Moses was here
Ägypten und Jordanien 2010
Am nächsten Morgen soll es um 7:30 Uhr zu den Pyramiden nach Gizeh gehen. Einige wollen in die Cheops-Pyramide und da ist das Kontingent der Eintrittskarten begrenzt. Als unser neuer ägyptischer Guide dann mit den Karten zurückkommt, hat sich Sabrina nach langer Entscheidungsfindung auch noch dazu entschieden in die Pyramide gehen zu wollen. Ingrid kann aber keine Karte mehr für die Cheops Pyramide ergattern, dafür aber für eine der anderen Beiden. Das ist ja alles kein Problem, aber wir sollen warten, weil unser Guide Ramadan uns alle zusammen haben will. Währenddessen strömen Heerscharen auf das Gelände und Jürgen klärt mit Ingrid, dass wir die Gruppe verlassen und uns um 11:00 Uhr wieder gegenüber dem Sphinx treffen.
Wir sind zu viert. Susanne und Ina haben sich uns angeschlossen. Heute ist es nicht so heiß wie gestern, aber die Sonne brennt schon sehr früh. Zunächst umrunden wir die Pyramiden, deren Größe ja wirklich beachtlich ist. Wir entdecken hier und da ein paar Hiero-
glyphen und sehen sehr dekorativ auf- gemachte Kamele, auf denen wir auch reiten könnten. Kaufen könnten wir sowieso alles, was man so nicht braucht: Kleine Skarabäen, Minipyramiden, Schals und Tücher, die schon erwähnten Kamelritte und Postkarten. Aber auch wenn es manchmal schwierig ist – wir wollen gar nichts.
Es ist schon lustig, welche deutschen Sätze so ein Ägypter kann. Hier eine kurze Auswahl: "Warum ist die Banane krumm – warum nicht" - "Mensch Meier, Maria hilf" - "Lass mich in Ruhe!". Auch heute hören wir häufig: "Welcome in Kairo, Welcome in Egypt".
Witzig erscheint Freya ein Polizist mit Handy auf einem Kamel. Auf dem Weg zum Sphinx drehen wir uns um und genießen den schönen Blick von unten den Prozessionsweg hinauf zu den Pyramiden. Überhaupt würde Freya bei einem nächsten Besuch den Eingang bei dem Sphinx wählen.
Direkt an dem Sphinx fällt Freya dann einer Schulklasse in die Fänge, wird dazwischen gestellt und fotografiert, sagt x-mal ihren Namen, fragt die Mädchen nach dem ihren. Schließlich kann sie sich doch lösen und geht rein in den abgetrennten Bereich, in dem der Sphinx liegt.
Wir treffen den Rest der Gruppe pünktlich vor dem Pizza Hut und fahren nach einer kurzen Pause zu einer Papyrusfabrik. Leider kann Freya beim Handeln um leere Papyrusblätter nicht den gewünschten Preis erzielen. Zu schnell müssen wir weiter. Sie merkt schon: Eine gute Preisverhandlung dauert ihre Zeit.
Weiter geht es in Richtung Memphis und wir halten an einem Restaurant, wo wir für 50 ägyptische Pfund ein Buffet essen können. Das ist gut, auch wenn das Restaurant eine Touristenfalle ist. Das Schöne an solchen Orten ist ja auch, dass das Örtchen betreten werden kann
.
Memphis ist ziemlich ausgeräubert. Ägypten war bis 1952 2000 Jahre lang von wechselnden Besatzern regiert und die haben einiges außer Landes ge- bracht. Wir sehen uns im Museum die Ramses Statue an und bekommen dann ein wenig Zeit, um uns auf dem Freigelände umzusehen.
Unser letzter Stopp für heute ist in Sakkara. Hier wurden die neuesten Ausgrabungen gemacht und das Gelände ist viel ursprünglicher als das in Gizeh. Zunächst gehen wir alle zusammen in ein Grab. Den recht langen unterirdischen Gang dorthin bewältigen wir im Enten- gang. Die Oberschenkel werden uns dies noch morgen danken. Auch ein oberirdisches Grab mit wunderschönen, teilweise noch farbigen Reliefs besichtigen wir. Fotografieren ist zum Schutz verboten, aber durch das undichte Dach regnet es erkennbar durch
.
Wir fahren zu einem weiteren Gelände, wo es dann zu einer kleinen Revolte gegen unseren nervigen Guide kommt. Dazu muss man wissen, dass die Veranstalter verpflichtet sind einen einheimischen Führer mitzunehmen. Wir hätten darauf gut verzichten können.
Jedenfalls sollten wir mal wieder alle bei ihm bleiben und innerhalb einer halben Stunde durch das Gelände hetzen. Dafür fahren wir aber nicht mit Djoser. Susanne explodiert und schimpft, sie wolle nicht wie eine Gazelle durch das Gelände springen. Gut, dass sie eine Gazelle ist, hätte ihr auch niemand unterstellt
. Ramadan muss sich ge- schlagen geben und wir haben jetzt eine Stunde Zeit, um alleine durch das Areal zu stiefeln.
Zurück zum Hotel geht es nach kurzer Pause dann los zum Abend- essen. Einige sind zur Lightshow nach Gizeh gefahren. Der Rest fährt mal wieder mit der U-Bahn von "Opera" nach "Ataba" und läuft zum Hotel Happyton, wo wir am ersten Abend schon gegessen haben.
Das Happyton ist ein einfaches Hotel, sehr zentral gelegen und mit freundlicher Führung. Heute sind wir angemeldet und auf dem Dachgarten ist ein Platz für uns gerichtet. Wir starten mit einer Spinatsuppe und dann wird aufgetischt, was es so alles geben kann. Zum Beispiel Kusherie, eine Mischung aus Nudeln, Linsen und Reis (hat was schwäbisches, ich sage hier nur Linsen mit Spätzle). Oder auch viele Töpfchen voll mit den leckeren Cremes, die es in diesem Urlaub noch an vielen Stellen geben wird.
© Jürgen & Freya Blösl, 2010-2011
letzte Überarbeitung: 10.06.2011
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