Moses was here
Ägypten und Jordanien 2010
Durch unseren Abendanstieg auf den Mosesberg haben wir Zeit am Roten Meer gewonnen. Durch wunderbare Felsformationen fahren wir mit dem Bus nach Dahab und Ingrid ist enttäuscht von uns, weil wir keinen Fotostopp wollen.
Unser Ziel erreichen wir so, dass wir bequem an der Poolbar ein Mittagessen zu uns nehmen können. Wir sind in der Hotelanlage Happy Life Village außerhalb des kleinen Ortes Dahab untergebracht. Geht man auf den Steg, von dem aus man ins Meer steigen kann, sieht man schon die bunten Fische im klaren Wasser schwimmen – toll.
Nach unserer kurzen Mahlzeit gehen wir zum Strand. Es gibt hier eine ganz schöne Strömung und es ist anstrengend zu schwimmen.
Auf dem Rückweg zum Zimmer wird Freya auf zwei kleine Hunde aufmerksam, die wunderbar zusammen spielen. Freya will Fotos machen, doch die Hunde wollen sie lieber in ihr Spiel einbeziehen. So fotografiert sie mehr von ihrer eigenen blauen Bluse als von den Hunden. Dann will Freya zum Zimmer gehen. "Toll" scheinen die Hunde zu denken, die will sicher, dass wir mitgehen und so kleben sie an ihren Fersen. Die vorbeikommenden Gepäckträger lachen schon, als sie das kleine Trio sehen. Ja, und dann passiert es: So ein kleiner Dappes schafft es direkt unter Freyas Füße und mit empörtem Geheut ziehen beide ab. Als Freya was von "last chance to get rid of them..." murmelt, lachen die Gepäckträger noch mehr.
Um 18:30 Uhr fahren wir zu siebt mit dem Shuttle nach Dahab, gehen in ein Restaurant und essen dort frischen Fisch. Der zuvor mit viel Tamtam ausgesuchte Fisch wird vor uns hingestellt und Freya filetiert ihn so gut es geht mit dem nicht so scharfen Messer. Lecker! Leider reicht es mit der Zeit dann nicht mehr für das Rückshuttle und so nehmen wir nach einigem Suchen einen Kleinbus als Gruppentaxi zurück zum Hotel. Auf einer Pritsche offen hinten zu sitzen, hat irgendwie keiner von uns so richtig Lust.
Nachdem Freya beim Berg Moses geschwächelt hat, verzichtet sie auf den Ausflug zum Coloured Canyon und lässt Jürgen in aller Frühe das Hotelzimmer verlassen. Sie schläft dafür aus und geht ohne zu früh- stücken um 10:00 Uhr ans Meer, wo sie Ina und Susanne aber auch Anne und Klaus trifft. Kurz vor dem Mittag geht sie dann wieder zurück ins Zimmer und um 12:00 Uhr sitzen Ina, Ingrid, Susanne und Freya in dem Shuttle nach Dahab. Dort trennen sich die Wege: Ina geht mit Ingrid, Freya mit Susanne ins Basargetümmel.
Gleich am Beginn der Kaufmeile entdeckt Susanne eine Hose die ihr gefällt und Freya ist mal wieder hin- und hergerissen von den Perlen- häubchen, die ihr der nicht unaufmerksame Verkäufer natürlich aufschwatzen will. Als sie ihm dann erklärt, dass sie sich mit dem Perlenhäubchen im Büro so gar nicht vorstellen kann, endet alles mit einem lustigen Foto. Mittlerweile hat Susanne die ausgesuchte Hose anprobiert und auch Freya probiert eine an. Auf diese Weise bekom- men sie auch raus, dass die Hosen schlecht geschnitten sind. Also nur Spaß und kein Geschäft.
