Freya & Jürgen Blösl

Souvlaki, Saganaki & Co -
Griechenland September 2009

Die polyglotten Kühe

Gleich nach dem Frühstück ist Freya zum Strand und erst nach 1 1/2 Stunden zum Hotel zurück gekommen wo Jürgen, im Halbschatten am Pool liegend irgendwas am PC gebastelt hat. Zum Mittag sind wir dann nochmal ins Poseidon, um ein letztes Mal den leckeren, gebra-
tenen Schafskäse zu essen. Es gibt hier zwei verschiedene Arten, den Schafskäse zuzubereiten. Einmal wird er paniert und gebraten wie im Poseidon, die häufigere Variante ist aber mit Tomate, Zwiebel und Gewürzen in Alufolie gebacken.

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf ist Freya dann nochmal an den Strand, jedoch wegen dem starken Wind nicht mehr ins Wasser. Auch macht das Lesen nur halb Spaß, wenn der Wind einem den Sand ins Gesicht bläst. Also zurück zu Jürgen und dann das gemacht, was wir die ganzen Tage schon machen wollten. Wir laufen zu den Brack-
wassern im Hinterland vom Hotel.

Immer wenn wir von der Hauptstraße den Berg nach Ammoudia hinunter gefahren sind, haben wir das gesehen. Kanäle, Flußarme, Tümpel. Also was machen wir beiden Neugierigen? Wir sind hin-
gelaufen. Von der Straße ab auf den Feldweg und es plätschert und quakt was das Zeug hält. Frösche, eine riesige Menge. Und Vögel, darunter auch hier wieder viele weiße Reiher und alle treffen sich auf dem auch hier mit organischer Masse angereicherten Brackseen.

Nutria AmmoudiaFrosch Ammoudia"Jürgen" ruft Freya, denn sie hat ein Tier gesehen. Ist das ein Biber oder ein Fischotter oder einfach nur eine große Ratte? Egal. Jürgen fotografiert was die Kamera hergibt. Wir gehen den Weg weiter entlang und sehen Eisvögel. Doch auch heute rasen sie nur durch die Luft und denken gar nicht daran auch mal für uns zu posieren. Wie am Ambrakischen Golf sind auch hier Kühe. Jedenfalls auf der anderen Seite des Wassers. Nicht alle. Zwei sind auch auf unserer Seite. Sie sind groß und haben Hörner. Wir schließen uns enger zusammen und die Familie Blösl und die Kühe beäugen sich gegenseitig voller Misstrauen. Dann sind wir vorbei. Puh, da vorne steht ja noch eine. Die guckt aber blöd. Na ja, es ist auch langsam gut und die Vögel werden hier auch immer seltener. Dann drehen wir eben um. Tja und dann sehen wir es. Auf dem etwa drei Meter breiten Weg, der rechts und links von trüber Brühe gesäumt ist, kommt uns eine Kuh nach der anderen entgegen. Die Kühe sind offensichtlich so begeistert uns zu sehen wie wir sie. Okay. Wir erinnern uns an die Wasserbüffel, die auch Angst hatten als wir im Weg standen und gehen erst mal hintereinander. Noch immer bleiben die Kühe stehen.AmmoudiaAmmoudia Freya ist nassgeschwitzt, aber dann fängt sie an zu reden. "Ihr, da!" sagt sie. "Ihr da geht nach links. Wir gehen rechts!" Und siehe da, nach kurzem Zögern löst sich der Stau auf. Wir gehen auf der einen, die Kühe auf der anderen Seite des Weges. Dass die so gut Deutsch verstehen:-). Immer wieder meint so eine Kuh dann doch auf unserer Seite des Weges gehen zu wollen, doch Freya ist durch ihren Erfolg beflügelt und erklärt der Kuh dann, dass sie doch bitte beiseite gehen soll, was dann wunderbarerweise auch geschieht.

So, der letzte Fisch ist nun gegessen. Wir sind wieder alle drei:-) satt geworden. Die kleine Katze saß zum Schluss da und hat die Augen kaum noch aufbekommen. Und die letzte Sardine hat sie eher deshalb gegessen, weil sie da war und nicht weil sie noch Hunger hatte.

Irgendwann am Abend haben die Mücken einen Weg in Freyas Hose gefunden und jetzt jucken ihre Knie. Das Benadryl, das Jürgen aus Amerika mitgebracht hat hilft.

Morgens hat Freya zwei dicke Knie und das sieht ja leider nicht nach Mücke sondern eher nach Katzenfloh aus – was sich auch bestätigt. Freya geht nach dem Kofferpacken noch mal ins Meer. Ach wenn das gestern doch auch so schön ruhig gewesen wäre. Aber dann hätten wir vielleicht den Spaziergang nicht gemacht.

So langsam läuft jetzt die Zeit weg. Ein letzter Blick, alles ist gepackt und ab mit den Koffern in die Lobby. Von Spiros bekommen wir noch Salat und Schafskäse und Blätterteigpastete mit Zuchini. Lecker. Freya könnte platzen. Stellvertretend platzt aber nur ihre Hose – und jetzt?

"I'm the taxi-driver to Preveza Airport ..." Egal. Freya will jetzt erst mal die Jeans aus dem Koffer holen. Taxi hin oder her. Das dauert doch keine 5 Minuten!

Also gut. Vielleicht hat sie diesen Urlaub ja doch zugenommen. Aber jedes Gramm hat geschmeckt.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2009-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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