Freya & Jürgen Blösl

Moses was here
Ägypten und Jordanien 2010

Rund um Amman, 13.-16. April 2010

Über den alten Königsweg geht es zum Toten Meer. Die Namen der Völker, die hier gelebt haben klingen vertraut: Aramäer, Nabatäer, und was da noch so alles war.

Unsere Mittagspause verbringen wir in Karak mit der Besichtigung der dortigen Festung und dem Stopp in einem der kleinen Restaurants.

am Toten Meer Am Toten Meer sind wir im besten Hotel auf dieser Reise untergebracht, dem Dead Sea Spa Hotel. Hier werden wir beim Warten auf die Rucksäcke mal wieder gefragt, was denn in den Plastikhüllen sei? Verpackt haben wir unsere Rucksäcke, aber die Spekulationen gehen über Teppich (fliegend?) zu totem Körper (makaber). Freyas Argument, dass eine Leiche bei dieser Temperatur aber stinken müsste sticht.

Auf dem Zimmer trinken wir schnell einen Tee und dann marschieren wir los. Badekleidung untendrunter, aber Foto- apparat dabei. Jürgen denkt an wunderbare Salzverkrustungen und Schlieren – doch dafür ist er nicht am richtigen Ort. Dafür kann er dann Freya fotografieren, die nach kurzer Planscherei in der salzigen Sole den heilenden Matsch entdeckt und sich eine Ganzkörperpackung gönnt. Das macht Spaß und die Haut ist hinterher ganz weich. Susanne ist dabei und auch Sabrina bekommt die Stelle von den beiden noch gezeigt. Dann bringt Jürgen die Ausrüstung weg und kommt mit Handtuch zurück. Auch er plantscht eine kurze Zeit, verzichtet aber auf den Schlamm.

Das Buffet für das Abendessen ist reichhaltig, sehr europäisch, aber lecker und wird von allen genutzt und genossen.

Am nächsten Morgen ist Freya früh aufgestanden und gleich zum Meer marschiert. Der Strand wird um diese Zeit noch gesäubert und ge- recht. Es ist einfach wunderbar und nur Sepp und Sigrid dümpeln im Wasser. Freya genießt die Ruhe in der glatten Salzsole. Sigrid und Sepp gehen, Anne kommt. So könnte der Tag weitergehen. Tut er aber nicht. Wir wollen ja heute noch nach Amman. Also raus aus dem Wasser, hoch zum Hotel, das Salz abgeduscht und danach mit Jürgen zum Frühstück. Auch das ist ausgezeichnet und dem Hotelstandard angemessen.

Um 11:00 Uhr ist Abfahrt und Sabine schafft es, mit dem Schließen der Bustür einzusteigen. Dafür ist sie aber die ganze Fahrt über nach Amman unsicher, ob ihr Koffer dabei ist:-) .

auf dem Berg Nebo Auch Amman fahren wir nicht auf dem direkten Weg an. Unser Zwischenziel ist der Berg Nebo, auf dem Moses starb. Wir haben beim Einsteigen unseren Guide gefragt, ob wir zu der Stelle fahren könnten, wo im Jordan getauft wird. Sie soll vom Hotel aus nur 10 km entfernt sein – aber das war leider nicht in unserem Plan und ist laut Guide daher auch nicht möglich. Die Flexibilität der lokalen Agentur hält sich doch sehr in Grenzen. Das kennen wir von Djoser eigentlich anders.

Unterwegs kommen wir an einer militärischen Kontrollstation vorbei, die wirklich günstig gelegen ist. Hier kann keiner unbemerkt vorbei kommen.

Freya schafft es mal wieder zur Attraktion einer Schulklasse zu werden. "Sie macht es ja schon wieder!", hört sie Susanne noch sagen, um dann die Frage nach dem Namen mit freundlichen Gegenfragen zu beantworten. "Ja, Jordanien ist schön" und auch der König ist sicherlich der beste, den dieses Land haben kann ... Überhaupt ist auf dem Berg so richtig was los. Das in Restauration befindliche Bodenmosaik ist sehr schön, aber auch das Drumherum ist interessant. Leider sind aber einige Bereiche wegen Bauarbeiten nicht zugänglich. Nett ist die Reisegruppe mit einheitlich blauen Hütchen aus Sri Lanka.

Es geht weiter und unser nächst Halt ist kurz vor Madaba bei einem Projekt für Frauen und Behinderte (nette Kombination, oder?). Hier entstehen tolle Mosaike, die meisten in indirekter Technik, einige aber auch in direkter Methode hergestellt. Hier trödelt Freya, denn sie kann sich nicht satt sehen. Schließlich kauft sie dann wenigstens ein Tuch und ist diesmal mit Susanne die letzte am Bus.

griechisch-orthodoxe Kirche - Madaba Danach sind wir in Madaba, der Stadt der Mosaike. Hier laufen wir in die Stadt um dann in der griechisch-orthodoxen Kirche St. Georges ein berühmtes, altes Mosaik anzusehen, das die gesamte Gegend als Landkarte darstellt. Hier sieht man das Tote Meer, den Jordan, Städte wie Jerusalem und Jericho. Auch die Ikonen an den Wänden der Kirche sind sehr schön.

