Freya & Jürgen Blösl

Eine Woche Budapest
1998

Samstag 08.08.98

Wir kommen um 12.50 Uhr in Budapest an, wo unsere Freundin uns schon erwartet. Für die nächste Woche sind wir bei Ihr eingeladen. Wie sich herausstellt, haben wir die Wohnung für uns allein, da sie bei ihrem Freund unterschlüpft.

Sie fährt mit uns zu sich in die Mexikoi Ut und wir sehen sie das erste Mal einparken. Ein wirkliches Erlebnis. Geradeaus durch das enge Tor, den schmalen Weg ganz bis nach hinten, dann rückwärts bis zum Baum und scharf eingeschlagen. Sie steht.
Dann aber wird es hektisch. Ihr Kühlschrank ist leer und morgen ist alles zu. So hetzt sie uns zum nächsten Supermarkt, wo wir für die ganze nächste Woche einkaufen sollen. Für die ganze Woche und das schnell. Sie haßt einkaufen. Schade, dort ist es angenehm kühl und wir mögen es in fremden Ländern durch den Supermarkt zu streunen.

Dann aber streiken wir. Wir wollen nicht ins Schwimmbad, wir wollen jetzt das volle Touristik-Programm und seien es 38 Grad im Schatten! Sie verdreht die Augen, aber o.k.. Sie fährt uns zum Nyugatti-P.u. (Westbahnhof) und verhilft uns zu 20er Karten für den öffentlichen Nahverkehr, sowie zu einer Budapest-Touristenkarte, die wir dann dummerweise ab Montag stempeln lassen. Dumm ist das, weil montags fast alle Museen geschlossen haben. Dann zieht es sie ins Wasser und uns in das touristische Treiben.

Der öffentliche Nahverkehr in Budapest ist Klasse, man wartet nie länger als 5-6 Minuten auf einen Bus, eine U- oder Straßenbahn. Mit ein- oder zweimal umsteigen kommt man überall hin. Nur die Frage, wann man nun eine neue Fahrkarte entwerten muß, ist nicht ganz so einfach. Dazu aber später noch mehr.
Freya freut sich über die langen, steilen und schnellen Rolltreppen in den Untergrund. Hier hatte sie vor Jahren mal Spaß mit den genervten Töchtern einer anderen Freundin. Damals ist sie mit denen bestimmt fünfmal rauf und runter gefahren (als Alternative zum Museumsbesuch) und alle hatten dabei wirklich großes Vergnügen.

Als Budapest-Einstieg geht es quer durch die Innenstadt in Richtung Donau. Da es dort aber auch nicht kühler ist, beschließen wir auf die andere Donauseite und weiter auf den Burgberg zu ziehen. Also vorbei an Ständen mit bestickten Tischdecken und Blusen, Hirtenpfeifen und Lederwaren, Cafés und Touristen bis hin zur Kettenbrücke. Jürgen trottet vor sich hin und ist ein bißchen neben sich, aber dann packt es ihn: Nächste Woche ist hier die Leichtathletik-Europameisterschaft und die Fahnen, die auf der Brücke hierfür Werbung machen, geben ein schönes Titel-Dia ab. Wir laufen über die Brücke, fahren mit der Bergbahn auf den Burgberg und schlendern im Burgviertel herum. Es ist mittlerweile kurz vor sechs und das Licht ist wirklich gut für Fotos von der Matthiaskirche, einem wirklich dekorativem Hochzeitspaar, das Jürgen 'ganz heimlich' fotografiert und der Pester Donauseite. Wir trinken teures Bier beim Hilton und laufen anschließ end noch ein bißchen auf der Fischerbastei herum.

KettenbrückeÜber endlos viele Stufen geht es wieder herunter zur Donau. Am Clark Adam Ter vorbei und wieder über die Kettenbrücke. Wir bewundern eine fast menschenleere Vaci Utca (die Haupteinkaufsstraße) und machen Stop beim Apostolok, einer Gaststätte. Großer Schreck: Wo ist die alte Fassade geblieben? Trotzdem gehen wir rein. Das Essen ist o.k., aber nicht überwältigend. Der Nachtisch - Schomlauer Nocken - reicht für zwei. Das Ambiente ist immer noch schön. Mit dem Bus geht es in Richtung Mexikoi Ut, wo wir es schaffen auch richtig auszusteigen. Den Rest des Abends haben wir dann damit zugebracht unseren Aufenthalt in Budapest zu planen. Gehalten haben wir uns aber doch nicht daran.

