Freya & Jürgen Blösl

Morpho, Morpho -
Costa Rica und Panama 2006

02/03.11.2006 - Nationalpark Manuel Antonio

Um kurz nach sieben sind alle Koffer und Rucksäcke auf dem Busdach. Anschließend werden sie noch sorgfältig mit Plastikplane abgedeckt und verschnürt.

KaffeebohnenZunächst wollen wir ein Stück entgegengesetzt zu unserem Tagesziel fahren und in einer Kaffeeplantage Halt machen. Dort wird Luise mit jemandem vom National Park telefonieren und wenn der Poas - einer der aktiven Vulkane Costa Ricas - nicht in den Wolken liegt, werden wir hinauffahren.

Bei der Fahrt heraus aus San Jose fällt uns auf, dass fast alle Häuser die Fenster vergittert haben oder aber das gesamte Gelände mit einem hohen Eisenzaun geschützt ist. Laut Luise finden das die Ticos sogar schön und es gehört sozusagen als Prestigeobjekt mit dazu. Motto: "Ich besitze etwas, das es wert ist zu schützen".

Wir haben Glück und können zum Poas fahren. Dicke Wolken sind zwar schon überall zu sehen, aber der Krater ist sichtbar. Vom Parkplatz aus laufen wir einen asphaltierten Weg nach oben zur Lagune.
Vulkan PoasDort angekommen können wir sehen, dass zwar keine Wolken den Poas verhüllen, man aber gerade gar kein Wasser sieht. Über der Lagune liegen dicke Dampfschwaden. Da wir noch lange Zeit haben bis wir wieder am Bus sein müssen, laufen wir auch noch den Weg zur höher gelegenen 2. Lagune. Hier breitet sich ein wunderbarer See vor uns aus. Zurück geht Jürgen über einen Naturlehrpfad. Der sieht Freya aber zu matschig aus und so geht sie mit Pam und Uta auf dem gleichen Weg zurück. Unterwegs sieht sie ein Squirrel. Das reagiert auch ganz brav auf ihren großen Trick: Rucksackreißverschluss auf- und zuziehen. So können wir alle zusammen das nette Tier in Ruhe fotografieren.
Der Naturlehrpfad ist übrigens gar nicht so matschig. Nichts besonderes aber ein netter Einstieg zum Thema "Wir laufen durch den Dschungel."

Nachdem alle wieder am Bus sind geht es auch schon los - nur um kurz darauf noch mal zu stoppen. Wir essen ein frittiertes Blätterteigteil mit Käse gefüllt, kaufen hier hergestellten Käse und so etwas Ähnliches wie Litschies und fahren dann weiter in Richtung Pazifik.

Viele kleine Orte wechseln sich ab. Es geht steil bergab, kurvenreich immer weiter runter. Wir unterqueren die Pan Amerikana, sehen wieder die teils gefängnisgleich vergitterten Häuschen. Überall wunderbare Pflanzen in Hülle und Fülle: Riesige Gummibäume, gestutzte Benjamini, Farne, Bougainvilleas, Hecken aus Hibiskussträuchern rund um die Zuckerrohrfelder um Bestäuber anzulocken. Schön!

Die ganze Zeit sehen wir, wie der Himmel sich zuzieht. Dann ist es soweit. Es schüttet wie aus Eimern. Wasser sammelt sich, läuft erst in kleinen Rinnsalen und dann in immer größer werdenden Bächen die Straße hinab. Dunkelbraun von der Erde, die es mit sich trägt. Und überall ist es nass, nass, nass.

Dann hellt es plötzlich auf und wir fahren ein Restaurant an. "Hier gibt es eine Überraschung", sagt Luise. Aber wir haben es schon entdeckt. Da sind Krokodile am Fluss. Wir stürzen aus dem Bus, auf die Brücke und sehen ein ziemlich fettes Tier am Ufer liegen. Leider fängt es wieder an zu regnen und Luise lästert später beim Kaffee, dass sie in Zukunft wohl auch ansagen muss, dass wir die Regenklamotten anziehen sollen. Der Fluss heißt übrigens Tarkoles und die Krokodile sind dort Stammgäste.

In Quepos sind wir im Best Western untergebracht. Schöne Zimmer, aber dünne Wände und Fenster und bis tief in die Nacht gnadenlos laute Musik von der gegenüberliegenden Disko. Kurz: Eine Zumutung es sei denn man will hier Party machen.

