Tierparade Downunder
Australien 2003
Um kurz nach sieben meldet Freya bei der Rezeption unseren Wunsch nach einem Taxi an. Uns bleibt noch viel Zeit zum Frühstücken. So viel Zeit, dass wir den Rucksack noch nicht zu haben als der Taxifahrer da ist. Als wir ankommen reguliert er die Musik von ohrenbetäubend auf Diskolautstärke und dann sind wir in zwanzig Minuten am Flugplatz. Die Aborigines im Flieger tragen dicke Winterpullis. Soooooo kalt haben wir Adelaide nicht empfunden. Immerhin hat es 24°C.
Wir genießen den Flug über das Outback. Die ohnehin spärlich grünen Felder werden braun, dann rot. Man sieht einzelne Wasserflächen, die wie Brennspiegel in der Sonne leuchten. Vertrocknete Flussläufe, durch Erosion entstandene Ornamente. Auch ziehen sich breite und weniger breite Striche durch die Landschaft. Sie kreuzen sich und laufen parallel, rote Narben - Straßen. Um Alice Springs ist es dann erstaunlich grün.
Wir laufen vom Flugfeld ins Abfertigungsgebäude und schlagen die Stunde tot, die wir auf den Anschlussflug nach Ayers Rock warten müssen. Der folgende Hüpfer ist zwar kaum der Rede wert, erspart uns aber einen halben Tag eintönige Busfahrt.
Wir stellen die Uhr mal wieder zurück - das glaubt uns unser hungriger Magen aber auch nicht. Wir werden vor dem Flughafen von Steve eingesammelt und dann geht es weiter nach Uluru (Ayers Rock). Wir sind 17 Leute, drei weitere werden noch nach uns aufgegabelt. Zunächst geht es ins Lager das heute Nacht unser Zuhause sein wird. Das mit den Fliegen ist ja wirklich unglaublich - und wenn wir noch so albern aussehen, die Netze kommen über den Kopf.
Alle müssen mit anpacken und so stehen bald viele leckere Utensilien für ein Sandwich, abgedeckt mit Schüsseln und Servietten, auf dem Tisch. Tomaten und Salat, Schinken, Eier und Thunfisch sowie verschiedene Melonen. Wir essen und dann geht es los. Wir fahren zum Aboriginal Center, wo es viel Info umsonst und teuere Kunst zu kaufen gibt. Nett sind die Originalaussprachen, die man sich immer wieder über einen Lautsprecher anhören kann. Freya mag Uluru, wobei die Betonung auf der letzten Silbe liegt.
Im Center hängen Schilder auf denen darauf hingewiesen wird, dass die Aborigines es vorziehen würden wenn man den Ayers Rock nicht besteigt. Gleichzeitig ist es aber erlaubt und es gibt strenge Regeln zum Schutz der Touristen. Nicht zu heiß darf es sein, kein Regen oder Wind erwartet werden, etc. Dies dürfte auch der Hauptgrund für den Wunsch sein: Verantwortungsgefühl für alle, die sich beim Aufstieg verletzen. Teilweise werden auch religiöse Gründe angeführt, aber wie wir später erfahren sind die unterschiedlichen Stämme diesbezüglich ziemlich zerstritten. Die wirklich heiligen Stätten sind jedenfalls abgesperrt und darüber hinaus herrscht auch noch Fotografierverbot. Von der Gruppe geht außer uns nur noch Mitsiko, eine Japanerin mit gelben Turnschuhen. Später bedauern einige, nicht doch hochgegangen zu sein. Der alternative Spaziergang war wohl nicht so der Bringer.
Jürgen und Mitsiko sind schnell, Freya wie immer langsam und als sie vor dem letzten Steilstück des ersten Gipfels keinen der beiden mehr sieht, setzt sie sich eine Weile hin und geht dann ganz langsam an der Eisenkette wieder herunter. Um den Kopf herum summen die Fliegen, die Sonnenmilch ist Freya ins Auge gelaufen und sie fühlt sich unten im Schatten einfach wohler. Man sollte sich an nicht so fitten Tagen nicht zu unvernünftigen Hochleistungen hinreißen lassen.