Sonntag 09.08.98

Unser Schlaf ist so lala. Die parallel zur Mexikoi Ut verlaufende Bahn haben wir gehört, die Hunde haben gebellt und Freya muß daran denken, wie sie im Ungarisch-Kurs das ungarische Lied "kis kutja nagy kutja nem hugat hiaba" (kleine Hunde, große Hunde bellen nicht umsonst) gelernt hat. Jeder, der nicht nur die totale Innenstadt Budapests kennt, weiß wohl wovon sie redet ...

Wir wachen also früh auf, erheben uns aber erst so gegen acht Uhr . Unser Frühstück besteht aus (Pulver-)Kaffee und Brot mit Käse. Freya macht noch einen Obstsalat und wir sehen uns beim frühstücken Comics im Fernsehen an. Dann aber los.

Als erstes wollen wir uns das Parlament ansehen. Dort soll es morgens um 11 Uhr eine Führung geben. Angeblich mit einer Zugangsbeschränkung und "first come, first serve". Also zur U-Bahn-Haltestelle gelaufen, dann die gelbe U-Bahn genommen (es gibt drei Linien gelb, blau und rot), umgestiegen und bis zum Lajos-Kossuth Ter gefahren, der Haltestelle am Parlamentsgebäude. Hier stehen wir am Tor X an und warten darauf, daß wieder ein paar Leute rauskommen, damit wir reingehen können. Das wird alles wunderbar von einem Posten in Uniform geregelt. Drinnen im Gebäude erwerben wir zwei Tickets für die deutsche Führung um 11 Uhr. Dann heißt es wieder anstehen, diesmal an Tor VI. Die Sonne brennt und wir werden eine ziemlich große Gruppe, über hundert Leute - nix mit Zugangsbeschränkung. Wir waren so früh und jetzt das. Aber dann geht es endlich los.
Der erster Eindruck ist Kirche, Dom. Viel Prunk, Gold und Marmor, Fensterscheiben mit wunderschönen Bleiverglasungen. Riesig groß für das kleine Land. Halt ungarisch-österreichische Monarchie, gebaut für Ober- und Unterhaus, aber auch heute noch als Parlament genutzt. Einzig die elektronischen Anzeigetafeln für Redezeit und Abstimmungsergebnisse sind ein Kompromiß an moderne Zeiten. Eine Stunde dauert die Führung. Dann geht es wieder raus in die Hitze.

Durch kleinere Straßen laufen wir in Richtung Stadtzentrum. An der Stefan-Basilika kommen wir raus. Wir betreten das Kirchenrund und die Halle ist von Orgelmusik erfüllt. (Abends soll hier ein Konzert stattfinden). Obwohl hier viele Touristen herumlaufen (Japaner in der typischen (?) Europa in 10Tagen Hektik), ist die Stimmung durch die Musik sehr schön und feierlich. Die Aussicht vom Turm schenken wir uns ob der vielen Stufen und der Hitze.

Als wir wieder in der Sonne stehen, sind wir uneinig über unser weiteres kulturelles Programm. Freya will in den Zoo, Jürgen erst morgen früh. Also fahren wir mit der U-Bahn zum Heldenplatz und laufen etwas unlustig durch das Stadtwäldchen. Aber Freya gibt keine Gnade, um 15 Uhr zurück in die Wohnung? Nein!
Also mit der Metro an das andre Ende der Stadt, unter der Donau durch zur Arpadhid. Hier befindet sich das Vasarely Museum, ein ungarischer Maler der die sogenannte Op-Art begründete. Es ist schattig und kühl. Man kann sehr gut die Entwicklung von Vasarely beobachten. Besonders gut gefallen haben uns die weniger bekannten Glasobjekte, aber auch die Gobelins und die Ölbilder.

Etwas erholt wollen wir zurück über die Margaretheninsel laufen. Wir schlendern an Springbrunnen vorbei an denen Trauben von Kindern planschen. Überall wird der Rasen gesprengt, und wir nutzen die Chance auch ein bißchen frisches Wasser abzubekommen. Auf der Südseite der Insel nehmen wir auf der Margit Hid wieder eine Straßenbahn. Voll ist die Bahn, übervoll. Als Freya die Fahrscheine entwerte, flüstern wir uns zu, daß jetzt jeder weiß, daß wir Touristen sind. Das Ganze basiert darauf, daß die Freundin vor Jahren erzählte, ein echter Budapester würde immer schwarzfahren. Nach dem Umsteigen in den Bus, werden wir dann aber prompt kontrolliert. Das erste Mal, aber insgesamt werden es sechs oder sieben Kontrollen sein. Budapester Bekannte denen wir erzählen, daß wir kontrolliert worden sind, sind dann aber immer reichlich erstaunt. Naja, sie werden wohl nicht so oft Bus fahren.

