wetter schlecht ist. Wir drehen uns also um und schlafen weiter bis um 8:00 Uhr und haben dann das beste Frühstück im ganzen Urlaub. Kekse, getoastetes Brot, Marmelade, mit Schinken und Käse belegte heiße Toasts. Lecker!

Unserer Wirtin macht es Spaß, englisch mit uns zu sprechen und so unterhalten wir uns über die bevorstehende Hochzeitsfeier der Nichte, über Hochzeiten im Allgemeinen, und über Ikonenmalerei. Wir brechen dann doch auf, winken zum Abschied und fahren wieder in Richtung Ioannina. Unterwegs kommen noch ein paar Tropfen vom Himmel, aber eigentlich ist es nur dicht bewölkt und duster.

Kurz vor Ioannina merkt Jürgen, dass er da jetzt doch noch hinfahren möchte. Freya war da eher auf indifferent bis nein. Mit Stopp and Go geht es in die Innenstadt, wo wir nahe der Burganlage parken können.

Ali Pascha Moschee IoanninaIoanninaIn der Burganlage befinden sich das städtische und das byzantini-
sche Museum. Beide Museen sind in den ehemaligen Moscheen – Überbleibsel aus der Ali Pascha-Zeit – untergebracht. Wir durch-
streifen das weitläufige Gelände, kleine Straßen, mit schön reno-
vierten Häuschen. Zur Mittagszeit gehen wir raus und suchen eine Toilette und etwas zu essen. IoanninaDie Toiletten bei der Moschee sind zwar sauber, aber es gibt leider kein Papier. Okay, wir su-
chen eine Zeitlang und finden eine saubere Toilette, pardon Taverne, und schlendern danach noch durch den Fußgängerbereich. Punkt zwei schließen die Läden, was den Ausflug dann auch noch sehr preiswert macht und einen Blick auf die leeren Straßen ermöglicht.

Wir gehen wieder in das Burggelände zu der zweiten Moschee und nach der Besichtigung noch in ein sehr hübsches Restaurant.IoanninaIoanninaFreya bedauert beim Eiskaffee schon die fehlenden Katzen, als plötzlich ein junger Labrador – er gehört zum Paar zwei Tische weiter – zu uns kommt und sich müde unter den Tisch fallen lässt. Mit seinem Frauchen mitgehen mag er aber nicht, und so lässt sie ihn, nachdem wir versichert haben, dass uns das nichts ausmacht, bei uns sitzen. Auf freiwilliger Basis mag der Hund dann nach einer Weile doch zu ihr. Das Spiel wiederholt sich dann mit dem zweiten Hund, der zu diesem Tisch gehört. Auch er findet es bei uns anscheinend netter.

Dann wird es für uns Zeit wieder in Richtung Ammoudia zu fahren. Wieder laufen wir an vielen, laut in ihr Handy sprechenden Griechen vorbei (gibt es eigentlich den Nachnamen Telefonitis?). Diesmal fahren wir auf der Autobahn bis Igoumenitsa und dann auf der 55 in Richtung Preveza. Das geht schneller als auf der Hinfahrt, ist aber landschaftlich nicht so schön.

Abendessen gibt es im Hotel. Wir bestellen Bier, Wein, gegrillte Paprika, Tzaziki, gegrillten Oktopus und Hähnchensouvlaki. Ja, wir haben Hunger:-). Zusätzlich bekommen wir aber noch aufs Haus eine Schafskäsecreme, gegrillte Sardinen, Melone und selbstgebrauten Trester ... Alles lecker und der Bauch spannt wie eine Kugel. Spiros setzt sich noch zu uns und es geht mal wieder um was? Fußball natürlich, ja und über Biersorten unterhalten sich die Kerle. Sprios mag gerne helles Hefeweizen. Das Mythos, dass Jürgen hier trinkt ist ihm zu süß.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2009-2011
    letzte Überarbeitung: 10.06.2011

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