Von Oberstdorf nach Meran -
eine Wanderung im Sommer 2002
Gute Wahl! Es regnet und ist neblig und ich bleibe einfach ein bißchen länger liegen. Das Frühstück ist reichhaltig, die Laune gut und so geht es um 9:45 Uhr zusammen mit vierzehn Leuten zur Bushaltestelle gegenüber der Kirche. Wir fahren nach Imst und steigen dort in den Bus um, der uns an das Ende vom Pitztal bringen soll. Der Busfahrer ist wirklich nett und steigt sogar aus, um einer Frau die kaum gehen kann, über die Straße zu helfen. Trotzdem ist mir ein wenig übel als die Fahrt zuende ist.
In der Gletscherstube, eine kurze Wegstrecke von Mittwald entfernt machen wir Rast. Ich lästere ein bißchen über die unsolidarische Haltung der beiden älteren Schwaben, die sich darin ausdrückt vor einer Hüttenübernachtung eine Erbsensuppe zu essen. Zugegeben, dazu hätte ich auch Lust gehabt. Ich staune auch ein bißchen über Phil, der trotz seiner nicht gerade herausragenden Kondition vor diesem Aufstieg noch ein Bier trinkt, sicherheitshalber aber auch noch eine Gichtablette dazu nimmt
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Das Wetter ist immer noch bescheiden als wir loslaufen und zunächst unsere Rucksäcke mal wieder der Materialbahn anvertrauen. Hier ist eine ganz andere Gesteinsformation als in den Bergen vorher und es ist einfach nur schade, daß wir lediglich geradeaus gucken können. Am Wasserfall schauen wir nach unten und sehen tatsächlich schon die andere Gruppe, die mit der Venetbahn bis auf 2208 m gefahren ist um dann über ein Hochmoor nach Wenns zu laufen.
Nach einer ganz schönen Strecke immer nur bergauf - so rund 1000 Höhenmeter müssen schließlich bewältigt werden - taucht wie eine Fata Morgana die Braunschweiger Hütte (2758m) vor uns auf. Es ist lausig kalt, wir machen eine Menschenkette um unsere Rucksäcke in die Hütte zu bringen. Ich erstehe eine Duschmarke um mich heiß zu duschen, trotzdem ist es kalt.
Im Gastraum der Braunschweiger Hütte bullert der Kachelofen und viele von uns stehen davor um sich an den Händen erst mal aufzuwärmen. Das Essen ist wie immer gut und ich habe noch nicht einmal etwas übrig was ich an Olaf weitergeben kann.
Hier treffen wir auch den Leiter unserer Bergschule, Udo Zehetmeyer, der zusammen mit einem anderen Bergführer schon einen Teil der Tour, die wir morgen gehen wollen, abgegangen ist. Hier war es vor einer Woche so vereist und glatt, daß sie geprüft haben, ob man das Scheefeld für uns ein bißchen entschärfen muß. Ich finde das toll und fühle mich dadurch wirklich in guten Händen.
Unsere Nacht ist unruhig, was an einigen Schnarchern und ein paar rücksichtslosen Schwätzern liegt. Um viertel nach fünf piepst ein Handy und so langsam kommen auch die letzten Schnarcher aus ihren Löchern.
© Jürgen & Freya Blösl, 2002-2009
letzte Überarbeitung: 27.12.2009
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