Zuhause gibt es eine Überraschung! Unsere Freundin hat einen Tisch im Lancelot reserviert. Das Lancelot ist ein Lokal mit mittelalterlichem Ambiente. Die Kellner tragen Pluderhemden und Wams und zum Essen gibt es keine Gabel, sondern nur Messer und Löffel. Die Portionen sind groß und schmecken auch noch gut.

Montag 10.08.98

EisbärenHeute ging es als erstes in den Zoo. Viel Jugendstil und schöne Bauten, dafür leider teilweise Tierbehausungen, die in ihren Ausmaßen unserer Meinung nach nicht unbedingt artgerecht erscheinen. Halt die alten 3 X 4 Meter Gehege mit Gitterstäben und zwei oder drei Tieren. Das Eingangstor mit den Eisbären hat es Freya angetan. Aber auch die Pelikane sind ganz niedlich. Sie haben ein großes Gehege, in dem ein ganzes Rudel (wie heißt das eigentlich bei Vögeln) herumtollt und balzt. Einer ist ganz fleißig am Brüten. Eine Giraffe wird ganz vorwitzig, als sie uns Eis und Brezel naschen sieht. Aber beim Essen versteht Freya ja eh keinen Spaß, also gibt es nichts für sie. Es ist schon mittag als wir den Zoo verlassen.

Was kann man montags noch alles machen, wenn doch die Museen geschlossen sind? Bevor wir wieder auf den Burgberg ziehen, schauen wir uns noch die Markthalle an. Groß und weiträumig im Stil des Eifelturms. Leider ist relativ wenig los und durch die Weiträumigkeit und Aufgeräumtheit mit den festen Ständen kommt keine Stimmung auf.

Nuygatti BahnofGroß Mittagessen wollen wir nicht, in irgendeinen Burger King will Freya aber auch nicht. Also scheucht sie uns noch mal durch die halbe Stadt in den schönsten McDonalds Europas. Der liegt in einem Seitenflügel des Nuygatti Bahnhofs. Toll renoviert mit viel Stuck und einer Ausgabetheke halb im Tiefgeschoß.

Im UntergrundMit der U-Bahn geht es zum Deak ter und von dort aus mit der Buslinie 16 auf den Burgberg. Der ist aus relativ weichem Gestein und mit reichlich Kellern, Höhlen und Gängen ausgestattet. Nach einem ausgiebigen Rundgang geht es ins Labyrinth, einem künstlichen Höhlensystem mit nachgestellten Höhlenmalereien und mystisch ausgeleuchteten Statuen.

Dienstag 11.08.98

Heute sind wir verhältnismäßig spät aufgestanden. Wir fahren mit dem Bus Nummer 7 in die Stadt und steigen am Ferenciek Ter aus. Beim anschließenden Gang durch die Vaci Utca schauen wir hier und da in die, mit kleinen Boutiquen belebten Hinterhöfe, doch wird dies der erste Budapest Urlaub sein in dem Freya sich nichts zum Anziehen kauft.

Mit der roten Metro geht es anschließend zum Dehli p.u. (Südbahnhof, liegt aber eigentlich im Westen von Budapest). Jürgen hatte gelesen, daß hier noch eine Plastik von Vasarely auf dem Vorplatz steht und die wollen wir noch fix ansehen. Wir sind uns einig, daß dieser Umweg sich nicht unbedingt gelohnt hat und fahren anschließend die eine Station zurück bis zum Mosqua Ter.

Wir wollen auf den Rosenhügel und tappen dann auch darauf herum. Das Grab des Gül Baba, ein Relikt aus der Zeit als die Türken Ungarn besetzt hatten, verpassen wir dann aber um Haaresbreite. Da aber keiner von uns beiden große Lust hat erneut auf den Berg zu steigen, lassen wir's gut sein. Zu Fuß machen wir unsauf, Richtung Burgberg. Ob der Hitze ersparen wir uns die vielen Treppen bergauf und nehmen den Bus.