Im nächsten Laden kauft Freya endlich eine Luffa. In Kairo hätte sie dafür 2 ägyptische Pfund bezahlt. Hier werden 25 bis 30 Pfund verlangt und sicher von manchen Touristen auch gezahlt. Sie handelt also wie ein Weltmeister. Dann entdeckt sie noch Indigo-Farbstoff und Beduinentee und nach einer Weile meint sie dann zum Verkäufer, das wäre doch mindestens mal eine Tasse Tee wert. Also geht der in einem anderen Laden Tee holen.
Mittlerweile haben Susanne und Freya noch Kakadee-Tee (Hibiskus) ausgesucht, also es wird immer mehr und es wird lustig. Den Spruch "Achmed lach net, ich krieg mei Sach net" kennt unser Verkäufer. Aber dafür fährt er auf regionale Typisierungen wie Schwäbische Sparsamkeit ab. Dreimal muss Freya erzählen, wie ein Bayer, ein Schwabe und ein Hesse sich verabreden:
Also der Bayer sagt, dass er Weißwurst und Bier mitbringt zum Treffen. Der Schwabe erklärt, dass auch er ein Achtel Wein stiftet, während der Hesse den anderen mitteilt, dass er seinen Bruder mitbringt.
Ja, es wird viel gelacht bei unserer Verkaufsparty. Klar, dass auch immer wieder gehandelt wird. Der Verkäufer bezeichnet Freya als Schlawiner, sich selbst als Halsabschneider – alle haben Spaß. Letztendlich ist der erhandelte Vorteil für die Luffa beim übrigen Geschäft wieder flöten gegangen, aber man zahlt ja auch für den Spaß und es war die Sache wert.
Zurück geht’s mit dem Shuttle zum Hotel und wir sitzen noch eine kurze Zeit an der Poolbar, als Freya das ganz dringende Bedürfnis verspürt in ihr Zimmer zu gehen. Ja und dann liegt sie den Rest des Nachmittags und die Nacht mit Schüttelfrost und Wolldecke bei 28° im Bett.
Im Gegensatz zu Freya ist Jürgen früh auf den Beinen. Das Frühstück beginnt um 7:00 Uhr und um 7:30 Uhr ist er pünktlich in der Rezep- tion. Mit dabei sind Sabine, Sigrid und Sepp. Irgendwann kommt ein Jeep und alle stürzen auf ihn. Leider auch die, die bei Neckermann und Co. gebucht haben. Der Mann an der Rezeption, der unsere Buchung entgegen genommen hat, findet das alles ganz in Ordnung. Irgendwann kommt dann noch ein Jeep und nach einigem Sortieren fahren wir zu 8 los. In Dahab stellen dann doch noch zwei Frauen fest, dass sie eigentlich ganz woanders hinwollen. Dafür bekommen wir noch ein englisches Pärchen aus einem weiteren Jeep der aus dem Ort kommt. So sind wir nun vier aus unserer Gruppe, ein Hamburger Ehepaar und die beiden aus UK. Der Rest der Tour sitzt in einem anderen Jeep und ist englischsprachig. Bis wir loskommen ist es 9:15 Uhr. Da hätte man auch ausschlafen können
.
Es geht eine Stunde auf guter Asphaltstraße gen Norden, nach einem Check der Visa ein Stück gen Westen und dann ab in die Wüste. Die Strecken heute werden deutlich anspruchsvoller werden als in den letzten Tagen. Waschbrettpisten wechseln mit steinigen Passagen, tiefen Dips und vor allem auf dem Weg zum White Canyon heftigen Tiefsandpassagen.
Angekommen am Rand einer tiefen Schlucht machen wir eine kurze Pause und steigen dann hinunter. Am Anfang ist der Canyon noch recht breit, später werden die Wände höher und der Weg verengt sich auf weniger als einen Meter. Immer wieder gibt es Absätze von 1,5 Metern, die man hinunter- springen muss. An einer Stelle liegt ein Fels quer über zwei anderen. Durch das entstandene, nicht wirklich große, Loch muss man sich winden und rutscht dann vielleicht zwei Meter in die Tiefe. Immer wieder findet man farbige Muster im Sandstein und wir sind nicht wirklich böse, dass die Russen vor uns nicht vom Fleck kommen.


