Auf Darwins Spuren -
Galapagos 2011
Unser erster Urlaubstag und Freya kann sich nicht lösen. Nachdem alles Wichtige im Haus getan ist, verzieht sie sich in den Garten und wuselt. Hier ein bisschen Unkraut zupfen und da noch alte Blüten- stände entfernen. Dann, als es so langsam dämmert, fahren wir los. Wir wollen ganz entspannt in den Urlaub und haben uns im Holiday Inn in der Nähe vom Münchner Flughafen ein Zimmer genommen. So müssen wir "erst" um 4:30 Uhr aufstehen.
Das machen wir dann auch, bekommen um diese Uhrzeit sogar ein Frühstück und werden anschließend zu Terminal 1 gebracht. Zügig haben wir bei Iberia eingecheckt und die dann aufkommende Langeweile mit Lesen und Leute gucken überbrückt. Heute soll es zunächst nach Madrid und von dort aus nach Quito gehen. Das sind ca. 11 Stunden Flug, aber Freya will sie trotz Tagflug verschlafen. Damit fängt sie dann auch gleich mal im Flieger nach Madrid an. Kaum hat sie sich hingesetzt macht sie die Augen zu. Irgendwann macht sie die Augen wieder auf und hat das Beste schon wieder verpasst. Nein, wir sind in der Zwischenzeit nicht gestartet, wir sitzen jetzt seit einer Stunde in München im Flieger und dürfen gleich alle wieder aussteigen: Maschinenschaden.
Also gut, wieder zum Gate. Unseren Flieger nach Quito kriegen wir jetzt bestimmt schon nicht mehr. Wo können wir jetzt umbuchen? Wir erfahren, dass wir aus dem Sicherheitsbereich raus und dort zum Ticketschalter müssen.
So ,en passant' haben wir auch einen Mitreisenden aus unserer Gruppe aufgegabelt. Pardon, er uns.
Als wir gemeinsam beim Iberia-Schalter ankommen, hat sich dort schon eine kleine Schlange gebildet. So etwa 15 Leute sind vor uns und wir denken, dass das ja wohl nicht so lange dauern wird. Wir unterhalten uns mit unserem Mitreisenden und mit den Leuten vor und hinter uns. Vor uns wollen zwei Leute geschäftlich nach Chile, hinter uns stehen ein paar ganz coole Jungs, Beach Volleyballer aus Wien, die nach Rio wollen. So gaaanz ganz langsam rutschen wir vor.
Mittlerweile ist unser Flug offiziell gecancelt. Die Schlange hinter uns wächst ins Unermessliche und immer wieder kommen Leute von hinten mit "besonderem Einzelschicksal" um sich vorzudrängen.
Langsam stinkt es uns, weil sich die junge Dame am Schalter auch noch auf so etwas einlässt. Später erfahren wir, dass genau diese junge Dame Trainee ist und heute ihren ersten Arbeitstag hat - auch ein schöner Anfang. Das heißt aber im Klartext, dass eine einzige Frau den ganzen Schlamassel zu bearbeiten hat. Mit Umbuchen dauert es jedes Mal locker ein halbe Stunde - für die einfachen Fälle.
Als schon wieder jemand von ganz hinten zum Schalter kommt, weil sie ja "nur Umbuchen will" platzt Freya der Kragen. "Hallo junge Frau, können Sie bitte die beiden Damen arbeiten lassen?" Ein "Aber ich" lässt sie nicht gelten und so geht diese Dame wieder. Die Hoffnung, mit der 12:00 Uhr Maschine nach Madrid zu fliegen haben wir mittlerweile aufgegeben und unser Gruppenmitglied hat schon bei Colibri-Reisen angerufen und die darüber informiert, dass wir nicht in der erwarteten Maschine sein werden.
Irgendwann kommen wir dann tatsächlich dran. Um halbwegs zeitnah, sprich am nächsten Morgen, nach Quito zu kommen werden wir erst nach Amsterdam fliegen und dann mit KLM über Bonair und Guayaquil nach Quito. Schlappe 16 Stunden Flug ab Amsterdam!
Unser Mitreisender entscheidet sich für die Murmeltiervariante. Morgen will er genau die gleiche Nummer noch einmal versuchen, was dann fast schief gehen sollte, da die Maschine von München nach Madrid wegen fehlender Papiere eine Stunde zu spät losfliegt.
Nach all der Aufregung gehen wir jetzt bayrisch essen und jeder schafft sich eine kleine Schweinshaxe hinter die Kiemen. Puh, also nach diesem Essen könnten wir locker die 16 Stunden durchschlafen. Dummerweise geht unser Flieger aber erst heute Abend.
Der Flug nach Amsterdam verläuft angenehm und ereignislos. Wir haben dann dort noch viel Zeit und witzig ist eigentlich nur die Situation am Gate, wo ein kleines Mädchen Freyas Beine mit denen ihres Vaters verwechselt und sich darüber dann ziemlich erschreckt. Wir haben die Mittelplätze hinter der Trennwand, viel Beinfreiheit und können auch gut schlafen. Von KLM sind wir angenehm überrascht. Aber besser so als anders.
In Bonair steigen wir aus. Wenn wir schon mal in der Karibik sind... Dummerweise ist es mitten in der Nacht und das Terminal ist der Größe der Insel angepasst. Aber immerhin können wir uns die Füße vertreten. In Guayaquil sollen wir dann im Flieger bleiben. Aber zu diesem Zeitpunkt ist uns eh fast alles egal.
In Quito haben wir dann Dusel. Wir sind so ziemlich die ersten bei der Passkontrolle und auch die Koffer kommen fix. Unser Abholservice ist jedenfalls noch gar nicht da und so besorgt Jürgen erst noch mal schnell ein paar Dollar.
Wir werden durch die Stadt gefahren, die in einem Talkessel zwischen den Hauptzügen der Anden gelegen ist. Vom Flughafen kommend sind rechts mehrere aktive Vulkane. Für diese Lage hat es erstaunlich wenig Smog. Wir erfahren aber, dass die guten Wohngegenden trotzdem nicht im Haupttal liegen.
Unser Fahrer redet zwar über Verkehrschaos, meint damit aber, dass er an einer Ampel zweimal warten muss
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Dann kommt noch mal kurz Stress auf. Unsere Gruppe weiß dank Email, dass wir später kommen und so ist das Tagesprogramm um eine halbe Stunde nach hinten verschoben worden. Wir haben gerade mal Zeit schnell zu duschen, frische Unterwäsche zu schnappen (welche Wonne) und los geht's zum Äquatordenkmal.
© Jürgen & Freya Blösl, 2011-2012
letzte Überarbeitung: 15.06.2012
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