Nachdem wir in den letzten Tagen hauptsächlich den Nordteil abgegrast haben, wollen wir heute in den eigentlichen Burgbereich. Heute sind denn auch die Museen wieder geöffnet. Als erstes gehen wir ins Ludwig-Museum für moderne Kunst. In der großen Halle unten steht ein Gebilde auf dem man mit Hämmern herumhauen und unterschiedliche Töne erzeugen kann. Drei, vier Bilder und Ausstellungsstücke gefallen uns. Ansonsten ist das Ludwig-Museum in Köln, aber auch das "Tortenstück" in Frankfurt interessanter.
Als nächstes streunen wir durch das Schloß. Auch hier geht wieder tief unter die Erde, aber alles hell ausgeleuchtet und überhaupt nicht unheimlich. Von den eigentlichen Ausstellungsstücken interessieren uns die historische Ansichten und Dokumente (viele auf Deutsch) am meisten. Wir besichtigen den Schloßgarten und machen Rast auf der Terrasse. Doch lange hält es uns nicht auf den Sitzen.

SkulpturWir wollen raus nach Budafok zu den monumentalen Erinnerungen an die Zeit des Sozialismus. Jetzt ist das Licht gut und Jürgen will ein paar schöne Fotos machen. Also geht es mit der Straßenbahn nach Budafok und dort an der Endhaltestelle raus, über den Platz und an die Bushaltestelle. Hier lassen wir erst mal einen Bus wegfahren, weil Jürgen was von 50 gelesen hat, wir von hier aus aber die 58 nehmen müssen. Na ja, wir fahren also erst mit der nächsten 58 den ganzen Berg zur Balatoni Ut herauf und laufen die ca. 500 Meter bis zum Skulpturenpark. Hierher wurden nach dem Ende des Sozialismus die Monumente aus der ganzen Stadt gebracht und fristen nun am Stadtrand ihr Dasein. Man weiß ja nie, ob man sie nochmal gebrauchen kann!

Zurück in die Stadt nehmen wir den Postbus. Hierfür gilt unsere Budapest Card nicht. Freya versucht sich zu orientieren und findet auch die Kaltenberg Brauerei. Hier hat sie mal auf Firmenkosten wunderbar gegessen. Ihr geographisches Gedächtnis funktioniert halt nach dem Schema 'Messerchen und Gäbelchen'. Einen kleinen Rüffel gibt's von Jürgen, der sich zu abgerissen vorkommt in dem schönen Lokal. Aber nachdem ein Bus mit deutschen Touristen ankommt, gibt sich das Gefühl. Warum die Kellner dann aber so gestylt herumlaufen?
Als wir nach draußen kommen, ist es dunkel und so machen wir noch schöne Nachtfotos von dem Jugendstilgebäude neben der Brauerei und vom Hösök tere (Heldenplatz) zu dem wir extra noch mal hinfahren. Zuhause beschwert sich unsere Freundin per Zettel, daß wir nicht ab und an mal telefonieren. Sie hatte einen Tisch reserviert und wir waren nicht zu erreichen gewesen.

Mittwoch 12.08.98

Wir kommen einfach nicht mehr aus dem Bett. Freya geht es schlecht. Ozon? Luftfeuchtigkeit? Wir machen die erste Rast gleich in der Innenstadt nach der Bestätigung unseres Rückfluges.

Dann geht es wieder in den Norden von Buda, zur Tropfsteinhöhle . Warum zum Teufel zieht es diesen Mann ständig unter die Erde??
Freya denkt an das Grubenunglück in Lassing, Erdbeben und den Herrn der Ringe (Gollum Gollum). Wenn es dann noch nicht genug gruselt, geht es weiter mit Indiana Jones. Jürgen macht sich lustig und spottet, daß sie eigentlich ständig die Hände über den Kopf halten müßte, für den Fall, daß der Himmel runterfällt (als wenn einen Asterix zum Gruseln bringen könnte...!).
Die Höhle ist toll und nicht gruselig. Durch die feuchte und kühle Luft geht es Freya auch endlich besser.

Abends wollen wir im Planetarium eine Lasershow zur Musik von Queen ansehen. Es gibt auch Shows zur Musik von Vangelis oder zur Carmina Burana. Bis auf die Sitze, die uns rükkenkranke Bürohocker leiden lassen, macht die Show viel Spaß. Auch das Drumherum ist nett und wir freuen uns an der Gruppe Jugendlicher, die es nach langem Hin und Her endlich schafft, sich so hinzusetzen, daß dann doch jeder neben dem sitzt, neben dem er sitzen möchte.

Unser Abendessen nehmen wir im Garten des Ecklokals in der Mexikoi Ut ein. Das Essen ist nach unser beider Geschmack, mageres Fleisch und fette Soße. Hmm. Nur Jürgen beschwert sich darüber, daß Freya mit ihren Ungarisch-Kenntnissen statt ein großes nur ein kleines Bier bestellt hat. Wir denken also gerade, daß wir hier einen Geheimtip der ungarischen Küche aufgetan haben, als ein Reisebus mit einer Wagenladung Deutscher hält und in einem Saal im ersten Stock das Gejauchze und Getanze losgeht. Wir bestellen uns keinen Nachtisch mehr und gehen heim.