Währenddessen wartet Jürgen am Ende des Aufstieges. Dieser ist schon ganz schön heftig und so mancher zieht sich mehr die Kette hoch als das er läuft. Auch der Abstieg sieht nicht gerade gemütlich aus. Bei Nässe möchte er da nicht unbedingt herumkraxeln. Aber dann ist der Berg ja eh gesperrt.
Dann sieht Jürgen, wie Freya wieder heruntergeht. Auch recht, sie war zwar diejenige, die unbedingt hochwollte, aber so wie sie geschnauft hat ist es besser, sie macht kehrt. Schaut sie sich Ayers Rock eben später auf den Bildern an.
Oben angekommen geht es dann waagerecht entlang des Kammes zum eigentlichen Gipfel. So sah es zumindest von unten aus. Tatsächlich ist waagerecht hier ein permanentes Auf und Ab. Drei Meter runter, zwei Schritte geradeaus und dann wieder zwei Meter hoch. Ganz schön anstrengend. Mittlerweile ist Jürgen minutenlang alleine - trotz der ganzen Touristen. Stille, roter Fels, blauer Himmel und immer wieder ganz unerwartetes Grün.
Der Rückweg ist einfacher als erwartet. Da er vom Hinweg weiß, dass der Fels nicht bröckelt, läuft Jürgen die Hügel hinunter und mit dem Schwung den nächsten wieder hinauf.
In Gruppe sehen wir uns dann noch Felszeichnungen an. Steve erzählt die Geschichte von der Schlange, die aus Wut den Felsen spaltete und dann müssen wir uns beeilen, wenn wir zum Sonnenuntergang am richtigen Aussichtspunkt sein wollen.
Hier ist vielleicht was los. Das hat ja Volksfestcharakter. Bus an Bus und Mensch an Mensch stehen da und gucken auf den Berg. Wir haben Rot- und Weißwein in Plastikbechern. Da gibt es allerdings auch Touren mit Sekt aus echten Gläsern.
Zum Abendessen gibt es BBQ und wir sitzen danach noch eine Weile mit Bier und Wein zusammen. Wir sind eine bunte Gesellschaft. Holländer, Schweizer, Japaner, Franzosen, Engländer, Amerikaner und noch ein paar andere Deutsche. Um zehn Uhr gehen wir zu Bett, weil morgen um 5 Uhr die Nacht zu Ende sein soll.
So ist es aber nicht. Die Nacht endet um vier. Wir hören die Dusche und Wecker und um 4:30 steht Freya auf. Sie hat schlecht geschlafen. Die Liege war unbequem und ihr tut auch tatsächlich den ganzen Tag das Kreuz weh. Anne, die Engländerin bringt die Sache auf den Punkt "Did anybody sleep well?" Der Sternenhimmel ist beim Aufstehen immer noch wunderbar. Wir können außer vielen, vielen Sternen auch das weiße Band der Milchstraße erkennen.
Um halb sieben sind wir an den Olgas, einer Bergformation in der Nähe von Uluru, Es ist schon fast zu spät, um den Sonnenaufgang zu fotografieren, obwohl die Sonne natürlich noch nicht aufgegangen ist.
Wir machen einen schönen Spaziergang von etwa drei Stunden und bekommen von Steve geologische Erklärungen zu den außergewöhnlichen Gesteinsformationen hier. Leider gehen wir ständig gegen die Sonne. Der ursprünglich vorgesehene Plan, diesen Weg am Nachmittag zu machen und Uluru am Morgen, ist bestimmt sinnvoller. Allerdings sind dann sicherlich mehr Menschen da.
Nach dieser Wanderung fahren wir zurück zu unserem Schlaflager, wo wir zu Mittag essen, und "Zwei-Tages-Mitfahrer" ausladen. Auch Mitsiko verlässt uns, obwohl sie es erst gar nicht begriffen hat. Ein klares. "Two days get off" von Ann versteht dann aber auch sie.
Unser nächstes Ziel ist der Kings Creek Canyon. Auf dem Weg dorthin treffen wir auf einen Mountainbiker, um die Lippen dick mit Creme eingeschmiert und auch sonst gut gegen die Sonne geschützt. Teilweise erntet er von unserer Gruppe bewundernde Blicke. Freya findet das bei dem Wetter jedoch schon ziemlich krank.