Nach kurzer Getränkepause geht es zurück zur Hauptstraße und mehr oder weniger gegenüber wieder in die Wüste. Bis zum Mittagessen in einer Oase fahren wir nun mit den Jeeps durch ausgetrocknete Fluss- betten und tiefen Sand. Nach einem kurzen Stopp am Mushroom Rock geht es zu einer größeren Oase, die sich um eine unterirdische Quelle gebildet hat. Es gibt den obligatorischen Reis, Salat und Gemüse. Bis wir wieder loskommen ist es 16:00 Uhr und uns steht noch die Klet- terei im White Canyon bevor.
Es beginnt ganz entspannt mit einer Wanderung durch tiefen Sand und über einige Felsstufen hinauf. Der Abstieg in die Schlucht war dann schon eine bessere Kraxelei. Auch hier im Canyon versperren immer wieder Felsbrocken den Weg. Zum Schluss stehen wir dann vor einer Wand mit einer kleinen Leiter und einem langen Seil. Warum kommen
derartige Überraschungen eigentlich immer am Schluss? Na gut, zurück- laufen will keiner. Außer- dem hätten wir dann ja den Abstieg von vorhin hochklettern müssen. Also ziehen wir uns halt an dem Seil aus dem Canyon. Oben gibt es noch einen Tee zur Belohnung und dann geht es zurück nach Dahab.
Nach einer Nacht mit Schüttelfrost und Schweiß geht es Freya wieder um vieles besser und so soll es dann auch den Rest des Urlaubs bleiben. Heute wollen wir mit der Fähre von Nuweiba nach Aqaba. Dies ist nicht immer ganz berechenbar und so hat man dafür den ganzen Tag angesetzt.
Nach einem guten Frühstück verlassen wir Dahab und fahren etwa 1,5 Stunden zum Hafen nach Nuweiba. Das ist ein Bild: Viele Koffer auf dem Platz vor dem Eingang und Menschen, die ungeschützt in der prallen Sonne sitzen.
Gastarbeiter für Jordanien. Wir haben da etwas mehr Glück. Samuel, unser derzeitiger Guide, weiß ein Hotel in der Nähe und so lümmeln wir uns unter einem Schilfdach auf Teppichen und verbringen einige angenehme, geruhsame Stunden bis wir dann doch wieder auf- brechen müssen.
Wir werden bis an ein Tor gefahren, müssen aussteigen und mit unserem Gepäck durch die Gepäckkontrolle. Während der Kontrolleur telefoniert und in der Nase bohrt werden die Koffer durchleuchtet. Dann können wir das Gepäck nehmen und wieder in den Bus bringen. Wir müssen noch unsere Ausreiseformalitäten regeln und dazu in einem anderen Gebäude in langer Schlange einmal um ein Kontroll- häuschen laufen. In dem Häuschen sitzt ein Mann, der uns einen Stempel in den Pass drückt. Jetzt können wir auch wieder in unseren Bus und werden die letzten Meter bis an die Fähre gefahren. Wir dürfen auch schon auf das Schiff, vorbei an den wartenden arabischen Mitreisenden. Wir verabschieden uns von Samuel und dem Fahrer und legen unsere Koffer und Rucksäcke auf ein festgelegtes Areal im Bauch des Schiffes. Jetzt bekommen wir auch noch mit, was zwischendurch für Verzögerungen gesorgt hatte. Die ursprüngliche Fähre war defekt und man hat die teurere Schnellfähre geschickt. Eigentlich hätten wir nun bis 19:00 Uhr auf die nächste normale Fähre warten sollen, aber Samuel hat es gerichtet, dass wir doch schon um 15:00 Uhr abfahren können.
© Jürgen & Freya Blösl, 2010-2011
letzte Überarbeitung: 10.06.2011
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