Freya & Jürgen Blösl

Tierparade Downunder
Australien 2003

Wo sind jetzt die Kängurus ?

Bei dem in unserer Karte eingezeichneten Shopping Center bei der Ausfahrt Miller Street, machen wir Mittag. Shopping Center haben zumeist einen Food Court mit einer Auswahl an verschiedenen Mittagessen, sauberen Toiletten und das sowieso vorhandene Lebensmittelangebot. Wir bekommen auch jetzt alles, was wir brauchen und dann geht es weiter nach Apollo Bay, wo wir zwei Nächte bleiben wollen. Von hier aus können wir entlang der berühmten Küstenstrasse fahren und später ins Landesinnere nach Ballarat, einer Goldgräberstadt. Die Grand Ocean Road wurde in den vierziger Jahren als Arbeitsbeschaffungsprogramm von Kriegsheimkehrern aus den Felsen gehauen.

Ein paar nette Häuschen stehen entlang der Küste. Nicht direkt an der Straße, nein, sie stehen auf Stelzen, hoch am Berg über dem Buschland, mit einem weiten Blick über den Ozean. Gigantisch.

Wir erreichen Apollo Bay so gegen 16.00 Uhr und können uns erst gar nicht zwischen den vielen Motels entscheiden. Letztendlich landen wir in Crowns Motel und werden stolze Mieter eines Appartements mit Spa und einer sehr netten Einrichtung.

Freya ist ein bisschen komisch. Mittags hat sich das Wetter wieder zugezogen und sie hat Kopfschmerzen. Die kurvenreiche Strecke bis Apollo Bay hat das Übrige getan. Als dann aber die Wolken aufreißen kennt Jürgen, der schnell noch unsere Wäsche gewaschen hat, keine Müdigkeit mehr. Wir gurken eine Stunde lang über noch mehr Kurven zu der berühmten Felsformation "Zwölf Apostel", nur um festzustellen, dass sich das Wetter genau jetzt wieder zuzieht. Das ist ja doof. Zurückgekommen in Apollo Bay ist es spät. Wir haben keinen Hunger mehr, dafür aber wieder zwei Wallabies gesehen. Wir trinken gemeinsam eine Flasche Wein und schlafen bald ein.

Mittwoch, 26.02.2002

Maits RestPapagei - Lavers HillDas Wetter heute Morgen entspricht auch nicht so ganz unseren Vorstellungen. Es ist windig und grau und wir trödeln dementsprechend ziemlich lange rum. Gegen 9.00 fahren wir los. Zuerst stoppen wir am allseits empfohlenen Rundweg "Maits Rest", einem Rainforrest Trail, der wirklich sehr schön ist. Danach, es ist schon wieder elf Uhr, verspüren wir Hunger und halten in Lavers Hill am Blackwood Gully Cafe, wo wir ausgesprochen lecker essen. Vor dem Fenster tummeln sich Papageien, grün mit rotem Kopf und wir können sie von unserem Platz aus gut beobachten. Wie zu erwarten schnappt sich Jürgen nach dem Essen die Kamera und geht raus zum Fotografieren. Das kann der Wirt gar nicht verstehen. Manchmal kämen Seeadler hierher, aber die Papageien? Übrigens wohnen in den umliegenden Bäumen gut ein Dutzend davon.

Ein paar Kilometer weiter rufen wir beide plötzlich wie aus einem Mund "Da...!" also gedreht und zurückgefahren. Da ist so etwas wie ein größerer Igel, mit langer, spitzer Schnauze. Wie wir später nachlesen heißt das Tier Echidna oder auch "Ant-Eater". Wir halten an, steigen aus, und begucken es. So richtig Schiss vor uns hat es nicht, und so gönnen wir uns gegenseitig ein paar Augenblicke. Dann hat Echidna keine Lust mehr und verkrümelt sich ins dichte Gebüsch.

So ist unser Tag eigentlich schon trotz des schlechten Wetters gerettet und wir sind beide noch so begeistert, dass wir die Einfahrt zum "Ship-Wreck-Trail" verpassen. Hier an der steinigen Küste sind viele Segler auf Grund gelaufen und gesunken. Bei diesem Trail soll man den großen Anker eines der gekenterten Schiffe sehen. Auch gut, dann gehen wir diesen Weg eben auf unserem Rückweg.

bei Zwoelf ApostelWir fahren jetzt durch bis Port Campbell um dann langsam, jedes Highlight mitnehmend, wieder nach Apollo Bay zurückzukehren. Unterwegs reißt tatsächlich der Himmel auf und wir haben unsere Grand Ocean Road mit den originellen Felsformationen im strahlenden Sonnenlicht. Da lacht der Fotograf an Freyas Seite - und sie natürlich auch. Wir lachen auch, als wir das Schild sehen, dass Hunde und Katzen verboten sind. In Wilsons Promotory waren Hunde, Katzen und Schusswaffen verboten. Gilt der Umkehrschluss, dass hier Schusswaffen erlaubt sind?