In der Kings Creek Ranch, wo wir übernachten, besteht die Möglichkeit, auf Kamelen zu reiten, einen Helikopterflug zu machen, oder im Pool zu Schwimmen. Letzteres nutzen dann fast alle. Lediglich Jürgen läuft noch mal rum und bekommt so mit wie die halbwilden Kamele abends heim an die Tränke kommen.
Das Abendessen war lecker. Steve hat Gemüse mit Huhn und Tomaten in Sauce zubereitet. Das Ganze im heißen Sand gegart. Erstaunlich, dass er so gut kochen kann. Er selbst isst fast nichts und raucht, sobald sich ihm die Gelegenheit dazu bietet.
Wir sind mal wieder um fünf Uhr aufgestanden, was uns immerhin die Chance bietet, ohne Fliegen zu frühstücken. Um 6.00 Uhr fahren wir los zum Kings Canyon - und sind nicht die Ersten. Hier laufen wir fünf Stunden durch rauhes Gelände. Zunächst geht es stetig bergauf und wir bekommen an einigen, schönen Plätzchen wieder geologische Grundinformationen. Von oben können wir zum Garten Eden, wo zwei Wasserlöcher zum Schwimmen einladen, heruntersehen. Dazu legen sich einige auf den Bauch und gucken runter in die Schlucht.

Über Treppen, Felsenstufen und durch eine schmale Spalte gelangen wir dann auch dahin. Überall blühen, wie Steingartenpflanzen, sogenannte Buschtomaten. Überhaupt gibt es hier mehr und verschiedenartigere Pflanzen als Freya es sich hat träumen lassen. Jetzt, am frühen Morgen ist es schön kühl und wir werden so gut wie gar nicht von Fliegen belästigt. Endlich am Wasserloch angekommen teilen wir uns das idyllische Plätzchen mit zwei weiteren Gruppen. Schwimmen mag von uns jetzt keiner, obwohl diese natürlichen Pools wirklich dazu einladen.
Das Picnic findet am Rand der üblen Schotterpiste statt über die wir heute schon seit unserem Aufbruch vom Kings Cross Canyon fahren. Der Platz ist wunderschön, die Fliegen leider überall. In der Nase, im Ohr, an den Mundrändern und am Auge. Grauenvoll. Teilweise können wir an gar nichts anderes mehr denken, als daran die Fliegen zu verscheuchen.
Angekommen im Glen Helen schaffen wir unsere über und über staubigen Rucksäcke in die Zelte, und verbringen die Zeit bis zu den gemeinsamen Essensvorbereitungen hauptsächlich mit Schwimmen. Erst lässt sich Freya von Thomas verscheuchen, der was von "toten Tieren" am Wasserloch erzählt hat. Doch als er ihr den armen toten Vogel zeigt, der etwa dreißig Meter entfernt vom Wasser liegt, ist sie nicht mehr zu halten. Das Wasser ist kühl und angenehm und so erfrischend wie unerwartet in diesem Bereich der Erde.
Wieder mal schlecht geschlafen. Am frühen Morgen ist es kalt und als wir endlich aus den Betten kommen sind auch die Fliegen schon da. Freya veranstaltet heute Morgen nur Katzenwäsche. Das hat sie sich sowieso angewöhnt. Bei den Dingen, die wir für die Outback-Tour mitbringen sollten, standen auch Handtücher. Das haben wir aber blöderweise nicht gelesen und so sind die einzigen Handtücher, die wir dabei haben, die neuen, in Sydney gekauften, Küchenhandtücher. Abends, in der Sonne reichen die auch zum Abtrocknen, morgens nie.
Wir fahren durch den West MacDonnell Nationalpark, zum Ormeston Gorge und laufen von dort bis zum Aussichtspunkt. Ein einfacher Weg, mal wieder bergauf. Wir lernen den Ghost-Gum-Tree von anderen Bäumen zu unterscheiden. Die Rinde dieser Bäume ist weiß und fluoresziert im Dunkeln. Bei Trockenheit opfert er einzelne Äste, indem er die Wasserzufuhr dorthin unterbricht. Von oben sehen wir den Thinkriver, einen der ältesten Flüsse der Erde. Hier könnten wir wieder schwimmen, doch da wir das an einem unserer nächsten Stops auch können, lassen wir das.