Donnerstag 13.08.98

Den Tag verbringen wir im Gellert-Bad an einem schönen schattigen Plätzchen. Das Gellert-Bad ist eines der alten Kurbäder. Innen schön renoviert, vor allem die - kleinen - Becken. Außen ist es bis auf ein Paar Statuen und Mauern ein normales Freibad. Besonders ist höchstens die Wellenmaschine. Wenn alles anfängt zu quietschen, weiß man, daß die Welle wieder wellt. Ist der Zauber vorbei, kann man kurzfristig in ein halbwegs leeres Planschbecken gehen.

Zum Abendessen sind wir bei einer ehemaligen Kollegin von Freya eingeladen. Daß die Unterhaltung meist nur mit Dolmetscher klappt ist egal. Wir also wieder mit Straßenbahn und Bus nach Budafok. Dort holen wir unsere Freundin von der Arbeit ab. Dann mit dem Auto zu dem Häuschen mit Garten in dem wir schon erwartet werden. Wir spielen Ball mit dem Hund und haben unseren hellen Spaß als Jürgen der Ball hinter dem Körper versteckt, Matzika nicht weiß wo er ihn suchen soll und schnüffelnd durch den ganzen Garten tobt. Fehlt nur noch, daß er auf den Baum klettert.
Das Essen ist ausgezeichnet, die Gläser nie leer und so kommen wir spät, aber zufrieden nach Hause.

Freitag 14.08.98

Wegen des gestrigen Abends kommen wir auch heute kaum raus aus dem Bett. Es ist bewölkt, nicht so heiß wie die Tage vorher und der Nachbar sagt, es sei kellemes (angenehm).

Wir kommen gerade noch rechtzeitig an die Schiffablegestelle, um mit dem Schiff nach Szentendre zu fahren. Unterwegs fängt es an zu regnen. Na Klasse. Um uns herum knatschen die Kinder und eigentlich wären wir lieber im Bett.
Dann hört es zumindest auf zu regnen. In Szentendre laufen wir von der Anlegestelle aus in die Stadt. In den malerischen Gassen suchen wir als erstes ein Lokal. Es ist richtig ungarisch romantisch mit Maiskolben und getrockneten Paprika- und Knoblauchketten an der Decke. Wir sitzen in einem Innenhof, das Wetter wird immer besser und wir fangen so langsam an, unseren Ausflug zu genießen.

Dann aber wieder raus ins Getümmel. Die ganze Stadt ist wie die Rüdesheimer Drosselgasse auf ungarisch - sehr touristisch. Wir lassen heute Museum Museum sein, laufen einfach nur durch die Gassen und trinken noch ein Bier auf dem Marktplatz. Am späten Nachmittag verlassen wir Szentendre mit der Vorortbahn in Richtung Budapest.

Am Abend gehen wir noch mal in unseren 'Geheimtip'. Das Gartentor ist zu und wir sollen Eintritt zahlen, weil es Musik und Tanz gäbe. Freya macht ihnen mit ihren Ungarischkenntnissen klar, daß wir nur zu Abend essen wollen und so werden wir in eine dunkle Ecke verfrachtet, ohne Eintrittsbillet. Die Mücken finden uns trotzdem. Die junge Kellnerin freut sich mit Freya darüber, als diese für Jürgen ein Bier bestellt und ihr mitteilt, daß er diesmal kein gyereksör (Kinderbier) möchte.

Samstag 15.08.98

Nach langem Ausschlafen geht es noch mal in die Stadt. Wir betreten den allgegenwärtigen Julius Meinl. Wir kaufen Kaffee, Unikum und Paprikapulver und Freya legt Ihre Kreditkarte genau auf die Stelle, wo auf ungarisch, englisch und deutsch steht, daß man genau das nicht tun soll.

Danach verschleudern wir unser letztes Geld im Café New York, laufen parallel der Rakoczi ut in Richtung Donau und kommen hinter der Synagoge, ganz in der Nähe des Deak Ter aus. Noch ein letzter Blick auf das ganze Gewimmel und dann raus zur Mexikoi ut.

Der Flughafen-Minibus ist dann auch super pünktlich. Dafür hat der Flug fast eine Stunde Verspätung.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 1998-2011
    letzte Überarbeitung: 10.06.2011

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