London BridgeAls wir wieder beim Ship Wreck Trail ankommen, ist es bereits nach 16.00 Uhr und unsere Lust auf einen "strenious steep treck" hat sich mittlerweile auch gelegt. Aber gucken wollen wir doch noch mal, ob wir einen Blick von oben auf den alten Anker werfen können. Also biegen wir bei Moonlight Heads ab in die Büsche. Das ist kein Witz. Freya hat nämlich Jürgen schon wieder auf eine Gravel Road gelotst. Ist aber halb so schlimm und schon bald stehen wir auf dem Parkplatz "The Gables". Wir laufen zum Aussichtspunkt, gucken ins Wasser und auf Felsen (wie heute schon den ganzen Tag) und fahren, ohne den Anker gesehen zu haben und ohne auch nur den Versuch zu starten es zu tun, wieder in Richtung Apollo Bay. Jetzt werden wir auch noch Zeuge vom Viehtrieb auf australische Art. Nicht zu Fuß und mit Stöckchen, sondern mit dem Geländemotorrad werden die Kühe zusammengetrieben.

Zu Abend essen wir an der Promenade in Apollo Bay. Das Cafe "Bay Leaf" ist trotz der Lage relativ günstig. Na ja, zumindest wenn man sich nicht für den teuersten Fisch entscheidet. Aber dafür war er auch sehr gut, ebenso der Wein und auch die Musik war dezent und angenehm.

Donnerstag, 27.02.2003

Unsere Zimmernachbarn in dieser Nacht waren laut, das Wetter ist trüb. Also lassen wir den Wecker Wecker sein und dösen noch eine halbe Stunde. Wegen des Wetters werden wir auch nicht nach Ballerat fahren, sondern über Nebenstraßen den Weg nach Colac, dann nach Cressy und über Lismore nach Beaufort um dann über Ararat in die Grampians zu kommen. Für den Fall, dass das Wetter dort auch nicht gut ist, werden wir weiter auf der A8 bleiben und gucken, wie weit wir kommen.

Ab Colac ist das Wetter jedoch sehr schön, und so fahren wir durch bis Ararat, wo wir einkaufen und Mittagessen. Um zwei Uhr checken wir schließlich im Colonial Motel Inn in Halls Gap ein - hier gibt es für AAA-Mitglieder Rabatt und unsere ADAC-Karte wird auch anerkannt.

MacKenzie WasserfallWir fahren zu den MacKenzie Falls und laufen die paar Meter zum Ausguck und dann die Treppe runter. Der Wasserfall ist wunderschön. Von hier aus führt ein Weg weiter nach Zumstein und da will Freya hin. Da soll ein Platz sein, wo man gut Kangurus beobachten kann. Wir sind jetzt schon so lange hier und haben außer ein paar Wallabies noch keine Kängurus gesehen. Jürgen mag aber lieber mit dem Auto hinfahren, weil er auch noch zu den Balconies will, einer exponierten Felsformation. Gegen 17.00 Uhr sind wir in Zumstein an der Känguru-View Area, nur es ist kein Känguru da. Also doch erst zu den Balconies, die Freya enttäuschend findet. Der Weg dorthin ist behindertengerecht ausgebaut, mit Tendenz zum Steingarten. Die Felsformation selbst ist nicht zugänglich. Die Aussichtsfläche über die weite, mit Bäumen bestandene Bergwelt ist umzäunt mit neuem Alugeländer. Das soll mal anders gewesen sein und Bilder die noch heute Reiseführer schmücken belegen das auch ganz deutlich!

Kaenguru - Grampians NPFreya will jetzt wieder nach Zumstein zu den Kängurus. Blöderweise sind die immer noch nicht eingetroffen. Sie möchte warten. Jürgen nicht. Weiter in unserer Fahrtrichtung sollen Aboriginal Artefakte sein, das will er jetzt sehen. Zunächst sieht er aber erst mal eine zickige Freya. Aber gut. Wir fahren weiter in Richtung Horsham und dann sehen wir sie. Rechts, auf der offenen Grasfläche: Eine Herde großer Kängurus. Nach kurzem Fotostop geht es weiter. Gleich darauf wieder Kängurus und nicht zwei oder drei sondern so richtig viele. Na endlich!

Papagei - Grampians NPBei der Plantage Road biegen wir nach rechts und schon wieder ein "Animal Highlight". Graue Kakadus mit rosa Köpfchen auf dem Feld. Natürlich ist der Foto schon wieder abgebaut, aber das lässt sich ja machen.

Weiter vorne dann, in einem Baum, auch wieder die leuchtend grün, roten Papageien (wir denken es sind Rainbow Lorikeet). Klasse. Last not least kreuzt auf den letzten Metern (Sandpiste!) ein Emu unseren Weg. Wir sind begeistert!

Die sogenannten Artefakte reißen uns dann nicht vom Hocker, sieht aus wie Graffiti oder eher Geschmiere - aber hier war wohl eindeutig der Weg das Ziel. Auf dem Rückweg zum Motel dann rechts und links Herden von Kängurus, Uhrzeit 19.00 Uhr. Auch in Halls Gap auf einer Wiese weiden welche. Da kann man sich nur wundern, warum wir bisher keine gesehen haben.