Anschließend halten wir bei den Ochre Pits, einem Heiligtum der Aborigines, wo es Erde in den verschiedensten Farben gibt, und diese zu rituellen Gelegenheiten von den Aborigenes abgebrochen und gemahlen wird. Anschließend bemalen sie sich damit. Es ist interessant, hier die verschiedenen Gesteinformationen Schicht um Schicht übereinander zu sehen. Wir laufen ein Stück mit Karin, Andrea und Thomas in diesen "Steinbruch" hinein und gehen dann zu den Anderen zurück.
In irgendeinem Zusammenhang hatte Steve gesagt, wir würden heute bei McDonalds essen. Jetzt verstehen wir, wie das gemeint war. Das gesamte Gelände hier heißt MacDonnell Ranges und Steve brät für unsere Mittags-Sandwichs Lammhackfrikadellen.
Unser letztes Ziel für heute ist Standley Chasm. Hier führt ein sehr schöner Weg durch eine sehr enge Schlucht, die wahrscheinlich um die Mittagszeit das beste Licht zum Fotografieren bietet. Leider ziehen hier gerade Wolken auf, so dass wir den Blick zwar genießen, aber nicht unbedingt Fotos machen können.
Von hier aus fahren wir zu dem Ort, an dem wir übernachten werden. Das ist eine selbstverwaltete Aborigine-Gemeinde, der ein Campingplatz gehört. Erstaunlicherweise haben wir in den letzten Tagen überhaupt keine Aborigines gesehen, und auch bei unserem Zeltlager bleiben sie unsichtbar.
Bevor es ans Essenmachen geht, werden wir von Ken, einem Weißen, der eine Aborigine geheiratet hat, zu dem Rockhole geführt, von dem die Gemeinde Wallace Rockhole ihren Namen hat. Mit uns geht auch eine Gruppe von Studiosus, die für die nächsten Tage einen Bus samt Fahrer von Sahara Tours gechartert hat. Der wirklich interessante Vortrag von Ken bekommt nur geteilte Aufmerksamkeit. Bei den Studiosus-Leuten ist nämlich "Invisible Woman". Ja, wir sind auch genervt von den Fliegen, aber dieser Anblick schlägt alles, was wir bisher gesehen haben. Eine Frau, lange Hose, langes Hemd, den Kopf mit einem Tuch umschlungen, die Hände in Handschuhen.
Freya bittet Karin, sich vor "Invisible Woman" zu stellen, damit Sie einen Grund zum Fotografieren hat. Irgendwann geht ihr Wunsch von selbst in Erfüllung. Sie hört einen leise, wimmernden Laut von Karin und sieht dass sich diese zwar nicht vor "Invisible Woman" gestellt hat, aber diese sich hinter Karin. Vor lauter Glucksen kann Freya erst gar nicht fotografieren. Aber irgendwie geht es dann doch.
Wir hören einen Vortrag über die strikte Trennung von "Men's work" und "Women's work", über Zeichnungen der Eingeborenen und über Malsteine. Es ist wirklich interessant und die "Etepetete-Übersetzung" der Reiseleitung von Studiosus zur einfachen Sprache von Steve ist schlicht der Knaller. Dummerweise schafft sie es trotzdem Dach und Wand zu verwechseln …
Freya hat diese Nacht verdammt schlecht geschlafen. Aber es ist ja die letzte Nacht in einem Zeltlager. Also gute Miene zum bösen Spiel. Wir lassen den Hänger in Hermannsburg, einer von Missionaren gegründeten Aborigine-Siedlung und erfreuen uns dort an einigen Galas, die auf den Überlandleitungen sitzen und miteinander schnäbeln.