Madaba ist auch bekannt für seine Universität in der man konfessionsübergreifend Religion studieren kann. Hier heißt das, dass Christen und Moslems zusammen über Religion diskutieren können. Überhaupt bekommen wir gesagt, dass in Jordanien viele Studenten anderer arabischer Länder studieren.

Lars-Hotel - Amman Schließlich geht es weiter nach Amman. Amman ist auf sieben Hügeln gebaut und eine schöne Stadt. Der Name Amman hat seine Wurzeln in der Stadt der Ammoniter. Das sind die mit dem Gott Ammun. Unser Hotel liegt in der Nähe des 8. Zirkels und heißt Larsa. Es ist schön, mit überdachtem Innenhof in dem viele Pflanzen wachsen. Leider ist der im Prospekt angekündigte Pool noch nicht fertig.

Kurz nach der Ankunft im Hotel verabschieden wir uns von unserem Fahrer, der morgen wieder mit einer anderen Reisegruppe durch Jordanien fährt. Wir sammeln für ihn, obwohl das nicht wirklich verständlich ist. Schließlich haben wir die Trinkgeldkasse. Aber hier in Jordanien soll der Fahrer daraus nur das Minimaltrinkgeld für die ganze Zeit bekommen, während jetzt jeder noch mal etwas drauflegen kann, wenn er sich sicher gefühlt hat und wenn er meint, dass der Fahrer ihn gut gefahren hat. Freya sammelt das Geld ein und nur Carolin und Steffen geben nichts. Die Beiden haben sich aber sowieso ziemlich aus der Gruppe rausgezogen und sind wie siamesische Zwillinge nur im Doppelpack anzutreffen.

Wir bekommen von unserem Fahrer noch einen letzten Lift bis zur Innenstadt und dort ziehen wir uns raus aus der Gruppe. Hmmh, was es hier leckere Bäckereien hat: Da gibt es Sesamplätzchen aber auch so kleine, feine Doppeldecker mit Zuckerguss und überhaupt – lecker.

Von der Haupt-Moschee aus laufen wir zum römischen Theater. Amphitheater - Amman Hier singen und tanzen die Mädchen einer Schule mit begleitendem, weiblichem Lehrpersonal. Freya unterhält sich mit der Lehrerin und fragt auch, ob sie die Mädchen beim Trommeln und Tanzen fotografieren darf. Klar. Währenddessen klettert Jürgen auf den Stufen des Theaters herum und fotografiert.

Dann entscheiden wir uns doch noch auf die Zitadelle zu laufen. Wir umrunden die Zitadelle halb, bis wir endlich zum Eingang kommen. Das Museum hat nur noch 10 Minuten auf und Freya fragt deshalb lächelnd nach einem Discount und siehe da, endlich mal jemand, der ihren Humor versteht. Der Mann im Glaskästchen sieht sie durch- dringend an und meint, "Leider, leider gibt es den Discount erst morgen".

Zitadelle - Amman Zitadelle - Amman Die Zitadelle ist ein weitläufiges Areal mit teils gut erhal- tenen römischen Säulen. Immer wieder werden wir im Park ein bis- chen in eine andere Richtung abgedrückt. Wir erfahren dann, dass der König entweder da ist oder kommen will – sehen werden wir ihn nicht. Dafür entdecken wir viele schöne, kleine Details und zarte, blühende Wüstenblumen. Unser Blick geht auch über die auf Hügeln gebaute Stadt. Amman ist sehr sauber. Staubig, ja – aber sauber.

Wir steigen auf einer der vielen Treppen runter in die Stadt. Wir wollen noch eine Kleinigkeit essen. Doch in der Basarstraße werden wir nicht fündig. Okay, machen wir uns keinen Kopf, sondern fahren einfach mit der Taxe zurück zum Hotel. Wir geben unserem Fahrer die Visitenkarte vom Hotel. Erzählen was vom 8. Zirkel. Nutzt aber nichts. Er hält bei einem Verkehrspolizisten an und die beiden reden eine Zeitlang. Dann macht er das, was wirklich vernünftig ist. Er ruft im Hotel an und schon klappt es. 3,5 Dinar hat die Fahrt gekostet.

