Freya & Jürgen Blösl

Morpho, Morpho -
Costa Rica und Panama 2006

04/06.11.2006 - Monteverde

Wir haben uns damit abgefunden, früh wach zu sein und stellen den Wecker daher gleich auf 5:00 Uhr. Schnell sind die Rucksäcke gepackt, gefrühstückt und dann gehen wir noch mal auf die Mole. Hier ist ein kleiner, aber schöner Markt und auch die Geier, die wir gestern gesehen haben trocknen wieder ihre ausgebreiteten Flügel am Strand.

Brücke nördlich von QueposDann fahren wir auch schon los. Wieder über die scheußliche Brücke mit den vielen Löchern und auch über den Krokodilsfluss geht es. Danach geht es immer nur bergauf. Wir überblicken viele Kilometer gebirgige, grüne Landschaft und kommen gut voran.
Etwa 30 Kilometer vor Santa Elena, der Stadt in der Nähe des Nationalparks Monteverde enden die geteerten Straßen und gehen über in Stein- und Schotterpiste.

Luise erzählt vom Regenwald und dass der Mangel dort die Vielzahl an Arten hervorbringt. Für jedes Tier und jede Pflanze existiert eine eigene ökologische Nische. Wir erfahren, dass es hier ganz viele Aufsitzerpflanzen gibt und dass Bäume jahrelang klein im Schatten eines anderen Baumes leben und dann, wenn ihre Chance kommt, im Nu heranwachsen können.

Blume in MonteverdeIn Santa Elena rasten wir, holen etwas zu Essen für die morgige Wanderung und fahren dann zum Hotel El Bosque. Es ist eine schöne, einfache Anlage auf dem Weg zum Naturschutzgebiet. Der Garten ist wunderbar gepflegt, die geräumigen Kabinen eher einfach.

Hier haben wir eine Weile Zeit für uns und dann geht es zur geführten Nachtwanderung. Diese findet im Santuario Ecologico statt, dauert 2 Stunden und kostet pro Nase 15 $, was ein stolzer Preis ist. Die Gruppe wird auf drei Guides verteilt und dann gehen wir in die Dunkelheit. Unser Guide spricht sehr gut englisch, was offenbar nicht selbstverständlich ist wie wir später beim Abendessen erfahren. Dort hören wir die lustige Geschichte von der Schlange, die ständig als Schnecke bezeichnet wird und wo der Guide schließlich meint: "Snake or Snail, sometimes it is not easy to see what it really is..." Wohl wahr!

Wir jedenfalls sehen eine Schlange, bekommen winzig kleine, grüne Frösche auf grünen Blättern gezeigt, außerdem Heuschrecken und Grillen. Dann passen wir bei den Kampfameisen auf und wecken auch die schlafenden Tukane nicht. In ihren Wohnlöchern sehen wir auch zwei Taranteln.

Die letzte dreiviertel Stunde tappen wir hinter unserem Guide her und nada, nix. Na ja, vielleicht haben wir sogar mehr gesehen als andere. Trotzdem, sechs oder sieben Personen pro Guide sind bei so einer Wanderung einfach zu viel. Wer vorne läuft sieht und hört etwas, wer hinten ist nicht und so endet das Ganze in Geschiebe und Gehetze.

Wir essen wieder alle zusammen zu Abend. Es gibt Pizza im Lokal von unserem Hotel und Luise hat recht: Das ist sicher eine der besten Pizzen in Costa Rica und auch in Deutschland fällt mir auf Anhieb keine Pizza ein, die sooo gut geschmeckt hat.

Pam und Uta geben Spinnenanekdoten zum Besten und uns gefällt die Geschichte von der Spider Season in Kanada, wo Uta auf den Tisch gesprungen ist, Pam dann endlich ein dickes Märchenbuch auf die Spinne geworfen hat und das Buch dann noch durchs Zimmer gelaufen ist...
Da werden doch alle Horrorvorstelllungen bedient, oder?

Am nächsten Morgen stehen wir um 5:00 Uhr morgens auf und Jürgen geht gleich nach dem Duschen durch die Anlage und fotografiert nach eigener Aussage grünen Kolibri vor grünem Hintergrund. Um sieben Uhr fährt dann der Bus zum Monteverde Nationalpark wo uns zwei Guides erwarten. Unser Guide heißt Melvin und erzählt uns, dass er sechs Brüder und vier Schwestern hat. Damit hat er sich auch als einer der Nachkommen der Quäker zu erkennen gegeben, die in den vierziger Jahren die Gegend um Monteverde besiedelt haben. Melvin strahlt soviel Freundlichkeit aus, wie wir es selten erlebt haben.