Sind wir gestern schon auf unbefestigten Straßen gefahren, so geht es heute wirklich off-road. Kurz hinter Hermannsburg biegen wir links ab, und überqueren dann ein nicht ganz ausgetrocknetes Flussbett. In den Sanddünen dahinter tut Steve dann so, als hätte er sich festgefahren - aber wir beide sind uns einig, bei ihm würde selbst eine Schauspielausbildung nichts bringen. Alle helfen jedenfalls gutmütig, d.h. Freya hat ihren Fotoapparat genommen und dokumentiert die Helfer-Aktion. Wir wollen in den Finke Gorge NP, genauer, nach Palm Valley und dazu müssen wir den Fluss noch mehrere Male durchqueren.
Wir sehen wilde Pferde, dunkle Quarterbacks und weiße Andalusier, deren gemeinsame Nachkommenschaft als Schecken durch die Welt laufen. Das ist ein schöner Anblick, wie sie da im Flussbett stehen und Wasser trinken. Immer paarweise, Kopf gegen Schweif (die Fliegen
). Die Fahrt nach Palm Valley führt über hügeliges Gelände, über Sand und Felsen und über Wasser. "Take care, " meint Steve "it will be a little bit bouncy". Aber so schlimm ist es nicht. Wir genießen jedenfalls die Fahrt.
Dort angekommen laufen wir eine Runde und hören mal wieder eine Geschichte über Men's Work and Women's Work. Freya spart sich einen Kommentar und so richtig ist ihr immer noch nicht aufgegangen, was jetzt nur die Männer und was die Frauen machen dürfen.
Auf unserem Weg sehen wir nochmals einen Leguan. Diesmal ganz nah. Steve wirft kleine Steinchen, damit das Tier aus dem dicksten Dickicht geht und uns ein schöneres Fotoobjekt bietet. Andrea macht sich schwer Gedanken um unsere Sicherheit und fragt, ob das nicht gefährlich ist so nah ranzugehen und ob das Tier beißt. Steves Antwort: "Nur wenn es gereizt wird", kann sie nicht richtig beruhigen. Wir sind aber alle wohlbehalten wieder beim Bus angekommen
.
Nachmittags fahren wir zurück nach Hermannsburg. Der Supermarkt dort gehört den Aborigines, aber an der Kasse sitzen nur Weiße. Steve erklärt, dass die Aborigines oft keine Schulbildung haben und dass viele Australier nicht von Aborigines bedient werden wollen. Erst seit 1970 sind die australischen Ureinwohner überhaupt als australische Staatsbürger anerkannt. Die Weißen erhalten in den Aborigines-Gemeinden nur befristete Arbeitsgenehmigungen und auch nur dann, wenn sie die benötigten Skills besitzen.
Bevor wir in Alice Springs abgeladen werden, sehen wir uns noch das Denkmal eines Pfarrers an, der sich für die australische Urbevölkerung eingesetzt hat und auch Mitbegründer der Flying Doctors war.
Dann geht es mit Riesenschritten zurück in die Zivilisation. Wir duschen, genießen das bequeme Bett und fangen dann an, unsere Rucksäcke für die Reise wieder umzupacken. Klasse, Freya stellt fest, dass sie ihre dreckige Unterwäsche wohl auf dem Hänger gelassen hat. Sehr guter Einsatz! Heute Morgen hat Monika sie um eine Imodium gebeten und Freya hatte dazu ihren Rucksack auf dem Hänger ausräumen müssen. So ist dann wohl die schmutzige Unterwäsche nicht mehr in den Rucksack reingekommen.
Jetzt gibt sie ja nicht gleich auf und ein Versuch kostet nichts. Also geht sie zum Hotelportier und versucht ihm zu erklären, wie ihre schmutzige Unterwäsche und ein T-Shirt weggekommen sind und dass, wenn der Veranstalter, dem auch das Hotel gehört, etwas findet sie informiert werden will.
Okay, soviel unverhüllte Schadenfreude ist ihr schon lange nicht mehr begegnet. Der Mann am Counter kann sich kaum einkriegen. Hahaha, die Unterwäsche vergessen, haha, wenn ich das dem und dem erzähle, haha, dann braucht man sie wenigstens nicht zu waschen, haha. Freyas Lächeln wird immer gequälter. Sie gönnt ihm ja den Spaß, aber ...
© Jürgen & Freya Blösl, 2003-2012
letzte Überarbeitung: 15.06.2012
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