Freya & Jürgen Blösl

Morpho, Morpho -
Costa Rica und Panama 2006

11/12.11.2006 - Tortuguero

Wir haben ganz gut geschlafen obwohl die nächtlichen Geräusche von Knistern zu Affengebrüll übergingen. Aber das Bett war schön hart und die Nacht kühler als es die Abendtemperaturen versprochen haben.

Wir fahren in Richtung Küste und halten in Siquirres, nicht ohne vorher zu hören, dass die Leute hier vier ärmer sind als da, wo wir herkommen und dass die Kriminalität daher hier höher ist, als in anderen Teilen des Landes. Der obligatorische Stopp ist natürlich bei Musmanni und dort marschiert der ganze Bus wieder durch die Backstube zum Klo.

Als Freya wieder im Laden ist, wird sie von einer jungen Frau ziemlich massiv angebettelt und als sie einem Mann zugrinst, der inbrünstig in der Nase bohrt grinst der zurück und teilt ihr mit, dass er 200 braucht... Okay jetzt reicht es ihr. Gut, das es gleich weiter geht.

Kurz darauf machen wir schon wieder Halt, diesmal an einer Bananenplantage.
Große Schilder warnen davor in den Bananenfeldern spazieren zu gehen, weil dort gespritzt wird. Aber die Plantagenarbeiter wohnen dort...
Käfer - nördlich SiquirresWir halten an einer Fabrik in der die Bananenstauden zerlegt und gewaschen werden. Direkt davor: Zwei Getränkewagen. Hier gibt es für die Touries frische Kokosnuss und an jedem wird ein ziemlich großer Käfer als "Haustier" gehalten. Er gehört zur Gattung Herkuleskäfer und sieht sehr hübsch aus.
Nachdem wir alles betrachtet haben, fahren wir weiter zu einer Anlegestelle von wo aus uns ein Boot nach Tortuguero in die Jungle Lodge bringen soll.

Wir befahren einen breiten Kanal, erst rechts und links von Wiesen, später von Wald gesäumt. Viele Vögel sind zu sehen. Auf halber Strecke fängt es an zu regnen. Toll, wir wollen heute noch an einer Bootstour teilnehmen.

Kaum sind wir da, klart es auf. Um 14:00 Uhr wollen wir los. Unser Guide heißt Darryl und hat ein Elektroboot. Im Vorfeld hatten wir viel von einer deutschen Biologin, Barbara Hartung, mit einem Kanu gelesen. Luise hat auch schon von ihr gehört, meinte aber, wir würden die Fahrt mit Darryl gut finden. Und Luise hat Recht! Heute ist die Gruppe kleiner. Wir sind zu sechst in einem kleinen Boot und bekommen so alles mit, was Darryl zu erzählen hat.

Kapuzineraffe - Tortuguero NPEr holt uns die Eintrittskarten für den Nationalpark und fährt mit uns in einen Seitenarm des großen Kanals. Dann sehen wir als erstes Weißkopfaffen und fahren mit Elektromotor ans Ufer, um die putzigen Tiere besser zu beobachten.

Wir erfahren, dass sie in Amerika dressiert werden, um Behinderten zu helfen. Da geht es um so kleine Handreichungen wie Licht an und aus, Kämmen, aber auch Hilfe bei der Toilette. Wir hören außerdem von einem Experiment, wo zwei Weißkopfaffen in zwei Käfigen nebeneinander saßen. In einem Käfig war eine Box mit zwei Früchten, im anderen der passende Schlüssel dazu. Irgendwie haben sich die beiden Tiere verständigt und der eine Affe hat dem anderen den Schlüssel gegeben und dafür eine Frucht erhalten...

Vogel - Tortuguero NPWir haben alle Zeit der Welt und um uns ist alles ruhig. So geht es dann auch weiter. Wir sehen Eisvögel, verschiedene Reiherarten (warum heißt der little blue heron little blue heron? Weil da so little blue ist...), Schildkröte, sogar einen Otter können wir beobachten. Es folgen Klammeraffen und hier müssen wir herzlich lachen. Christiane hat ein Fernglas und plötzlich sagt sie. "Da vorne ist ein Männchen, ich hab' es gesehen." Ziemlich genau in dem Augenblick meint Darryl: "... and here you see an adult female"....Es dauert einen Augenblick in dem wir alle feixen und dann verbessert er sich "...no, I see, an adult male..."

Wir sehen Brüllaffen, grüne Leguane. Zu allem kann Darryl etwas erzählen. Alles ganz ruhig, in schönem Englisch (Daryll ist Kanadier). Wir sind insgesamt drei Stunden mit ihm unterwegs, und die Zeit vergeht viel zu schnell.

Kurz vor dem Essen ist Luise uns entgegengekommen und meint, sie hätte gehört, dass immer noch Schildkröten schlüpfen und dass es um fünf Uhr vom Hotel aus eine Tour gibt.
Wir gehen gleich nach dem Abendessen ins Bett - ist ja mehr oder weniger sowieso unsere Zeit - damit wir gut früh aufstehen können. Um die Anlage herum sind Brüllaffen zu hören, die dann aber durch Schüsse vertrieben werden.

Am nächsten Morgen stehen wir verschlafen in der Dämmerung an der Anlegestelle. Außer einem Teil unserer Gruppe stehen da noch ein paar Italiener und warten auf die Fahrt an den Strand.

Es dämmert langsam und als wir am Strand ankommen ist es schon ziemlich hell. Wir stolpern hinter dem Guide her, der zu den Löchern geht, in denen die Meeresschildkröten ihr Gelege haben. Nichts.
Schildkroete - Tortuguero NPDann kommen wir zu einem Loch, wo eine einzelne kleine Schildkröte orientierungslos hin und herläuft. Sie wird es nicht mehr schaffen, erfahren wir und das ist ziemlich deprimierend. Wir sehen ein paar tote kleine Schildkröten und als es uns schon fast zum Weinen ist, sehen wir eine, die spät, aber zielgerichtet auf das Meer zuläuft. Alles in allem eine traurige Aktion. An den Spuren ist zu erkennen, dass da heute viele Schildkröten geschlüpft sind, aber das war sicherlich vor fünf Uhr.

Luise ist sauer und beschwert sich beim Hotelchef - nur um zu erfahren, dass der von nichts wusste. Als sie später mit dem Guide spricht, erzählt der ihr, er hätte nicht nur einen Rüffel bekommen, sondern auch für eine Woche keine Arbeit. Daraufhin mischt sich Luise wieder ein und geht zurück zum Hotelchef um für den Guide eine geringere Strafe zu erbitten. Hier hört sie dann, dass der Guide wegen seiner Eigenmächtigkeit nur zwei Tage nicht beschäftigt wird und nun ist sie wieder sauer auf den Guide.

 

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2006-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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