Im Hotel gehen wir noch essen. Es gibt Buffet, aber auch a la Carte und so essen wir jeder einen Salat und etwas Fleisch. Freya trinkt Fresh Lemon mit Mint. Fein. Später setzen sich dann noch Anne und Klaus dazu und wir verbringen einen schönen Abend.

Beim Frühstück um 8:00 Uhr in der großen Halle lernt Freya einen irakischen Journalisten kennen. Ein sehr gebildeter Mann, der beim Namen Ulm sogar wusste, dass da in der Nähe Napoleon eine ent- scheidende Schlacht geschlagen hat. Freya ist dann gottseidank noch Elchingen eingefallen. Das ist doch ein Ding, oder? Er sagt auch, dass zu den vielen palästinensischen Flüchtlingen jetzt auch irakische Flüchtlinge gekommen sind. Alle angezogen vom Image der fried- lichen Stadt mit mediterranem Klima.

Um 9:00 Uhr geht es dann zum letzten Mal los mit Ben. Unser Ziel ist Jerash wo Bauwerke von Hadrian zu sehen sind. Ausgestiegen aus dem Bus kommen wir durch eine Unzahl von Läden. In der Halle, hinten links gibt es eine kleine Kunstgalerie wo man sehr preiswert richtig gute Bilder erstehen kann. Am Ende des Ausflugs hatte Freya jedenfalls ein sehr gutes und langes Gespräch mit dem Künstler, der ihr dann anschließend noch eine Kette geschenkt und mit ihr einen Tee getrunken hat. Sooo billig kommt man sonst wohl kaum noch an gute Unikate. Einfach reingehen und die Lock-Kamel-Bilder nicht beachten.
Aber das kommt eigentlich erst am Schluss. Jetzt geht es erst mal rein und mit uns eine Horde Kinder, was sage ich, 10 Horden, die fast alle so eine Beduinen-Bambusflöte erstanden haben. Freya kauft auch eine als Mitbringsel für die Nachbarn, kann aber selbst dem Teil keinen Ton entlocken:-) .

Also rein in den archäologischen Bereich. Im römischen Theater, es ist kaum zu glauben, spielt eine Gruppe Dudelsackbläser, die aufhört, als Kinder sich zum Tanzen formieren. Ja und dann müssen wir uns entscheiden, wollen wir jetzt der Vorstellung der Gladiatoren zusehen oder wollen wir weiter durch die Anlage streunen. Wir entscheiden uns für den Gladiatorenkampf. Die Show ist für die Dauer der Aufführung eigentlich überteuert, aber trotzdem schön und auch informativ. Wir lernen, dass in der römischen Armee jeder Soldat etwa 8 Minuten kämpfte und sich dann wieder in die Reihen zurückfallen ließ. So hatte es der Gegner immer mit einer frischen Armee zu tun. Das Pferderennen ist auch interessant und stellt Freya vor trickreiche, fotografische Aufgaben. So hat sie einige Bilder erzeugt, auf denen man die vorbeifahrende Kutsche gerade nicht mehr sieht.

während der Show - Jerash während der Show - Jerash

während der Show - Jerash während der Show - Jerash

Viel zu schnell verlassen wir den Ort und fahren wieder zurück nach Amman. Zum Abendessen treffen sich dann noch einmal die meisten von uns zum Abschluß-Essen im Hotel.
Später sitzen wir in kleiner Gruppe in der Lobby und überlegen, ob wir überhaupt noch abfliegen werden. Vor zwei Tagen ist in Island dieser Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen ausgebrochen und der Luftraum über den Skandinavischen Ländern und Großbritannien ist bereits gesperrt, Paris und Hamburg ebenfalls. Ingrid hat ihr Handy dabei, aber von Djoser hören wir nichts und so interpretieren wir das einfach als gutes Zeichen. Morgen früh werden wir in Frankfurt sein - Inch Allah.
Ja, und dann ist es 24 Uhr und unser Transfer zum Flughafen ist da. Ingrid hat für uns alle noch ein Frühstückspaket organisiert, das wir jetzt auch noch mit uns rumschleppen. Freya und Susanne geben ihre Leckereien im Flughafen der Toilettenfrau, die sich aufrichtig darüber freut. Dann geht es ans boarden und jetzt werden wir getrieben. Schnell, schnell, wir müssen los! Wir dürfen noch in Frankfurt landen, aber auch Frankfurt soll gesperrt werden. Schnell! Die Maschine rollt schon bevor das Kabinenpersonal die Gepäckfächer geschlossen hat.

Ein paar Stunden später landen wir als eine der letzten Maschinen in Frankfurt. Der Frühling ist hier schon ganz schön weit, aber zuhause haben alle Tulpen darauf gewartet, dass Freya heimkommt und beginnen tatsächlich erst jetzt zu blühen.

   

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© Jürgen & Freya Blösl, 2010-2012
    letzte Überarbeitung: 15.06.2012

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