Freya & Jürgen Blösl

Morpho, Morpho -
Costa Rica und Panama 2006

14/17.11.2006 - Oh wie schön ist Panama

Grenzübergang Costa Rica - PanamaSeit Tagen denkt Freya schon an diese Brücke, die Costa Rica von Panama trennen soll und von der sie schon eine Menge gehört hat. Dann sind wir da und Freya ist ein bisschen enttäuscht. Okay, in der Mitte kann man nach unten gucken. Aber erstens ist die Brücke nicht hoch genug und zweitens wackelt sie nicht... Unter gruselig stellt sie sich was anderes vor.

Die Einreise nach Panama ist einfach. Wir lassen unseren Pass auf Costa Rica Seite stempeln, geben die ausgefüllten Papiere ab und laufen dann über die Brücke. Schon sind wir in Panama. Hier will Luise alles für uns regeln und sammelt dazu die Pässe ein. Offensichtlich ist aber ein Kontrolleur da und deswegen geht das heute nicht. Jeder muss mit seinem Pass noch mal in das kleine Büro um ihn abstempeln zu lassen. Egal, das dauert auch nicht lange.

Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, fahren wir bis Changuinola wo unser Busfahrer die nächsten zwei Tage bleiben wird. Im Hotel können wir alle wieder aufs Klo und im Supermarkt gegenüber können wir noch Kleinigkeiten einkaufen. Hier findet Freya zu ihrer Freude wieder mal "Sparkling Vanilla Cream" und während alle anderen Kaffee trinken, frönt sie ihrer Vorliebe für perverse Getränke.

Nach diesem Zwischenstopp werden wir nach Almicante gefahren, von wo aus es zur Insel Bocas del Toro geht.

In Bocas angekommen inspizieren wir erst mal die Zimmer. Luise ist nicht angetan vom Hotel Laguna. Wir schon! Parterre müssen die Zimmer Kabuffs sein, im ersten Stock nur wenig besser. Im zweiten Stock aber sind die Zimmer schön und hell. Wir können nicht meckern. Unser erster Eindruck ist, dass Bocas sehr schön sein könnte, wenn mehr Mülltonnen aufgestellt würden. So sehen wir hübsche, bunte, fantasievolle Holzhäuschen und eben viel Müll. Also gucken wir drüberweg! Wir laufen zum Strand hinter dem Friedhof und nehmen bei unserer Rückkehr ganz am anderen Ende der Stadt eine leckere Pina Colada zu uns.

Nach kurzer Rast im Hotel gehen wir dann zum Abendessen. Wir haben uns gegen das Gruppenevent entschieden, wissen aber erst gar nicht, wo wir hingehen sollen - so groß ist hier das Angebot. Letztendlich entscheiden wir uns für eines der Hotels an der Wasserseite. Jürgen isst Oktopus nach karibischer Art und freut sich, dass es nicht ganz so scharf ist. Freya probiert Shrimps nach Art Orly und hakt das dann als "probiert und nicht wieder ausgesucht" ab. Dazu gibt es Bier bzw. leckeren Fruchtsaft, was braucht man mehr?

Eigentlich ruft jetzt noch ein Cocktail laut und vernehmlich "hier". Aber irgendwie fällt uns gerade nicht ein, wo es jetzt in der Nähe noch einen gibt. Also gehen wir doch schon zum Hotel und testen den lokalen Rum, den wir vorhin zusammen mit einer Flasche Fruchtsaft gekauft haben.

Morgen wollen fast alle der Gruppe mit dem Katamaran um die Inseln des Archipels cruisen. Wir haben keine Lust auf Gruppe und daher abgesagt.

Wir frühstücken im Lokal an der Ecke und fahren dann mit dem Linienbus nach Draco Beach. Zuerst hatten wir noch darüber nachgedacht für die gut 18 Kilometer das Fahrrad zu nehmen. Jetzt, bei der Fahrt mit dem öffentlichen Verkehrsmittel sind wir froh, dass wir das nicht gemacht haben. Es hat hier in den letzten Tagen ganz schön geregnet und Schlagloch reiht sich an tiefe Pfütze.

Zudem geht es auf schmaler Straße bergauf und bergab. Dann scheinen wir da zu sein. Wir steigen aus, zahlen pro Person 1,5 $ und sehen uns um. Hier gibt es ein Restaurant und einen winzig schmalen Strand. Ach, ist das alles? Luise hatte doch was von Seesternen erzählt.

Also laufen wir los. Über ein Gelände, das Privatgrund zu sein scheint, immer am Ufer entlang. Begleitet werden wir von einem großen, dunklen Hund, gut genährt mit breitem Brustkorb.
Seestern - Draco Beach, Bocas del ToroDann, nachdem wir eine ganze Weile an immer breiter werdenden Sandstränden und durch einen kleine Priel gelaufen sind: Seesterne - im knietiefen Wasser. Rot, gelb oder eine Mixtur aus beiden Farben. Ziemlich viele und groß liegen sie da. Wir treffen ein Pärchen aus Argentinien im Kajak und unterhalten uns ein bisschen.

Dann kommt Freyazeit. Während sich Jürgen in den Schatten der Palmen zurückzieht und liest, suhlt sie sich im warmen Wasser und guckt den bis zu fußlangen, durchsichtigen Fischen zu, die um sie herumschwimmen.