Freitag, 28.02.2003

Am nächsten Morgen hat uns auch hier das schlechte Wetter eingeholt, also fahren wir weiter in Richtung Westen, dem im Wetterbericht gut sichtbaren Hoch entgegen. Unterwegs sehen wir an gleicher Stelle wie gestern wieder Herden von Kängurus. Dann sind wir auf dem Highway Nr. 8, der von Melbourne bis Adelaide führt. Ein bisschen langweilig ist die Fahrerei hier schon, trotz der diversen Baustellen, die als Aufmerksamkeitskontrolle eingebaut wurden. : -)

Das Wetter ist durchwachsen und so kann es niemanden erstaunen, dass wir am Pink Lake vorbeifahren. Das ist ein See, der durch seine Algenbewohner, die das gleiche Pigment wie die Karotten besitzen, bei richtiger Sonneneinstrahlung leuchtend rosa gefärbt wird. Der See ist übrigens unterirdisch mit dem Meer verbunden und das über einige Dutzend Kilometer. Das mit der Sonneneinstrahlung ist wichtig, denn wir sehen das unerwartete Rosa erst, als wir vorbei, und sich die dunkle Wolke verzogen hat. Also noch ein Stück weitergefahren, denn auch auf einer fast leeren Autobahn sollte man nicht unbedingt drehen. An der nächstmöglichen Abzweigung schaffen wir es dann in die andere Richtung zu kommen - so ein rosa See macht sich bestimmt gut in unserer Fotosammlung!

Mittag machen wir in Border Town. In der Bakery gibt es diverse Pies und wir testen sowohl die mit der Chicken-Füllung, als auch die mit Beef. Draußen vor der Bakery tobt derweil eine Kolonie weißer Kakadus ohrenbetäubend in den Bäumen. Die wackeln fast weil so viele der Vögel hier versammelt sind. Wenn dann der weiße Schwarm unter, man glaubt es kaum, Steigerung der Lautstärke gesammelt in die Luft geht, ist das wirklich beeindruckend.

Als Übernachtungsziel haben wir uns den Ort Murray Bridge ausgesucht. Hier kommen wir gegen 16.00 Uhr an und suchen uns ein Motel. Später fahren wir noch nach Wellington, wo der Murray in den Alexandrina Lake mündet. Es ist aber arg windig und kalt, und so fahren wir wieder zum Motel zurück. Das Abendessen in Murray Bridge, das wir beim Chinesen einnehmen, ist erstaunlich gut.

Samstag, 01.03.2003

In der Nacht hat es geregnet und kalt ist es zudem. Wir klüngeln also und schaffen es dann tatsächlich, gegen neun Uhr abzufahren. Unser heutiges Ziel ist Cape Jervis auf der Fleurieu Peninsula. Von dort aus starten die Fähren nach Kangaroo Island, und da wollen wir morgen hin.

Heute wollen wir die Überfahrt buchen und ein Motel in der Nähe suchen. Das klappt auch alles prima und das Motel unserer Wahl in Second Valley ist entgegen aller Befürchtungen nicht so teuer wie es aussieht. Abends stellen wir dann auch noch fest, dass hier mindestens drei unterschiedliche Papageienarten wohnen - und damit ist für uns ja wieder alles in Butter.

Nachdem wir das mit der Fähre gecheckt haben, wollen wir uns, wegen des nicht so tollen Wetters, in die Nähe von Hahndorf eine Schokoladenfabrik ansehen. Außer Benzinverfahren ist das aber nichts. In der angeblichen Schokoladenfabrik wird zur Zeit nicht produziert. So bleibt ein besserer Laden. Dumm nur, das uns die hiesige Schokolade noch nicht einmal schmeckt.

Auf der Suche nach der Schokoladenfabrik fahren wir zweimal durch Hahndorf, einen Ort, den wir durch die andauernde Bierreklame im Radio lieben gelernt haben. In einer Kneipe kann man sogar eine Bierprobe machen.
Hahndorf geht auf deutschen Ursprung zurück, ist zugegeben ganz nett, hat aber die Atmosphäre der Drosselgasse in Rüdesheim.

Nach dem Schokoladenreinfall fahren wir dann doch noch nach Victor Harbour, von wo aus wir über eine lange Brücke nach Granite Island laufen. Hier kann man schön auf das Meer sehen, das sich durch Wolken und Sonnenspiegelung in den Farben grün, türkis, dunkellila und blau darbietet.

Dann aber ist es Zeit, nach Leonards Mill (unserem Hotel) zurückzukehren. Wir machen noch einen Abendspaziergang, immer den aufgeregten Kakadus hinterher, und gehen dann zum Abendessen in die gut gefüllte Mühle. Aber wir haben ja auf Anraten der Wirtin reserviert.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2003-2012
    letzte Überarbeitung: 15.06.2012

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