Das Abendessen haben wir im Halbschlaf überlebt. Es gab leckeren Fisch unten im Restaurant (gehört nicht zu Best Western). Gegenüber auf der Strandbühne gibt es Blasmusik. Eine Bigband mit einem erstaunlichen Repertoire. Unter anderem haben wir die Musik von Star Wars herausgehört, aber auch die Erkennungsmelodie der Flintstones oder gar Gershwin war zu erkennen.

Geschlafen haben wir bis Viertel vor vier, da waren die ersten Ticos auf der Straße schon wieder wach. Besonders den stolzen Besitzer eines Autos mit kaputtem Auspuff der mehrfach die Straße rauf- und runterfuhr haben wir verwünscht.

Hier ist der einzige Ort auf der Reise bei dem das Frühstück inklusive ist: Viele Früchte, Toastbrot, Butter und Gelee. Beim Blick auf das Meer können wir Geier sehen, die sich zum Trocknen am Strand aufgestellt haben und die Flügel ausbreiten.

Faultier - Nähe Manuel Antonio NPDen heutigen Tag werden wir im Nationalpark Manuel Antonio verbringen. Luise will mit uns den Hauptweg gehen und uns Tiere zeigen. Zurück zum Hotel können wir dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Schon auf dem Hinweg zum Park fährt unser Busfahrer plötzlich sehr langsam und stoppt. In dem Baum da am Straßenrand hängt ein Faultier. Alle steigen aus und fotografieren und natürlich sind wir begeistert. Dann werden wir am Parkeingang abgesetzt und die, die den Reiseführer nicht gelesen haben, staunen. Bevor wir am Kassenhäuschen sind, müssen wir zwei Priele durchwaten. Man sieht hier die Stützen einer geplanten Brücke. Wie wir noch öfters in Costa Rica sehen werden, bedeutet dies aber nicht, dass diese dann auch im nächsten Jahr gebaut wird.

Leguan - Manuel Antonio NPKapuzineraffe - Manuel Antonio NPNoch vor dem Eingang ist ein Leguan zu beobachten und auf dem Weg sieht Jürgen gleich eine Schildkröte. Dann geht es Schlag auf Schlag. Ein Ameisenbär über unseren Köpfen, Echsen über Echsen, Faultiere und Brüllaffen, Kapuzineräffchen, Waschbären, Blattschneideameisen, viele schöne Blüten und einige wenige Schmetterlinge, ein Kolibri und andere Vögel. Und all das sehen wir während wir in einem Pulk von 19 Leuten laufen! Vor und hinter uns mit relativ wenig Abstand andere Gruppen. Erstaunlich.

Kurz vor dem Ende der "Führung" klinken wir uns aus und gehen mit einigen anderen einen weiteren Weg zu einer Aussichtsplattform. Die Aussicht ist recht schön, aber leider ist es jetzt schon ein wenig diesig.
Einsiedlerkrebs - Manuel Antonio NPBlattschneideameisen - Manuel Antonio NPUnten angekommen ist ein Großteil der Gruppe nicht mehr da. Freya geht zum Strand und plauscht ein bisschen mit denen, die da sitzen. Wegen der doch ziemlich hohen Wellen geht sie aber nicht ins Wasser. Ganz nett sind hier die vielen Einsiedlerkrebse, die so tun, als wären sie Muscheln und die ihre vielen, verschiedenen und hübschen Häuschen über den Strand tragen. Währenddessen versucht Jürgen diese kleinen Blattschneideameisen groß ins Bild zu bekommen.

Wir haben von Luise gehört, dass das Wasser vor dem Eingang je nach Ebbe und Flut steigt. Pam versteigt sich zu der Aussage "Nur Memmen nehmen ein Boot". Als sie aber die Seenlandschaft sieht die jetzt zwischen Parkeingang und Bushaltestelle liegt, ist auch sie lieber Memme.

Jetzt wummert es schon wieder vor dem Hotelzimmer, wir sind frisch und sauber geduscht und werden die gemeinsame Abendveranstaltung sausen lassen. Stattdessen gehen wir einfach nach unten, um noch mal den gute Fisch zu essen. Freya probiert das erste Mal "Limonada". Das ist selbst gemachte Limonade aus sauren Zitrusfrüchten, und auch die roten Beeren mit Wasser sind als Getränk sehr lecker. Jürgen bleibt da lieber beim einheimischen Bier, das ist auch lecker :-).

 

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2006-2010
    letzte Überarbeitung: 15.01.2010

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