Schließlich sammeln wir "unseren" Hund ein, der mittlerweile weiter vorn bei einem anderen Pärchen liegt und gehen zum Restaurant wo wir Saft trinken und Früchte essen. Dann ist es 15:00 Uhr und nach unserer Rechnung sollte jetzt ein Bus kommen. Tut er aber nicht und die Nachfrage beim Restaurant ergibt "Quarta".

Für die Happy Hour reicht unsere Energie noch und anschließen essen wir Jambalaya im Buena Vista Hotel. Zuerst müssen wir feststellen, dass die Cocktails die wir gestern im Flip Flop getrunken haben besser waren. Unser Essen aber ist lecker, nur wir beiden Langweiler sind schon wieder müde. Also schon wieder nix mit Night Life und ab in Hotel.

Dort erwartet uns die lauteste Nacht des Urlaubs. Überall Musik weil morgen ein Nationalfeiertag ist. Es trompetet und trommelt und die auffällig gekleideten Menschen, die wir schon den ganzen Tag gesehen haben, ziehen feiernd durch die Straßen. Das laute Hämmern aber, das wir irgendwie in unsere verschwitzten Träume einbauen, erklärt sich am nächsten Morgen anders:
Thomas konnte nicht in das Zimmer das er sich mit Michael teilt. Michael, aus einer Bar geholt, behauptete den Schlüssel abgegeben zu haben. Also wurde die Tür mit Gewalt aufgemacht. Ein neues Schloss wurde auch noch gefunden und eingesetzt.

Bocas del ToroZurück nach Panama Festland geht es mit einem kleineren Boot als bei der Hinfahrt. Das ist ein wilder Ritt über die Wellen und wir haben alle Spaß.
Nach kurzer Wartezeit kommt auch unser Busfahrer und es geht über kurvenreiche Straße und zwei fast leere Staudämme in Richtung Bouquete.

In Bouquete checken wir im Hotel Fundadores ein. Bald darauf laufen wir los und wollen den ca. zweistündigen Weg am Fuß des hier liegenden Vulkans gehen. Aber weil uns das Wetter gerade nicht so anmacht gehen wir nur über den Fluss (mal wieder so eine nette Brücke), dann nach links, kommen an vielen, schönen Gärten vorbei und laufen die nächste Brücke wieder zurück zur Stadt. Blume - in BoqueteHier finden wir in einem Garten einen riesigen, über 3 m hohen Kaktus, und davor eine Hecke mit vielen verschiedenen Hibiskussorten. Rot, gelb, orange, rosa, gefüllt und einfach. Wirklich schön. Jetzt wollen wir doch noch nicht zurück zum Hotel und so biegen wir in eine Seitenstraße und gucken auch da noch nach den Gärten. Zwei Schäferhunden gefällt das nicht und so bellen sie so lange, bis sie alle Hunde des Viertels aufgemischt haben :-).

Wir holen noch Käse und Bananen weil Freya keine süßen Stückchen mehr sehen kann. Abendessen wollen wir beim Mexikaner. Der ist zu empfehlen und wir haben dort Margarita, leckeres Essen und weil es gerade so heftig regnet auch noch ein Bier mehr.

Dass wir mal wieder früh aufstehen, müssen wir nicht besonders erwähnen. Dass wir nicht so toll geschlafen haben schon. Das Zimmer 10 ist sehr hell und lässt sich nicht vernünftig abdunkeln.

Wir wollen heute über die Grenze zurück nach Costa Rica und von Luise werden wir darauf vorbereitet, dass das Grenzspiel sehr lange dauern kann. Steffi hat ihren Pass im Rucksack oben auf dem Bus - Na Klasse!

Schon vor der Grenze werden wir kontrolliert. Witzig! Steffi wühlt in ihrem Rucksack und der Kontrolleur bekommt von uns allen die Pässe gereicht. Steffi wühlt und wühlt und dann stellt der Kontrolleur fest, dass Thomas keinen Einreisestempel von Panama hat. Steffis fehlenden Pass bemerkt er gar nicht.
Dann kommen wir an die Grenze. Luise hat gesagt, manchmal gibt sie 10 Dollar und dann müssen die Koffer nicht abgeladen werden. Weil Steffis Pass aber eh oben ist, fangen wir direkt an der Grenze an abzuladen. Das entsetzte Gesicht des Grenzbeamten ist Geld wert. "Was macht ihr denn da? Bloß nicht abladen, dann müsste ich ja alles kontrollieren!"
Also hier haben wir schon mal 10 $ gespart. Aber wir haben ein viel größeres Problem: Thomas hat einen Ausreisestempel aus Costa Rica aber keinen Einreisestempel von Panama! Also wenn er nie eingereist ist, kann er auch nicht ausreisen, ist doch klar, oder?

Wir sind alle relativ schnell fertig, dürfen dann aber noch ca. zwei Stunden im Niemandsland warten. Aber auch hier kann man Geld ausgeben für Cola, Kokosnüsse, geschälte Orangen oder ein Stückchen mit Apfelmus. Dann kommen endlich Luise und Thomas und wir erfahren, dass die Angelegenheit friedlich und ohne Schmiergeld gelöst werden konnte.

 

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2006-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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