Mit Melvins Hilfe sehen wir dann so nach und nach eine Schlange, diverse Vögel, ein Kolibrinest und kleine Leguane. Gaby entdeckt mit ihren Adleraugen sogar ein Faultier, was hier nicht so häufig zu sein scheint wie in San Antonio. Nur den Quetzal, einer der Gründe weshalb man nach Monteverde fährt, sehen wir nicht.

Nasenbär - Reserva Biologica Bosque Nuboso - MonteverdeImmer wieder stellt er sein Fernglas, das auf einem Stativ steht, ein und wir können durchsehen und anschließend können wir auch durch das Glas fotografieren. Freya macht es Spaß, Jürgen nicht. Er findet die Gruppe zu groß und wahrscheinlich hat er damit Recht. Am Ende der Tour sehen wir auch noch einen Weißnasenbären und einen kleinen silbernen Fuchs, die sich in der Nähe des Restaurants herumtreiben.

Kolibri - MonteverdeGegen Mittag kommen wir zur Kolibri-Station. Hier trennt sich die Gruppe. Einige wollen die Chance nutzen Canopy auszuprobieren, andere wollen noch zum Orchideenhaus oder in den Schmetterlingsgarten. Wir bleiben erst einmal bei den Kolibris und gehen daran anschließend noch einmal mit Elisabeth in das Reservat.

Wir laufen einen recht schmalen Pfad bergauf und bergab, bleiben stehen, beobachten Pflanzen, suchen die Vögel, wenn sie mal wieder so lautstark über uns zwitschern. Schön! Der Weg wird schmaler, verläuft nicht mehr so gerade in eine Richtung, führt über schmale Stege und wieder berauf. Und wo zum Teufel sind wir jetzt? Es fängt an zu nieseln und dann regnet es, erst ein wenig, dann immer stärker und um uns herum sind nur noch die näheren Bäume zu erkennen. Na ja, Nebelwald eben.
Nebelwald - Reserva Biologica Bosque Nuboso - MonteverdeNebelwald - Reserva Biologica Bosque Nuboso - MonteverdeWir kommen an einen Aussichtspunkt und blicken regelrecht in ein Nebelmeer. Dichte Schwaden haben sich über uns zusammen gezogen. Es ist feucht. Keiner von uns dreien kann auf der mitgenommenen Karte den Platz identifizieren wo wir sind. Wir einigen uns darauf, noch ein kleines Stück weiterzugehen und dann den gleichen Weg zurückzukehren. Etwas höher und auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir Leute auf einem Aussichtspunkt. Da will Jürgen unbedingt noch hin. Wir geben ihm noch zwanzig Minuten in dieser Richtung und dann wollen wir umdrehen.
Aber wie immer kommt es anders. Nach 10 Minuten wird der Weg breiter und wir gelangen an die kontinentale Wasserscheide. Auf der einen Seite fließt das Wasser in den Atlantik und auf der anderen Seite in den Pazifik. Hier gelangen wir auch wieder auf den Hauptweg und kommen von dort erstaunlich schnell an den Parkeingang. Von dort laufen wir der Straße entlang zum Hotel. Wen es interessiert: Der schmale nette Weg nennt sich Sendero No Boso.

Wir stehen früh auf und laden Rucksäcke und Koffer auf den Bus. Das ist immer eine ziemlich Aktion und vor allem die Frauen der Gruppe können sich glücklich schätzen, dass Thomas und Michael jedem ihre freundliche Hilfe anbieten. Anschließend gehen wir Frühstücken und Enrique, unser Fahrer verpackt und verschnürt in der Zwischenzeit unser Hab und Gut.

Bevor wir unser nächstes Ziel ansteuern wollen wir noch in den Park mit den Hängebrücken, der sich auf der anderen Seite von Santa Elena befindet.
Dieser Weg führt teilweise über die Baumgipfel und so hat man eine gute Chance den Dschungel mal von oben zu sehen.

Es nieselt, na ja wir sind ja auch im Regenwald. Aber erst nachdem wir alle unseren Eintritt für die Hängebrücken bezahlt haben, fängt es richtig an zu regnen. Da hält sich der Spaß natürlich in Grenzen. Freya hatte ja ein bisschen "Vorabschiß" aber obwohl man durch das Drahtgeflecht weit nach unten sehen kann, findet sie die Brücken (insgesamt 8) recht harmlos.
Bei besserem Wetter ist das sicher sehr beeindruckend. So aber beeilt sich jeder, wieder ins Trockene zu kommen. Schade. Ganz zum Schluss kommt auch Luise. Sie hat einen Quetzal gesehen! Es sei ihr gegönnt.

 

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2006-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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